Thüringen (Vorarlberg)

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Thüringen
Wappen von Thüringen
Thüringen (Vorarlberg) (Österreich)
Thüringen (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 5,67 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 9° 46′ O47.2002777777789.7672222222222573Koordinaten: 47° 12′ 1″ N, 9° 46′ 2″ O
Höhe: 573 m ü. A.
Einwohner: 2.121 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 374 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6712
Vorwahl: 05550
Gemeindekennziffer: 8 01 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Walgaustraße 20
6712 Thüringen
Website: www.thueringen.at
Politik
Bürgermeister: Mag. Harald Witwer
Gemeindevertretung: (2010)
(21 Mitglieder)
9 ÖVP
2 SPÖ
3 Die Grünen
1 FPÖ
6 Liste Berno Witwer
Lage der Gemeinde Thüringen im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Thüringen (Vorarlberg) im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von der Villa Falkenhorst
Blick von der Villa Falkenhorst
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Die Gemeinde Thüringen mit 2121 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) liegt im Bezirk Bludenz, Vorarlberg (Österreich), am Ausgang des Großen Walsertals auf der nördlichen Talseite des Walgau. Sie gehört zu den Blumenegg-Gemeinden.

Geografie[Bearbeiten]

Thüringen liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf 573 Metern Höhe. 41,8 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Thüringen. Die Bezirkshauptstadt Bludenz liegt etwa 9 km südöstlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht Thüringen (1883)

Der Ort samt Pfarrkirche wurde urkundlich erstmals 842 als „Turingos cum ecclesia“ (zu deutsch „Thüringen mit einer Kirche“) erwähnt. Der heutige Bau der Kirche wurde zwischen 1712 und 1714 errichtet.

Unter den Montforter Grafen entstand im 13. Jahrhundert die Veste Blumenegg. 1405 wurde sie in einem Bauernaufstand zerstört. Nach ihrem Wiederaufbau fiel sie 1650 und 1774 Bränden zum Opfer. Nach dem letzten Brand wurde sie nicht mehr aufgebaut.

Mit dem Erwerb der Herrschaft Blumenegg, die ehemals Besitz des Klosters Weingarten war, durch die Habsburger im Jahre 1804, kam Thüringen zu Österreich.

Im Jahre 1837 gründete der Schotte John Douglass, der Großvater des Schriftstellers Norman Douglas, eine Textilfabrik und brachte damit wirtschaftlichen Aufschwung in den Ort. In den Jahren 1836 bis 1837 ließ er auf einer Anhöhe die Villa Falkenhorst erbauen.[1]

1849 wurde die Trennung der bis dahin vereinten Orte Thüringen und Bludesch in zwei selbständige Gemeinden vollzogen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde inklusive der Zweitwohnsitze 2.272 Einwohner. Der Ausländeranteil lag dabei bei 10,2 Prozent.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern. Nach den Gemeinderatswahlen 2010 setzt er sich folgend zusammen: Liste Thüringen (ÖVP-nahe Liste) 9 Sitze, SPÖ 2 Sitze, Die Grünen 3 Sitze, FPÖ 1 Sitz, Liste Berno Witwer 6 Sitze. Bürgermeister ist Harald Witwer.

Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 1.946.597 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 3.497.382 €. 2001 betrug der Schuldenstand 3.531.860 €.

Wappen[Bearbeiten]

Thüringen (Vorarlberg)
Hl. Stephan
Villa Falkenhorst
Montjola See
Montjola-Wasserfall

Das Wappen von Thüringen tauchte erstmals bei Georg Wegelin, dem Abt des Reichsstiftes Weingarten (1613 bis 1627) auf und lehnt sich an das Wappen der Reichsherrschaft Blumenegg an, deren ehemaliger Amtssitz der Ort war.

Der Gemeinde wurde 1929 von der Landesregierung ein Wappen verliehen, welches auf dem genannten basiert: Es besteht aus einem fünfmal von Silber und Blau geteilten Schild, in dem die drei blauen Streifen je vier stilisierte graue Wolken aufweisen.
Dieses Element scheint auch in den Wappen der anderen Blumenegg-Gemeinden Bludesch, Ludesch und Thüringerberg auf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Thüringen
  • Pfarrkirche zum hl. Stephan
  • Kirche zur hl. Anna
  • Villa Falkenhorst:
Die Villa Falkenhorst wurde 1836/37 vom Industriellen John Douglass erbaut. Die Villa orientiert sich architektonisch an der Form des einfachen englischen Landhauses – in Anlehnung an Villenbauten der italienischen Renaissance.
Im Jahre 1838 wurde das Anwesen von Lady Margarethe Jane Douglass gekauft und 1891 ging es an ihren Enkel John William Douglass über.
Der Textilfabrikant Rudolf Kastner erwarb 1909 die Fabrik und die Villa. 1985 wurden die Fabrikanlage und 1997 auch die Villa mit der umgebenden Parkanlage schließlich von der Gemeinde Thüringen erworben. Seither finden dort diverse kulturelle Veranstaltungen statt – unter anderem der „Blumenegger Sommer”.
  • Lindenplatz: Naturdenkmal
  • Montjola Wasserfall: Naturdenkmal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft ist geprägt durch metallverarbeitende Industrie (u. a. ein Hilti-Werk), Teppichweberei, Holzverarbeitung und etwas Sommertourismus.

Am Ort gab es im Jahr 2003 32 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 604 Beschäftigten und 60 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 911. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 42,3 Prozent.

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Volks-, Mittel- und Polytechnische Schule mit insgesamt 560 Schülern (Stand Januar 2003). An der Mittelschule Thüringen besteht die Möglichkeit des Besuchs einer Musikmittelschule mit erweitertem Musik- und Instrumentalunterricht. Pro Jahrgang werden zwei Klassen dieses Schultyps geführt. Zudem verfügt Thüringen über einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thüringen (Vorarlberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Villa Falkenhorst