Sebastian Nübling
Sebastian Nübling (* 19. Juli 1960 in Lörrach[1]) ist ein deutscher Regisseur. Er war Mitbegründer, Schauspieler und Musiker der freien Gruppe „Theater Mahagoni“, inszenierte am Jungen Theater Basel und gastierte mit der dortigen Inszenierung von Disco Pigs von Enda Walsh (1998) erfolgreich an vielen deutschen Bühnen.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Leben [Bearbeiten]
Sebastian Nübling studierte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und lehrte später als Dozent.[1] Im Jahr 1997 begann er mit der Realisierung eigener Projekte, darunter Gier von Sarah Kane am Theater Basel (2000), Die Schaukel von Eda Maazya am Jungen Theater Basel (2000) sowie John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen (2001), das 2002 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.[1][3] Für sein Hooligan-Drama I furiosi nach dem Roman des italienischen Autors Nanni Balestrini am Staatstheater Stuttgart bekam er den ersten Preis des Hamburger Festivals „Politik im Theater“. Mit dieser Inszenierung setzte er sich auch überregional durch.[2]
2006 inszenierte Nübling mit Carmen an der Staatsoper Stuttgart seine erste Oper. Nübling arbeitet wiederholt mit dem britischen Dramatiker Simon Stephens zusammen, von dem er mehrere Stücke zur deutschen Uraufführung brachte; 2003 Reiher am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, 2007 zusammen mit dem Schauspiel Hannover am Deutschen Schauspielhaus Hamburg im Rahmen des Festivals Theaterformen Pornographie, später auch Ubu (2010) und Three Kingdoms (2011).
Auszeichnungen [Bearbeiten]
2002 wurde er von der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsregisseur des Jahres ausgezeichnet und mit seiner Basler Inszenierung von John Gabriel Borkman (von Henrik Ibsen) wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Schauspiel Hannover inszenierte er Don Quixote nach Miguel de Cervantes, ferner die deutschsprachige Erstaufführung von Joanna Laurens' Die drei Vögel und Tom Lanoyes Mamma Medea, wobei er mit Wilde oder der Mann mit den traurigen Augen von Klaus Händl dann 2004 erneut zum Berliner Theatertreffen[4] eingeladen wurde. Im selben Jahr erhielt er eine Nestroy-Nominierung für die „Beste Regie“. 2007 erfolgte eine weitere Nominierungen zum Berliner Theatertreffen mit Dido und Aenaes nach Henry Purcell und Christopher Marlowe (Theater Basel) mit einem Sparten übergreifenden Theaterabend. Hierfür erhielt er auch den 3sat-Preis[5] für eine „zukunftsweisende Leistung“. Seine Inszenierung von Tennessee Williams’ Orpheus steigt herab wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Inszenierungen (Auswahl) [Bearbeiten]
- 1997: Die Nächte der Schwestern Brontë von Susanne Schneider am Theater Basel
- 1998: Disco Pigs von Enda Walsh am Theater Basel
- 2000: Die Schaukel von Edna Mazay am Theater Basel
- 2000: Gier von Sarah Kane am Theater Basel
- 2000: Don Quixote von Lutz Hübner nach Miguel de Cervantes am Schauspielhaus Hannover
- 2001: John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen am Theater Basel
- 2001: I Furiosi von Sebastian Nübling und Daniel Wahl am Theaterhaus Stuttgart
- 2002: Die drei Vögel von Joanna Laurens am Schauspielhaus Hannover
- 2002: Romeo und Julia von William Shakespeare am Theater Basel
- 2002: Mamma Medea von Tom Lanoye am Schauspielhaus Hannover
- 2003: Reiher von Simon Stephens am Württembergischen Staatstheater Stuttgart
- 2003: (wilde) – der mann mit den traurigen augen von Klaus Händl am Schauspielhaus Graz
- 2003: King Lear von William Shakespeare am Theater Basel
- 2004: Don Karlos von Friedrich Schiller an den Münchner Kammerspielen
- 2004: Leenane-Trologie von Martin McDonagh am Theater Basel
- 2004: Reiher von Simon Stephens am Jungen Theater Basel
- 2004: Edward II. von Christopher Marlowe auf der Pernerinsel Hallein im Rahmen der Salzburger Festspiele
- 2004: Was ihr wollt von William Shakespeare am Schauspielhaus Hannover
- 2005: Virus! frei nach Euripides am Württembergischen Staatstheater Stuttgart im Rahmen des Festivals Theater der Welt
- 2005: Die Krönung Richards II. von Hans Henny Jahnn am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
- 2006: Dunkel lockende Welt von Klaus Händl an den Münchner Kammerspielen
- 2006: Heimliche Liebe. Ein Traumspiel am Baldeneysee mit versteckten Verliebten, gestohlenen Küssen und gespenstischen Gästen von Sebastian Nübling am Schauspiel Essen
- 2006: Dido und Aeneas von Christopher Marlowe und Henry Purcell (Musik) am Theater Basel
- 2007: Pornographie von Simon Stephens am Schauspielhaus Hannover im Rahmen des Festival Theaterformen
- 2007: Gespenster von Henrik Ibsen an der Schaubühne am Lehniner Platz (Berlin)
- 2007: Next Level Parzival von Tim Staffel im Salzlager der Kokerei Zollverein (Essen) im Rahmen der Ruhrtriennale
- 2008: Hass von Mathieu Kassovitz an den Münchner Kammerspielen
- 2008: Macbeth von William Shakespeare am Schauspielhaus Zürich
- 2008: Furcht und Zittern von Händl Klaus und Lars Wittershagen im Salzlager der Kokerei Zollverein (Essen) im Rahmen der Ruhrtriennale
- 2008: Mütter.Väter.Kinder von Sebastian Nübling am Theater Freiburg
- 2009: Kritische Masse von Oliver Bukowski am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
- 2009: Dear Wendy von Lars von Trier am Theater Basel
- 2009: Judith/Juditha Triumphans nach Friedrich Hebbel/Antonio Vivaldi auf der Pernerinsel Hallein im Rahmen der Salzburger Festspiele
- 2009: Der Revisor von Nikolaj Gogol am Schauspielhaus Zürich (Pfauen)
- 2010: Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams an den Münchner Kammerspielen
- 2010: Ubu von Simon Stephens am Schauspiel Essen
- 2010: Punk Rock von Simon Stephens am Jungen Theater Basel
- 2011: Ödipus und seine Kinder nach Sophokles, Aischylos und Euripides am Schauspielhaus Zürich (Schiffbau/Halle)
- 2011: Alpsegen von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel an den Münchner Kammerspielen
- 2011: Three Kingdoms von Simon Stephens an den Münchner Kammerspielen
- 2012: Volpone von Ben Jonson am Schauspielhaus Bochum
- 2012: Orpheus steigt herab von Tennessee Williams an den Münchner Kammerspielen
- 2012: Wie es euch gefällt von William Shakespeare am Schauspielhaus Zürich (Pfauen)
Weblinks [Bearbeiten]
- Die Zeit: „Zwischen den Lagern. Der Regisseur Sebastian Nübling macht traditionelles Theater – und attackiert es gekonnt“ vom 12. Februar 2004)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c Nübling, Sebastian im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. November 2012.
- ↑ a b Jürgen Berger: Sebastian Nübling. Goethe-Institut, abgerufen am 3. November 2012.
- ↑ Irene Bazinger: Lauter alte Rechnungen. „John Gabriel Borkman“ aus Basel beendet das Theatertreffen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 115, 21. Mai 2002, S. BS1.
- ↑ Chronik des Berliner Theatertreffens 2000–2006
- ↑ 3sat-Preis
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nübling, Sebastian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 19. Juli 1960 |
| GEBURTSORT | Lörrach |