Sika AG

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Sika AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0000587979
Gründung 1910
Sitz Baar, Schweiz
Leitung Jan Jenisch
(CEO)
Paul Johann Hälg
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 15'233 (2012)
Umsatz 4'829 Mio. CHF (2012)
Branche Chemische Industrie
Website www.sika.com
CEO Jan Jenisch

Sika ist ein Unternehmen der Spezialitätenchemie, führend in der Entwicklung und Produktion von Systemen und Produkten zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen für die Bau- und Fahrzeugindustrie. Sika ist weltweit präsent in 84 Ländern, produziert in über 160 Fabriken und erzielt mit über 16‘000 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von CHF 5.14 Milliarden.

Die Sika AG mit Hauptsitz in Baar, in der Schweiz, ist ein 1910 gegründetes, weltweit tätiges Unternehmen der Spezialitätenchemie. Hauptkunden sind die Bauwirtschaft und die Fertigungsindustrie (Automobilindustrie-, Wind- und Solarkraft-Industrie). 2012 war die Sika AG in 80 Ländern vertreten und verfügte über 124 Produktions- und Vertriebsstandorte.

Die Sika AG ist eine Holdinggesellschaft, die die Ländergesellschaften, Sika Technology (Forschung und Entwicklung) und Sika Services AG (unternehmensübergreifende Funktionen, die die Ländergesellschaften weltweit unterstützen) umfasst. Die Ländergesellschaften sind für die lokale Marktbearbeitung zuständig, z. B. Sika Schweiz AG, Sika Deutschland GmbH und Sika Österreich GmbH.

Umsatz[Bearbeiten]

Der Jahresumsatz betrug 2012 CHF 4'829 Millionen (+5.8%). Das Bruttoergebnis erhöhte sich auf CHF 2 519.3 Mio. (2011: CHF 2 304.6 Mio), was einer Bruttomarge von 52.2% entsprach. Der Reingewinn betrug CHF 281 Mio (+30.9%).[1]

Marktfelder[Bearbeiten]

Sika ist im Baubereich in folgenden Marktfeldern tätig:

Im Industriebereich ist die Sika als Zulieferer in folgenden Marktfeldern tätig:

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1910 von Kaspar Winkler gegründet.[2] Winkler erfand Produkte zum Schutz und zur Reinigung von Granit (Conservado, Purigo). Winkler entwickelte ein Produkt zur Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens von Mörtel und Beton, das gleichzeitig auch abdichtet.

1912 wurden die ersten Tochtergesellschaften in Deutschland gegründet. Ein Mangel an Führungskräften und ein ungenügendes Netzwerk erschwerte eine weitere Expansion. Nach Einstellung eines Direktors, der sich um die Expansion kümmerte, wurden 1926 bis 1928 Gesellschaften in England, Italien und Frankreich gegründet.

Im Jahre 1918 fanden erfolgreiche Tests der Schweizerischen Eisenbahnen (SBB) und von Sika zur Abdichtung und dem dadurch möglichen elektrischen Betrieb der Gotthardbahn statt. In der Folge wurden 67 Tunnel (59‘000 m² Gewölbe) aus einer Mischung von Portlandzement-Mörtel und Sika abgedichtet.

Winklers Schwiegersohn Fritz Schenker betrieb ab 1935 die weitere Expansion des Unternehmens. Die Sika war vor dem Zweiten Weltkrieg in Europa, Nord- und Südamerika und Asien vertreten. 1971 übernahm Romuald Burkard die Führung des Unternehmens. Die Krise der späten 1960er Jahre brachte Sika an den Rand des Konkurses.

1980 wurde der Einkomponenten-Polyurethan-Klebstoff „Sikaflex“ in der Automobilindustrie eingeführt. In den 1990er Jahren zog sich Sika aus dem Bau von Robotern zurück.

In Kaspar Winklers Geburtsort Thüringen in Vorarlberg wurde der Unternehmensgründer mit einem Festakt zum 100-jährigen Jubiläum geehrt und zu seinen Ehren eine Strassentafel enthüllt.

1990 kam es bei einem Industriefussboden-Produkt in Deutschland zu zahlreichen Reklamationen mit der Folge von Schadensfällen, Imageverlust der Sika und Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe.

2002 erfolgte die Umbenennung der „Sika Finanz AG“ in „Sika AG“. Die „Sika Technology AG“ wurde gebildet, um die Entwicklungs- und Forschungstätigkeit der Sika zusammenzufassen, für unternehmensübergreifende Funktionen wie Marketing, Produktion und Logistik wurde die „Sika Services AG“ gegründet. Die Sika Schweiz AG wurde damit zu einer Tochtergesellschaft, deren einzige Funktion die Bearbeitung des nationalen Marktes ist.

Im gleichen Jahr ereignete sich bei Sika Taiwan ein Betrugsfall. In der Folge führte Walter Grüebler (CEO zwischen 2000 und 2004) Mittel der Tochter an die Holding zurück.[3]

2012 wurde Paul Hälg, CEO der Dätwyler Gruppe, zum Verwaltungspräsidenten der Sika AG ernannt. Jan Jenisch, langjähriger Mitarbeiter und bisheriger Leiter des Asiengeschäfts der Sika, löste Ernst Bärtschi[4] als CEO ab.

Am 5. Dezember 2014 wurde erstmals der Geschäftsleitung bekannt, dass die Familienaktionäre, welche im Besitz der Stimmenmehrheit von 52,4 % sind, die Firma an den französischen Konzern Saint-Gobain verkauft haben. Der Übernahmepreis für den Kapitalanteil von 16,1 % der Familienaktionäre ist dabei weit höher als der entsprechende Marktwert der übrigen Aktien, da für die Übernahme der Kontrollmehrheit eine hohe Prämie bezahlt wird. Weil Sika AG eine sogenannte Opting-out-Klausel in den Statuten hat, muss den übrigen Aktionären keine Übernahmeofferte gemacht werden.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2012 der Sika AG
  2. Firmengeschichte der Sika AG
  3. Artikel in Taipei Times, erschienen am 12. August 2009
  4. Beitrag über Ernst Bärtschi (CEO von Sika AG bis 2011) auf SF Videoportal
  5. Sika will an Investorenpräsentation informieren, Finanz & Wirtschaft, 17. Dezember 2014