Raymond Poulidor

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Raymond Poulidor bei der Tour de France 2004 in Angers
Raymond Poulidor (1993)

Raymond Poulidor (* 15. April 1936 in Masbaraud-Merignat, Département Creuse) war einer der populärsten französischen Radrennfahrer.

Der "Mann, der nie die Tour de France gewinnen konnte", begann seine sportliche Laufbahn 1953 als 17-jähriger. Nach der Nichtnominierung für die Amateur-Straßen-WM 1958 in Reims wurde Poulidor Ende 1959 Professionel beim Rennstall von Mercier-BP und schaffte schon 1960 durch gute Platzierungen und 5 nationale Siege den Sprung in die Nationalmannschaft, die auf dem Sachsenring in der DDR bei der Straßenweltmeisterschaft zum Einsatz kam und der 24-jährige Südfranzose einen beachtlichen 5.Platz belegte. 1961 gewann er das klassische Eintagesrennen über 288 Kilometer von Mailand nach San Remo und die Französische Straßenmeisterschaft der Profis. Danach errang er die Bronzemedaille mit dem 3. Platz bei der Straßen-WM. Ein Jahr später ging er erstmals an den Start der Tour de France. Der in Frankreich nur „Poupou“ genannte Poulidor konnte sich zwischen 1962 und 1976 acht Mal auf dem Podium der Tour de France platzieren (drei 2. Plätze, fünf 3. Plätze), ohne das wichtigste Etappenrennen der Welt ein einziges Mal zu gewinnen oder auch nur das Gelbe Trikot zu tragen. In Frankreich wird sein Name daher bis heute faktisch als Synonym für „Pechvogel“ verwendet. Trotz oder gerade wegen dieses Images als „ewiger Zweiter“ war Poulidor zu seiner aktiven Zeit der populärste Sportler Frankreichs, vor seinem großen sportlichen Rivalen, dem fünfmaligen Toursieger Jacques Anquetil.

Einem Toursieg am nächsten kam Poulidor 1964. In die französische Sportgeschichte eingegangen ist dabei vor allem sein legendäres Ellenbogenduell mit dem großen Favoriten Anquetil am Puy de Dôme. Anquetil war im Gegensatz zu Poulidor am Ende seiner Kräfte, verbarg seine Erschöpfung am Berg aber geschickt vor seinem Konkurrenten. Poulidor wartete viel zu lange mit seinem Angriff. In Paris trennten Poulidor letztlich nur 55 Sekunden vom Gelben Trikot.

Neben vielen anderen Siegen bei kleineren Etappenrennen wie Paris-Nizza konnte Poulidor mit einem Erfolg bei der Vuelta a España 1964 wenigstens eine der drei großen Landesrundfahrten für sich entscheiden. Bei Straßenweltmeisterschaften war Poulidor stets besonders motiviert und erzielte 1963 den 5., 1964 und 1966 den 3. und 1968 den 7.Rang. Den größten Erfolg beim wichtigsten Profi-Straßenrennen der Welt schaffte er 1974 im kanadischen Montreal, als er Vize-Weltmeister hinter Eddy Merckx werden konnte.

In den 18 Jahren seiner Karriere als Berufsfahrer konnte Poulidor 195 Siege erringen, darunter auch 7 Etappensiege bei der Tour de France. 1974 wurde er von der Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres („Champion des champions“) gewählt.

1977 beendete Poulidor seine Laufbahn, nachdem er ein Jahr zuvor als 40-Jähriger noch einmal Dritter bei der Tour de France geworden war.

Filme[Bearbeiten]

  • Arte-Dokumentation: Radsport Anquetil/Poulidor - Die großen Sportduelle, Doku von Olivier Hennegrave, Frankreich 2001, 50 min

Weblinks[Bearbeiten]