The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz

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Filmdaten
Deutscher Titel The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz
Originaltitel The Wild Bunch
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (früher 18)
Stab
Regie Sam Peckinpah
Drehbuch Sam Peckinpah
Walon Green
Roy N. Sickner
Produktion Phil Feldman
Musik Jerry Fielding
Kamera Lucien Ballard
Schnitt Lou Lombardo
Besetzung

The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz ist ein Spätwestern von Sam Peckinpah aus dem Jahr 1969.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im Jahr 1914 während der mexikanischen Revolution. Der in die Jahre gekommene Outlaw Pike Bishop und seine Bande halten sich eher schlecht als recht mit Diebstählen über Wasser. Bei einem Überfall auf die Kasse einer Eisenbahngesellschaft geraten sie in einen Hinterhalt von skrupellosen Kopfgeldjägern, die von der Bahngesellschaft engagiert wurden, um Bishop zur Strecke zu bringen. Angeführt werden diese von Bishops ehemaligem Weggefährten Deke Thornton, der vor die Wahl gestellt wird, gegen Bishop zu kämpfen oder zurück ins Gefängnis zu wandern. Bei der wilden Schießerei werden auch Passanten, Frauen und Kinder getötet.

Bishops Bande kann entkommen, muss jedoch erkennen, dass es sich beim erbeuteten Diebesgut um wertlose Metallteile handelt. Auf der Flucht vor Thornton stoßen sie auf den brutalen mexikanischen General Mapache, der sie beauftragt, einen Zug mit modernen amerikanischen Waffen zu überfallen. Da sie dringend Geld benötigen, willigen sie ein. Der Coup gelingt, doch als Mapache herausfindet, dass ein mexikanisches Mitglied der Bishop-Bande einen Teil der Waffen unterschlagen hat, um sie mexikanischen Oppositionellen zukommen zu lassen, lässt Mapache ihn gefangen nehmen und foltern. Bishop und seine letzten Gefährten beschließen, ihn zu retten. Es kommt zu einem von Thorntons Männern aus der Ferne beobachteten finalen Showdown, in dem Bishop und seine verbliebenen drei Mitstreiter fast die ganze Garnison Mapaches umbringen, bevor sie selbst getötet werden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Sam Peckinpahs Western wird heute als Meisterwerk angesehen. Zur Zeit seiner Premiere wurde der Film jedoch stark kritisiert. Eines der Motive des Films, die Darstellung exzessiver Gewalt, sorgte für Unverständnis und Empörung in weiten Teilen des Publikums. Das kommentierte Sam Peckinpah seinerzeit mit den Worten: "Amerika verschließt seine Augen vor dem Hunger und der Gewalt; man muss diesem Amerika die Augen öffnen".

Schon eine Szene während des Vorspanns weist auf diese kritische Grundhaltung des Films hin: Kinder „spielen“ mit Skorpionen, die in einem abgegrenzten Bereich gefangen gehalten werden, mit Ameisen kämpfen müssen und von den Kindern immer wieder mit Stöcken zum Liegen gebracht werden. Damit haben die Skorpione keine Chance zu entkommen. Später wird Gras über den Bereich gelegt und angezündet. Skorpione und Ameisen verbrennen bei lebendigem Leib.

All dies tun die Kinder mit einem Grinsen in ihren Gesichtern; sie haben eine, nicht einmal böse, Freude am Töten. Schon bei der ersten Schießerei werden unschuldige Männer und Frauen absichtlich von den „Männern des Gesetzes“ getötet. Damit werden Ausmaß, Sinnlosigkeit und die Absurdität von Gewalt gezeigt. Das finale Massaker stand außerdem Pate für den stilistisch ähnlichen Showdown in John Woos A Better Tomorrow II.

Das Motiv der zwei alten Freunde (Bishop und Thornton), die aus schicksalhaften Gründen gezwungen werden, gegeneinander zu kämpfen, findet sich bereits in Peckinpahs erstem Spätwestern, Sacramento (1962), und – noch ausgeprägter – in Pat Garrett jagt Billy the Kid (1973).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

  • Time Out urteilt: „Der Film zählt zu den packendsten Klageliedern der Wildwest-Filmgeschichte.“
  • Joe Hembus merkt an, The Wild Bunch sei „Peckinpahs definitiver Film über die verlorenen Helden des späten Westens und über die Gewalttätigkeit Amerikas“. Diese Gewalttätigkeit werde „bewußt abgehandelt“ und „mittels seiner Technik reflektiert.“[1]
  • Für Phil Hardy zeigt der Film, „dass in Peckinpahs Welt Unschuld und Brutalität Seite an Seite leben“. The Wild Bunch habe geholfen, „das Ende des Westens als eines der Hauptthemen der Western der 1970er zu etablieren.“[2]
  • Ulrich Gregor sah "...ein düsteres, allerdings auch sehr spektakuläres und ästhetisiertes Bild von Gewalt und Rechtlosigkeit..." (Ulrich Gregor, Geschichte des Films ab 1960. Bertelsmann, München 1978, ISBN 3-570-00816-9, S. 471)
  • Lexikon des Internationalen Films: „Ein meisterhafter Western über die Verhältnisse am Rande der mexikanischen Revolution (1913). Extrem krass in den Gewaltszenen, doch mit überzeugender ästhetischer Kraft werden Korruption, Gewalt und Missbrauch von Gesetz und Macht geschildert. 1996 kam erstmals die ungekürzte Version dieses bedeutenden Westerns in die deutschen Kinos.“[3]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernd Kiefer: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz. In: B. Kiefer, N. Grob unter Mitarbeit von M. Stiglegger (Hrsg.): Filmgenres – Western. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 291–297.
  •   In: Steadycam. Nr. 38, Köln Juli 1999 (umfangreiches Dossier über den Film).
  •  Wolfgang von der Weppen: They play their string out to the end. The Wild Bunch von Sam Peckinpah. In: Andreas Baur, Konrad Bitterli (Hrsg.): Brave lonesome Cowboy. Nürnberg 2007, S. 61–130 (deutsch/englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894–1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S.606f
  2. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S.319
  3. http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?sucheNach=titel&wert=36285