Stephen A. Schwarzman

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Schwarzman im Januar 2008 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Stephen Allen Schwarzman (* 14. Februar 1947 in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Investmentbanker und Mäzen. Er ist Mitgründer sowie Chairman und CEO der Investmentgesellschaft Blackstone Group.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Schwarzman entstammt einem jüdischen Elternhaus und ist das älteste von mehreren Geschwistern. Sein Vater und sein Großvater betrieben gemeinsam ein Einzelhandelsgeschäft für Kleidung, Gardinen, Tuchwaren und Stofftaschentücher. Die Monotonie dieser Arbeit, bei der er einige Male assistierte, und das permanente Warten auf Kundschaft störten Schwarzman eigenen Angaben zufolge bereits als Kind.

Nach seinem Abschluss an der Abington Senior High School in Philadelphia im Jahr 1965 immatrikulierte er sich an der Yale University. Dort studierte Schwarzman eine interdisziplinäre Hauptfächerkombination aus Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Biologie und war unter anderem zusammen mit dem ein Semester zuvor eingestiegenen George W. Bush Mitglied der Studentenverbindung Skull & Bones. Während seiner Zeit in Yale bewarb er sich unter anderem erfolglos bei Pan American World Airways. Mit einem Bachelor verließ er 1969 die Universität und wechselte für ein postgraduales Studium an die Harvard Business School, das er 1972 mit einem MBA abschließen konnte.

Karriere[Bearbeiten]

Schwarzmans erste berufliche Station war die Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette, bei der er bereits während seiner Harvard-Zeit tätig wurde. Nach dem Studium trat er in die Dienste von Lehman Brothers ein. Dort stieg er schnell auf, war ab 1977 vornehmlich in der Sparte Mergers & Acquisitions tätig und wurde 1978 im Alter von erst 31 Jahren zum Managing Director ernannt.

Zusammen mit Peter George Peterson gründete er im Jahr 1985 mit einem Startkapital von 400.000 US-Dollar die Blackstone Group, welche vor allem über Private Equity-Fonds Fremdfinanzierte Übernahmen tätigte und später die Unternehmen mit Gewinn veräußerte. Das Vorgehen von Beteiligungsgesellschaften wie die Blackstone Group waren im April 2005 Anlass für die Heuschreckendebatte in Deutschland. Franz Müntefering sprach damals von Finanzinvestoren als „Heuschrecken“. In diesem Zusammenhang fragte Schwarzman die Bundeskanzlerin Angela Merkel im November 2006, wie es denn sein könne, dass er von einem Minister ihres Kabinetts als Insekt betrachtet werde.[1]

Im Vorfeld deren Börsengangs am 22. Juni 2007 musste das Unternehmen erstmals Gehaltslisten seiner Vorstände veröffentlichen. Aus einer Pflichtmeldung an die United States Securities and Exchange Commission ging hervor, dass Schwarzman im Geschäftsjahr 2006 Bezüge in Höhe von 398,3 Millionen US-Dollar erhielt – das war etwa vier Mal mehr, als die Gehälter aller 30 DAX-Firmenchefs zusammengerechnet[2] und löste ein großes Medienecho aus. Zum Börsengang verkaufte er Blackstone-Anteile für 684 Millionen US-Dollar und behielt ein Aktienpaket, das zum damaligen Zeitpunkt 9,1 Milliarden US-Dollar wert war. Ebenfalls 2007 wurde er in die Liste der Time 100 aufgenommen. In den folgenden Jahren erhöhrten sich seine Bezüge noch weiter: So erhielt er 2007 350 Millionen US-Dollar[3] und 2008 – auch bedingt durch die Zuteilung von Aktien – sogar 702,4 Millionen US-Dollar.[4]

Schwarzman war Vorsitzender des Verwaltungsrates (en.: Chairman of the Board of Trustees) des John F. Kennedy Center for the Performing Arts und darüber hinaus für einige Zeit außerplanmäßiger Professor an der Yale School of Management.

Privatleben[Bearbeiten]

Er war mit Ellen Philips Katz verheiratet; beide hatten sich an der Harvard Business School kennengelernt. Der geschiedenen Ehe entstammt der gemeinsame Sohn Edward Frank Schwarzman (* 1979). Am 3. November 1995 heiratete er die Anwältin Christine Hearst, die zwei Kinder mit in die Ehe brachte. Die Zeremonie wurde von einem Rabbiner und einem römisch-katholischen Priester abgehalten. Das Paar lebt seit 2000 in einer 34-Zimmer-Wohnung im Gebäude 740 Park Avenue in New York City, die Schwarzman dem Geschäftsmann Saul Steinberg für 30 Millionen US-Dollar abgekauft hatte.[5] Darüber hinaus besitzen beide eine Villa im französischen Saint-Tropez und ein 4000 Quadratmeter großes Anwesen in Palm Beach. Am 13. Februar 2007 feierte er seinen 60. Geburtstag in der New Yorker Seventh Regiment Armory, einem früheren Zeughaus. Unter den knapp 1500 Gästen waren auch der damals amtierende US-Finanzminister Henry Paulson, die ebenfalls damals amtierende US-Außenministerin Condoleezza Rice, ihr Vorgänger Colin Powell, Bürgermeister Michael Bloomberg sowie der Erzbischof New Yorks Edward Michael Egan. Höhepunkte des Abend waren die Auftritte der eigens engagierten Rod Stewart und Patti LaBelle. Insgesamt beliefen sich die Kosten der Veranstaltung auf rund 3,5 Millionen US-Dollar. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb in diesem Zusammenhang von der „wohl größten Sause, die Manhattan seit Jahrzehnten gesehen hat.“[6] Schwarzmans Vermögen wurde im März 2012 auf 5,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er steht damit auf Platz 57 der reichsten US-Bürger.[7]

Am 11. März 2008 gab Schwarzman bekannt, dass er der New York Public Library 100 Millionen US-Dollar zur Renovierung und Erweiterung gespendet habe. Daraufhin wurde deren Hauptgebäude an der Fifth Avenue in Stephen A. Schwarzman Building umgetauft. Darüber hinaus gravierte man seinen Namen in den Fuß der den Eingang flankierenden Säulen.

Schwarzman gilt als der Republikanischen Partei verbunden, unterstützte aber auch schon demokratische Politiker. So befürwortete er beispielsweise zur Präsidentschaftswahl 2000 zunächst eine Kandidatur von Bill Bradley und unterstützte nach dessen Niederlage in den Vorwahlen Al Gore. Vier Jahre später finanzierte er den Wahlkampf seines ehemaligen Kommilitonen George W. Bush, 2008 die Kandidatur John McCains und anlässlich der Präsidentschaftswahl 2012 sprach er sich für Mitt Romney aus. Im August 2010 verglich Schwarzman die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Erhöhung des Carried Interest mit dem Polenfeldzug („It’s a war. It’s like when Hitler invaded Poland in 1939.“)[8]

Am 21. April 2013 teilte Steffen A. Schwarzman mit, er wolle privat 100 Mio. US-Dollar für ein neues Studienprogramm auflegen. So möchte er damit den interkulturellen Bildungsaustausch mit China befördern, in dem in den nächsten 50 Jahren 10.000 Studenten aus allen Herren Länder - darunter 45 Prozent aus den USA - in Peking für ein Jahr lang einen Studienplatz komplett finanziert bekommen. Zusätzlich zu den 100 Mio. US-Dollar Privatspende von Schwarzman möchte der Gründer des Blackstone-Investment-Fonds weitere 200 Mio. US-Dollar durch private Spender und Firmen - wie BP oder Boeing - einsammeln. Schwarzman sagte, man könne den Wettbewerb mit China langfristig nicht gewinnen, wenn hier nicht mehr Wissen zu Chinas Kultur beim Nachwuchs auch im Westen angehäuft werde.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. faz.net, Herrscher der Welt GmbH, 21. November 2006 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. November 2006. Abgerufen am 1. Juli 2012.
  2. „Blackstone-Chef streicht 400 Millionen Dollar ein“ auf spiegel.de (Der Spiegel) vom 11. Juni 2007. Abgerufen am 30. März 2012
  3. „Blackstone’s Chief Received $350 Million in Pay in 2007“ auf nytimes (New York Times) vom 13. März 2008. Abgerufen am 30. März 2012
  4. „US-Manager kassierte über 700 Millionen Dollar“ auf welt.de (Die Welt) vom 14. August 2009. Abgerufen am 30. März 2012
  5. „740 Park – The Story of the World’s Richest Apartment Building“ auf mgross.com. Abgerufen am 30. März 2012
  6. Daniel Schäfer „Der König der Wall Street feiert Party“ auf faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung) vom 11. Februar 2007. Abgerufen am 30. März 2012
  7. Profil von Stephen A. Schwarzman auf forbes.com (Forbes Magazine). Abgerufen am 30. März 2012
  8. „A ‘Fat Cat’ Strikes Back“ auf thedailybeast.com vom 15. August 2010. Abgerufen am 30. März 2012
  9. „Blackstone-Gründer Schwarzman: 300 Mio. für 10.000 China-Studenten“ auf netz-trends.de vom 22. April 2013. Abgerufen am 22. April 2013