Stardust Memories

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Filmdaten
Deutscher Titel Stardust Memories
Originaltitel Stardust Memories
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Französisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Woody Allen
Drehbuch Woody Allen
Produktion Robert Greenhut
Kamera Gordon Willis
Schnitt Susan E. Morse
Besetzung

Stardust Memories ist eine in Schwarzweiß gedrehte US-amerikanische Tragikomödie von und mit Woody Allen aus dem Jahr 1980.

Handlung[Bearbeiten]

Der für seine Komödien berühmte Filmemacher Sandy Bates will keine komischen Filme mehr drehen. Sein jüngstes Werk ist dermaßen schwermütig geraten, dass die Produzenten damit drohen, dieses umzuschneiden und das Ende nachzudrehen. Sandy fährt frustriert in das Hotel „Stardust Memories“, wo man ihm eine Retrospektive widmet. Während er von seinen Fans belauert wird, vermischen sich für Sandy Vergangenheit, Gegenwart und Fiktion: Er lässt die gescheiterte Beziehung zu der melancholischen Dorrie Revue passieren, begegnet mehrmals der Musikerin Daisy, deren Freund Sandys Filme verehrt, und erhält überraschend Besuch von seiner französischen Geliebten Isobel, die sich von ihrem Partner getrennt und ihre beiden Kinder mitgebracht hat. Während eines nächtlichen Festes von UFO-Anhängern wird Sandy zum Schein von einem Fan erschossen, doch das „Attentat“ entpuppt sich als Nervenzusammenbruch. Sein aktueller Film, für den er ein neues, positives Ende gedreht hat, wird begeistert gefeiert. Nach der Vorführung verlässt Sandy als letzter allein das Kino.

Hintergrund[Bearbeiten]

Stardust Memories startete am 26. September 1980 in den USA und am 22. Januar 1981 in den Kinos der BRD.[1][2]

Kritiken[Bearbeiten]

Stardust Memories wurde bei Filmstart in der US-amerikanischen Presse überwiegend negativ besprochen,[3][4] erhielt in Europa aber auch mehrfach Lob.

„[Allen] sieht Stardust Memories eindeutig als seinen Achteinhalb, und er entwickelt sich als ein Porträt der Klagen des Künstlers. […] Stardust Memories ist eine Enttäuschung. Es bedarf einer größeren Idee, einer ordnenden Kraft, um all diese Szenen voller Genörgel und Gejammer zusammenzuhalten und irgendwohin zu führen.“

Roger Ebert, Chicago Sun-Times[5]

„[Stardust Memories ist] ein furchtbarer Verrat. […] Woody Allen war in physischer Hinsicht oft bösartig gegen sich selbst – jetzt ist er es gegen seine Fans.“

Pauline Kael, The New Yorker[6]

„Keine ordentliche Bilanz nach neun Filmen in elf Jahren, kein gerader Strich, sondern eine vielfach gebrochene Kritzellinie. Woody Allen, dessen Kunst ja schon immer narzißtisch war, allein bezogen auf seine schwierige Innenwelt, gibt sich verschlossener denn je. […] Ich liebe ihn, nicht nur ‚die frühen komischen Filme‘, auch und besonders ‚Stardust Memories‘: einen sehr ernsten, sehr komischen Film.“

Hans-Christoph Blumenberg, Die Zeit[7]

„Eine tragische Komödie; rätselhaft schwebend zwischen (Alp-)Traum, Zerrspiegel der Wirklichkeit, Selbstbespiegelung und Selbstkritik. Woody Allens bis zu diesem Zeitpunkt persönlichstes, komplexestes und pessimistischstes Werk.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Woody Allens Originaldrehbuch wurde 1981 für den Writers Guild of America Award nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stardust Memories in der Internet Movie Database.
  2. a b Stardust Memories im Lexikon des Internationalen Films.
  3. Marion Meade: The Unruly Life of Woody Allen. E-Rights/E-Reads, New York 2000, S. 189–191.
  4. Hellmuth Karasek: Woody Allens Fluch der Lächerlichkeit. Rezension in Der Spiegel Nr. 5/1981 vom 26. Januar 1981, abgerufen am 26. März 2013.
  5. „[…] he clearly intends Stardust Memories to be his 8-1/2, and it develops as a portrait of the artist's complaints. […] Stardust Memories is a disappointment. It needs some larger idea, some sort of organizing force, to pull together all these scenes of bitching and moaning, and make them lead somewhere.“ – Rezension in der Chicago Sun-Times vom 1. Januar 1980, abgerufen am 25. März 2013.
  6. „[…] a horrible betrayal […] Woody Allen has often been cruel to himself in physical terms–now he’s doing it to his fans.“ – Pauline Kael: The Frog Who Turned Into a Prince, The Prince Who Turned Into a Frog. Rezension in The New Yorker, 27. Oktober 1980, S. 178.
  7. Hans-Christoph Blumenberg: Der Clown muß sterben. Rezension in Die Zeit Nr. 6 vom 30. Januar 1981, abgerufen am 25. März 2013.