Thomas Straubhaar

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Thomas Straubhaar (* 2. August 1957 in Unterseen, Kanton Bern) ist ein Schweizer Ökonom und Migrationsforscher. Er war bis Ende August 2014 Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).

Leben[Bearbeiten]

Straubhaar schloss 1981 das Studium der Volkswirtschaftslehre mit den Nebenfächern Operations Research und Mathematik an der Universität Bern mit dem Lic. rer. pol. ab. Von 1981 bis 1989 war er Assistent am dortigen Volkswirtschaftlichen Institut. 1983 erfolgte die Promotion bei Egon Tuchtfeldt zum Dr. rer. pol. und 1986 die Habilitation mit der Arbeit On the Economics of International Labour Migration. Zwischenzeitlich forschte er an der University of California, Berkeley. 1989/90 war er Lehrbeauftragter im Aufbaustudium Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Universität Konstanz und von 1989 bis 1992 Lehrbeauftragter für Wirtschaftspolitik an der Universität Basel. 1991/92 war er außerdem als Stellvertreter am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg im Breisgau tätig.

1992 wurde Straubhaar als Professor für Volkswirtschaftslehre an die Universität der Bundeswehr Hamburg berufen. Seit 1999 ist er Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Hamburg und war zugleich Präsident des 2006 geschlossenen Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs (HWWA). Im Jahr 2005 wurde Straubhaar Direktor des damals neu gegründeten Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Straubhaar hat angekündigt, diese Position im September 2014 niederzulegen.[1] Außerdem hält er regelmäßig Vorlesungen an der HSBA Hamburg School of Business Administration. Von 2008 bis 2011 gehörte er dem Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration an.

Straubhaar ist Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Er gehört den Kuratorien der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (seit 1994 Vertrauensdozent) und der HASPA Finanzholding an, ist im Stiftungsrat der Körber-Stiftung und der Edmund Siemers-Stiftung und Mitglied im BahnBeirat. Seit 2013 ist er Policy Fellow des Instituts zur Zukunft der Arbeit.

Er ist Initiator des Vereins Pro Bürgergeld und initiierte 2005 gemeinsam mit Bernd Lucke und Michael Funke den Hamburger Appell.

Straubhaar ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Straubhaar erhielt mehrere Stipendien (u.a. des Schweizerischen Nationalfonds und der ZEIT) und wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Arbeitskräftewanderung und Zahlungsbilanz. Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Rücküberweisungen nach Griechenland, Portugal, Spanien und die Türkei (= Berner Beiträge zur Nationalökonomie, Band 45). Haupt, Bern u.a. 1983, ISBN 3-258-03286-6.
  • mit Klaus M. Leisinger, Egon Tuchtfeldt: Studien zur Entwicklungsökonomie (= Sozioökonomische Forschungen, Band 20). Haupt, Bern u.a. 1986, ISBN 3-258-03665-9.
  • On the economics of international labor migration (= Beiträge zur Wirtschaftspolitik, Band 49). Haupt, Bern u.a. 1988, ISBN 3-258-04001-X.
  • mit Silvio Borner, Aymo Brunetti: Schweiz-AG. Vom Sonderfall zum Sanierungsfall? 3. Auflage, Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1990, ISBN 3-85823-305-6.
  • mit Manfred Winz: Reform des Bildungswesens. Kontroverse Aspekte aus ökonomischer Sicht (= Sozioökonomische Forschungen, Band 27). Haupt, Bern u.a. 1992, ISBN 3-258-04693-X.
  • mit Peter A. Fischer: Ökonomische Integration und Migration in einem Gemeinsamen Markt. 40 Jahre Erfahrung im Nordischen Arbeitsmarkt (= Beiträge zur Wirtschaftspolitik, Band 59). Haupt, Bern u.a. 1994, ISBN 3-258-04989-0.
  • mit Silvio Borner: Die Schweiz im Alleingang. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1994, ISBN 3-85823-490-7.
  • Migration im 21.Jahrhundert (= Beiträge zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, Band 167). Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147717-0.
  • hrsg. mit Rainer Winkelmann: The European Reform Logjam and the Economics of Reform. Duncker & Humblot, Berlin 2004, ISBN 3-428-11659-3.
  • mit Gunnar Geyer, Heinz Locher, Jochen Pimpertz, Henning Vöpel: Wachstum und Beschäftigung im Gesundheitswesen. Beschäftigungswirkungen eines modernen Krankenversicherungssystems (= Beiträge zum Gesundheitsmanagement, Band 14). Nomos, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1970-8.
  • mit Michael Hüther: Die gefühlte Ungerechtigkeit. Warum wir Ungleichheit aushalten müssen, wenn wir Freiheit wollen. Econ, Berlin 2009, ISBN 978-3-430-30036-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wirtschaftsforscher Straubhaar verlässt Deutschland. Welt Online, 22. August 2013.