Yang Chengfu

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Yang Chengfu (* 1883; † 3. März 1936) oder Yang Ch'eng-Fu (Chinesisch, vereinfacht, VR China: 杨澄甫; Langzeichen traditionell: 楊澄甫; Pinyin: Yáng Chéngfǔ) gilt als der bekannteste Vertreter der „weichen“ Kampfkunst des Yang-Stil im Taijiquan (T’ai Chi Ch’uan, 太极拳).

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Biografie[Bearbeiten]

Yang Chengfu wurde 1883 als Sohn von Yang Jienhou (W.-G.:Yang Chien-Hou, 楊健侯,1839-1917) und Enkel von Yang Luchan (Yang Lu-Chan, 楊露禪 , 1799-1872) dem Begründer des Yang-Stils, geboren. Er wurde von seinem Vater, vor allem aber seinem älteren Bruder, Yang Shaohou, (Yang Shao-Hou, 楊少侯 , 1862-1930) ausgebildet. Bis zu seinen Tagen wurde das Taijiquan hauptsächlich innerhalb der Familie und am kaiserlichen Hof weitergegeben, dessen Leibwache von Yang Luchan und später seinem ältesten Sohn Yang Banhou (楊班侯 , 1837-1890) unterrichtet wurde. Zusammen mit Yang Shaohou und seinen Mitschülern Wu Jianquan (吳鑑泉) und Sun Lutang (孫錄堂), gehörte Yang Chengfu ab 1914 zu den ersten, die eine größere Anzahl Außenstehender am Pekinger Forschungsinstitut für Körperkultur unterrichteten, bevor er 1928 nach Shanghai ging. Er starb am 3. März 1936.

Wirken[Bearbeiten]

Yang Chengfu veränderte den Kampfstil seiner Familie grundlegend und kann als der Schöpfer dessen gelten, was heute als Yang-Stil bekannt ist und das Taijiquan insgesamt in der öffentlichen Wahrnehmung geprägt hat.

Er eliminierte ebenso eine Reihe explosiver Bewegungen und alle Sprünge aus der traditionellen Langform, wie auch den tiefen Stand, der z.B. das Chen-Stil-Taijiquan bis heute kennzeichnet. Und er formte einen betont „Großen Rahmen“ (Da Jia 大架), der sich durch lange Schritte und weitausholende Bewegungen auszeichnet und in einem gleichmäßigen, ruhigen Tempo absolviert wird.

Bilder der traditionellen Langform Yang Chengfus

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Kunst des Tai Chi Chuan (Shanghai 1925)
  • Die vollständigen Prinzipien und die Theorie des Tai Chi Chuan (1930)
  • Anwendung des Tai Chi Chuan 太极拳式用法 (1931)
  • Tai-Chi-Übungen und Anwendung (1933)
  • Das vollständige Buch von Form und die Anwendung des Tai Chi Chuan 太極拳體用全書 (1934), 2005 auf Englisch "The Essence and Application of Taijiquan“ erschienen

Schüler und Nachfolger[Bearbeiten]

Die Bedeutung, die Yang Chengfu weit über seine eigene Lebensspanne hinaus für das Taijiquan errungen hat, verdankt sich zu einem beträchtlichen Teil seinen Schülern und deren Nachfolgern, die die Kunst in verhältnismäßig kurzer Zeit um den ganzen Globus verbreiteten. Zu seinen direkten Studenten gehörten berühmte Meister wie Chen Weiming (Ch'en Wei-ming, 陈微明 1881-1958), Dong Yingjie (Tung Ying-Chieh, 董英杰 1898-1961), Fu Zhongwen (Fu Chung-Wen, 1903-1994), Li Yaxuan (李雅轩 1894-1976) und nicht zuletzt Zheng Manqing (Cheng Man-ch'ing, 鄭曼青 1899-1974), der das Taijiquan 1964 nach Amerika brachte, und die traditionelle Langform von 108 auf 37 Bewegungen verkürzte, um sie einer größeren Anzahl von Interessenten zugänglich zu machen. In der Folge Yang Chengfus etablierte sich auch außerhalb der Familie Yang ein System, indem die Meister ihre Söhne und Töchter oder sogenannte „disciples“ (dtsch.:“Jünger“) zu Erben ihrer Kunst erklärten und so eigene Familientraditionen schufen. Yang Chengfus ältester Sohn Yang Shaozhong (Yang Shao-Chung. auch: Yang Zhenming, 楊守中 1910-1985), brachte das Yang-Stil-Taijiquan nach Hongkong. Der zweite Sohn Yang Zhenji (*1921) verstarb 2007. Offizielles Oberhaupt der Familie Yang ist damit der dritte Sohn Yang Chengfus, Yang Zhenduo (楊振鐸, *1926), zuhause in der Chinesischen Provinz Shanxi. Der vierte Sohn, Yang Zhen Guo (1928), lebt in Handan, Provinz Hebei. Als jüngster Meister vertritt Yang Zehn Duos Enkel Yang Jun (楊君, *1968) mittlerweile die 6. Generation der Familie Yang.

Literatur[Bearbeiten]

  • Yang Chengfu: Das vollständige Buch von Form und Anwendung des Taijiquan. Deutsch von Matthias Wagner, ISBN 978-3-00-035699-5
  • Yang Chengfu: The Essence and Application of Taijiquan. Englisch von Louis Swaim, Blue Snake Books, California, ISBN 978-1-55643-545-4
  • Yang Shou Chung (Yang Shǒuzhōng): Die praktische Seite des Taijiquan, Stephan Hagen Hg.,Kolibri Verlag, ISBN 3-928288-20-2
  • Fu Zhongwen: Yang Style Taijiquan. Übersetzt von Louis Swaim, Blue Snake Books, California, ISBN 978-1-58394-152-2
  • Cheng Man-ch’ing (Zhèng Manqīng): Master Cheng's New Method Of Taichi Ch'uan Self Cultivation. Übersetzt von Mark Hennessy, Blue Snake Books, California, ISBN 978-1-88331-992-2
  • Cheng Man-ch’ing: Cheng Tzu’s Thirteen Treatises On T’ai Chi Ch’uan. Übersetzt von Benjamin Pang Jeng Lo and Martin Inn, Blue Snake Books, California, ISBN 978-1-58394-220-8
  • Barbara Davis: The Taijiquan Classics: An Annotated Translation, North Atlantic Books, California, ISBN 978-1-55643-431-0
  • Robin Johnson: Stalking Yang Lu-Chan/Finding Your Tai Chi Body, Sunstone Press, New Mexico, ISBN 978-0-86534-482-2
  • Michael Buss: Transfer des Taijiquan vom Osten in den Westen, Books on Demand, ISBN 978-3-83700-899-9
  • Stuart Olsen (Hg.): Das Wesen des Taijiquan, Aurum / J. Kamphausen, Bielefeld, ISBN 3-89901-003-5
  • Stuart Olsen (Hg.): Das Qi pflegen, Aurum / J. Kamphausen, Bielefeld, ISBN 3-89901-470-7
  • Steffan de Graffenried: Anatomy Of Yang Family Tai Chi, Nomentira Publications, ISBN 978-0-9798956-2-3
  • Douglas Wile: Lost T’ai-Chi Classics From The Late Ch’ing Dynasty, State University of New York Press, ISBN 0-7914-2654-8