Holcim

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Holcim Ltd.
Logo der Holcim Ltd.
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012214059
Gründung 1912/2001 (Holding)
Sitz Rapperswil-Jona, Schweiz
Leitung Bernard Fontana (CEO)
Rolf Soiron[1] (VR-Präsident)
Mitarbeiter 78'103 (Dezember 2012)[2]
Umsatz 21,544 Mrd. CHF (2012)[2]
Branche Baustoffe
Website www.holcim.com
Holcim Werke in der Welt

Die Holcim Ltd. ist vor Lafarge der grösste Baustoffhersteller der Welt mit Hauptsitz in Rapperswil-Jona in der Schweiz.

Der Name leitet sich aus der früheren Unternehmensbezeichnung Holderbank (nach einem Ort) und vom französischen ciments für Zement ab.

Am 7. April 2014 tellten Holcim und Lafarge mit, einen "Zusammenschluss unter Gleichen durch Aktientausch" anzustreben. Der neue Synergien nutzende Konzern LafargeHolcim soll seinen Sitz in der Schweiz, fast 140.000 Mitarbeiter und über 30 Mrd. Euro Jahresumsatz haben.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Dorf Holderbank im Kanton Aargau in der Schweiz wurde das Unternehmen 1912 gegründet. Die Familie Schmidheiny besitzt seit Oktober 2011 mehr als 20 % der Aktien.[4] Bereits in den 1920er Jahren expandierte sie nach Europa und 1927 nach Ägypten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Beteiligungen im nord- und südamerikanischen Raum hinzu, ab den 1970er Jahren auch solche in Asien. Seit 1958 ist der Konzern börsennotiert. Anfang 2005 übernahm Holcim für insgesamt etwa 3,5 Milliarden Euro die britische Aggregate Industries und die indische ACC-Gruppe. 2005 begann eine strategische Allianz mit Cemento de El Salvador, die 2010 übernommen wurde.

Holcim war 2005, 2006 und 2007 Leader of Industry im Dow Jones Sustainability Index und hat sich verpflichtet, bis 2010 den konzernweiten Ausstoss von Kohlendioxid gegenüber 1990 um 20 Prozent zu senken. Für das Verhalten der neu zugekauften indischen Tochtergesellschaft wurde Holcim allerdings 2008 für den Public Eye Awards (siehe Public Eye on Davos) nominiert.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Heute ist Holcim auf allen Kontinenten in mehr als 70 Ländern tätig.

Deutsche Holcim-Werke befinden sich unter anderem in der Nähe von Hannover in Sehnde-Höver, dem Werk der ehemaligen Nordcement AG (später Alsen AG), in Lägerdorf nördlich von Hamburg, dem Werk der ehemaligen Alsen-Breitenburg GmbH, sowie seit 2004 im baden-württembergischen Dotternhausen, südwestlich von Balingen, dem Werk der früheren Rohrbach Zement GmbH & Co. KG. Auch die mittlerweile stillgelegte Zementfabrik in Hemmoor der früher börsennotierten Hemmoor Zement AG gehörte seit 1972 zur Holcim-Gruppe. Daneben unterhält bzw. unterhielt Holcim eine Reihe von Abbaubetrieben für von Bau- und Baustoffindustrie benötigte Rohstoffe, darunter die Schinkel Grube, die Kreidegrube Saturn und die Höver Grube. Im seit 2008[5] zur Gruppe gehörenden Kieswerk in Rheinzabern fällt als Nebenprodukt Gold aus Sekundärablagerungen des Rheins (Rheingold) an. Dieses Werk ist gleichzeitig der einzige offizielle Goldproduzent Deutschlands.[6]

In der Schweiz kontrolliert Holcim heute rund die Hälfte des Zementmarktes und hält bedeutende Anteile im Kies- und Betonmarkt. Das schweizweit älteste Werk des Konzerns in Brunnen wurde im Juni 2008 geschlossen, da zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Einhaltung der neuen Vorgaben der Luftreinhalteverordnung für die nicht mehr zeitgemässe Anlage hohe Investitionskosten angefallen wären.[7] Für die verbliebenen 44 Mitarbeiter wurde in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften Syna und Unia ein Sozialplan ausgearbeitet.[8]

Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Betriebsgewinn: 1,816 Milliarden CHF
  • Konzerngewinn: 1,026 Milliarden CHF
  • Produktionskapazität Zement: 217,5 Millionen t
  • Absatz Zuschlagstoffe: 159,7 Millionen t
  • Absatz Transportbeton: 46,9 Mio. m3

Stand: 31. Dezember 2012[2]

Stiftung[Bearbeiten]

Der Baustoffkonzern gründete 2003 die Holcim Foundation for Sustainable Construction. Die Stiftung veranstaltet einen globalen Architekturwettbewerb zum Thema nachhaltigen Bauens (Holcim Awards). Alle drei Jahre werden zunächst in den fünf Weltregionen jeweils drei Architekturprojekte prämiert. Beurteilungskriterien sind Nachhaltigkeit, ökologische und ästhetische Qualität, ethische Anforderungen und Wirtschaftlichkeit. Die 15 Gewinner nehmen anschliessend an der globalen Endausscheidung teil, die erstmals im April 2006 stattfand. Das Preisgeld ist für die Branche ungewöhnlich hoch, es beträgt pro Wettbewerbsrunde insgesamt 2 Millionen US-Dollar. Zu den Preisträgern gehören u.a. Christoph Ingenhoven, Diébédo Francis Kéré und realities:united.

Im Widerspruch dazu wurde der Konzern jedoch 2008 wegen des Konzernverhaltens in Indien für die Antiauszeichnung Public Eye on Davos nominiert. Dem Konzern wird vorgeworfen sich in Indien nicht an die Mindestlöhne zu halten sowie zweifelhafte Methoden beim Ankauf von Land anzuwenden. Zudem wird der Firma vorgeworfen zusammen mit anderen Firmen die Preise für Zement in die Höhe zu treiben.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holcim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internet-Auszug: CHE-100.136.893. Handelsregister des Kantons St. Gallen, 4. Juni 2012, abgerufen am 14. Januar 2014.
  2. a b c Holcim Ltd.: Jahresbericht 2012. Abgerufen am 21. Januar 2014 (PDF).
  3. http://orf.at/#/stories/2225173/ Zementriesen Holcim und Lafarge fusionieren ORF.at vom 7. April 2014
  4. Pflichtmitteilung
  5. Holcim Kies und Beton GmbH erwirbt neue Kieswerke und ein Trockensandwerk. Pressemitteilung Holcim-Süd. 1. April 2008, abgerufen am 23. August 2012.
  6. Christoph Seidler: Schatzsucher heben das Rheingold. Spiegel Online, 23. August 2012. abgerufen am gleichen Tage.
  7. Medienmitteilung der Holcim (Schweiz) AG, 16. Januar 2008
  8. Gemeinsame Medienmitteilung der Gewerkschaften Syna, Unia und der Holcim (Schweiz) AG, 15. Februar 2008.
  9. Public Eye Swiss Award (PDF-Datei; 104 kB)