UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 1961

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 1961 fanden am 2. und 3. September im Schweizer Bern statt. Die Strecke führte über einen rund 13 Kilometer langen Rundkurs der Motorrennstrecke Bremgarten auf Berner Stadtgebiet. Neue Weltmeister wurden bei den Profifahrern Rik Van Looy aus Belgien, bei den Amateuren Jean Jourden aus Frankreich und bei den Frauen Yvonne Reynders ebenfalls aus Belgien.

Profirennen[Bearbeiten]

Die Profifahrer mussten eine Distanz von 285,252 Kilometern bewältigen. Der 27-jährige Belgier Rik Van Looy konnte seinen Titel von 1960 erfolgreich verteidigen. Er gewann den Spurt aus dem 24-köpfigen Hauptfeld trotz eines mehrfachen Speichenbruchs kurz vor der Ziellinie vor dem Italiener Nino Defilippis und Raymond Poulidor aus Frankreich. Die Fahrer des Hauptfeldes hatten ein Stundenmittel von 36,8 Kilometer pro Stunde erzielt. Der zu den Favoriten gezählte deutsche Fahrer Hennes Junkermann kam lediglich auf Platz 10 ein. Von den neun gestarteten Fahrern des Bundes Deutscher Radfahrer erreichte nur noch Sigi Renz mit 19-minütiger Verspätung als 25. das Ziel. Von insgesamt 71 Fahrern kamen nur 32 ins Ziel, obwohl im Vorfeld der vermeintlich wenig selektive Charakter der Strecke kritisiert worden war. Erfolgreichste Nation war Belgien, die neben dem neuen und alten Weltmeister weitere vier Fahrer ins Ziel brachte, unter ihnen auf Platz sieben Jozef Planckaert.

Amateurrennen[Bearbeiten]

Der Weltmeisterschaftskurs der Amateurfahrer verlief über eine Strecke von 181,524 Kilometern, für die 14 Runden notwendig waren. Es waren 129 Fahrer aus 31 Nationen an den Start gegangen. Mit 37,6 km/h wurde der erst 19-jährige Franzose Jean Jourden aus einer dreiköpfigen Spitzengruppe heraus neuer Amateur-Weltmeister. Er besiegte im Spurt seinen Landsmann Henri Belena, 22 Sekunden später kam der dritte Franzose Jacques Gestraud ins Ziel. Im Gegensatz zum Vorjahr kamen diesmal die Staatsprofis aus dem Ostblock nicht zum Zuge. Von ihnen kam als bester Akteur der DDR-Fahrer und Titelverteidiger Bernhard Eckstein lediglich auf Platz 14. Die übrigen deutschen Fahrer aus Ost und West hatten mit der Entscheidung nichts zu tun, als bester deutscher Amateur wurde der 20-jährige Hombrucher Winfried Bölke 30. Der deutsche Meister Karl-Heinz Kunde gab bereits in der zweiten Runde nach einem Rückstand von neun Minuten auf. Auch die DDR-Fahrer Günter Lörke, Lothar Appler und Hans Scheibner stiegen vorzeitig vom Rad.

WM der Frauen[Bearbeiten]

Die Frauen hatten in Bern eine Strecke von 61 Kilometern zu bewältigen. Yvonne Reynders machte den belgischen Triumph perfekt und wurde wie ihr Landsmann Weltmeisterin der Radsaison 1961. Sie verwies die Titelverteidigerin Beryl Burton aus Großbritannien und die Luxemburgerin Elsy Jacobs auf die Plätze. Beste Deutsche wurde die DDR-Starterin Elisabeth Kleinhans. Wie schon bei den Profiakteuren war auch bei den Frauen Belgien das erfolgreichste Land, neben Reynders kam vier weitere Fahrerinnen unter die ersten 12.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Profis – 285,252 km
Platz Name Land Zeit
01 Rik Van Looy BelgienBelgien BEL 7:46:35 h
02 Nino Defilippis ItalienItalien ITA + 0 min
03 Raymond Poulidor FrankreichFrankreich FRA + 0 min
04 José Bernadez Spanien 1945Spanien ESP alle
+ 0 min
05 Jo de Roo NiederlandeNiederlande NED
06 Jean Stablinski FrankreichFrankreich FRA
07 Jef Planckaert BelgienBelgien BEL
08 Gastone Nencini ItalienItalien ITA
09 Tom Simpson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR
10 Hennes Junkermann DeutschlandDeutschland GER
11 Piet Rentmeester NiederlandeNiederlande NED
12 Angelo Conterno ItalienItalien ITA
13 Jacques Anquetil FrankreichFrankreich FRA
14 Imerio Massignan ItalienItalien ITA
15 Michel Stolker ItalienItalien ITA + 0:33 min
16 Diego Ronchini ItalienItalien ITA + 0:33 min
17 Federico Bahamontes ItalienItalien ITA alle
+ 0:37 min
18 Ercole Baldini ItalienItalien ITA
19 Frans De Mulder BelgienBelgien BEL
20 Kurt Gimmi SchweizSchweiz SUI
21 Robert Cazala FrankreichFrankreich FRA
22 Arnaldo Pambianco ItalienItalien ITA
23 Bas Maliepaard NiederlandeNiederlande NED
24 Willy Schroeders BelgienBelgien BEL + 0:52 min
25 Sigi Renz DeutschlandDeutschland GER alle
+ 19:14 min
26 Michel Van Aerde BelgienBelgien BEL
27 Niels Baunsoe DanemarkDänemark DEN
28 Wilfried Thaler OsterreichÖsterreich AUT
29 Fredy Rüegg SchweizSchweiz SUI
30 Attilio Moresi SchweizSchweiz SUI
31 Rolf Maurer SchweizSchweiz SUI
32 Rolf Graf SchweizSchweiz SUI
Amateure – 181,524 km
Platz Name Land Zeit
1 Jean Jourden FrankreichFrankreich FRA 4:49:54 h
2 Henri Belena FrankreichFrankreich FRA + 0 min
3 Jacques Gestraud FrankreichFrankreich FRA + 0:22 min
4 Guido De Rosso ItalienItalien ITA alle
+ 1:28 min
5 Roger Melckenbeeck BelgienBelgien BEL
6 Aldo Pifferi ItalienItalien ITA
7 Jan Janssen NiederlandeNiederlande NED
8 Erwin Jaisli SchweizSchweiz SUI
9 Alfons Hellemans BelgienBelgien BEL
10 Martin Van Den Bossche BelgienBelgien BEL
11 Leon Sebregts NiederlandeNiederlande NED
12 Jan Schröder NiederlandeNiederlande NED
13 Gösta Pettersson SchwedenSchweden SWE
14 Bernhard Eckstein Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR
15 Michael Wright Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR
16 Jos Hermans BelgienBelgien BEL
17 Robert Hentges LuxemburgLuxemburg LUX
18 Alexei Petrow Sowjetunion 1955Sowjetunion URS
19 Bruno Fantinato ItalienItalien ITA
20 Jaap de Waard NiederlandeNiederlande NED
0
23 Gustav-Adolf Schur Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR + 1:28 min
30 Winfried Bölke DeutschlandDeutschland GER + 5:07 min
57 Manfred Brüning Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR + 1209 min
64 Klaus Limbach DeutschlandDeutschland GER + 14:13 min
Frauen – 61 km
Platz Name Land
01 Yvonne Reynders BelgienBelgien BEL
02 Beryl Burton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR
03 Elsy Jacobs LuxemburgLuxemburg LUX
04 Aina Puronen Sowjetunion 1955Sowjetunion URS
05 Maria Luchina Sowjetunion 1955Sowjetunion URS
06 Marie-Thérèse Naessens BelgienBelgien BEL
07 Elisabeth Kleinhans Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR
08 Nadia Germonpre BelgienBelgien BEL
09 Rosa Sels BelgienBelgien BEL
10 Sheila Holmes Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR
11 Lily Herse FrankreichFrankreich FRA
12 Anne Vermeiren BelgienBelgien BEL


Literatur[Bearbeiten]

  • Helmer Boelsen: Die Geschichte der Rad-Weltmeisterschaft, Bielefeld 2007, S. 84, ISBN 978-3-936973-33-4
  • Radsport, August/September 1961
  • Deutsches Sportecho, Ausgabe vom 4. September 1961

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]