Feeling B

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Feeling B
Allgemeine Informationen
Genre(s) Punk
Gründung 1983
Auflösung 1993, 2000
Gründungsmitglieder
Aljoscha Rompe († 2000)
Christoph Zimmermann († 1999)
Paul H. „Paulchen“ Landers (bis 1993)
Alexander Kriening
Christian „Flake“ Lorenz (bis 1993)
Letzte Besetzung
Gesang
Aljoscha Rompe († 2000)
Gitarre, Keyboard
„Sascha“ Alexandar „Tadic“ Goldmann
Gitarre
Daniele Pecora
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Christoph „Doom“ Schneider (1990–1993)
Gitarre
Micha Schirmer
Schlagzeug
Falk Schettler (während der Dreharbeiten zu Flüstern und Schreien)

Feeling B war eine DDR-Punk-Band, die 1983 in Ost-Berlin unter dem Namen Feeling Berlin gegründet wurde. Sie zählte in der DDR zu den so genannten anderen Bands.

Stil[Bearbeiten]

Feeling B waren in erster Linie eine Live-Band. Die Musik ihrer Zeit in der DDR lässt sich dem Fun-Punk zuordnen, wobei auch mit alternativen Klängen und dadaistischen Strukturen experimentiert wurde, wie sie unter den anderen Bands häufig anzutreffen waren. Anfang der 1990er gestaltete Feeling B die sich entwickelnde Szene des Mittelalter-Rocks mit, was sich in Ansätzen bereits im 1991er Album Wir kriegen euch Alle bemerkbar macht. Eindeutig dem Mittelalterrock ist das darauffolgende Album Die Maske des roten Todes zuzuordnen. Merkmale der Musik von Feeling B sind der anarchisch-wilde Gesang Rompes sowie vergleichsweise aggressive E-Gitarrensounds, kombiniert mit skurrilen oder simplen Keyboard-Klängen. Die letzten beiden Elemente finden sich im Stil Rammsteins deutlich wieder. Das durch Rompe weitergeführte Projekt Feeling B nach 1993 ging stilistisch in eine andere, elektronische Richtung. Kommerziell erfolgreich war Feeling B zu keinem Zeitpunkt. Zu den in der deutschen Punkszene bekannten Titeln zählt der Song artig.

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Band-Geschichte[Bearbeiten]

Feeling B wurde 1983 unter dem Namen Feeling Berlin gegründet. Da es bereits eine Kapelle mit diesem Namen gab, nannte man sich in Feeling B um. Die Band bestand unter anderem aus Aljoscha Rompe (Gesang), Paul Landers (Gitarre), Flake Lorenz (Keyboard).

Die Bandmitglieder gingen den Weg einer Gratwanderung zwischen Punk und staatlich anerkannter Musikgruppe. Sie verstanden sich weniger als Ankläger des Staates, sondern als fröhlich-unabhängige Menschen, die den klassischen Lebensweg eines DDR-Bürgers konsequent ablehnten und ironisierten - ohne klar systemkritisch aufzutreten. Zeitweilig wurden Mitglieder der Band von der Stasi observiert. Rompe wurde mehrfach als IM angeworben, lehnte eine Zusammenarbeit jedoch wiederholt ab. Die Band entschied sich, eine Einstufung zu machen, um eine staatlich anerkannte Musikgruppe zu werden. Dies verstörte die Punk-Szene, ermöglichte es Feeling B jedoch, Vergütungen für Konzerte zu erhalten und bald eine eigene LP über AMIGA zu veröffentlichen. Hea Hoa Hoa Hoa Hea Hoa Hea war 1989 das erste veröffentlichte und damit in der DDR im Handel erhältliche Punk-Album. Vorherige LP-Veröffentlichungen von DDR-Punk-Bands wie das 1983er Album DDR von unten mit Schleim-Keim und Zwitschermaschine und der 1985er Sampler Live in Paradise mit Ornament & Verbrechen wurden in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin verlegt und waren dementsprechend nur dort im Handel erhältlich. Wie es möglich war, dass die Mitglieder von Feeling B - der asozialen Lebensweise bezichtigt - weitgehend ungestört im DDR-Staat ihr Leben leben konnten, ist nicht klar. Sie vermieden es einerseits, klar systemkritisch aufzutreten, andererseits könnte Rompes Stiefvater - ein SED-Funktionär - eine schützende Hand über die Gruppe gehalten haben. Belege dafür gibt es allerdings nicht. Ende der 1980er öffnete sich die DDR zunehmend ihrer Untergrund-Kultur, weil sich mit dem Erblassen der Puhdys und Karat die Frage nach dem Nachwuchs in der Rockmusiklandschaft stellte. In dem Zusammenhang rückten Die anderen Bands zunehmend in den Fokus.

Die Wende ab Oktober 1989 wurde von den Bandmitgliedern mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Insbesondere Flake empfand das Leben als Punk in der DDR als durchaus schön und die politischen Veränderungen 1989 eher verstörend. Feeling B sah sich als gesundes Gegenstück zum verknöcherten DDR-Staat. Ohne die DDR fehlte nun das Gegenstück, worauf der Titel Ich such die DDR anspielt, der das zweite Feeling B - Album eröffnet. Das Bedürfnis, einen neuen Gegensatz zur Gesellschaft aufzubauen, floss später in den Charakter der Skandalrocker Rammstein mit ein. Zur Bandkultur von Feeling B gehörte stets ein ungehemmter Alkoholkonsum. Der Titel Slamersong beschreibt eine der Trinkpraktiken - Rompe war bei vielen Konzerten stark alkoholisiert. Andere Songs von Feeling B muten textlich oftmals dadaistisch an.

Auf ihrem dritten Album Die Maske des roten Todes mischten Feeling B im Jahre 1993 mittelalterliche Instrumente und Melodien mit Punk-Rock-Elementen. Das Album selbst gilt heute als einer der frühen Vertreter der Mittelalter-Rock-Szene. Nach Veröffentlichung dieses Albums legte die Band eine Pause ein, in der Paul Landers, Flake Lorenz und Christoph Schneider bei dem sich gerade formierenden Projekt Rammstein einstiegen und dort verblieben. Rompe suchte sich danach neue Mitglieder und führte so die Bandgeschichte bis 1999 fort, bis er am 23. November 2000 an einem Asthmaanfall in einem Wohnmobil in Berlin verstarb.

Feeling B ist in der Dokumentation Flüstern & SCHREIEN zu sehen.

Zeitweise trat die Band unter dem Namen Santa Clan auf.

Am 16. November 2007 erschien auf Wunsch von Flake bei Motor Music eine Art Best-Of-Album, angereichert mit bisher unveröffentlichten Songs und einem 160-seitigen Buch mit dem Namen Grün & Blau.

Diskografie[Bearbeiten]

  • Hea Hoa Hoa Hoa Hea Hoa Hea (1989)
  • Wir kriegen euch alle (1991)
  • Die Maske des Roten Todes (1993)
  • Grün und Blau (2007, Motor Music)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Mix mir einen Drink, Feeling B - Punk im Osten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-418-3.
  • Ronald Galenza, Heinz Havemeister (Hrsg.): Wir wollen immer artig sein... Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-637-2.

Weblinks[Bearbeiten]