Südbrücke (Koblenz)
50.3326388888897.5939666666667Koordinaten: 50° 19′ 57,5″ N, 7° 35′ 38,3″ O
| Offizieller Name | Rheinbrücke Koblenz-Süd | |
| Nutzung | Bundesstraße | |
| Überführt | Bundesstraße 327 | |
| Querung von | Rhein | |
| Ort | Koblenz | |
| Konstruktion | Balkenbrücke | |
| Gesamtlänge | 442 m | |
| Breite | 29 m | |
| Längste Stützweite | 236 m | |
| Baukosten | 53,2 Mio. € | |
| Baubeginn | 1969 | |
| Fertigstellung | 1975 | |
| Freigabe | 20. Juni 1975 | |
| Lage | ||
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| Straßenkarte Raum Koblenz | ||
| 7 = Südbrücke | ||
Die Südbrücke ist als Südtangente in Koblenz ein wichtiger Verkehrsweg über den Rhein. Die Brücke verbindet die B 49 mit Anschluss an die B 42 auf der rechten Rheinseite (Horchheim) und die B 327 mit Anschluss an die B 9 auf der linken Rheinseite (Oberwerth). Sie ist die erste Brücke am Mittelrhein unterhalb der 84 km rheinaufwärts gelegenen Schiersteiner Brücke (A 643 in Wiesbaden). Während der Bauzeit von 1969 bis 1975 kam es zu zwei schweren Unglücken, bei denen 19 Arbeiter starben.
Inhaltsverzeichnis |
Der Brückenbau[Bearbeiten]
Die neue Rheinbrücke mit einer Spannweite von 236 m ist ein Bindeglied im Gesamtbau der Südtangente Koblenz. Sie ist Teil einer großzügigen Verkehrsplanung, die mit den Anschlüssen an den beiden Brückenköpfen (Horchheimer Hochstraße, Hangbrücke im Laubachtal, Anbindung an das linksrheinische Hochstraßensystem) eine Lösung drängender Verkehrsprobleme brachte, insbesondere eine Entlastung für die Innenstadt von Koblenz. Mit den kreuzungsfreien Anschlüssen an die B 9 und die B 42 sowie zum Teil einseitigen Anschlüssen an die Stadtstraßen Mainzer Straße und Emser Straße wurde für den Fernverkehr und für den Nah- und innerstädtischen Verkehr eine dringliche Verbindung geschaffen.
Der eigentliche Brückenbau begann im Oktober 1969. Landschaft und Nähe der Horchheimer Eisenbahnbrücke machten besondere gestalterische Überlegungen notwendig. Mit der Entscheidung für eine Balkenbrücke wurde eine ausreichend ästhetische Verknüpfung mit der nur 36 m entfernt gelegenen und parallel verlaufenden Eisenbahnbrücke erreicht.
Erstes Unglück 1971[Bearbeiten]
Am 10. November 1971 sollte bei der Südbrücke der letzte Freivorbau für die linksrheinische Brückenhälfte eingebaut werden. Bevor jedoch der Kastentrog mit einem Derrickkran vollständig vom Ponton abgehoben werden konnte, knickte der Kragarm auf einer Länge von ca. 54 m ab und stürzte mitsamt Arbeitern und Gerät aus einer Höhe von ca. 30 m in den Rhein. Bei diesem Unglück fanden 13 Menschen den Tod.
Alle verfügbaren Hilfsorganisationen waren aufgeboten, um die beim Brückenunglück herabgestürzten Einzelteile zu entwirren. Das herabgestürzte Brückenstück zu bergen erwies sich als sehr schwierig. Die Untersuchungen über die Unglücksursache nahmen ein volles Jahr in Anspruch, sodass erst ab April 1973 weitergebaut werden konnte. Infolge des Unglücks wurden die technischen Regeln über das Beulen von Platten und Schalen verändert.
Zweites Unglück 1972[Bearbeiten]
Ein weiterer Unfall ereignete sich am 21. September 1972 an der Hangbrücke im Laubachtal. Bei den Betonierarbeiten für das zwölfte Überfeld stürzte das Lehrgerüst ein und riss sechs Arbeiter in den Tod. Die Arbeiten an dieser Stelle wurden erst im November 1973 wieder aufgenommen.
Nach den beiden Unglücken bot sich einige Jahre lang das Bild einer Brücke mit einer ca. 60 Metern langen Lücke über dem Rhein. Erst 1975 wurde das noch fehlende Stück mit einem Schwerlastponton zur Brücke gebracht, von hydraulischen Litzenhebern sehr langsam nach oben gezogen und schließlich montiert.
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Zubringerstraßen auf der westlichen Brückenseite neben dem Sportpark Oberwerth
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Südbrücke (links) und Horchheimer Eisenbahnbrücke
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Blick vom Rittersturz auf die Südbrücke
Die Baukosten[Bearbeiten]
Die Baukosten der beiden Brückenköpfe hatten schon bei der Neuen Moselbrücke (heute Europabrücke) eine ähnliche Größenordnung wie der reine Brückenbau. Bei der Südbrücke allerdings überstiegen die Kosten für die beiderseitigen Anschlüsse der neuen Rheinbrücke die des eigentlichen Brückenbaus um ein Vielfaches.
Die Kosten für die Brückenbauwerke und die beiderseitigen Anschlüsse an die B 49/B 42 und an die B 327/B 9 in Höhe von 104 Mio. DM (53,2 Mio. Euro) trug die Bundesrepublik Deutschland. 1974 waren in Koblenz zugleich vier Brücken im Bau oder Umbau. Die verbreiterte Neue Moselbrücke (heute Europabrücke) wurde am 17. Dezember 1974 eingeweiht. Die historische Balduinbrücke wurde in ihrem erhaltenen und denkmalpflegerisch hervorragend gestalteten Teil am 12. August mit ihren Anbindungen auf beiden Uferseiten fertiggestellt. Die Moseleisenbahnbrücke wurde erneuert.
Die Verkehrsübergabe[Bearbeiten]
Der Koblenzer Stadtrat beschloss 1974, der Brücke den Namen „Europabrücke“ zu geben, die Landesregierung von Rheinland-Pfalz stimmte dieser Namensgebung jedoch nicht zu. So wurde die sechsspurige Brücke am 20. Juni 1975 mit dem schlichten Namen „Südbrücke“ für den Verkehr freigegeben. Die Bauzeit, unterbrochen durch zwei folgenschwere Unglücksfälle, betrug fast sechs Jahre.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Liste der Querungen über Rhein und Mosel in Koblenz
- Liste der Rheinbrücken
- Liste von Brückeneinstürzen
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Südbrücke bei brueckenweb.de
- Vor 25 Jahren rollten die ersten Autos über die Koblenzer Südtangente in: Rhein-Zeitung, 7. Dezember 2011
Rhein: Südbrücke | Horchheimer Eisenbahnbrücke | Pfaffendorfer Brücke | Bendorfer Brücke
Mosel: Gülser Eisenbahnbrücke | Kurt-Schumacher-Brücke | Staustufe Koblenz | Europabrücke | Moseleisenbahnbrücke | Balduinbrücke
Zerstört: Römische Brücken | Fliegende Brücke | Schiffbrücke | Trajekt Stolzenfels–Oberlahnstein
| Die nächste Brücke flussaufwärts: Mittelrheinbrücke (geplant) Hindenburgbrücke (Bingen/Rüdesheim) (zerstört) Schiersteiner Brücke (Mainz/Wiesbaden) |
Brücken über den Rhein | Die nächste Brücke flussabwärts: Horchheimer Eisenbahnbrücke |