Schüler Helfen Leben

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Schüler Helfen Leben
Logo von Schüler Helfen Leben
Typ eingetragener Verein
Gründung 1992
Sitz Neumünster/Berlin
Aktionsraum Deutschland/Südosteuropa/Jordanien
Schwerpunkt Jugend- und Bildungsarbeit (Sozialer Tag)
Freiwillige 8
Angestellte 12
Motto Hinterlasse deinen Sozialen Fingerabdruck!
Website schueler-helfen-leben.de

Schüler Helfen Leben e. V. (kurz SHL) ist eine 1992 gegründete Organisation, die im Bereich der Bildungs-, Jugend- und Friedensarbeit auf dem Westbalkan und seit 2013 in syrischen Flüchtlingslagern in Jordanien tätig ist. Sie besteht aus dem Verein Schüler Helfen Leben in Neumünster (gegründet 1994) und der Stiftung Schüler Helfen Leben (gegründet 2002) mit Sitz in Berlin.

In Deutschland sammelt der Verein Spenden für seine Projekte und die Deutschlandarbeit, die sich vor allem an deutsche Schüler/innen wendet. Mit dem Sozialen Tag veranstaltet SHL mittlerweile jährlich die größte von Jugendlichen organisierte Hilfsaktion Europas. Für ihre Arbeit wurde die Hilfsorganisation unter anderem mit dem Schleswig-Holsteinischen STARK-Preis und dem Westfälischen Friedenspreis geehrt. Anlässlich zum 20-jährigen Jubiläum von SHL im Jahr 2012 wurde der damaligen Vorstandsvorsitzenden des Vereins stellvertretend für alle am Sozialen Tag teilnehmenden Schüler/innen der Europäische Bürgerpreis überreicht. Zu den bekanntesten Unterstützer/innen der Jugendinitiative gehören die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig und der Journalist und Autor Ulrich Wickert.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Jugendinitiative entstand während der Jugoslawienkriege Anfang der 1990er Jahre. Einige deutsche Schüler/innen des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad Kreuznach wollten die Situation der Jugendlichen in den Flüchtlingslagern verbessern. Die Initiative startete von Rheinland-Pfalz aus mit dem Transport von Hilfsgütern in den privaten PKWs der Jugendlichen. Als wesentlicher Initiator und anfänglicher Hauptorganisator gilt der damalige Kreuznacher Schüler und spätere Volkswirt Clemens Beiersdorf (heute Christmann); wichtige Kontakte und Unterstützungen liefen über den stark in Menschenrechtsfragen und in der humanitären Hilfe in Ex-Jugoslawien engagierten damaligen rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Stefan Schwarz. Bald kamen Spenden von Schüler/innen aus ganz Deutschland, was die privaten Transportmöglichkeiten der Jugendlichen überstieg, so dass LKWs angemietet wurden. Als eine der wenigen Initiativen begann SHL schon während des Krieges mit Wiederaufbauhilfe. Unterstützt wurde SHL dabei unter anderem von der Deutschen Botschaft in Zagreb, welche den Jugendlichen ein Büro zur Verfügung stellte. In Bosnien und Herzegowina, Kroatien und später auch im Kosovo hat sich SHL am Wiederaufbau von mehr als 70 Schulen und Kindergärten beteiligt. Seit 2002 gibt es die gleichnamige Stiftung, die eine langfristige Absicherung der Projekte gewährleistet. Heute will die SHL Jugend-, Friedens- und Versöhnungsarbeit leisten und bemüht sich, mit verschiedenen Projekten die Bildungssituation zu verbessern. Seit 2013 unterstützt Schüler Helfen Leben zudem auch Projekte für syrische Flüchtlingskinder an der syrischen Grenze in Nordjordanien.[1]

Aktivitäten und Projekte in Deutschland[Bearbeiten]

Der Soziale Tag[Bearbeiten]

Am Sozialen Tag werden Schüler/innen aufgerufen, einen Tag die Schulbank gegen einen Platz im Berufsleben zu tauschen und ihren Lohn für die Projekte von Schüler Helfen Leben in Südosteuropa und Nordjordanien zu spenden. Der erste Soziale Tag fand 1998 in Schleswig-Holstein statt und wurde seither regelmäßig durchgeführt: Erst im Zweijahrestakt, seit 2004 jährlich und seit 2006 bundesweit. Nach einer Kooperation mit der Sächsischen Jugendstiftung im Jahre 2005 (Sozialer Tag nur in Sachsen) und mit Aktion Tagwerk 2006, führt SHL den Sozialen Tag seit 2007 ohne Partner durch. Am letzten Sozialen Tag (3. Juli 2014) verdienten mehr als 80.000 Schüler in ganz Deutschland über 1,5 Millionen Euro.

Jahr Bundesländer Schüler
ca.
Spendensumme
Euro (ca.)
6. Juni 1998 SH 35.000 920.000
13. Juli 2000 SH, HH 100.000 2.150.000
18. Juni 2002 SH, HH, NI 210.000 3.800.000
22. Juni 2004 SH, HH, NI, HB, BE 220.000 3.200.000
12. Juli 2005 SN 15.000 150.000
22. Juni 2006 bundesweit 200.000 2.000.000
19. Juni 2007 bundesweit 200.000 2.100.000
8. Juli 2008 bundesweit 200.000 2.000.000
18. Juni 2009 bundesweit > 100.000 1.600.000
17. Juni 2010 bundesweit > 100.000 1.600.000
8. Juni 2011 bundesweit > 100.000 1.600.000
14. Juni 2012 bundesweit > 80.000 1.500.000
13. Juni 2013 bundesweit > 80.000 1.500.000
3. Juli 2014 bundesweit > 80.000 1.500.000

Projektauswahltreffen[Bearbeiten]

Bei dem Projektauswahltreffen (kurz PAT) können die Schüler/innen die Projekte, die sie am Sozialen Tag unterstützen wollen, selbst wählen. Dazu kann jede angemeldete Schule zwei Delegierte entsenden, die nach Berlin fahren und dort ein Wochenende über die zu wählenden Projekte und die Projektregionen informiert werden. Als Höhepunkt werden dann die Projekte (ein Balkan-Projekt, ein Projekt in Jordanien) gewählt, welche von den Geldern des Sozialen Tages finanziert werden. [2]

Information über den Balkan und die Projekte[Bearbeiten]

Infostand mit ehrenamtlich engagierten Schülerinnen

Schüler Helfen Leben veranstaltet jährlich Schultouren, bei denen engagierte Jugendliche über die Projekte von SHL in Pausenhallen und Klassenzimmern referieren. Hierbei wird vor allem auf die Situation der Jugendlichen auf dem Balkan eingegangen. Seit November 2014 wird diese Schultour mit den sogenannten Sozialer Tag-Mobil durchgeführt. Damit erweitert SHL sein Bildungsangebot und bietet nicht nur Vorträge, sondern auch einen interaktiven Informationsstand auf dem Pausenhof und eine breite Workshopauswahl an.[3] Vor dem Sozialen Tag organisiert SHL zusätzlich Infostände, die über den Balkankrieg und die Projekte von SHL informieren. Die verwendeten Infomaterialien werden von Firmen gesponsert, um die Verwaltungskosten von SHL gering zu halten. Besonders interessierte Jugendliche haben die Möglichkeit, die Projekte vor Ort zu besuchen. Hierfür veranstaltet Schüler Helfen Leben zweimal jährlich so genannte „Camps“. [4]

Freiwilliges Soziales Jahr und freiwilliges Engagement[Bearbeiten]

Schüler Helfen Leben besteht zum größten Teil aus Schüler/innen, die sich ehrenamtlich bei SHL engagieren. Diese „Aktiven“ organisieren beispielsweise Infostände, Benefizkonzerte und den Sozialen Tag an ihrer Schule. Weiter bietet der Verein Jugendlichen die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (kurz: FSJ) zu leisten. Die FSJler können sich dabei aussuchen, ob sie ihren Dienst in Deutschland oder den Projektregionen auf dem Balkan absolvieren. Diejenigen, die sich für ein FSJ in Deutschland bewerben, koordinieren aus dem Vereinsbüro in Neumünster alle Aktionen der Hilfsorganisation sowie den bundesweiten Sozialen Tag.[5]

Stiftung[Bearbeiten]

2002 hat der Verein Schüler Helfen Leben die erste Kinder- und Jugendstiftung Deutschlands gegründet: Die Stiftung Schüler Helfen Leben. Sie ist dafür da, die Projekte langfristig abzusichern. Dafür fließt ein Teil der Einnahmen des Sozialen Tages auch in das Stiftungskapital.

Zudem betreut die Stiftung die Auslandsprojekte in Südosteuropa sowie die Freiwilligen, die im Ausland für SHL arbeiten.[6]

Projekte[Bearbeiten]

Jugendzentrum in Sarajevo
Jugend und Ausbildungszentrum in Križevići

Bosnien und Herzegowina[Bearbeiten]

Jugendbegegnungshaus & Office in Sarajevo[Bearbeiten]

In dem Internationalen Jugendbegegnungshaus von SHL in Sarajevo finden regelmäßig Bildungsangebote für Jugendliche aller Volksgruppen und internationale Seminare, auch mit Schüler/innen aus Deutschland, statt. Durch die Arbeit ermöglicht SHL den Jugendlichen auch außerhalb der Schule zu lernen, fördert Eigeninitiative und hilft den Jugendlichen, ihre Zukunftspläne in die Tat umzusetzen. Gleichzeitig will SHL eine Plattform für die vorurteilsfreie Begegnung mit den Jugendlichen anderer Volksgruppen bieten.

Das SHL-Office, das sich ebenfalls in Sarajevo befindet, ist eines der ersten und wichtigsten Projekte auf dem Balkan. Das Büro hat entscheidend an der Bildung der ASuBiH (nationale Schülervertretungsorganisation) und ONAuBiH (Jugendmedienorganisation) mitgewirkt und koordiniert mehrere nationale und internationale Projekte. Darunter eine Kleinstförderungsprojekt (FOP), bei der besonders Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre Ideen umzusetzen.[7]

Bildungsprogramm für junge Roma[Bearbeiten]

Gemeinsam mit dem Verein südost Europa Kultur e.V. bietet SHL in den Orten Bijeljina und Živinice Unterstützung für die Roma. Unter anderem werden Sommerschulen angeboten, in denen den Schülern Grundkenntnisse vermittelt werden, die ihnen den Schuleinstieg ermöglichen. Zudem bekommen sie und ihre Eltern Unterstützung für den weiteren Bildungsweg und es wird versucht, die Akzeptanz der Roma in ihrer Umwelt zu stärken.[8]

Tagesstätte für behinderte Kinder[Bearbeiten]

Die Arbeit mit behinderten Menschen steht in Bosnien – Herzegowina noch am Anfang. In Maglaj möchte SHL Kindern mit geistigen und körperlichen Behinderungen in einer Tagesstätte die Möglichkeit einer gezielten und individuellen Betreuung geben. Gleichzeitig stellt die Einrichtung für viele Jugendliche, die auf Grund ihrer Behinderung nicht die Schule besuchen können, die einzige Möglichkeit dar, Zugang zu Bildung zu erlangen.[9]

Kreative Schaffenskraft[Bearbeiten]

In dem Projekt „kreative Schaffenskraft“ unterstützt Schüler Helfen Leben eine Tagesstätte für behinderte Kinder in Tuzla. Da der bosnische Staat nicht genug Geld hat um solche Einrichtungen behinderten- und kindgerecht auszustatten hat Schüler Helfen Leben Gelder bereitgestellt um das Zentrum besser auszustatten. Dabei wird vor allem Wert auf die Förderung der Kreativität der Kinder und Jugendlichen gelegt. Mit Stiften, Scheren und anderen Bastelsachen können die Kinder sich selbst kreativ beschäftigen und so mehr Selbstständigkeit erlangen.[10]

Serbien[Bearbeiten]

Jugendzentrum gegen Rechtsextremismus in Novi Sad[Bearbeiten]

In der zweitgrößten Stadt Serbiens, in Novi Sad, hat SHL von den Geldern des Sozialen Tages 2006 ein Jugendzentrum gegen Rechtsextremismus errichtet. In diesem Gebäude werden Veranstaltungen gegen den Rechtsextremismus, welcher noch immer ein Problem in Serbien ist, abgehalten, um den Jugendlichen eine Plattform zu geben, ihre anderen Meinungen auszudiskutieren und gegen die rechte Szene vorzugehen. Gerade in Novi Sad ist der Rechtsextremismus ein Problem. Novi Sad ist die Hauptstadt der Vojvodina, in der sehr viele Nationalitäten leben. Das Jugendzentrum heißt CK13 (Schwarzes Haus mit der Hausnummer 13) weil es von außen schwarz bemalt ist. Nur der Innenhof ist komplett in gelb gestrichen. In diesem Projekt bietet SHL jedes Jahr eine FSJ-Stelle an.[11]

Jugendzentrum in Zaječar[Bearbeiten]

Dieses Projekt wurde nach dem Sozialen Tag 2009 begonnen. Ein heruntergekommenes, aber zentral gelegenes Haus in Zaječar, von der Stadt zur Verfügung gestellt, wird komplett renoviert. Nach der Instandsetzung wird ein vielfältiges Angebot an Workshops und Freizeitveranstaltungen angeboten. Das Jugendzentrum ist aber auch sonst geöffnet damit die Jugendlichen einen Ort haben, wo sie sich treffen können. Zaječar liegt im äußersten Osten Serbiens, hier gibt es ansonsten keinerlei Freizeitangebote für Jugendliche.[12]

Kosovo[Bearbeiten]

Jugendzentrum in Rahovec/Orahovac[Bearbeiten]

Im Kosovo hat SHL in Rahovec/Orahovac, einer durch den Kosovokrieg geteilten Stadt, ein Jugendzentrum auf der albanischen Seite gebaut und auch in der serbischen Enklave Jugendräume eingerichtet. Unter anderem fördert Schüler Helfen Leben das Bildungsangebot im Bereich von Sprach-, Mal-, Computer-, Gitarren- und Photographiekursen. Ebenfalls findet alljährlich ein multiethnisches Feriencamp statt. Der momentane Fokus besteht jedoch im Aufbau eines Karriere- und Informationszentrum, da man sich in der Erhöhung der Jugendbeschäftigung ein Ziel gesetzt hat. Die durchgeführten Aktivitäten versucht man multiethnisch durchzuführen, wobei – aufgrund dem Bevölkerungsanteil von über 90 Prozent Kosovo-Albanern und ca. 1,7 Prozent Kosovo-Serben – dies natürlicherweise nicht immer der Fall sein kann.[13][14]

Mazedonien[Bearbeiten]

Straßensozialarbeit[Bearbeiten]

In Mazedoniens Hauptstadt Skopje befindet sich das größte Roma-Viertel weltweit. Die Mehrheit der Roma-Bevölkerung ist arbeitslos und lebt an oder unter der Armutsgrenze. Der Bildungsstand ist niedrig, viele Roma sind Analphabeten. Infolgedessen bleibt vor allem Kindern und Jugendlichen der Aufstieg verwehrt, sie haben oft keine Chance, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Rahmen von Straßensozialarbeit unterstützen die Nadez-Mitarbeiter und Schüler Helfen Leben die Betroffenen durch Informationen, Schulmaterial und Hygieneartikel, helfen bei der Schulanmeldung und anderen Formalitäten.[15]

Albanien[Bearbeiten]

Hilfe für Kinder in Not[Bearbeiten]

Das Projekt zielt darauf ab, ein öffentliches Bewusstsein für die bestehenden Probleme von Jugendlichen in der albanischen Gesellschaft zu schaffen. Es handelt sich um ein Zusammenspiel von psychosozialen, kulturellen und Ausbildungsaktivitäten, die auf das Wachstum von staatsbürgerschaftlichem Bewusstsein unter den Jugendlichen abzielen, so dass diese aktiv werden, an der öffentlichen Meinung mitwirken und ihre Apathie überwinden. Zielgruppe des Projekts sind bedürftige Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren in der albanischen Stadt Durres, die keine ordentliche Ausbildung bekommen und in Armut leben. Durch dieses Programm erhalten sie Unterstützung in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.

Straßenkindern eine Chance![Bearbeiten]

Das Projekt soll mindestens von September 2010 bis August 2012 gefördert werden. In dieser Zeit findet zum Beispiel eine Infotour in Tirana statt. Sozialarbeiter werden mit einem Bus durch die Stadtteile Tiranas reisen, in denen viele benachteiligte Gruppen leben. Insbesondere viele Kinder und Jugendliche sind obdachlos, haben keinerlei Perspektiven und wissen kaum etwas über ihre Rechte. Die Straßensozialarbeiter sind ausgebildet, um Workshops über Arbeitsmöglichkeiten, Familienplanung, Rechte und Pflichten und über einen organisierten Alltag zu halten. Bisher trauen sich nur wenige, aktiv und sichtbar ihre Rechte und eine bessere Lebenssituation einzufordern, denn weder der Staat noch die Gesellschaft versuchen, diese Gruppen in die Gesellschaft zu integrieren.[16]

Grenzübergreifende Jugendprojekte[Bearbeiten]

Kosovo, Serbien und Mazedonien[Bearbeiten]

Die Region Südserbien mit dem angrenzenden Kosovo und Nordmazedonien ist seit Jahren ein Brennpunkt ethnischer Spannungen und Auseinandersetzungen. Seit September 2007 fördert SHL ein grenzübergreifendes Jugendprojekt, das helfen soll, durch professionelle Kinder- und Jugendarbeit, zur Aussöhnung und Verständigung beizutragen.

Das von SHL unterstützte und der AWO Bremerhaven in Kooperation mit verschiedenen lokalen Organisationen durchgeführte Projekt bemüht sich durch die Instandsetzung und Wiedereröffnung von zwei Jugendzentren in Bujanovac (Südserbien) und dem nur wenige Kilometer entfernten Kosovska Kamenica (Kosovo) eine Vielzahl bestehender Probleme bei Jugendlichen in der Region zu bearbeiten. Die Jugendzentren sind für Jugendliche aus allen Bevölkerungs- und ethnischen Gruppen offen, die gemischten Betreuungsteams bestehen aus Pädagogen mit serbischer und albanischer Herkunft. Dadurch wird der Austausch der Jugendlichen über ihre nationalen Identitätsgrenzen hinweg unterstützt, der im Alltag aufgrund von getrennten Schulen für Kinder unterschiedlicher Herkunft oftmals nicht möglich ist. Zum Beispiel nehmen die Jugendlichen an vom Projekt organisierten Friedenstouren teil, bei der die Strecke zwischen dem kosovarischen Kamenica und dem serbischen Bujanovac mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Ein erster Schritt, der Hoffnung macht, dass die Grenzen und Mauern in den Köpfen der Menschen Stück für Stück abgebaut werden können.

Serbien, Bosnien und Herzegowina und Kroatien[Bearbeiten]

Das Projekt „Deine Meine Unsere Geschichte“ des Sozialen Tages 2013 setzt sich für eine gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte in Serbien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina ein. Der Projektpartner Open Communication organisiert Seminare und Simulationen an Schulen. Dafür bildet die Organisation Studenten zu Trainern aus, die dann an den teilnehmenden Schulen mit den Schülern arbeiten. Kinder und Jugendliche sollen verstehen, wie es zu den Konflikten der 1990er Jahre kam und wie sie dazu beitragen können, solche Auseinandersetzungen in Zukunft zu vermeiden. Auch Lehrer nehmen an Trainings teil, um zu lernen, auch im Schulunterricht die Themen Menschenrechte, Krieg und Versöhnung, kritisches Denken und Toleranz aufzugreifen.

Nordjordanien[Bearbeiten]

Lernen, Spielen, Kind sein – ein sicherer Ort im Chaos[Bearbeiten]

Das Projekt richtet sich an Jugendliche im Flüchtlingslager Za´atari in Nordjordanien. Einerseits will SHL Jugendlichen durch Freizeit-, Betreuungs- und Trainingsangebote helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Andererseits investieren die Hilfsorganisation in die Bildung- und Ausbildung von Jugendlichen. Denn sie sind trotz ihrer Probleme und Herausforderungen die Zukunft eines neuen Syriens. Mit dem Geld des Sozialen Tages 2013 verbesserte SHL die Ausstattung der aus Containern und Zelten bestehenden Jugendzentren. Außerdem wurden Sanitäranlagen, ein Fußballfeld, ein Volleyballplatz sowie ein Basketballplatz (aus-)gebaut und Freiwillige ausgebildet, die Kurse für Jugendliche anbieten werden.[17]

Lernen für morgen: Ausbildungsgänge für syrische Flüchtlinge[Bearbeiten]

SHL ermöglicht besonders benachteiligten syrischen Flüchtlingen den Besuch einer Berufsfachschule. Im Rahmen von Ausbildungsgängen können Jugendliche grundlegende technische und handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Mit dieser Ausbildung verbessern sich ihre Chancen auf dem jordanischen Arbeitsmarkt. Doch auch später, nach einer möglichen Rückkehr nach Syrien, können sie mithilfe dieser Ausbildungsprogramme leichter im Arbeitsmarkt Fuß fassen.[18]

Die Projekte des Sozialen Tages 2014[Bearbeiten]

Perspektiven für vergessene Flüchtlinge (Bosnien und Herzegowina)[Bearbeiten]

Das Projekt „Perspektiven für vergessene Flüchtlinge“ bietet Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in zwei Flüchtlingslagern in Bosnien und Herzegowina. Die Menschen in den Flüchtlingslagern sind geprägt und traumatisiert vom Krieg, den sie fernab von ihrem eigentlichen Zuhause nicht verarbeiten können. Insbesondere Kinder und Jugendliche haben mit der Situation zu kämpfen, da die Flüchtlingslager ihnen keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Sie leiden unter Perspektivlosigkeit, Armut und Hoffnungslosigkeit, wobei Gewalt und Kriminalität oft ein Versuch sind, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. Im Rahmen des Projektes werden Psychologen eingesetzt, die sich direkt mit den unterschiedlichen Altersgruppen im Lager beschäftigen und deren Eltern bei der Erziehung beraten. Die Arbeitsbereiche erstrecken sich dabei über psychosoziale Unterstützung und Workshops wie Theater, Malen oder Musik. Wir führen das Projekt gemeinsam mit unserem Partner Snaga Zene in Lagern bei Jezevac und Visca durch.[19]

Kindergärten im Flüchtlingscamp (Nordjordanien)[Bearbeiten]

Zusammen mit unserem Partner Save the Children e.V. fördern wir im Flüchtlingscamp Za’atari von den Sozialer-Tag-Einnahmen den Aufbau und die Unterstützung von Kindergärten. Im Flüchtlingscamp Za’atari gibt es mehr als 30.000 Kinder unter fünf Jahren, davon können nur ein Viertel im Lager betreut werden. Das Leben im Camp ist von Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Aggressivität geprägt. Familien, die selbst traumatisiert sind und den beschwerlichen Alltag im Camp organisieren müssen, sind oft nicht mehr in der Lage, ihren Kindern ausreichend Schutz und Aufmerksamkeit zu vermitteln. Im Rahmen des Projektes werden die Kindergärten mit den notwendigen Materialien und Mahlzeiten für die Kinder ausgestattet. Außerdem können Aktivitäten wie grundlegende Lese- und Rechenübungen, Malen und Musik angeboten werden. Die Kindergartengruppen werden jeweils von jordanischen Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern sowie syrischen Freiwilligen betreut.[19]

Zeitleiste der Initiative[Bearbeiten]

Ab 1990[Bearbeiten]

  • 1992: Schüler des Gymnasiums an der Stadtmauer aus Bad Kreuznach fahren mit ihren privaten PKWs nach Kroatien, um Hilfsgüter direkt zu den Bedürftigen zu bringen.[20]
  • 1992: 300 Schulen in Rheinland-Pfalz sammeln Hilfsgüter – der Name Schüler Helfen Leben entsteht.[20]
  • 1993: „Jeder Schüler gibt 1 Mark“ in SH, es werden 767.000 € von den Schülern gespendet. Von dem Geld werden Schulen wieder aufgebaut. U.a. die Grundschule in Lipik (Kroatien).[20]
  • 1994: Gründung des Vereins.
  • 1994–1996: Beteiligung am Wiederaufbau der Grundschule VII in Mostar. In SH werden landesweit rund 40 t Lebensmittelpakete gesammelt. Die Pakete werden von Schülern in den ostslawonischen Ort Vocin geliefert und dort an Flüchtlinge aus Bosnien verteilt.[20]
  • 1994–1997: Schaffung von 500 Kindergartenplätzen in Sarajevo und notdürftige Instandsetzung der Taubstummenschule.[20]
  • 1995: Schüler Helfen Leben erhält den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis und die Theodor-Heuss-Medaille.[21]
  • 1996: Erstes Deutsch-Bosnisches Sommerlager in Žuljana auf Pelješac (Dalmatinische Mittelmeerküste).[20]
  • 1997: Abschluss der Wiederaufbauprojekte: Letzte Schule mit Kindergarten im bosnischen Bergland übergeben.
  • 1997–2000: YOUTHNet: Vernetzung von Jugendgruppen aus ganz Bosnien und darüber hinaus über Seminare und E-Mail zum gegenseitigen Austausch und zur gemeinsamen Erstellung des ersten gesamtbosnischen Jugendmagazins nepitani („Die Ungefragten“).[20]
  • 1997: Verschiedene Projekte zur Versöhnungsarbeit in Bosnien und Herzegowina.
  • 1997: Schüler Helfen Leben erhält den Kai-Uwe-von-Hassel-Förderpreis.[21]
  • 1998: Erster Sozialer Tag mit 35.000 Schülern.[20]
  • 1999: Mit dem Geld vom Sozialen Tag 1998 wird das erste Jugendbegegnungshaus von SHL in Sarajevo gebaut.[22]

Ab 2000[Bearbeiten]

  • 2000: Zweiter Sozialer Tag mit 100.000 Schülern.
  • 2000: Schüler Helfen Leben präsentiert sich im deutschen Pavillon auf der Expo 2000.
  • 2000: Schüler Helfen Leben beteiligt sich an der Organisation der ersten Jugendmesse in Bosnien-Herzegowina.
  • 2000: Handschlag Aktion – Große Balkan-Informationstour durch Deutschland. Deutsche Jugendliche demonstrieren mit „Handschlägen“ auf Leinentüchern ihre Solidarität mit den Jugendlichen auf dem Balkan.
  • 2000: „Erste Hilfe“ im Kosovo. Es werden 25 Schulen mit Unterrichtsmaterial, Heizungen, Tafeln usw. ausgestattet.
  • 2001: Fertigstellung des Jugendzentrums in Rahovec/Orahovec im Kosovo.
  • 2001: Schüler Helfen Leben erhält den STARK-Preis.[21]
  • 2002: Dritter Sozialer Tag mit 210.000 Schülern.
  • 2002: Gründung der Stiftung Schüler Helfen Leben, um die bestehenden Projekte langfristig zu sichern.
  • 2002: Schüler Helfen Leben erhält den Westfälischen Friedenspreis.[21]
  • 2003: Fertigstellung des Jugend und Ausbildungszentrums in Krizevici (Ostbosnien).
  • 2004: Vierter Sozialer Tag mit 220.000 Schülern.
  • 2004: Beginn der Projekte „Ökologischer Ausbildungshof in Boiu“ und „Sommerschulen für Roma Jugendliche“.
  • 2005: Fünfter Sozialer Tag (nur in Sachsen).
  • 2006: Erster bundesweiter Sozialer Tag.[20]
  • 2007: Am 19.6. wurde der zweite bundesweite Soziale Tag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler durchgeführt.
  • 2008: SHL erhält den Hans Rosenthal-Ehrenpreis der Hans Rosenthal-Stiftung[23]
  • 2008: Am 8. Juli findet der Soziale Tag zum ersten Mal unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel statt.
  • 2009: Schultour und Projektauswahltreffen größer denn je, trotz Wirtschaftskrise 1,6 Mio. Euro am Sozialen Tag.[24]

Ab 2010[Bearbeiten]

  • 2010: 100.000 Schüler erarbeiten am 10. Sozialen Tag wieder 1,6 Mio. Euro
  • 2010: SHL erhält den Deutschen Bürgerpreis auf Regional- und Landesebene in der Kategorie U21.[21]
  • 2010: SHL erhält den Engagementpreis „Geben gibt“ in der Kategorie Jugendengagement[21]
  • 2011: SHL erhält den Europäischen Bürgerpreis[25]
  • 2011: SHL wird mit der Europa-Lillie für europäische Jugendarbeit ausgezeichnet[26]
  • 2012: Am Sozialen Tag (14. Juni) erarbeiten wieder mehr als 80.000 Schüler rund 1,5 Mio. € für Jugendprojekte.
  • 2012: SHL feiert 20-jähriges Jubiläum in Berlin.
  • 2013: Die jugendlichen Mitglieder von SHL entscheiden, die Projektregionen um ein neues Land zu erweitern: Ab 2013 unterstützt SHL auch syrische Flüchtlinge in Jordanien.
  • 2013: Am Sozialen Tag (13. Juni) erarbeiten über 80.000 Schüler/innen mehr als 1,5 Millionen Euro
  • 2014: Wieder erarbeiten 80.000 Schülerinnen rund 1,5 Millionen Euro für soziale Projekte, Twitter wird Partner des Sozialen Tages
  • 2014: Ministerpräsident Schleswig-Holsteins Torsten Albig schickt das SozialerTag-Mobil auf den Weg, neues Konzept für Deutschland-Tour[27]

Unterstützer/innen und Schirmherr/innen[Bearbeiten]

Schirmherr/innen des Sozialen Tages 2015[Bearbeiten]

Mitglieder des Stiftungskuratoriums[Bearbeiten]

Weitere Unterstützer/innen[Bearbeiten]

  • Angela Merkel (Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU), Schirmherrin des Sozialen Tages 2008-2014)
  • Joachim Gauck (Bundespräsident)

Ehemalige Unterstützer/innen und Schirmherr/innen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schüler Helfen Leben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Entstehung von Schüler Helfen Leben
  2. Das Projektauswahltreffen von Schüler Helfen Leben http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/sozialer_tag/das_projektauswahltreffen/was_ist_das_pat.html
  3. Das Sozialer Tag-Mobil von Schüler Helfen Leben
  4. SHL-Camps
  5. Freiwilligendienst bei Schüler Helfen Leben
  6. Stiftung Schüler Helfen Leben
  7. SHL Sarajevo
  8. Ausbildungsprojekt für junge Roma
  9. Tagesstätte für behinderte Kinder
  10. Kreative Schaffenskraft
  11. CK13 Novi Sad
  12. Jugendzentrum in Zaječa
  13. R. Seifert: Soziale Arbeit und Kriegerische Konflikte. 2004, ISBN 3-8258-8019-2.
  14. SHL Kosova
  15. Bildung durch Straßensozialarbeit
  16. Straßenkindern eine Chance
  17. Lernen, Spielen, Kind sein – ein sicherer Ort im Chaos
  18. Lernen für morgen: Ausbildungsgänge für syrische Flüchtlinge
  19. a b Die Projekte des Sozialen Tages 2014:
  20. a b c d e f g h i Stiftung Schüler Helfen Leben: „Die Entstehung von SHL“
  21. a b c d e f Schüler Helfen Leben: „Prädikat ausgezeichnet“
  22. Die Geschichte von Schüler Helfen Leben
  23. Hans Rosenthal-Stiftung: „Der Hans Rosenthal Ehrenpreis“
  24. Die Geschichte von Schüler Helfen Leben
  25. [1]
  26. [2]
  27. Sozialer Tag-Mobil
  28. Stiftungskuratorium Schüler Helfen Leben