Bezirk Pankow

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Der Prozess der Wappenfindung ist noch nicht abgeschlossen

Pankow
Bezirk von Berlin

Lage des Bezirks Pankow in Berlin
Koordinaten 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ O52.56888888888913.402222222222Koordinaten: 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ O
Fläche 103 km²
Einwohner 367.403 (30. Nov. 2008)
Bevölkerungsdichte 3567 Einwohner/km²
Website BA Pankow
Bezirksschlüssel 03
Politik
Bürgermeister Matthias Köhne (SPD)
Sitzverteilung (BVV 2006) - (Stand 2008)
SPD Linke Grüne CDU FDP Parteilos Rep
17 14 10 7 4 2 1
Sitzverteilung in der BVV
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Buch Blankenfelde Rosenthal Wilhelmsruh Französisch Buchholz Karow Niederschönhausen Blankenburg Stadtrandsiedlung Malchow Heinersdorf Pankow Weißensee Prenzlauer Berg
Ortsteile im Bezirk Pankow

Der Bezirk Pankow [ˈpaŋkoː] ist der dritte und bevölkerungsreichste Verwaltungsbezirk von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 gab es einen kleineren Bezirk Pankow.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Bezirk Pankow wurde durch das Groß-Berlin-Gesetz im Jahr 1920 geschaffen. Die bis dahin zum Kreis Niederbarnim gehörende Stadt Pankow wurde als Verwaltungsbezirk mit den umliegenden Gemeinden Blankenburg, Blankenfelde, Buch, Buchholz, Heinersdorf, Karow, Niederschönhausen und Rosenthal verbunden. Pankow wurde wegen der Größe als Namensgeber verwendet. Auch durchfließt der Fluss Panke den Bezirk, was einen Bezug vorgab. Das Rathaus der Stadt wurde auch Sitz des Bürgermeisters und der Bezirksversammlung.

Der Ortsteil Wilhelmsruh wurde 1893 auf der Rosenthaler Gemarkung gegründet und 1920 nach Berlin eingemeindet. Bis 1938 (Gebietsreform) gehörte ein schmaler Streifen östlich der Nordbahntrasse zum Bezirk bzw. Ortsteil Reinickendorf, die ehemalige Bezirksgrenze wird noch heute durch den Übergang der Hauptstraße in die Kopenhagener Straße (und das Abspannwerk Wilhelmsruh als erstes Gebäude an der Kopenhagener Straße) markiert.

Die Bezirksgrenzen wurden häufig verschoben, aber erst mit dem Mauerbau wurden die Festlegung der S-Bahn (Nordbahn) als Linie bedeutsam. Die bis dahin westlich gelegenen Flächen waren Bestandteil der Grenze, und somit unzugänglich. Der Ortsteil Schönholz wurde dabei in Ost- und Westteil gespalten; die größere Osthälfte ist heute als Ortslage dem Ortsteil Niederschönhausen zugehörig.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bezirk Pankow durch den Beschluss von Jalta dem sowjetischen Sektor in Berlin zugeordnet. Ab Oktober 1949 war Pankow als Stadtbezirk von Ostberlin de facto Bestandteil der DDR, unabhängig vom strittigen Status der Stadt bis 1990. Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde auch die Teilung von Berlin aufgehoben und Pankow wurde als Bezirk Teil des Bundeslandes Berlin.

Im Jahr 1985 wurden die Ortsteile Karow, Heinersdorf und Blankenburg dem damaligen Stadtbezirk Weißensee zugeordnet. Mit der Verwaltungsreform von 2001 kehrten sie mit dem Bezirk Weißensee jedoch wieder zum Bezirk Pankow zurück. Der heutige Bezirk Pankow entstand durch Fusion der ehemaligen Bezirke Prenzlauer Berg, Weißensee und Pankow.

DDR-Regierungssitz

Im westdeutschen Sprachgebrauch wurde der metonymische Begriff „Pankow“ verwendet, wenn die DDR-Regierung gemeint war. Das liegt daran, dass von 1949 das Schloss Schönhausen Sitz des Präsidenten der DDR Wilhelm Pieck war. Bis 1964 war es Amtssitz des Staatsoberhaupts, des Vorsitzenden des Staatsrates. Zusammen mit dem nahegelegenen Majakowskiring bildete es eines der politischen Zentren der DDR. Nach der innerdeutschen Annäherung nach 1974 rückte er aber im Sprachgebrauch in den Hintergrund. Lediglich 1983 wurde der Begriff mit dem Song Sonderzug nach Pankow von Udo Lindenberg aufgefrischt.

[Bearbeiten] Geografie

Pankow liegt im Nordosten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf sowie an die Landkreise Oberhavel und Barnim in Brandenburg.

Der Bezirk liegt nahezu vollständig auf der eiszeitlich gebildeten Hochfläche des Barnim, die hier eben bis flachwellig ausgebildet ist. Zum größten Teil besteht die Landschaft aus Grundmoränenflächen. Entlang der Panke zieht sich auch ein Sander von Norden nach Süden zum Berliner Urstromtal.

[Bearbeiten] Ortsteile und Ortslagen

[Bearbeiten] Politik

Volksvertretung des Bezirks ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow von Berlin.

Bezirksbürgermeister

des früheren Bezirks Pankow vor der Verwaltungsreform 2001

  • 1920–1921: Gustav Stawitz
  • 1921–1924: Wilhelm Kubig (USPD und SPD)
  • 1924–1944: Hans Meißner (DVP/NSDAP)
  • 1944–1945: Bernhard Ahmels (NSDAP)
  • April 1945 bis Mai 1946: Bruno Mätzchen (KPD/SED)
  • Mai 1946 bis Juni 1946: Fritz Schmidt (SPD)
  • Juni 1946 bis Dezember 1946: unbekannt
  • Dezember 1946 bis Dezember 1948: Erich Ryneck (SPD)
  • 1948–1950: Otto-Heinz Gahren (LDPD)
  • 1950–1951: Hermann Selbach (LDPD)
  • 1951–1952: Martin Dietrich (LDPD)
  • 1953–1961: Friedel Weiss (SED)
  • 1961–1971: Gerhard Kirchbaum (SED)
  • 1971–1981: Horst Ansorge (SED)
  • 1981–1988: Hans Walter (SED)
  • 1988 bis Dezember 1989: Heinz Mohn (SED)
  • Dezember 1989 bis Februar 1990: Uwe Hauser (SED)
  • Februar 1990 bis Mai 1990: Nils Busch-Petersen (parteilos)
  • 1990–1992: Harald Lüderitz (SPD)
  • 1992–1999: Jörg Richter (SPD)
  • 1999–2001: Gisela Grunwald (PDS)
Bezirksbürgermeister des Großbezirkes Pankow

nach der Verwaltungsreform 2001, bestehend aus den früheren Bezirken Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee

  • 2001–2002: Alex Lubawinski (SPD)
  • 2002–2006: Burkhard Kleinert (PDS/Linkspartei)
  • seit 2006: Matthias Köhne (SPD)

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bevölkerungspyramide Pankows

Der Frauenanteil liegt im Bezirk bei 50,5% gegenüber 49,5% Männeranteil. Für den gesamten Bezirk wird ein Ausländeranteil von 6,9% genannt, wobei dieser Anteil je nach Ortsteil stark schwankt. [1]

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Der Straßenverkehr im Bezirk wird geprägt durch die drei radial vom Stadtzentrum nach Norden bzw. Nordosten verlaufenden Bundesstraßen B 96a (Schönhauser Allee/Berliner Straße), B 109 (Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade), die am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf in die Autobahn 114 mündet, und die B 2 (Greifswalder Straße/Berliner Allee). Von großer Bedeutung für den Straßenverkehr sind auch die beiden Ringstraßen: Danziger Straße (innerhalb des S-Bahnringes) und Ostseestraße – Wisbyer Straße – Bornholmer Straße (außerhalb des S-Bahnringes).

[Bearbeiten] Straßenbahn

Das Straßenbahnnetz im Bezirk folgt im Wesentlichen den im Abschnitt Straßenverkehr beschriebenen Hauptstraßen. Daneben gibt es noch eine von Südwesten nach Nordosten verlaufende Ergänzungslinie. Die aus der Schönhauser Allee nach Norden verlaufende Straßenbahnlinie verästelt sich im Ortsteil Pankow in drei Zweige. Die Linienführung in der Berliner Allee verlässt den Bezirk Pankow ostwärts in Richtung des Bezirks Lichtenberg.

Die Strecke in der Berliner Allee wurde im Herbst 2005 saniert und mit lärmschluckendem Rasengleis sowie neuen Haltestellen ausgerüstet.

[Bearbeiten] S-Bahn/Regionalbahn

U-Bahnhof Pankow

Im Bezirk Pankow liegt fast der gesamte nördliche Teil des Ostrings der Ringbahn mit den Bahnhöfen Storkower Straße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und Schönhauser Allee. An dem auf der Grenze zum Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte gelegenen Bahnhof Bornholmer Straße teilen sich die von Süden kommenden Linien in die Strecken Richtung Oranienburg /Hennigsdorf (die Preußische Nordbahn) und Bernau auf. Auf der Grenze zum Bezirk Reinickendorf liegen die Bahnhöfe Wollankstraße, Schönholz und Wilhelmsruh, wobei sich die beiden zuletzt genannten Stationen auf Reinickendorfer Gebiet befinden. An der nach Nordosten führenden Stettiner Bahn liegen die Bahnhöfe Pankow, Pankow-Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch.

Am Bahnhof Berlin-Karow beginnt die Regionalbahn-Linie NB27 (Heidekrautbahn) der Niederbarnimer Eisenbahn nach Groß Schönebeck bzw. Wensickendorf.

[Bearbeiten] U-Bahnhöfe

Im Bezirk Pankow gibt es fünf U-Bahnhöfe der Berliner U2, und zwar im Ortsteil Prenzlauer Berg die Bahnhöfe Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie im Ortsteil Pankow die Bahnhöfe Vinetastraße und Pankow. Dabei sind die Bahnhöfe Schönhauser Allee und Pankow Umsteigebahnhöfe zur S-Bahn.

[Bearbeiten] Radfernwege

Pankow ist in das Netz der Radfernwege eingebunden. So verläuft der Radfernweg Berlin-Usedom von der Museumsinsel entlang der Schönhauser Allee, biegt dann in die Schwedter Straße ab und führt durch den Mauerpark und den Schlosspark Pankow und weiter nach Karow und Buch. Entlang der Bezirksgrenze zwischen Pankow und dem Bezirk Reinickendorf und dem Ortsteil Wedding vom Bezirk Mitte, die dem früheren Grenzverlauf der DDR entspricht, verläuft der Berliner Mauerweg.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Das Rathaus Pankow

Zu den sehenswerten Gebäuden im Ortsteil Pankow gehören das Rathaus Pankow vom Beginn des 20. Jahrhunderts und das Schloss Schönhausen in Niederschönhausen. Pankow gilt als grüner Bezirk, dabei sind der Bürgerpark und der Schlosspark besonders zu erwähnen.

In Prenzlauer Berg sind im älteren Bereich zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee breite Bürgersteige mit Cafés und Kneipen trotz der dichten Bebauung sehenswert. Bemerkenswert sind die Großsiedlungsbauten aus den 1920er-Jahren, die im Gegensatz zu den Mietskasernen das neue Bauen ihrer Zeit dokumentieren. Besonders gilt dies für die Wohnstadt Carl Legien, die von Bruno Taut projektiert wurde und zusammen mit 5 anderen Berliner Siedlungen Unesco Weltkulturerbe ist.

Im Ortsteil Weißensee bildet der Park am Weißen See mit dem fast kreisrunden Weiße See, dem größten natürlichen Gewässer im Bezirk, einen Anziehungspunkt.

Im Ortsteil Weißensee liegt auch der größte Jüdische Friedhof Europas.

[Bearbeiten] Sonstige Bauwerke

Auf einem Feld im Norden Pankows, Ortsteil Buch, (mit den Geo-Koordinaten: 52° 38′ 54″ N, 13° 26′ 40″ O52.64833333333313.444444444444) befindet sich eine Windkraftanlage, die mit 180 Metern Höhe das höchste Bauwerk Pankows ist.

[Bearbeiten] Wappen

Wappen des Bezirks Pankow in der Form von 1987

Das Wappen des Bezirks Pankow befindet sich zur Zeit im Prozess der Entscheidung durch die Bezirksverwaltung nach Empfehlung durch die Wappenkommission. Nach der Verwaltungsreform 2001 ging der ehemalige kleinere Bezirk Pankow in den Großbezirk Pankow auf. Ende 2006 wurden die Auseinandersetzungen zur Findung des Bezirksnamens beendet, und am 1. Oktober 2007 zur Wappenfindung aufgerufen. Am 30. April 2008 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, den Heraldiker Jörg Mantzsch mit der Gestaltung zu beauftragen, der mehrere Entwürfe nach vorgegebenem Inhalt zur Entscheidung vorlegte. Nach einigen Schwierigkeiten zwischen dem Bezirksamt und dem ausführenden Heraldiker gab das Pankower Bezirksamt am 24. Februar 2009 den beschlossenen Entwurf bekannt.[2] Die offizielle Verleihung des Wappens durch das Land Berlin gilt als reine Formsache und wird bald erwartet.[3]

Das Wappen des alten Bezirks Pankow wurde im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 verliehen. Es greift dabei Elemente der ehemaligen Landgemeinde Pankow auf, es zeigt „in silbernen Schild zwei gekreuzte und durch ein silbernes Band zusammengehaltene goldene Getreidegarben auf grünen Boden. In die Garben ist aufrecht ein goldener Rechen, schrägrechts ein goldener Dreschflegel und schräg links eine Sense mit blauem Blatt gesteckt. Alle drei Geräte haben einen roten Stiel. Die Garben sind belegt mit zwei gestürzten und schräggekreuzten blauen Spaten mit roten Stielen“. Im Rahmen der Bezirksreform wurde das Wappen um ein dreitürmige Mauerkrone ergänzt, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist. Die Mauerkrone ist dabei das verbindende Element aller Berliner Bezirke

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Der heutige Bezirk Pankow unterhält eine vom Altbezirk Pankow im Mai 1994 begründete Partnerschaft mit der Stadt Kolberg in Polen. Im Rahmen dieser Partnerschaft findet ein Austausch in den Bereichen von Kultur, Wirtschaft und Verwaltung statt. Aufgrund des Beitritts Polens zur Europäischen Union steht zu erwarten, dass die Partnerschaft Pankows zu Kolberg noch weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Die vom Altbezirk Weißensee in den 2001 neu gegründeten Bezirk Pankow eingebrachte Partnerschaft mit Ashkelon besteht offiziell noch, wird aber nicht mehr aktiv betrieben.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Pankow ist der Name einer Berliner Rockband.
  • Der Sänger Udo Lindenberg brachte 1983 ein Lied mit dem Titel Sonderzug nach Pankow heraus.
  • Pankow war zeitweilig ein beliebtes Synonym für die DDR und ihre Staatsführung im westdeutschen Sprachgebrauch, insbesondere in den Medien und der Politik.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Bezirk Pankow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Angaben des Statistischen Jahrbuchs 2007
  2. Entwurf des neuen Wappens
  3. Der Tagesspiegel vom 26.02.2009: „Pankow legt Streit um Wappen bei“
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