Volker Gerhardt

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Volker Gerhardt (* 21. Juli 1944 in Guben) ist ein deutscher Philosoph. Er ist Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, seine Forschungsschwerpunkte liegen in dem Feld der Praktischen Philosophie. Sie gelten zu gleichen Teilen den Grundlegungsfragen der Ethik wie denen der Politischen Philosophie. Ein weiteres Arbeitsfeld liegt in der philosophischen Ästhetik. Seine historischen Interessen liegen vornehmlich im Bereich der Philosophie Platons, Kants und Nietzsches sowie in der Philosophie des 20. Jahrhunderts (Kelsen, Schmitt, Cassirer, Voegelin, Jaspers, Arendt. Seit 1997 beschäftigt er sich außerdem mit Fragen der Angewandten Ethik und der Biopolitik.

Volker Gerhardt studierte Philosophie, Psychologie und Rechtswissenschaft. Er lehrte als Professor in Münster, Köln und Halle, bevor er 1992 einem Ruf auf die Professur für Praktische Philosophie (Schwerpunkt Rechts- und Sozialphilosophie) an der Humboldt-Universität zu Berlin folgte.

Volker Gerhardt ist Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und war von 1996 bis 2002 Leiter des DFG-Beirats zur Förderinitiative Bioethik. Außerdem ist er Mitglied des Senats der Deutschen Nationalstiftung.

2001 wurde er vom Bundeskabinett zum Mitglied des Nationalen Ethikrats berufen. Seit April 2008 ist er Mitglied im Deutschen Ethikrat. Anerkannt wird, neben seinen Beiträgen zur Kant- und Nietzscheforschung, insbesondere seine Begründung einer Ethik der Individualität. Zudem ist er mit seinen Einsprüchen zur herrschenden Bioethik zu einer maßgebenden Instanz im biopolitischen Diskurs geworden. Zusammen mit Detlev Ganten und Julian Nida-Rümelin leitet er das Humanprojekt der BBAW. Im Mai 2002 bezeichnete Gerhardt US-Präsident Bush als „Dumpfbacke“, der CDU-Politiker Hubert Hüppe forderte daraufhin Gerhardts Abberufung aus dem Nationalen Ethikrat, allerdings ohne Erfolg.[1]

Volker Gerhardt ist Mitglied der SPD und war 2008 im „Kompetenzteam“ des Hamburger SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Naumann.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

  • Pathos und Distanz. Studien zur Philosophie Friedrich Nietzsches, Stuttgart (Reclam), 1988
  • Friedrich Nietzsche. München (C.H. Beck Verlag), 1992
  • Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 1995
  • Vom Willen zur Macht. Berlin/ New York (de Gruyter Verlag), 1996
  • Selbstbestimmung. Das Prinzip der Individualität. Stuttgart (Reclam), 1999
  • Individualität. Das Element der Welt. München (C.H. Beck Verlag), 2000
  • Der Mensch wird geboren. Kleine Apologie der Humanität. München (C.H. Beck Verlag), 2001
  • Immanuel Kant. Vernunft und Leben. Stuttgart (Reclam), 2002
  • Die angeborene Würde des Menschen. Berlin 2004 (ParErga Verlag)
  • Partizipation. Das Prinzip der Politik. München 2007 (C. H. Beck Verlag)[2]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. H. Hüppe: Schröder muß Gerhardt aus Ethikrat abberufen!.
  2. Buchbesprechung von Frank Hahn bei Solon-line.
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