Wings (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Wings
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1927
Länge 139 Minuten
Stab
Regie William A. Wellman
Drehbuch John Monk Saunders,
Hope Loring,
Louis D. Lighton
Produktion Lucien Hubbard,
B. P. Schulberg
Musik John Stepan Zamecnik
Kamera Harry Perry
Schnitt E. Lloyd Sheldon
Besetzung

Wings ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm von William A. Wellman aus dem Jahr 1927.

Handlung[Bearbeiten]

Es ist das Jahr 1917. Jack Powell ist ein junger Mann, der schnelle Autos liebt und davon träumt, Pilot zu werden. Seine Nachbarin ist Mary Preston, die unsterblich in ihn verliebt ist, was er aber nicht zu bemerken scheint. Er wiederum liebt Sylvia Lewis, die aber mit dem reichen David Armstrong liiert ist.

Als die USA in den Ersten Weltkrieg eintreten, melden sich die beiden jungen Männer freiwillig zum American Flying Corps, wo sie Freunde werden. Während die beiden über Frankreich zahlreiche Luftkämpfe bestreiten, meldet sich Mary Preston freiwillig zum Women's Motor Corps des Roten Kreuzes, um über Jack hinwegzukommen und gelangt ebenfalls nach Frankreich.

Eines Tages werden alle Urlauber für die große Offensive an die Front gerufen. Mary hat Jacks Namen in Paris auf einer Liste entdeckt. Sie findet ihn im Folies Bergère in Gesellschaft einer schönen Französin, doch der junge Mann ist so sturzbetrunken, dass er Mary nicht erkennt. Sie leiht sich das Kleid einer Tänzerin und spannt ihn der Französin aus. Im Hotelzimmer schläft Jack allerdings nur noch seinen Rausch aus.

Während eines finalen Großangriffs der US-Streitkräfte – es dürfte sich um den Auftakt zur Offensive der hundert Tage handeln – wird David hinter den deutschen Linien abgeschossen. Deutsche Infanterie will ihn gefangennehmen, doch er ergibt sich nicht und als auf ihn geschossen wird, stürzt er sich in einen Fluss und täuscht seinen Tod vor. Der deutsche Flieger Hauptmann Kellermann wirft über dem englischen Flugplatz eine Nachricht über den Abschuss und den Tod des Piloten ab.

Am nächsten Tag beschießt der nach Rache dürstende Jack mangels gegnerischer Flugzeuge die Bodentruppen hinter der Front und richtet ein Blutbad an. Als er bereits auf dem Rückweg ist, entdeckt er ein einzelnes deutsches Flugzeug, das in die gleiche Richtung fliegt. Es ist David, der inzwischen ein deutsches Flugzeug gestohlen hat und seinen Verfolgern entkommen ist. Doch Jack erkennt ihn nicht. Er sieht nur das feindliche Hoheitszeichen, schießt den vermeintlichen Deutschen ab und landet in der Nähe des Wracks, um sich das Kreuz-Emblem als Trophäe vom Leitwerk abzuschneiden. Infanterie hat sich inzwischen um den sterbenden Piloten gekümmert. Eine Französin bittet Jack hinzu und er erkennt voller Entsetzen, dass er seinen Freund getötet hat.

Jack kehrt in die Heimat zurück und wird als Held gefeiert. Der Besuch bei Davids Eltern fällt nicht so schlimm aus wie befürchtet. Die gramgebeugten Eltern sprechen Jack von seiner Schuld frei, wie zuvor schon David und die Franzosen. So sei nun mal der Krieg.

Letztlich finden Jack und Mary zusammen. Jack beichtet seinen kleinen Fehltritt in Frankreich und sie verzeiht ihm, ohne zu erwähnen, dass sie selbst die gewisse Dame war. So nimmt der Krieg zumindest für diese beiden ein gutes Ende.

Kritiken[Bearbeiten]

Wings gilt als einer der besten Fliegerfilme aller Zeiten und wurde in neun Monaten mit einem für die damalige Zeit ungeheuren Budget von zwei Millionen US-Dollar gedreht. Zum ersten Mal arbeitete Hollywood für diese Produktion mit der Armee zusammen, die die Dreharbeiten massiv unterstützte. Als Folge davon sind die Flug- und Kampfszenen derart realistisch und spektakulär geworden, dass lange Zeit geglaubt wurde, Wellman hätte Originalaufnahmen aus dem Weltkrieg verwendet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wings bekam bei der Oscarverleihung 1929 als erster Film den Oscar für den „Besten Film“ und „Engineering Effects“ (etwa: Beste technische Effekte) der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Da im selben Jahr mit The Jazz Singer der erste Tonfilm in die Kinos kam, sind Wings und der ebenfalls im Jahr 1927 erschienene Film Sunrise über Jahrzehnte die einzigen Stummfilme, die die Auszeichnung „Bester Film“ bekommen haben. Erst im Jahr 2012 wurde bei der Verleihung der 84. Academy Awards mit „The Artist“ wieder ein Stummfilm in dieser Kategorie ausgezeichnet.

Sonstiges[Bearbeiten]

Viele Elemente des Films sind wegweisend und wurden in anderen Filmen erneut verwendet. So sind etliche Luftkampfszenen fast deckungsgleich zu denen in Schlacht in den Wolken und Flyboys – Helden der Lüfte, und der als Glückbringer mitgeführte kleine Teddybär eines Piloten ist erneut in Flyboys zu sehen.

Weblinks[Bearbeiten]