The Secret of Monkey Island

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The Secret of Monkey Island
Thesecretofmonkeyisland-logo.svg
Entwickler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
DeutschlandDeutschland Softgold
Designer Ron Gilbert, Tim Schafer
Erstveröffent-
lichung
15. Oktober 1990,
15. Juli 2009 Special Edition
Plattform Amiga, Atari ST, DOS, FM Towns, Mac OS, Sega Mega-CD /
iOS, Xbox 360, PlayStation 3, Windows Special Edition
Genre Adventure
Thematik Piraterie, Karibik
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Medium 4/7 Disketten, 1 CD-ROM /
Download, 1 DVD-ROM Special Edition
Sprache Deutsch
Aktuelle Version DOS: v1.12 (deutsch, Community-Patch)[1]
FM-Towns: v1.1 (deutsch)
Kopierschutz Kopierschutzabfrage per
Dial-A-Pirate-Drehscheibe[2]
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

The Secret of Monkey Island (SMI) ist das erste der Monkey-Island-Grafikadventurereihe, die LucasArts (damals Lucasfilm Games) als Spielentwickler berühmt und dadurch zeitweise zum größten Konkurrenten von Sierra Entertainment auf diesem Sektor machte.

Entwickelt wurde das Spiel vorwiegend von Ron Gilbert, der auf die Hilfe von Tim Schafer und Dave Grossman zurückgriff. Das Trio entwarf auch die Fortsetzung, Monkey Island 2: LeChuck's Revenge, bevor Gilbert LucasArts verließ. Schafers spätere Arbeiten waren u. a. Full Throttle und Grim Fandango, während Grossmann Day of the Tentacle mitentwickelte. Der Soundtrack des Spiels wurde von Michael Land komponiert und lag der ursprünglichen Fassung im MIDI-Format bei.

Das Spiel gilt als Klassiker und Meilenstein in der Geschichte der Computerspiele bzw. im Speziellen der Adventures.[3][4][5]

Im Juli 2009 ist eine Version mit modernerer Grafik, Synchronisation der Charaktere und einer Neuvertonung als Re-Release erschienen.

Handlung[Bearbeiten]

Das Spiel beginnt damit, dass sich der unerfahrene Guybrush Threepwood beim blinden Späher von Mêlée Island, einer Insel in der Karibik, vorstellt und diesem sagt, dass er gerne Pirat werden möchte.

Dieser schickt Guybrush in die SCUMM-Bar, wo er auf die Anführer der Piraten trifft, welche ihm drei Aufgaben stellen, bei denen er sein Können als Pirat unter Beweis stellen muss. Er soll den Schwertmeister der Insel beim Beleidigungsfechten besiegen, ein wertvolles Artefakt aus dem Haus der Gouverneurin stehlen und einen vergrabenen Schatz finden. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben trifft er auf verschiedene Charaktere, darunter die Voodoo-Lady, die sich im Spiel als eine hilfreiche Schlüsselfigur erweist, die Schwertmeisterin Carla, den Schausteller Meathook, einen Kleinkriminellen namens Otis, die angeblich berühmten Fettucini Brothers sowie die schöne Gouverneurin Elaine Marley, in die er sich prompt verliebt.

Allerdings hat Guybrush bei seinen Bemühungen, das Herz der Gouverneurin zu gewinnen (was ihm schneller gelingt als erhofft), einen ernstzunehmenden Rivalen. Der Geisterpirat LeChuck ist seit seinen Lebzeiten in Elaine verliebt. Um ihr Herz zu gewinnen, hat er sich auf die Suche nach der Insel Monkey Island gewagt, um deren sagenumwobenes Geheimnis herauszufinden, war aber von dort nicht mehr als Lebender wiedergekehrt. Während Guybrush mit der Erfüllung seiner Aufgaben beschäftigt ist, wird sie von LeChuck, der sich verkleidet und unter dem Namen Fester Shinetop als neuer Sheriff eingeschlichen hat, und seiner Crew entführt und nach Monkey Island verschleppt. Guybrush stellt einen Rettungstrupp zusammen, kauft ein Schiff und bricht auf, um die mysteriöse Insel zu finden und Elaine zu befreien.

Als Guybrush Monkey Island schließlich erreicht, erkundet er die Insel und trifft einen Kannibalenstamm, der zu seinem Glück momentan eine vegetarische Auszeit nimmt, sowie den Schiffbrüchigen Herman Toothrot, der mit den Kannibalen im Streit liegt. Nachdem er den Ureinwohnern hilft, eine verlorene Voodoo-Zutat, die von LeChuck gestohlen wurde, wiederzubeschaffen, brauen sie ihm zum Dank dafür nach einem uralten Rezept einen Trank, mit dem Geister zerstört werden können. Doch als Guybrush zu LeChucks Versteck aufbricht, um ihm dort gegenüberzutreten, trifft er nur einen zurückgelassenen Geisterpiraten aus dessen Crew, der ihm erzählt, dass LeChuck nach Mêlée Island aufgebrochen ist, um Elaine zu heiraten.

Guybrush kehrt zurück nach Mêlée Island, um in die Kirche zu stürmen und die Hochzeit zu verhindern. Dort angekommen sieht er eine Gestalt im Brautkleid sowie LeChuck vor dem Traualtar und bemerkt zu spät, dass Elaine bereits einen eigenen Fluchtplan geschmiedet hat und nie ernsthaft in Gefahr war. Es kommt zum finalen Kampf mit LeChuck, in dem Guybrush diesen mit Malzbier vernichtet. LeChuck explodiert in einem spektakulären Feuerwerk, was sich Guybrush und Elaine als Neuverliebte gemeinsam anschauen.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Inspiration[Bearbeiten]

Ron Gilberts Inspirationsquellen für Monkey Island waren die Disneyland-Attraktion Pirates of the Caribbean und Tim Powers Buch On Stranger Tides.[6] Das Buch inspirierte Geschichte und Charaktere, während die Disney-Attraktion das Ambiente definierte.[7] Neben den Hauptentwicklern war Autor Orson Scott Card derjenige, der den Teil der Beleidigungen für das Beleidigungsfechten schrieb.

Spielengine und Spielmechanik[Bearbeiten]

Das Point-and-Click-Adventure The Secret of Monkey Island wurde als fünftes Spiel von LucasArts mit der SCUMM-Engine entwickelt. Es war außerdem das erste Adventure überhaupt, welches seine Sprite-Figuren skaliert, so dass die Spielfigur je nach Entfernung vom virtuellen Auge des Betrachters kleiner oder größer werden kann.

Als Kopierschutz fand vor dem Spiel „ein kleines Geschichts-Quiz“ statt, das zu einem Piratenporträt die Frage „Wann wurde dieser Pirat in [verschiedene Ortsnamen] aufgeknüpft?“ stellte. Diese Frage wurde mit Hilfe eines als Dial-a-Pirate bezeichneten Schlüssels gelöst. Dial-a-Pirate bestand dabei aus zwei aufeinanderliegenden Pappscheiben, die sich koaxial drehen ließen. Hierdurch wurde das auf dem Bildschirm zu sehende Piratengesicht aus einer oberen (untere Pappscheibe) und einer unteren (obere Pappscheibe) Hälfte zusammengesetzt, wobei für jede Position durch beschriftete Löcher eine einem Ort zugewiesene Jahreszahl abgelesen werden konnte. Die genannten Ortsnamen sind Antigua, Barbados, Jamaika, Montserrat, Nebraska, St. Kitts und Tortuga.[2] Nebraska stellt als US-Bundesstaat die einzige Ausnahme in dieser Aufzählung karibischer Inseln dar.

Das Benutzerinterface der Originalversion stellt 12 Verben zur Verfügung, aus denen der Spieler wählen kann, um Aktionen auszuführen, einige davon werden wenig bzw. wahlweise im Spiel gebraucht, wie „Schalte ein“ und „Schalte aus“. In der CD-Version verfügt das Interface nur noch über die 9 Verben, die auch in Monkey Island 2 benutzt werden.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde SMI 1990 für Atari ST, Macintosh und PC-Systeme auf Diskette veröffentlicht (mit EGA-Grafik). Einige Monate später wurde die VGA-Version für den PC veröffentlicht. Die Amiga-Version wurde kurz danach veröffentlicht, verwendet wurden für diese Version die PC-EGA-Spielfiguren mit 16 Farben zusammen mit den auf jeweils 32 Farben reduzierten PC-VGA-Raumhintergründen, der Soundtrack wurde von Chris Hülsbeck umgesetzt.

Im Juni 1992 erschien für DOS eine Enhanced CD-Audio Edition (VGA, 256 Farben), bei der die Benutzerschnittstelle des zweiten Teils (grafisches Inventar und es entfielen drei Aktionsverben) verwendet wurde. Der Soundtrack kam nun klanglich hochwertig als Audio-Track(s) von der CD, womit er von der Soundkarte unabhängig war, und wurde gegenüber der VGA-Disk-Version noch erweitert. Auch die Soundsamples/Geräusche profitierten in Umfang und Qualität von der neueren SCUMM-Engine, die nun neben dem Standard AdLib auch den Soundblaster und kompatible unterstützte. Parallel zur DOS Enhanced CD-Audio Edition erschienen eine CD-Version für das Sega-Mega-CD-Version, deren Grafik jedoch ausgewaschener wirkte, da das Sega Mega-CD nur 64 Farben auf einmal darstellen konnte. Außerdem hatte die Sega-Mega-CD-Version einen Bug, durch den die verschiedenen Gegenstände, die sich die Figur im Spiel angeeignet hatte, nicht gespeichert wurden, sondern die fehlenden Gegenstände. Ferner litt diese Version aufgrund der einfachen Geschwindigkeit des CD-ROM-Laufwerks unter langen Ladezeiten. Der geringe kommerzielle Erfolg dieser Variante führte dazu, dass LucasArts seine Pläne, Indiana Jones and the Fate of Atlantis und Monkey Island 2 für das Sega-Mega-CD zu veröffentlichen, zurückzog und erst Star Wars: Rebel Assault wieder auf Sega-Mega-CD veröffentlichte. Die ebenfalls 1992 erschienene FM Towns-Version des Spiels ist nicht in Europa erschienen und hat auch das erweiterte SCUMM-Menü, erweiterte Soundeffekte und Audio-CD Musik.

Seit dem 15. Juli 2009 ist die grafisch sowie spielerisch völlig überarbeitete The Secret of Monkey Island – Special Edition in der Internet-Vertriebsplattform Steam als Download für Windows und seit dem 23. Juli 2009 auch im Apple Store für iPhone und iPod Touch erhältlich. Die Fassung für iPod touch bzw. iPhone besitzt eine überarbeitete Grafik und eine englischsprachige Vertonung, wobei während des Spiels jederzeit zwischen dieser und der alten Grafik gewechselt werden kann.

Deutsche Übersetzung[Bearbeiten]

Für die deutsche Übersetzung des Spiels war Boris Schneider verantwortlich. Die Übersetzung wird von Fans und Presse gelobt (die Spielezeitschrift Power Play, bei der Schneider als Redakteur arbeitete, bezeichnete sie in einem Testbericht in Ausgabe 1/91 sogar als „tadellos“), obwohl sie diverse inhaltliche und grammatikalische Fehler enthält:

  • Nachdem LeChuck Gouverneurin Marley entführt hat, erzählt ihm sein Erster Maat während einer Zwischensequenz, dass man sie nach einigen Fluchtversuchen in die Brigg gesperrt hat. Eine Brigg ist ein Schiffstyp, womit der Satz keinen Sinn ergibt. Gemeint war das in der Bilge befindliche Schiffsgefängnis (im Englischen ist brig ein Slangausdruck für Gefängnis, dem deutschen ‚Bau‘ entsprechend).
  • An einer anderen Stelle des Spiels zieht Guybrush ein Manual of Style aus einem Bücherregal in der Gouverneursvilla. Wenn der Spieler Guybrush anweist, dieses Manual of Style mit einem Protokoll voller Rechtschreibfehler zu benutzen, antwortet er mit: „They're SPELLING errors, not grammatical ones.“, also: „Es sind RECHTSCHREIBfehler, keine grammatikalischen.“ Manual of Style wurde in der deutschen Version aber mit „Buch der Witze“ übersetzt. Wenn man dieses mit dem Protokoll benutzt, antwortet Guybrush mit „Rechtschreibung, nicht Grammatik“, was in dem Kontext keinen Sinn ergibt.
  • Ein Gegenstand im Spiel trägt den langen Namen „rubber chicken with a pulley in the middle“, also ein „Gummihuhn mit einer Umlenkrolle in der Mitte.“ In der Übersetzung wurde daraus aber lediglich ein „Gummihuhn mit Karabinerhaken“, obwohl es sich nicht um einen Karabinerhaken, sondern um einen Flaschenzug handelt, wie man an der Inventargrafik in der CD-Version auch deutlich erkennen kann.
  • Einige Sätze drücken in der Übersetzung das Gegenteil vom englischen Original aus. So wird zum Beispiel aus dem Satz „Look at that fabulous ship out there!“ (eigentlich: „Sieh dir dieses fabelhafte Schiff da draußen an!“) in der Übersetzung: „Schau dir das abgetakelte Schiff da draußen an!“

Theaterstück[Bearbeiten]

Am 21. und 29. Mai 2005 wurde eine Bühnenversion von The Secret of Monkey Island live an der Hammond High School in Columbia (Maryland) aufgeführt. Das Stück war eine gewissenhafte Nachstellung des Originalspiels, die Idee dazu kam von Chris Heady, einem Schüler und Fan der Serie. Heady arbeitete nebenbei bei LucasArts, um die Rechte für die Veröffentlichung des Stücks im Herbst 2004 zu erlangen.[8] Dank der Hilfe von Internetseiten, wie Googlevideos und YouTube ist die Popularität des Stücks gestiegen, obwohl es nur einem Kult folgte.[9] Diese Bühnenadaption wurde vom Guinness Buch der Rekorde als „first graphic adventure to become a stage play“ ausgezeichnet.[10]

Im Juli 2006 führte GameSpot ein Interview mit dem Entwickler von Monkey Island, Ron Gilbert, der das Stück in den ersten Momenten des Interviews erwähnte. Das Stück wurde auch von dem britischen Spielemagazin Play und im Baltimore Sun erwähnt.

Ausstellung[Bearbeiten]

The Secret of Monkey Island wurde 2011 als eines von fünf repräsentativen Spielen für eine Ausstellung über die Entwicklung der Kunstform des Videospiels, The Art of Video Games, im Smithsonian American Art Museum ausgewählt.[11]

Re-Release: The Secret of Monkey Island – Special Edition[Bearbeiten]

Logo von The Secret of Monkey Island – Special Edition

Am 15. Juli 2009 ist die neue Version The Secret of Monkey Island – Special Edition erschienen. Das Spiel wurde als Enhanced Remake komplett überarbeitet und mit neuen handgemalten Grafiken in Full HD (1920 × 1080 Pixel), neuem Soundtrack, einer durchgehenden englischen Sprachausgabe sowie einer neuen Steuerung versehen.[12] Die Special Edition erschien am 15. Juli 2009 zum Download für den PC auf Steam und für die Xbox 360 auf Xbox Live Arcade. Außerdem wurde am 23. Juli 2009 eine Version für iPhone und iPod Touch im App Store veröffentlicht. Über das Playstation Network wurde die überarbeitete Version im Sommer 2010 angeboten. Darüber hinaus wird die überarbeitete Version von Aspyr für Mac OS X im Mac App Store angeboten.

Die internationale Version enthält die klassische Übersetzung von Boris Schneider als Untertitel (die Sprachausgabe ist nur in Englisch) – allerdings ist die klassische Version, die per Tastendruck aktiviert werden kann, nur in Englisch verfügbar.

Pressespiegel[Bearbeiten]

Der erste Teil der Spielreihe wurde von den Kritikern weitgehend gut aufgenommen. So beschreibt das Magazin Power Play die Handlung des Spiels als witzig und umfangreich, allerdings sei durch den Umfang des Spiels das Wechseln der Disketten für Spieler ohne Festplatte etwas nervig.[13] Auch die technischen Neuerungen wurden gelobt, die musikalische Untermalung sei passend und stimmungsvoll, die Grafik wurde von Eva Hoogh als „traumhaft“ bezeichnet.[14] Anlässlich des 15. Geburtstags der Spiele-Reihe hebt Christian Schiffer hervor, dass die Rätsel und Charaktere des Spiels sich bis heute an ungebrochener Popularität erfreuen würden, sowie dass das Spiel bei einigen immer noch als das beste Spiel aller Zeiten gelte.[3]

Besonderheiten im Spiel (Trivia)[Bearbeiten]

  • Mit der Tastenkombination Ctrl+W gewinnt man im ersten und zweiten Teil von Monkey Island sofort. Die Tastenkombination führt zum Gewinn des Secret of Monkey Island für die schnellste Lösung eines Computerspiels. Es erscheint nur der Text „Du gewinnst!“, dazu wird die Endmusik gespielt und schließlich das Spiel beendet. Dieses vermeintliche Gewinnen ist scherzhaft gemeint und könnte eine Anspielung auf Cheats und die damit verbundene geringe Leistung des Spielers sein.
  • Im ersten Kapitel ist es möglich, Guybrush sterben zu lassen, falls er länger als zehn Minuten unter Wasser bleibt. Er behauptet selber zu einem früheren Zeitpunkt im Spielverlauf, dass er seinen Atem für zehn Minuten anhalten kann. Nach dieser Zeit läuft er grün an und ertrinkt. Wenn Guybrush in Monkey Island 3 wiederholt befohlen wird, er solle ins Meer gehen, ist er schließlich einverstanden und spaziert zu dieser Szene.
  • Guybrush kann auf Monkey Island versehentlich von einem großen Felsen fallen. In diesem Fall erscheint eine Dialogbox und verkündet „Oh nein! Du hast es diesmal vermasselt! Vermutlich wirst du das Spiel neu starten müssen! Hoffentlich hast du das Spiel abgespeichert!“ und bietet die Wahlmöglichkeiten „Laden“, „Neues Spiel“ und „Beenden“ an. Die Dialogbox sieht den Dialogboxen von Sierra-Adventures aus dieser Zeit sehr ähnlich, bei denen es gelegentlich zu solchen Meldungen kam und bei denen der Spieler tatsächlich einen alten Spielstand laden musste. In Monkey Island hüpft Guybrush nach kurzer Zeit zurück ins Bild und landet wieder unversehrt auf dem Felsen. Dazu gibt er eine kurze und knappe Erklärung ab: „Unten war ein Gummibaum.“ Damit geht das Spiel normal weiter.
  • Es gibt z. T. unterschiedliche Versionen einer Szene, wenn der Spieler eine Aktion einer anderen vorwegnimmt. Wenn Guybrush z. B. das Idol der Vielen Hände bekommt, bevor die anderen beiden Aufgaben erfüllt sind, ist die Zwischenszene anders, als wenn er das Idol zuletzt bekommt.
  • Ein berüchtigter Scherz, den viele Spieler als technischen Fehler einstuften, beinhaltet einen Baumstumpf im Wald. Wenn der Stumpf untersucht wird, sagt Guybrush, dass ein Loch darin in ein Höhlenlabyrinth führt. Wenn Guybrush versucht in den Stumpf zu klettern, fordert das Spiel den Spieler dazu auf, Diskette #23, #47 und #98 einzulegen. Das Spiel wurde tatsächlich über 4 oder 8 Disketten vertrieben. Der Scherz wurde bei der CD-Version des Spiels entfernt. In Monkey Island 2 wird auf diesen Scherz angespielt: Guybrush kann LucasArts als Lösungshilfe von einem Telefon aus anrufen und fragen: „Wer hat sich diesen dummen Baumstumpfwitz ausgedacht?“ Der genervte Telefonist antwortet: „Ich habe genug von diesem verdammten Stumpf. Haben Sie eine Ahnung, wie viele Anrufe ich deswegen an einem TAG bekomme?“ In Monkey Island 3 steckt Guybrush seinen Kopf kurz in eine Öffnung, die zu demselben Baum von Monkey Island 1 im EGA-Grafikstil führt. Kurz danach wird er gezwungen, aus dem Loch zurückzuweichen, da er eine Herde „fantastisch gerenderter tollwütiger Jaguare“ sieht. Der Baumstumpfwitz ist auch in Tim Schafers Psychonauts zu sehen, wo das Untersuchen eines Baumstumpfes zu einer ähnlichen Antwort führt. Im Spiel Grim Fandango wiederholt Manny Calavera die Zeile „Wow! Ein Tunnel, der in die Katakomben führt“, die Guybrush sagt, wenn er den Baumstamm untersucht.
  • Nachdem Guybrush in einem Zirkuszelt aus einer Kanone geschossen wird, lautet eine der Dialogoptionen: „Ich bin Bobbin, bist Du meine Mutter?“ Diese Zeile bezieht sich auf das LucasArts-Spiel Loom.
  • Die SCUMM-Bar bei The Secret of Monkey Island beinhaltet Cobb, eine Figur aus Loom, der einen Piratenhut mit Button trägt, auf dem „Frag mich etwas über Loom“ steht. Wenn er danach gefragt wird, beschreibt er das Spiel enthusiastisch. Außerdem bezieht das Spiel eine Möwe aus Loom mit ein und verweist auf weitere Szenen, z. B. auf die Eröffnungsszene von Loom.
  • Bei der Lösung eines Rätsels auf dem Geisterschiff ertönt das Leitmotiv der Indiana-Jones-Filmmusik, das regelmäßig in dem Adventure-Spiel Indiana Jones and the Last Crusade und dessen später erschienenen Fortsetzungen benutzt wurde.
  • Wenn Guybrush auf Monkey Island mit den Kannibalen im Dorf über die Möglichkeit spricht, wie man sich im Lava-Labyrinth unterhalb des Affen-Kopfes zurechtfindet, unterhalten sich die drei Menschenfresser in der deutschen Übersetzung untereinander über „[…O]pfka esdi avigatorne“, worauf der Spieler mit „abthi hrio ineea arteka erdi atakombenko?“ antworten kann. Dabei handelt es sich nicht um eine fremde Sprache, sondern um eine Wortspielerei, die sich entschlüsseln lässt, wenn man den jeweils vorletzten Buchstaben eines Wortes an den Anfang stellt und den letzten wegnimmt. So ergeben sich „Kopf des Navigators“ als Aussage der Kannibalen und „Habt ihr eine Karte der Katakomben?“ als Frage Guybrushs.
  • Zwei der kleinen Idolfiguren vor dem Affenkopf auf Monkey Island sehen genau aus wie Sam & Max, die Hauptfiguren eines anderen Adventures von LucasArts. Diese Cameo-Auftritte der Freelance Police kommen genau wie Chuck, die Pflanze, in fast allen LucasArts-Adventures, in denen Steve Purcell als Grafiker mitgewirkt hat, vor. In der grafisch verbesserten Neuauflage wurden Sam & Max aus urheberrechtlichen Gründen allerdings entfernt und ein Tentakel aus Day of the Tentacle wurde eingefügt.
  • Das Geheimnis von Monkey Island wird erst im dritten Teil The Curse of Monkey Island (zumindest ansatzweise) gelöst, wenn man als Gefangener LeChuck die richtigen Fragen stellt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gandimann: LucasArts Patches. la-patches.gandimann.de. 23. Dezember 2010. Abgerufen am 22. Mai 2011.
  2. a b „Dial-A-Pirate“ als Flash-Applet
  3. a b Christian Schiffer: Spiel mit Charme, Witz und Einfallsreichtum. In: Telepolis. heise.de. 1. Februar 2006. Abgerufen am 19. Dezember 2011: „Geburtstag eines Klassikers: Das Adventure Spiel „The secret of Monkey Island“ wird 15
  4. Zeitreise mit „Monkey Island“ bei city-klagenfurt.at vom 19. Juli 2009
  5. The Secret of Monkey Island – Special Edition vom 16. Juli 2009 (Florian Scherz)
  6. Ron Gilbert: On Stranger Tides (englisch) Grumpy Gamer. 20. September 2004. Abgerufen am 17. April 2006.
  7. The Secret of Creating Monkey Island – An Interview With Ron Gilbert, excerpt from LucasFilm Adventurer vol. 1, number 1, Fall 1990 (englisch) scummbar.com. 16. Juni 2004. Abgerufen am 22. Mai 2011: „[The POTC Ride] keeps you moving through the adventure, but I've always wished I could get off and wander around, learn more about the characters, and find a way onto those pirate ships. So with The Secret of Monkey Island(TM) I wanted to create a game that had the same flavor, but where you could step off the boat and enter that whole storybook world.
  8. Dana Klosner-Wehner: Pirates and a villain will roam the stage (englisch) The Baltimore Sun. 29. April 2005. Abgerufen am 20. November 2011.
  9. Monkey Island play (englisch) worldofmi.com. 2005. Abgerufen am 20. November 2011.
  10. First graphic adventure to become a stage play (englisch) In: Guinness World Records. Jim Pattison Group. Abgerufen am 16. November 2011.
  11. Exhibitions: The Art of Video Games (englisch) Smithsonian American Art Museum. 2011. Abgerufen am 31. Juli 2011: „Five games will be available for visitors to play for a few minutes, to gain some feel for the interactivity— Pac-Man, Super Mario Brothers, The Secret of Monkey Island, Myst, and World of Warcraft.
  12. Offizielle Seite bei Lucasarts
  13. a b Power Play-Testbericht, Januar 1991
  14. ASM-Testbericht, Februar 1991
  15. Carsten Borgmeier: Das Geheimnis von Monkey Island. In: Amiga Joker. 1. Januar 1991. Abgerufen am 18. Juni 2011: „93 %
  16. Video Games-Testbericht, Januar 1994