Swiss Re

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Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft[1]
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012332372
Gründung 1863
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Michel Liès (CEO)
Walter Kielholz (VR-Präsident)
Mitarbeiter 11'574 (2013)[2]
Umsatz 28,80 Mrd. $[2] (Prämieneinnahmen 2013)
Branche Banken und Versicherungen
Produkte Sach-, Rück- und LebensversicherungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.swissre.com
Konzernzentrale am Mythenquai in Zürich
30 St Mary Axe, der von Sir Norman Foster entworfene Unternehmenssitz in der Londoner Innenstadt

Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft (kurz Schweizer Rück) mit Hauptsitz in Zürich, Schweiz, ist hinter der Munich Re eines der weltweit größten Rückversicherungsunternehmen.[3] Das Unternehmen firmiert im Ausland unter der Bezeichnung Swiss Reinsurance Company, tritt jedoch weltweit einheitlich unter dem Namen Swiss Re am Markt auf. Die Aktien der Swiss Re werden an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange gehandelt.

Das Unternehmen ist stark im Sachversicherungsgeschäft (Prämienvolumen: 14,5 Milliarden Dollar) und im Lebensversicherungsgeschäft (Prämienvolumen: 10,0 Milliarden Dollar) vertreten. Darüber hinaus steuern die Bereiche Corporate Solutions (2,9 Milliarden Dollar) und Admin Re (1,3 Milliarden Dollar) zum Umsatz bei. [4]

Die Swiss Re ist auch Gesellschafter der Kölner Extremus Versicherung, einem Spezialversicherer für Großschäden durch Terrorismus.

Das Eigenkapital beträgt aktuell 33,0 Milliarden Dollar. (Stand Dez. 2013)

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde Swiss Re im Jahr 1863 durch die Helvetia Versicherungen, die Schweizerische Kreditanstalt und die Basler Handelsbank. In New York wurde 1910 die erste Auslandsniederlassung eröffnet. 2001 entstand der Londoner Büroturm 30 St Mary Axe.

Im November 2005 erwarb Swiss Re für schätzungsweise 6,8 Milliarden US-Dollar die GE Insurance Solutions und somit den Grossteil des Versicherungsgeschäfts des US-amerikanischen Mischkonzerns General Electric. Mit dem Kauf wurde Swiss Re zum weltweit grössten Rückversicherer,[5] wurde aber beispielsweise im Jahr 2007 wieder knapp vom Konkurrenten Munich Re überholt.[6]

2007 erwirtschaftete Swiss Re ein Prämienvolumen von 31,7 Milliarden Schweizer Franken und erzielte einen Gewinn von 4,2 Milliarden Franken.

Aufgrund der weltweiten Finanzkrise erwartete Swiss Re für das Geschäftsjahr 2008 einen Nettoverlust von rund einer Milliarde Franken. Diese Verluste ergaben sich insbesondere aus der riskanten Absicherung von Kreditderivaten. Um die Kapitalbasis zu stärken, nahm Swiss Re von Berkshire Hathaway Kapital in der Höhe von drei Milliarden Franken auf. Zusätzlich zur fortlaufenden Risikoreduktion führte Swiss Re eine weitere Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Franken über genehmigtes Kapital durch.[7]

Tatsächlich betrug der Verlust aus dem Jahr 2008 864 Millionen Franken.[8] Daher kündigte der Vorstandsvorsitzende Jacque Aigrain Mitte Februar 2009 seinen Rücktritt an.

Sein Nachfolger Stefan Lippe kündigte im April 2009 erhebliche Kosteneinsparungen von ca. 400 Mio. Franken (ca. 265 Millionen Euro) bis Ende 2010 am. Dazu müssten auch 10 Prozent der ungefähr 11'560 Stellen innerhalb von 12 Monaten abgebaut werden,[9] was auch umgesetzt wurde.[10]

Bis zum Jahresabschluss 2009 wurden 205 Millionen Franken netto eingespart und ein Gewinn von 506 Millionen Franken erwirtschaftet.[8] Im Jahr 2010 waren es 863 Millionen, die jedoch durch das vorzeitige Aufkündigen der Wandelanleihe von Berkshire Hathaway im Herbst geschmälert worden waren.[11]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Borscheid, David Gugerli, Tobias Straumann: Swiss Re und die Welt der Risikomärkte: eine Geschichte. C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65583-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Swiss Re – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. a b Geschäftsbericht 2013
  3. tagesanzeiger.ch: Swiss Re plant offenbar Grosskauf. Archiviert vom Original am 23. Oktober 2008, abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. Annual Report 2013
  5. handelsblatt.com: Standardwert: Swiss Re wird durch GE-Zukauf größter Rückversicherer der Welt, 18. November 2005, Zugriff am 2. September 2011
  6. Herbert Fromme: Porträt: Nikolaus von Bomhard - Die Kunst des Sinkflugs, 28. September 2009, Zugriff am 2. September 2011
  7. tagesschau.sf.tv: Swiss-Re-Aktonäre stimmen Kapitalerhöhung zu, 13. März 2009, Zugriff am 2. September 2011
  8. a b handelsblatt.com: Versicherung: Swiss Re schreibt wieder schwarze Zahlen, 18. Februar 2010, Zugriff am 2. September 2011
  9. Financial Times Deutschland - Nach Milliardenverlust - Swiss Re kappt jede zehnte StelleVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter vom 2. April 2009
  10. handelszeitung.ch: Stefan Lippe: «Ergibt sich die richtige Gelegenheit, kaufen wir zu», 20. Januar 2010, Zugriff am 2. September 2011
  11. n-tv.de: Teurer Abschied von Buffett: Swiss Re macht weniger Gewinn, 17. Januar 2011, Zugriff am 2. September 2011