Kloster Montserrat

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Ansicht von Südosten
Blick vom „Roca de St. Jaume“ auf das Kloster Montserrat
Das Kloster in der umgebenden Landschaft
Innenansicht der Basilika

Die Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat [ˈsantə məˈɾi.a ðə munsəˈrat] liegt auf 721 m Höhe im gleichnamigen Gebirge, etwa 40 km nordwestlich von Barcelona. Heute leben dort etwa 80 Mönche. Im Kloster wird die aus dem 12. Jahrhundert stammende Mariendarstellung „Unsere Liebe Frau von Montserrat“, im Volksmund La Moreneta („Die Braune“) genannt, von zahlreichen Wallfahrern verehrt. Als bedeutendes Zentrum katalanischer Kultur ist Montserrat auch über die katholische Kirche hinaus von hoher symbolischen Bedeutung.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Abt Oliba de Besalú erfolgte zwischen 1025 und 1035 die Gründungen der Klöster Santa Maria de Ripoll, Montserrat und Saint-Martin-du-Canigou.

Das spätmittelalterliche Kloster wurde 1811 von den Truppen Napoleons zerstört und danach weitgehend erneuert. Die heutige Klosterkirche wurde von Leo XIII. 1881 zur päpstlichen Basilica minor erhoben. Dort erklingt täglich um 13 Uhr das Marienlied Virolai, das von der Escolania de Montserrat gesungen wird, einem Knabenchor, der seit 1307 urkundlich nachgewiesen ist und damit zu den ältesten Europas gehört, im 17. und 18. Jahrhundert eine Blütezeit erlebte und an dem unter anderem Josep Martí als Lehrer wirkte.

Das Kloster beherbergt ein Museum mit Objekten zur Archäologie des Heiligen Landes, kostbaren liturgischen Gegenständen, Gemälden u.a. von El Greco, Caravaggio, Luca Giordano und Tiepolo, Claude Monet, Edgar Degas, Pablo Picasso, Ramon Casas i Carbó und Salvador Dalí.

Das heutige Kloster steht auf einer engen Terrasse 700 m ü.M. An der geräumigen Basilika wurde von 1559–92 gebaut (L-60/B-30). Die Fassade stammt aus den 60er Jahren, die Apsis aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Schwarze Madonna Unsere Liebe Frau von Montserrat, Mare de Déu de Montserrat ist die Schutzheilige Kataloniens und befindet sich in der Apsis des Klosters Montserrat. Die Marienfigur, die heute verehrt wird, ist eine romanische Statuette aus dem 12. Jahrhundert.

Die Figur, Mare de Déu de Montserrat wie sie sich heute darstellt, ist eine romanische Statuette aus dem 12. Jahrhundert.

Hervorzuheben ist auch die Bibliothek mit über 200.000 Bänden, darunter eine Sammlung mittelalterlicher Lieder, das „Llibre Vermell de Montserrat“. Es enthält neben geistlichen Stücken auch weltliche Lieder mitsamt Noten. Die weltlichen Lieder oder berühmte katalanische Stücke dieser Zeit sind für die Pilger festgehalten worden. Fertiggestellt wurde der Codex 1399.

Neben der religiösen Bedeutung gilt das Kloster auch als Hort des katalanischen Nationalismus und der katalanischen Kultur. Da es dank der kirchlichen Sonderrechte auch während der Francodiktatur nicht den von Franco ernannten Bischöfen unterstand, wurden im Kloster die Messen weiterhin in der verbotenen katalanischen Sprache gefeiert.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise der Pilger erfolgt heute mit Bussen, einer Seilbahn und seit 2003 vor allem mit der Zahnradbahn Cremallera de Montserrat. Die Seilbahn wurde von der Leipziger Firma des Adolf Bleichert, der Adolf Bleichert & Co. und dessen leitendem Ingenieur Friedrich Gründel im Jahre 1930 geplant und gebaut.

Neben dem eigentlichen Kloster gibt es noch zahlreiche Eremitagen im umgebenden Gebirge, die vom Kloster aus auf gut gepflegten Wanderwegen erreicht werden können. Die Wanderwege sind klassifiziert nach Dauer und Schwierigkeitsgrad und machen Montserrat für viele Bewohner von Barcelona zu einem interessanten Naherholungsgebiet.

Christoph Kolumbus benannte auf seiner zweiten Reise eine Insel der Kleinen Antillen nach dem Kloster, die heutige britische Kolonie Montserrat.

In Anlehnung an das Gnadenbild ist Montserrat auch ein gebräuchlicher katalanischer Geburtsname (kurz: Montse). Ihn trägt beispielsweise die Sopran-Sängerin Montserrat Caballé.

Äbte von Mitte des 19. Jahrhunderts an[Bearbeiten]

  • Miquel Muntadas, 1858–1885
  • Josep Deàs, 1885–1921
  • Antoni M. Marcet, 1921–1946
  • Aureli M. Escarré, 1946–1966
    • Gabriel M. Brasó (Abtkoadjutor 1961–1966; 1966–1976 Präses der Kongregation von Subiaco)
  • Cassià M. Just, 1966–1989
  • Sebastià Bardolet, 1989–2000
  • Josep M. Soler, 2000–heute

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm von Humboldt: Das Montserrat, bey Barcelona, an Goethe, August 1800 / Als Buch: Der Montserrat bei Barcelona, Berlin 1926
  • Fritz René Allemann, Xenia v. Bahder: Katalonien und Andorra. DuMont Kunst-Reiseführer. 4. Auflage. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1102-8, S. 233, Abb. 93–95

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Montserrat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kloster Montserrat – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Albareda, Anselm Maria. Història de Montserrat. L'Abadia de Montserrat, 2005, S. 92. ISBN 8484157628.

41.5932055555561.8371388888889Koordinaten: 41° 35′ 35,5″ N, 1° 50′ 13,7″ O