Sierra Charriba

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Filmdaten
Deutscher Titel Sierra Charriba
Originaltitel Major Dundee
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Französisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 137 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sam Peckinpah
Drehbuch Sam Peckinpah
Oscar Saul
Harry Julian Fink
Produktion Jerry Bresler
Musik Daniele Amfitheatrof
Kamera Sam Leavitt
Schnitt William A. Lyon
Howard Kunin
Don Starling
Besetzung

Sierra Charriba ist ein US-amerikanischer Western des Regisseurs Sam Peckinpah aus dem Jahr 1965.

Handlung[Bearbeiten]

Major Dundee, ein Kavallerie-Offizier der Union im amerikanischen Bürgerkrieg, wird wegen Fehlverhaltens in ein Kriegsgefangenenlager nach New Mexico versetzt. Nachdem eine Armeekolonne und eine Rancherfamilie von Apachen unter der Führung von Häuptling Sierra Charriba massakriert worden ist, stellt Dundee eine eigene Truppe auf. Diese Truppe besteht aus Weißen und Schwarzen, gefangenen Südstaaten-Soldaten, Indianerscouts und Söldnern. Unter der Leitung von Captain Tyreen, einem ehemaligen Freund Dundees, der zu den Südstaaten übergelaufen ist, verfolgen sie Sierra Charriba nach Mexiko.

Dundees Truppe verwickelt die Indianer in einige Kämpfe. Dabei geraten sie zwischen die Fronten von Mexikanern und Franzosen, die Kaiser Maximilian in Mexiko an die Macht bringen wollen. Zu ihnen stößt eine mexikanische Ärztin, die mit den Rebellen sympathisiert. Zwischen Dundee und Tyreen kommt es zu Spannungen. Die ganze Expedition droht zu scheitern, als Dundee zur Flasche greift und sich wochenlangen Alkoholexzessen hingibt. Tyreen bringt Dundee zur Vernunft und gemeinsam können sie Sierra Charriba in einen Hinterhalt locken und ausschalten. Bei einem Kampf gegen die Franzosen stirbt Tyreen. Ein kleiner Rest der Truppe, angeführt von Dundee, kann sich zurück über den Rio Grande retten.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Peckinpah drehte mit diesem Film seinen dritten Spielfilm.
  • Der Film wurde durch Betreiben der Studiobosse umgeschnitten, um so das Scheitern Dundees zu verwässern, und kam mit einer Länge von 123 Minuten in die Kinos. Die Originalfassung war 152 Minuten lang. Filmrestauratoren gelang es bislang, 137 Minuten wiederherzustellen. Die restlichen 15 Minuten blieben bislang verschollen; dass sie wiederhergestellt werden können, gilt als unwahrscheinlich. Die wiederhergestellten 14 Minuten sind bisher nicht deutsch synchronisiert worden, dort wird dann der Originalton mit deutschen Untertiteln wiedergegeben.
  • Für die Rolle des Samuel Potts hatte Peckinpah Lee Marvin vorgesehen. Doch seine Gagenforderung war dem Studio zu hoch.
  • Der Film wurde in Mexiko gedreht.
  • Das Studio wollte Peckinpah während der Dreharbeiten feuern, doch Heston sprach sich, trotz Meinungsverschiedenheiten mit Peckinpah, für den Regisseur aus und verzichtete sogar auf seine Gage.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Der film-dienst über den Film: „Peckinpahs ungewöhnlicher Western, der die gängige Heldenglorifizierung unterläuft, charakterlich komplexe Verlierertypen in den Vordergrund stellt und deren fragwürdigen Gewaltfetischismus ungeschönt darstellt, wurde durch nachträgliche Eingriffe des Produzenten verstümmelt, entschärft und zu konventioneller Genreunterhaltung umgebogen.“[1]
  • Kay Pinno bescheinigt Peckinpah großen Mut und Fertigkeit bei der Inszenierung des Films, macht aber auch auf die schwache zweite Hälfte aufmerksam: „Nach einer kompakten ersten Hälfte stolpert der Film etwas unentschlossen zwischen verschiedenen Subplots hin und her und verliert sein eigentliches Ziel - die Verfolgung Charribas - aus den Augen. Hier schleicht sich dann auch sicherlich die größte Schwäche des Films ein. Senta Berger als feurige Mexikanerin (!!!) Teresa Santiago und Love-Interest von Dundee ist hier so fehl am Platz und dramaturgisch falsch eingesetzt wie eine Stripperin im Gottesdienst.“[2]
  • Voll des Lobes zeigt sich der Evangelische Filmbeobachter: „Eine weitgehendst historisch echte Wiedergabe der Zeit und der Menschen in ihren Kämpfen, Leiden und Freuden. Durch die dramaturgische klare Zeichnung der verschiedenen Typen sind ihre Motive und Handlungen leicht faßlich. Spannende Unterhaltung für jung und alt.“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sierra Charriba im Lexikon des Internationalen Films
  2. http://www.dvdrome.com/start.php?reviews=499
  3. Kritik Nr. 147/1965, S. 287