Hans Henny Jahnn

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Hans Henny Jahnn (ganz links) bei der Gründung der Deutschland-Abteilung des PEN-Clubs, 1948

Hans Henny Jahnn eigtl. Hans Henry Jahn (* 17. Dezember 1894 in Stellingen (heute Hamburg); † 29. November 1959 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller, politischer Publizist, Orgelreformer und Musikverleger, der zu Lebzeiten und darüber hinaus, vor allem wegen seiner literarischen drastisch grenzüberschreitenden Darstellungen von Sexualität und Gewalt, stark umstritten war. Mit seinem literarischen Werk zählt er laut der Sozialgeschichte der deutschen Literatur (1981) zu den „großen produktiven Außenseitern des [zwanzigsten] Jahrhunderts“.[1] Er verstand sich als „Antimilitarist“, wandte sich gegen jede „Doktrin“, einschließlich „Rassenhass und Todesstrafe“ und lehnte Gewalt, auch die gegen Tiere, ab.[2]

Leben[Bearbeiten]

Gedenktafel am Standort von Hans Henny Jahnns Geburtshaus in der Högenstraße, Hamburg-Stellingen

Hans Henny Jahnn − Sohn eines Schiffbauers − besuchte ab 1904 die Realschule in St. Pauli. Dort lernte er den späteren Musikschriftsteller Gottlieb Harms (1893–1931) kennen. Ab 1911 ging er in die Oberrealschule Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg-Eimsbüttel und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Orgelbauer.[3] Jahnn emigrierte 1915 zusammen mit Harms nach Norwegen, um dem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg zu entgehen. Ende 1918 kehrte er zunächst nach Hamburg zurück, zog wenig später für kurze Zeit aufs Land bei Eckel. Hier lebte er mit Gottlieb Harms und Franz Buse (1900–1971, damals Bildhauer) zusammen. Auch seine spätere Ehefrau Ellinor Philips (1893–1970) wohnte dort.

Obwohl sich Jahnn öffentlich nie dazu bekannte - Homosexualität war gesetzlich verboten -, heißt es überwiegend in der Literatur, dass er von Jugend an homosexuelle Beziehungen unterhielt,[4] unter anderem zu Harms, der als seine große Liebe gilt.[5] Eine Freundschaft verband ihn später mit dem sehr viel jüngeren Hubert Fichte.

1919 gründeten Jahnn, Harms und Buse gemeinsam die Künstlergemeinschaft Ugrino. Sie entstand – wie viele ähnliche Gruppen in der Weimarer Republik – aus dem Bedürfnis nach neuer Sinnstiftung und als Alternative der von vielen als enttäuschend empfundenen Situation nach dem Ersten Weltkrieg. Die Gemeinschaft Ugrino wollte Kunstwerke aller Art erhalten und neue schaffen. Insbesondere sollten auf einem eigenen Grundstück, das teilweise gekauft wurde, Sakralbauten errichtet werden (Architekt: Jahnn). Letztlich blieben aber die meisten Pläne der Gemeinschaft Ugrino unausgeführt. Erfolgreich war die Gründung des Ugrino-Verlags (1921) zusammen mit Gottlieb Harms, in dem Werke barocker und vorbarocker Komponisten erschienen, die von der Fachwelt anerkannt werden. Den Verlag unterhielt er bis zu seinem Tod.

Gleichfalls im Jahr 1919 veröffentlichte Jahnn das Drama Pastor Ephraim Magnus, für das er 1920 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde (Uraufführung 1923). 1925 entstand seine Tragödie Medea, die 1926 erstmals inszeniert wurde und bis in die Gegenwart aufgeführt wird. Weitere Dramen folgten. Manche Presseorgane lehnten Jahnns Stücke ab, stellten sie doch oft extreme Gefühlslagen und Handlungen dar (Inzest, Homosexualität, Verstümmelung, Sodomie …). Die Dramen wurden teils heftig kritisiert, teils aber auch beispielsweise von Thomas Mann sehr gelobt.

1926 heirateten Hans Henny Jahnn und Ellinor Philips. Ihre Tochter Signe Jahnn wurde 1929 geboren.[6] Die Eheschließeng zwischen Ellinor Jahnns Schwester Sibylle Philips und Jahnns Freund Gottlieb Harms fand 1928 statt.

Jahnns wohl bekanntester expressionistischer Roman Perrudja (Bd. 1) erschien 1929 nachdem er die erste formal eher konventionelle Fassung nach Lektüre von James Joyce' Ulysses überarbeitet hatte. Dieses Werk wurde beispielsweise von Alfred Döblin und Heinrich Mann positiv beurteilt, ebenso medial vehement abgelehnt. Fragmente des zweiten Bandes wurden aus dem Nachlass veröffentlicht.

Obwohl Jahnn seit Beginn der 1930er Jahre vor der NSDAP gewarnt hatte und der Radikaldemokratischen Partei (RDP), einer Abspaltung der DDP, beigetreten war,[7] wollte er doch nicht endgültig emigrieren und den Kontakt mit Deutschland nicht verlieren. Er war überzeugt, dass er als Schriftsteller nur in Deutschland seinen Lebensunterhalt sichern konnte. Darum blieb er z.B. Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Die Nationalsozialisten standen ihm feindlich gegenüber (aufgrund seiner Stücke wurde er in der Presse u.a. als „Kommunist und Pornograph“ bezeichnet) und durchsuchten mehrfach seine Wohnung in Hamburg. Darum verließ Jahnn kurz nach der Machtübergabe im Frühjahr 1933 Deutschland und hielt sich während der nationalsozialistischen Diktatur meist im Ausland auf, kehrte aber immer wieder für kurze Zeit nach Deutschland zurück. Seit 1934 wohnte er auf Bornholm in Dänemark, wo seine Schwägerin Sibylle, genannt Monna Harms, auf Jahnns Rat einen Bauernhof erworben hatte, den er bis 1950 bewirtschaftete.

Auf Bornholm verfasste er den größten Teil seines Hauptwerkes Fluß ohne Ufer, einer Romantrilogie von über 2000 Seiten: Band 1 Das Holzschiff (Erstveröffentlichung 1949), Band 2 Die Niederschrift des Gustav Anias Horn nachdem er 49 Jahre alt geworden war (erschienen 1949/50) und der nicht abgeschlossene Epilog, der 1961 aus dem Nachlass erschien.[8]

Die erste Fassung von Armut, Reichtum, Mensch und Tier entstand bereits 1933 in der Schweiz, er überarbeitete das Drama 1935–1945 in Dänemark; erst nach dem Krieg konnte es 1948 im Theater aufgeführt werden. Noch auf Bornholm begann er seine Tragödie Thomas Chatterton zu schreiben, 1954 wurden Auszüge veröffentlicht, 1955 erschien das Werk als Buchausgabe, 1956 fand die Uraufführung statt.

Zu seinen Dramen Spur des dunklen Engels (1952) und Neuer Lübecker Totentanz(1931),[9] Erstaufführung im Theater 1954, schrieb sein Patensohn Yngve Jan Trede die Musik.

1950 kehrte Jahnn zurück nach Hamburg und bewohnte bis zu seinem Tod das Kavaliershaus im Hirschpark, in dem sich heute ein Gasthaus befindet[10]. Er setzte sich vor allem gegen die Entwicklung von Kernwaffen, die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und gegen Tierversuche ein.[11] Jahnn war Mitbegründer und erster Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg. 1956 reiste er nach Moskau.

Am 29. November 1959 erlag er im Blankeneser Krankenhaus Tabea einem Herzleiden. Die Grabrede hielt sein Freund Erich Nossack.[12]

Grabstätte von Hans Henny Jahnn und Ellinor Jahnn

Sein Grab befindet sich auf dem Nienstedtener Friedhof. Die Grabanlage hat Jahnn gemäß den Vorgaben der Ugrino-Satzung entworfen. Auch seinen wachsversiegelten, mit Metall ausgekleideten Sarg aus überdickem Holz hatte er sich zu Lebzeiten nach der Ugrino-Satzung konstruieren lassen. Aufgrund des großen Gewichtes des Sarges mussten die Träger bei der Beerdigung den Sarg auf dem Weg zum Grab alle drei Schritte absetzen.[13]

Sein letzter, wiederum unvollendeter Roman Jeden ereilt es erschien erst postum 1968, die Erzählung Die Nacht aus Blei, ein Auszug daraus, wurde bereits 1956 veröffentlicht.

Der Nachlass von Hans Henny Jahnn, der auch unveröffentlichte Briefe umfasst, befindet sich in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek.[14]

Der Schriftsteller Werner Helwig schrieb 1963-1965 romanhafte Erinnerungen an seinen Freund Jahnn in Die Parabel vom gestörten Kristall.

Jahnns literarisches Werk wurde bisher noch nicht umfassend rezipiert, entzieht sich gängigen Klassifizierungen[15] und war lebenslang heftig umstritten, hochgelobt oder kritisch beleucht. Als politischer Publizist und Pazifist kämpfte er in den frühen fünfziger Jahren gegen die Atombombe, die Remilitarisierung Deutschlands, aber auch gegen Tierversuche und die Zerstörung der Umwelt. Er lehnte ebenso die zivile Nutzung der Kernenergie ab, weil er die Lagerung des atomaren Mülls schon damals für unverantwortlich hielt.

Literarisches Werk[Bearbeiten]

Jahnn bezeichnete den Menschen als „Schöpfungsfehler“. In seinen Romanen, Aufsätzen und Reden beschrieb er das Ausmaß an Grausamkeit und Destruktivität, dessen der Mensch fähig sei. Rettung suchte er in der Natur, deren „Schönheit und Harmonie“ er in Landschaftsschilderungen (etwa in seiner Romantrilogie Fluß ohne Ufer) ausdrückte, gleichzeitig zeichnete er die Grausamkeit der Natur nach. Versöhnung könne allein die Kunst bewirken, insbesondere die Musik. Diese Auffassung sei der Antrieb seines Schreibens.

Bestimmend „für das ganze Jahnnsche Werk [ist der] zentrale Gedanke einer antichristlichen Schöpfungsmythologie“, die vom altbabylonischen Gilgamesch-Epos beeinflusst und „ontogenetisch als präödipal anzusehen ist“, heißt es in der Sozialgeschichte der deutschen Literatur (1981). Eine „strikt antizivilisatorische Position“ manifestiere sich darin mittels folgender Motivkomplexe: anarchische, naturreligiöse Mythen (versus christliche Tradition), altägyptische Totenmythologeme (versus deutsche Tradition des Hellenismus), „elementarische Fesselung des Menschen an seine Fleischlichkeit, in der Trieb, Sakralität und Barbarei verschmolzen werden“ (versus humanistisches Menschenbild), archaisch-zeitlose Landschaften, in denen Mensch, Tier und Natur in ungeschiedener Einheit leben (versus auf bürgerlicher Aufklärung beruhende, fortschrittsorientierte Zivilisation).[1] Jahnns „erotischer Radikalismus“[16] zeigt sich im rekurrenten Motiv der Sodomie und in dem „in nahezu allen Werken gebrochenen Inzesttabu“, in den Sadismen sowie in den „vielfältig homosexuellen Beziehungen und Motiven“.[17]

Sprachlich gelinge Jahnn erstmals in dem Perrudja-Fragment „die epische Integration seiner widersprüchlichen ideologischen Orientierungen, wie er auch Anschluß gewinnt an wichtige Neuerungen des modernen Romans“: „sichere Handhabe des inneren Monologs, der Symbol- und Motivtechnik“, Einbeziehung des neu entdeckten Unbewussten.[18]

Ulrich Greiner beschreibt 1994 in der ZEIT zum 100. Geburtstag des Autors unter der ironisch gemeinten Überschrift Die sieben Todsünden des Hans Henny Jahnn[19] Strukturmerkmale seines literarischen Werkes:

Es beruhe auf einer „Reduktion des Menschen“ auf das Biologische. Jahnn sehe den Menschen als Teil der Natur, der nicht über das Tier erhaben sei, vielmehr wie dieses Schmerz empfinde. Für Jahnn sei das Leben ein „universaler und permanenter Schmerz“, den Tiere ohnmächtig erduldeten, „während der Mensch planvoll und umsichtig Schmerz zufügt: sich selber und seinesgleichen, den Tieren und der gesamten Natur. Schlachthof und Krieg sind die beiden Seiten eines unbegreiflichen Willens zur Lebensvernichtung.“ Für Greiner ist Jahnns Werk ein „Protest gegen das anthropozentrische Weltbild“.

Zweitens verweigere Jahnn jede Moral. Ein detailliert beschriebene grausame Tat ohne Motiv in Das Holzschiff (entstanden in der Zeit des Nationalsozialismus, veröffentlicht 1949)[20] werde nicht bewertet, Schuld sei „plötzlich“ und „eilt den frevelhaften Entschlüsen voraus“, zeige die Jahnnsche Figur Alfred Tutein. Jahnn legt Greiner zufolge die „Triebebene“ unterhalb des „sekundären Systems der Moral“ offen. Es gebe „Schuld“, doch wie Jahnn es ausdrücke und Greiner zitiert sei der Mensch nur der undurchsichtige «Schauplatz der Ereignisse». Jahnn versuche, „diese Dunkelheit zu durchdringen, das Nichtverstehbare zu verstehen.“

Greiner konstatiert zudem Jahnns „Verweigerung der Sublimation“. Trieb, Gier, und Aggression seien unmittelbar, menschliche Konflikte, aber auch Erkenntnisse immer mit „Verletzung“ verbunden. Alles werde mit „medizinischer Genauigkeit“ dargestellt. So bedeute die Wunde, das Loch im Leib, die Öffnung des Individuums (des Mannes) für die Welt, etwa in dem späten Prosastück Die Nacht aus Blei. Auch jeder (insbesondere christlichen) Metaphysik hinsichtlich Leben und Tod verweigere sich Jahnn.

Jahnns „Allmachtsvisionen“ stehen dazu, so Greiner, „im Widerspruch.“ Der Protagonist Perrudja im gleichnamigen Roman habe zunächst die „Weltherrschaft zur Rettung der Menschheit“, sogar mit Krieg und Zuchtauslese geplant, „sich dann aber, seine Hybris erkennend, nach innen gewandt“. In seinem Hauptwerk Fluss ohne Ufer entwickle Jahnn eine andere „Erlösungsphantasie“: Eine Symphonie der Romanfigur Gustav Horn mit dem Titel «Das Unausweichliche», solle die „Schöpfungstragik“, musikalisch ausdrücken. Der Ursprung liege wieder in der Natur. Auf Birkenrinden sehe Horn Spuren einer „Hieroglyphenschrift“, die Jahnn in Noten übertragen, ausführlich in den Roman aufnahm.

Greiner schreibt danach vom „Exzess der Aporie“ bei Jahnn. Horn werde ermordet, die Erlösung vereitelt, ohne Trost von Gott, der Aufklärung oder der Hoffnung auf Fortschritt. Die Ausweglosigkeit sei „nicht auflösbar, der Roman nicht abschließbar, die Kunstanstrengung ein Scheitern.“

Ein wichtiger Punkt ist für Greiner bei Jahnn die „Aufhebung literarischer Gesetze“. Der 1935 bis 1947 entstandene Roman Fluss ohne Ufer folge nicht literarischen, sondern musikalischen Gesetzen. Er sei wie eine Symphonie komponiert. Greiner sieht den ersten Teil der Trilogie Das Holzschiff als fieberhaft überreizte „Ouvertüre“ mit hohem Tempo, in welcher Themen und Motive anklängen, die der Autor im zweiten Teil, der der Niederschrift, aufgreife und plastisch verdeutliche, auch durch lange beeindruckende Naturschilderungen, einschließlich des Menschen. Es gehe Jahnn um ein Largo larghissimo, in dem die Motive bis zur Unhörbarkeit verklängen. „Narrative Wahrscheinlichkeit und psychologische Plausibilität interessieren Jahnn nicht.“

Als siebte „Todsünde“ Jahnns nennt Greiner die „Erschöpfung der Sprache“. Jahnns Sprache bleibe „hinter dem Erkenntnisanspruch derart zurück, daß die Unerreichbarkeit, die Unbegreiflichkeit des Angezielten bewußt wird.“[21]

Orgelbau und Harmonik[Bearbeiten]

Schon als Jugendlicher befasste sich Jahnn mit dem Orgelbau. Er setzte sich für die Restaurierung norddeutscher Barockorgeln ein (z. B. der Arp-Schnitger-Orgeln der Hauptkirche Sankt Jacobi (Hamburg) und der Ludgerikirche (Norden)) und forderte eine Neuorientierung des Orgelbaus unter Berücksichtigung harmonikaler Gesetzmäßigkeiten, wie sie bereits Schnitger beschrieben habe. Obwohl etwa Albert Schweitzer, mit dem Hans Henny Jahnn korrespondierte, ähnliche Forderungen stellte, fand Jahnn nur mühsam Resonanz, denn die Harmonikalen Gesetzmäßigkeiten stießen vielfach auf Ablehnung; auch sein Ruf als Autor umstrittener Theaterstücke machte es ihm zeitweise schwer, Auftraggeber zu finden. Dennoch wirkte er bei annähernd einhundert Orgelprojekten als Berater, Planer und Konstrukteur mit: Über eintausend Mensurenblätter (Kurvenmensuren) und Zeichnungen im Nachlass zeugen davon.

Die von Karl Kemper 1931 gebaute, von Orgelbaumeister G. Christian Lobback 1991 restaurierte Hans-Henny-Jahnn-Orgel der Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg (der ehemaligen Lichtwarkschule) erklingt heute regelmäßig in Konzerten. Die meisten Jahnn-Orgeln allerdings befinden sich nicht mehr in spielfähigem Zustand. Die ebenfalls 1931 entstandene Orgel der Ansgarkirche zu Hamburg-Langenhorn, von der Firma P. Furtwängler & Hammer nicht getreu den jahnnschen Plänen gebaut, wurde 2008 restauriert und am 20. September desselben Jahres eingeweiht.

Zu Jahnns Auseinandersetzung mit Orgel und Orgelbau trat die bereits erwähnte Beschäftigung mit dem harmonikalen Weltbild. Dem deutschen Privatgelehrten Hans Kayser, dem Begründer der harmonikalen Grundlagenforschung im 20. Jahrhundert, verdankte der Orgelbauer und Orgelreformer Jahnn entscheidende Anregungen – aber auch der Schriftsteller: Perrudja und Fluss ohne Ufer zeigen Kaysers Einfluss.[22]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • Werke und Tagebücher in sieben Bänden. Mit einer Einleitung von Hans Mayer. Hrsg. von Th. Freeman und Th. Scheuffelen. Hamburg 1974
  • Werke in Einzelbänden (Hamburger Ausgabe). Hrsg. von Uwe Schweikert. Hamburg 1985 ff.

Prosa[Bearbeiten]

  • Perrudja, Roman, 1. Teil 1929, 2. Teil unvollendet
  • Fluß ohne Ufer, Romantrilogie
    • Das Holzschiff, 1949, überarbeitete Fassung 1959
    • Die Niederschrift des Gustav Anias Horn nachdem er 49 Jahre alt geworden war, 1949/50
    • Epilog, aus dem Nachlass veröffentlicht 1961
  • Die Nacht aus Blei, Erzählung, 1956
  • Ugrino und Ingrabanien, Romanfragment, aus dem Nachlass veröffentlicht, 1968
  • Jeden ereilt es, Roman. Fragment aus dem Nachlass, 1968

Dramen[Bearbeiten]

Auswahlbände[Bearbeiten]

  • Dreizehn nicht geheure Geschichten, Erzählungen, Hamburg 1954
  • Eine Auswahl aus dem Werk. Mit einer Einleitung von W. Muschg. Freiburg i. Br. 1959
  • Das Hans Henny Jahnn Lesebuch. Hrsg. von U. Schweikert. Hamburg 1984

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Beiträge zur Kulturzeitschrift Der Kreis
  • Der Uhrenmacher. Dem Andenken meines Urgroßvaters Matthias Jahnn (aus Niederschrift), in: Westfalen-Spiegel, Ardey Verlag GmbH, Dortmund, April 1953 (2. Jg., Ausgabe B) Seite 11-1
  • Das Recht der Tiere. Weihnachtsappell 1956.
  • Werner Helwig & Hans Henny Jahnn: Briefe um ein Werk. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt 1959

Literatur[Bearbeiten]

Würdigung, Begegnung, Erinnerung[Bearbeiten]

Ausstellungen, Tagungen[Bearbeiten]

  • Zeitgenosse Hans Henny Jahnn: Ist der Mensch zu retten? Hamburger Literaturtage 1984, Dokumentation der Hamburger Hans-Henny-Jahnn-Wochen, veranstaltet von der Freien Akademie der Künste in Hamburg mit Unterstützung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg anlässlich des 90. Geburtstages und 25-jährigen Todestages Hans Henny Jahnns (1985). 102 Seiten, ca. 80 Abb. ISBN 3-937038-19-1 (10), ISBN 978-3-937038-19-3 (13)
  • Jochen Hengst, Heinrich Lewinski: Hans Henny Jahnn. Ugrino. Die Geschichte einer Künstler- und Glaubensgemeinschaft. Mit einer Biografie von Arne Drews. Revonnah Verlag, Hannover 1991. ISBN 978-3-927715-08-0. llustrierter Katalog zur Ausstellung “Hans Henny Jahnn / Ugrino. Eine Künstler- und Glaubensgemeinschaft der zwanziger Jahre” in der Landesbibliothek Hannover vom 27. September bis 9. November 1991.

Biographien, Übersichten[Bearbeiten]

Einzelthemen[Bearbeiten]

  • Thomas P. Freeman: The Case of Hans Henny Jahnn. Criticism and the Literary Outsider. Camden House, Rochester N.Y. Boydell & Brewer, Suffolk, UK, 2001. ISBN 1-57113-206-6
  • Toni Bernhart: „Adfection derer Cörper“. Empirische Studie zu den Farben in der Prosa von Hans Henny Jahnn. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2003. ISBN 3-8244-4547-6
  • Nanna Hucke: „Die Ordnung der Unterwelt“. Zum Verhältnis von Autor, Text und Leser am Beispiel von Hans Henny Jahnns „Fluß ohne Ufer“ und den Interpretationen seiner Deuter. Münster 2009. ISBN 978-3-86582-943-6, sowie open access, online Volltext in der Bibliothek der Uni Konstanz
  • Diethelm Zuckmantel: Tradition und Utopie. Zum Verständnis der musikalischen Phantasien in Hans Henny Jahnns Fluß ohne Ufer. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3-631-53007-2
  • Michael Walitschke: Hans Henny Jahnns Neuer Lübecker Totentanz. Stuttgart 1994
  • Adolf Meuer: Jahnns hinterlassenes Schauspiel „Der staubige Regenbogen“. Piscator inszenierte die Uraufführung in Frankfurt in: Kultur und Gesellschaft. Mitteilungs- u. Ausspracheblatt für Mitglieder und Freunde des Demokratischen Kulturbundes Deutschlands, Frankfurt a. M. 1961 (Nr. 5), Seite 13
  • Theater der Freien Hansestadt Bremen (Hrsg.): HHJ.: DIe Krönung Richards III. Bremen, Spielzeit 1978/79 (Premiere 9. Dezember 1978). Ein inhaltsschweres Programmheft mit vielen Archivalien, insbes. aus der Staatsbibliothek Hamburg, vorrangig aus der Entstehungszeit. 127 S. ohne ISBN

Orgelbau, -reform und Harmonik[Bearbeiten]

  • Rüdiger Wagner: Der Orgelreformer HHJ Hg. Hans Heinrich Eggebrecht, Musikwissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 1970
  • Rüdiger Wagner: Hans Henny Jahnn. Der Revolutionär der Umkehr, Orgel, Dichtung, Mythos, Harmonik. Hg. Hans Heinrich Eggebrecht. Murrhardt 1989
  • G. Christian Lobback: Der Orgelbauer HHJ und das harmonikale Gesetz in: Uwe Schweikert (Hrsg.): „Orgelbauer bin ich auch“. Hans Henny Jahnn und die Musik. Igel, Paderborn 1994. ISBN 3-927104-89-2 (S. 11–18)
  • G. Christian Lobback: HHJ und sein Bild von der Orgel. Zs. Musik und Kirche 6/1994, S. 323–328, Bärenreiter-Verlag
  • Thomas Lipski: Hans Henny Jahnns Einfluß auf den Orgelbau. Phil.-Diss. Münster 1995, Hildesheim 1997. ISBN 3-487-10321-4
  • Lotti Sandt: Hans Henny Jahnn. Zur Literatur, Harmonik und Weltanschauung des Schriftstellers und Orgelbauers. Verlag: Kreis der Freunde um Hans Kayser Bern/Walter Ammann, Bern 1997. ISBN 3-906643-16-6
  • G. Christian Lobback: Klangpolarität und Klanggewichtung der Orgel bei Hans Henny Jahnn. Vortrag am 2. Juni 2004 (Arbeitstagung der Vereinigung der Orgelsachverständigen in Deutschland, Elsa- Brändström-Haus, Hamburg Blankenese)
  • Jan Bürger: Planetenklänge. Der Komponist Dietrich Buxtehude im Weltbild des Schriftstellers Hans Henny Jahnn. In: Neue Zürcher Zeitung vom 5. Januar 2008, Int. Ausg. S. 32 (auch zu Jahnn als Orgelrestaurator in Hamburg)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans Henny Jahnn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sozialgeschichte der deutschen Literatur, 1981, S. 341
  2. Eintrag Hans Henny Jahnn. In: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv, abrufbar kostenlos über Mitgliedschaften in Bibliotheken, auch Stadtbüchereien. Artikel erstellt: 1960, Literaturangaben: 2003 ergänzt, hier: Paraphrase eigener Aussage Jahnns
  3. Eintrag Hans Henny Jahnn. In: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv, abrufbar kostenlos über Mitgliedschaften in Bibliotheken, auch Stadtbüchereien. Artikel erstellt: 1960, Literaturangaben: 2003 ergänzt
  4. Michael Rutschky: Rezension zu (Jan Bürger) Der gestrandete Wal. Das maßlose Leben des Hans Henny Jahnn. Aufbauverlag, 2003 Sendung: Büchermarkt. Deutschlandfunk, 13. April 2003
  5. Jahnn wählte seine Grabstätte neben der seines Freundes.
  6. Lebensdaten. Arbeitskreis Hans-Henny-Jahnn, 2010
  7. zu Jahnns RDP-Mitgliedschaft, siehe: Stephan Reinhardt (Hrsg.): Die Schriftsteller und die Weimarer Republik. Ein Lesebuch. Berlin 1982, S. 202
  8. zu Inhalt und Form siehe: Roland Rall: Jahnn, Hans Henny: Fluß ohne Ufer. Munzinger Online/Kindlers Literatur Lexikon in 18 Bänden, 3., völlig neu bearbeitete Auflage 2009. Aktualisiert mit Artikeln aus der Kindler-Redaktion; abrufbar kostenlos über Mitgliedschaften in Bibliotheken, auch Stadtbüchereien.
  9. gemeinsam mit Werner Helwig
  10. Hirschpark
  11. Ulrich Greiner: Die sieben Todsünden des Hans Henny Jahnn. Zum 100. Geburtstag am 17. Dezember 1994. Veröffentlicht in; Die Zeit vom 11. November 1994.
  12. Der Mensch Hans Henny Jahnn. Arbeitskreis Hans-Henny-Jahnn, 2010
  13. „Der Friedhofsführer – Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung“ von B. Leisner und N. Fischer, Abschnitt „Begräbnis mit Hindernissen – der Friedhof Nienstedten“
  14. Hans Henny Jahnn: „Dänemark ist ein toter Eierkuchen“. Heinrich Oehmsen: Ankündigung einer Lesung aus Jahnns unveröffentlichten Briefen. In: Hamburger Abendblatt online, 7. April 2013
  15. Reiner Niehoff: Jahnn, Hans Henny. Dramatisches Werk. Munzinger Online/Kindlers Literatur Lexikon in 18 Bänden, 3., völlig neu bearbeitete Auflage 2009. Aktualisiert mit Artikeln aus der Kindler-Redaktion; abrufbar kostenlos über Mitgliedschaften in Bibliotheken, auch Stadtbüchereien.
  16. Sozialgeschichte, S. 253
  17. Sozialgeschichte, S. 342
  18. Sozialgeschichte, S. 341
  19. Ulrich Greiner: Die sieben Todsünden des Hans Henny Jahnn. Zum 100. Geburtstag am 17. Dezember 1994. Die Zeit, 11. November 1994.
  20. Band I von Fluß ohne Ufer
  21. Ulrich Greiner: Die sieben Todsünden des Hans Henny Jahnn. Zum 100. Geburtstag am 17. Dezember 1994. Die Zeit, 11. November 1994.
  22. Nanna Hucke: Die Ordnung der Unterwelt. Zum Verhältnis von Autor, Text und Leser am Beispiel von Hans Henny Jahnns „Fluss ohne Ufer“ und den Interpretationen seiner Deuter, Münster 2009, ISBN 978-3-86582-943-6, auch online
  23. Eintrag Hans Henny Jahnn. In: Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv, abrufbar kostenlos über Mitgliedschaften in Bibliotheken, auch Stadtbüchereien. Artikel erstellt: 1960, Literaturangaben: 2003 ergänzt