Horst Sachtleben
Horst Sachtleben (* 24. September 1930 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher.
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Leben [Bearbeiten]
Nach dem Abitur studierte Sachtleben zunächst Theaterwissenschaften in Berlin und nahm parallel Schauspielunterricht. Es folgten Engagements an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen – z. B. in Berlin, am Schauspielhaus Zürich (1957–1961), Bonn und seit 1961 für viele Jahre am Bayerischen Staatsschauspiel in München, wo er auch oft Regie führte. Außerdem gastierte er mit Tourneetheatern in vielen weiteren Städten. 1967 wurde Sachtleben für seine Verdienste um die Bühne der Bayerische Staatspreis verliehen.
1962 gab er in dem Drama Nachruf auf Jürgen Trahnke sein Fernsehdebüt. Es folgten zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen, u. a. im Mehrteiler Der schwarze Bumerang nach dem gleichnamigen Roman von Rüdiger Bahr, als Andreas Karlstadt in Rainer Wolffhardts Martin Luther-Produktion, in Helmut Dietls Satire Kir Royal, in Bernhard Wickis Drama Das Spinnennetz, als Lehrer in der RTL-Serie Unsere Schule ist die Beste, in Caroline Links international erfolgreichem Drama Jenseits der Stille, in der Verfilmung von Victor Klemperers Tagebüchern (Klemperer – Ein Leben in Deutschland) und seit 2002 in einer wiederkehrenden Rolle als Bischof Rossbauer in der Fernsehserie Um Himmels Willen. Daneben gab er Gastauftritte in vielen Fernsehserien und -reihen wie Der Kommissar, Der Alte, Tatort, Meister Eder und sein Pumuckl und Ein Fall für zwei.
Darüber hinaus arbeitete Sachtleben lange Zeit als Hörspielregisseur beim BR und seit 1963 in der Synchronisation. Dabei lieh er seine markante Stimme u.a. Woody Allen (Casino Royale, Hume Cronyn (Das siebte Kreuz), Bill Daily (Bezaubernde Jeannie; in den späteren Folgen übernahm Tonio von der Meden den Part), Daniel Davis (als Butler Niles in der Sitcom Die Nanny), Peter Fonda (Lilith), Harvey Keitel (Der Liebe verfallen) und Terry-Thomas (Die total verrückte Büroparty). Nach Uwe Friedrichsen, Klaus Schwarzkopf, Hans Sievers und Claus Biederstaedt war er zudem die fünfte deutsche Synchronstimme von Lt. Columbo (Peter Falk). 2009 übernahm er die Synchronisation von Jim Broadbent als Horace Slughorn in Harry Potter und der Halbblutprinz.
Bei den Bad Hersfelder Festspielen trat er in der Saison 2010 als Freiherr von Attinghausen in Wilhelm Tell auf, wofür er mit dem großen Hersfeld-Preis ausgezeichnet wurde.[1]
Horst Sachtleben ist mit der Schauspielerin Pia Hänggi verheiratet.
Sachtleben wirkte auch in Hörspielen mit. So im populär gewordenen Hörspiel Dickie Dick Dickens von Rolf und Alexandra Becker. Er übernahm 1969 die Rolle des 2. Erzählers von Ernst Seiltgen.
Filmografie [Bearbeiten]
- 1962: Nachruf auf Jürgen Trahnke
- 1967: Die fünfte Kolonne (Fernsehserie – Ein Anruf aus der Zone)
- 1969: Der Kommissar (Fernsehserie – Keiner hörte den Schuß)
- 1970: Der Kommissar (Fernsehserie – In letzter Minute)
- 1972: Willi Tobler und der Untergang der 6. Flotte (mit Alfred Edel in der Titelrolle)
- 1974: Tatort: Zweikampf (Fernsehserie)
- 1982: Der schwarze Bumerang
- 1983: Martin Luther
- 1986: Kir Royal (Fernsehserie)
- 1988: Meister Eder und sein Pumuckl (Fernsehserie – Folge 45: Pumuckl will Schreiner werden)
- 1989: Das Spinnennetz
- 1990: Pfarrerin Lenau
- 1994: Unsere Schule ist die Beste
- 1996: Jenseits der Stille
- 1998: Der Rosenmörder
- 1998: Sylvia – Eine Klasse für sich
- 1999: Klemperer – Ein Leben in Deutschland
- 2000: Das Phantom
- 2000: Mein Bruder, der Idiot
- 2002–: Um Himmels Willen (Fernsehserie)
- 2002: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (Fernsehserie)
- 2003: Glücksstadt
- 2005: Vorletzter Abschied
- 2005: Der Clown
- 2006: Drei Schwestern made in Germany
- 2007: Post Mortem
- 2007: Wenn Liebe doch so einfach wär’
- 2008: Verbotene Liebe
- 2008: Wieder daheim
- 2008: Um Himmels Willen – Weihnachten in Kaltenthal (Fernsehfilm)
- 2009: Geldregen (Kurzfilm)
- 2009: Ein Sommer in Long Island
- 2010: Um Himmels Willen – Weihnachten unter Palmen (Fernsehfilm)
- 2011: Pfarrer Braun: Altes Geld, junges Blut
- 2011: Danni Lowinski (Fernsehserie – Folge 15: Opa im Heim)
- 2011: Leben lassen (Kurzfilm)
- 2011: Für immer daheim
- 2012: Transpapa
- 2012: Um Himmels Willen – Mission unmöglich (Fernsehfilm)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Horst Sachtleben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Horst Sachtleben in der Internet Movie Database (englisch)
- Horst Sachtleben in der Deutschen Synchronkartei
- Agenturpotrait von Horst Sachtleben auf der Seite der „Agentur Heppeler“ (PDF-Datei; 342 kB)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sachtleben, Horst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher |
| GEBURTSDATUM | 24. September 1930 |
| GEBURTSORT | Berlin |