Silly (Band)

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Silly
Silly (2007)
Silly (2007)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1978
Website http://www.silly.de/
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Thomas Fritzsching (bis 1994)
Bass
Matthias Schramm (bis 1986)
Keyboard
Manfred Kusno (bis 1982)
Keyboard
Ulrich Mann (bis 1982)
Schlagzeug
Mike Schafmeier (bis 1984)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Anna Loos (seit 2006)
Keyboard
Ritchie Barton (seit 1982)
Gitarre, Violine
Uwe Hassbecker (seit 1986)
Bass
Jäcki Reznicek (seit 1987)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Tamara Danz (1978–1996 †)
Schlagzeug
Herbert Junck (1984–2005 †)
Livemitglieder
Gitarre
Herr Petereit
Keyboard, Cello
Daniel Hassbecker
Schlagzeug
Sebastian Reznicek
Schlagzeug
Ronny Dehn
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung
Erklärung der Daten
Alben[2]
Paradies
  DE 59 19.08.1996 (5 Wo.)
Best of Silly Vol. 1
  DE 31 04.11.1996 (10 Wo.)
Best of Silly Vol. 2
  DE 49 07.04.1997 (6 Wo.)
Alles rot
  DE 3 02.04.2010 (49 Wo.)
Singles[2]
Ich sag nicht ja
  DE 68 19.03.2010 (3 Wo.)
Alles rot
  DE 27 24.09.2010 (10 Wo.)

Silly, ursprünglich Familie Silly, ist eine Rock-Band, die 1978 in Ost-Berlin gegründet und mit der Sängerin Tamara Danz populär wurde. Bandgründer war Thomas Fritzsching (Gitarre, Gesang). Zusammen mit Matthias Schramm (E-Bass) entdeckte er Tamara Danz als Sängerin, holte den Keyboarder Ulrich Mann von der Musikhochschule Weimar, Mike Schafmeier (Schlagzeug) aus Cottbus und Manfred Kusno (Keyboard). Heute besteht die Band aus dem langjährigen Musikerstamm Rüdiger „Ritchie“ Barton (Keyboard, Gesang), Uwe Hassbecker (Gitarre, Geige), Hans-Jürgen „Jäcki“ Reznicek (E-Bass) sowie der Sängerin Anna Loos. Als „ständige Gastmusiker“ sind Reinhard Petereit alias „Herr Petereit“, Daniel Hassbecker und Sebastian Reznicek dabei.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Bandname „Silly“ stand bereits fest, wurde aber von den DDR-Behörden wegen des Anglizismus nicht zugelassen; überdies wird silly übersetzt mit „albern“, „einfältig“. So nannte sich die Band Familie Silly und erklärte „Silly“ kurzerhand zum Bandmaskottchen – eine Katze. Ab 1982 nannte man sich nur noch Silly; die Behörden akzeptierten das.

Die ersten Gastspiele fanden in Rumänien und in Norwegen statt. Besonders in Rumänien waren sie sehr erfolgreich. 1981 gewannen sie den Grand Prix der Bratislavska Lyra, einen der bedeutendsten Unterhaltungsmusikpreise der RGW-Staaten.

Kurz darauf stieß auch Texter Werner Karma zur Band. Er schaffte es, die Band mit ihren Texten in der Musiklandschaft der DDR unverwechselbar zu machen. Die Songs von Silly sind zumeist sehr poetisch und haben versteckte Andeutungen, die sich – vorbei an der Zensur – mit den Lebensumständen in der DDR kritisch auseinandersetzen. Sängerin Tamara Danz erläuterte in der Nachwende-Zeit die Vorgehensweise beim Texten und beschrieb, dass man bewusst sogenannte Grüne Elefanten in die Songs einbaute, also Textstücke, die so übertrieben und kritisch waren, dass sie garantiert von der Zensur angegangen wurden. Neben diesen Übertreibungen konnten dann kleinere, verstecktere Andeutungen, die das bewusst hörende Publikum durchaus wahrnahm, im Text verbleiben.

1982 ersetzte Ritchie Barton, der seit zwei Jahren mit Tamara Danz zusammengelebt hatte, die beiden Gründungsmitglieder Manfred Kusno und Ulrich Mann am Keyboard. 1984 verließ auch der Schlagzeuger Mike Schafmeier die Band und wechselte zu MTS, sein Nachfolger wurde Herbert Junck. 1986 nach Fertigstellung der LP Bataillon d’Amour musste Bassist Matthias Schramm gehen. Jäcki Reznicek (E-Bass) von Pankow[3][4] und Uwe Hassbecker (Gitarre, Geige), der zuvor bei Stern Meißen gespielt hatte, kamen dazu. Hassbecker – zunächst heimlicher Geliebter – wurde Partner und später Ehemann von Tamara Danz. Im Film Flüstern & SCHREIEN – Ein Rockreport wirkten Silly neben anderen Bands aus der DDR im Jahr 1988 mit. 1989 trennte man sich dann bis auf Weiteres von Werner Karma. Auf Februar sind nur noch zwei Texte von ihm. Die Songs wurden nun hauptsächlich von Tamara Danz, Ritchie Barton und Uwe Hassbecker geschrieben, und von Tamara Danz mit Unterstützung von Gerhard Gundermann getextet. Das Album Februar enthält kritischere und direktere Texte als die Vorgängeralben. Es folgten viele Tourneen, unter anderem in Deutschland, Dänemark, Schweden, Österreich, USA und 1993 das Album Hurensöhne. 1994 musste Thomas Fritzsching die Band verlassen. Ebenfalls in diesem Jahr entstand das Live-Doppelalbum Silly + Gundermann & Seilschaft nach einem gemeinsamen Konzert beider Bands. Hassbecker und Barton betätigten sich in der Folge immer mehr als Musikproduzenten, unter anderem für Gerhard Gundermann, City, Karat und viele mehr.

Danz, Barton und Hassbecker bauten das Danzmusik Studio auf und machten sich damit produktionstechnisch unabhängig. Das Album Paradies entstand als erste Produktion im eigenen Studio. Während der Produktion wurde bei Tamara Danz Krebs diagnostiziert. Nach Erscheinen des Albums Paradies starb Tamara Danz am 22. Juli 1996 mit 43 Jahren an Brustkrebs. Paradies gilt als eines der besten Alben der Band Silly.

Alle Musiker gingen zwischenzeitlich eigenen Projekten nach. Reznicek ist unter anderem Dozent an der Dresdner Musikhochschule, Hassbecker gefragter Studiomusiker und zusammen mit Barton Musikproduzent. Seit 2000 spielen und arbeiten sie unter anderem mit dem Sänger Joachim Witt und produzieren dessen Alben Bayreuth 3 und Auf Ewig.

Am 31. Mai 2005 starb Herbert Junck an Krebs. Somit war die Gruppe nur noch zu dritt. Nach dem Tod von Tamara Danz hatte Junck in Interviews vielfach bedauert, dass sich das Verhältnis zu seinen ehemaligen Bandkollegen sehr abgekühlt hatte. Im Herbst 2005 folgte ein erfolgreiches Comeback als Silly & Gäste, mit verschiedenen prominenten Gastsolisten wie Katy Karrenbauer, Anna Loos, Anja Krabbe und Toni Krahl. Auf der Bühne stehen heute neben Hassbecker, Barton, Reznicek und Gästen, Rezniceks Sohn Sebastian am Schlagzeug und Hassbeckers Sohn Daniel von der Band Mariannenplatz an den zweiten Keyboards und Cello, sowie Reinhard „Reini“ Petereit (Herr Petereit) von Rockhaus an der zweiten Gitarre.

Am 16. November 2005 wurde in Berlin-Friedrichshain eine Straße nach Tamara Danz benannt. Am 5. August 2007 verstarb Gründungsmitglied Matthias Schramm in einem Krankenhaus in Potsdam.[5]

Die Schauspielerin Anna Loos trat in der „Silly & Anna Loos elektroakustiktour 2006/2007“ die Nachfolge von Tamara Danz an und ist seitdem die Sängerin von Silly. Seit 2008 sitzt immer häufiger Ronny Dehn als Ersatztrommler für Basti Reznicek am Schlagzeug. Die Band komponierte die Musik zum Kinofilm Der Mond und andere Liebhaber von Bernd Böhlich. Die Hauptrolle spielt Katharina Thalbach. Der Film kam im Juli 2008 in die Kinos; zeitgleich wurde der Soundtrack dazu veröffentlicht. Außerdem veröffentlicht Silly im 30. Jahr ihres Bestehens eine 3-DVD-Box, mit einer Neuauflage des Buches Tamara Danz – Legenden von Alexander Osang und dem Soundtrack von Der Mond und andere Liebhaber.

Silly spielte auch 2008 auf vielen Freilichtkonzerten und nahm neben den Puhdys, Karat und vielen anderen zum zweiten Mal an der erfolgreichen Ostrock-in-Klassik-Tour mit dem Filmorchester Babelsberg teil. 2010 spielte Silly in der SOKO-Leipzig-Folge Silly – Tod im Konzert sich selbst: Bei einem Konzert wird die Band in einen Mordfall verwickelt. Im gleichen Jahr erschien mit Alles Rot das erste Studioalbum mit komplett neuen Titeln seit dem Tod von Tamara Danz. Die Texte schrieb wiederum Werner Karma. Im Juli 2010 erhielt das Album eine Goldene Schallplatte und im Januar 2011 Platin.

Silly nahm am Bundesvision Song Contest 2010 für Sachsen-Anhalt teil und belegte dort den zweiten Platz.

[Bearbeiten] Diskografie

[Bearbeiten] Alben

  • 1980: Silly (Rocktopus/Hansa, Bundesrepublik Deutschland)
  • 1981: Tanzt keiner Boogie? (Amiga)
  • 1983: Mont Klamott (Amiga)
  • 1984: Zwischen unbefahrenen Gleisen (Amiga, wurde mit einem Veröffentlichungsverbot belegt)
  • 1985: Liebeswalzer (Amiga, abgeänderte und umbenannte Neuausgabe von Zwischen unbefahrenen Gleisen)
  • 1986: Bataillon d’Amour (Amiga)
  • 1989: Februar (Amiga)
  • 1993: Hurensöhne
  • 1996: Paradies
  • 1996: Best of Silly Vol. 1
  • 1997: Best of Silly Vol. 2
  • 1999: Silly + Gundermann & Seilschaft Unplugged (live)
  • 1999: Traumteufel
  • 2005: Silly Klassiker + Sounds
  • 2006: Silly – Die Original Amiga Alben (8-CD-Box)
  • 2006: Silly & Gäste - Live in Berlin (Das Konzert im Berliner Tempodrom vom 16. Oktober 2005, Doppel-CD)
  • 2008: Der Mond und andere Liebhaber (Der Soundtrack zum Film)
  • 2010: Alles rot (Island)
  • 2011: Alles rot erinnert euch an live (Live-CD)

[Bearbeiten] VHS

  • Best of Silly
  • Silly + Gundermann & Seilschaft Unplugged

[Bearbeiten] DVD

  • 2002: flüstern & SCHREIEN mit Feeling B, Chicoree, Silly und anderen
  • 2004: 25 Jahre Silly
  • 2006: Silly und Gäste Das Konzert im Berliner Tempodrom vom 16. Oktober 2005
  • 2008: Silly - Tamara (3 DVDs + CD + Buch)

[Bearbeiten] Singles

  • 1980: Tanzt keiner Boogie? (Rocktopus/Hansa, Bundesrepublik Deutschland)
  • 1980: Pack’ deine Sachen (Amiga)
  • 1982: Dicke Luft (Amiga)
  • 1983: Mont Klamott (Pool/Teldec)
  • 1984: Die Ferne (Amiga)
  • 1986: Bataillon d’Amour (CBS)
  • 1987: Panther im Sprung (CBS)
  • 1988: Verlorne Kinder (BMG)
  • 1989: Paradiesvögel (BMG)
  • 1993: Hurensöhne (MCD, DSB)
  • 1993: Bye Bye (MCD, DSB)
  • 1996: Asyl im Paradies (MCD, SPV)
  • 2010: Ich sag nicht ja (MCD)
  • 2010: Alles rot (MCD)
  • 2011: Erinnert mit Jan Josef Liefers

[Bearbeiten] Weblinks

Artikel

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Götz Hintze: Rocklexikon der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-303-9
  2. a b Chartverfolgung Deutschland
  3. Jäcki Reznicek. Jäcki Reznicek (4. Oktober 2011). Abgerufen am 8. Dezember 2011.
  4. Bass Besser Reznicek. Interview mit Jäcki Reznicek. In: Melodie und Rhythmus. ISSN 0025-9004 (2008), 2, S. 52–55. (online)
  5. „Silly-Gründer Matthias Schramm tot“, Tagesspiegel, 7. August 2007
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