Yavapai

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Heutige Indianerreservate im Südwesten der USA

Die Yavapai sind ein Indianervolk im Südwesten der USA und zählen sprachlich, kulturell sowie geographisch zusammen mit den verwandten Hualapai (Walapai) und Havasupai zur Gruppe der Hochland-Yuma (Upland Yuma) oder Nördliche Pai im Nordwesten, Südwesten und westlichen Zentral-Arizona.

Ursprünglich lebten die Nördlichen Pai am Oberen Colorado River nördlich der mächtigen und kriegerischen Quechan (Yuma) in Arizona und zogen - lange bevor die ersten Konquistadoren den heutigen Südwesten der Vereinigten Staaten betraten - ostwärts in die Canyonlands und Schluchten des Colorado-Plateaus einschließlich des Grand Canyon. Aus dieser Originalgruppe entstanden laut traditioneller Überlieferung auf Grund interner Streitigkeiten zwei separate Stammesgruppen, die sich nun auch feindlich gegenüber standen: die Yavapai, die weiter ins südwestliche sowie südliche Zentral-Arizona zogen und die Hualapai (Walapai), die im Nordosten und Norden blieben.

Erst mit der Errichtung des Havasupai-Reservats in den 1880er für die Havasooa Pa'a / Hav'su Ba:' Lokalgruppe der Hualapai (Walapai), die sich zuvor Schutz suchend bereits immer tiefer in die Canyons zurück gezogen hatten, begannen sich diese allmählich nicht mehr als Hualapai (Walapai) sondern als eigenständiger Stamm zu identifizieren.[1]

Sprache[Bearbeiten]

Ihre Sprache, das Yavapai, gehört zusammen mit dem eng verwandten Havasupai-Hualapai (Hochland Yuma) der Havasupai und Hualapai zur Hochland Yuma (Nördliches Pai)-Zweig der Pai oder Nördlichen Yuma-Untergruppe der sog. eigentl. Yuma-Sprachen der Cochimí-Yuma-Sprachfamilie, die oftmals zu den Hoka-Sprachen gezählt wird. Ihre Sprache unterteilt sich den vier Stammesgruppen der Yavapai entsprechend in vier Dialekte:

  • Ɖo:lkabaya/Tolkepaya-Dialekt (Westlicher Dialekt)
  • Yavbe'/Yavepe-Dialekt (Nordwestlicher, Zentraler oder Prescott-Dialekt)
  • Guwevkabaya/Kewevkapaya-Dialekt (Südlicher oder Südöstlicher Dialekt)
  • Wi:pukba/Wipukepaya-Dialekt (Nordöstlicher oder Verde Valley-Dialekt)

Die Wi:pukba/Wipukepaya und Guwevkabaya/Kwevkepaya der Yavapai lebten oftmals mit Bands der Tonto Apache und San Carlos Apache der Westliche Apache zusammen, die jedoch jeweils Dialektvarianten des Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') der südathapaskischen Apache-Sprachen der athapaskischen Sprache aus der Na-Dené-Sprachfamilie sprechen.

Diese gemischten Yavapai-Apache-Bands waren meist zweisprachig - und sprachen somit sowohl Yavapai als auch Westliches Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati'), die Zugehörigkeit entweder zu den Yavapai oder zu den Apache richtete sich nach der jeweiligen Muttersprache; und somit hatten die Wi:pukba/Wipukepaya und Guwevkabaya/Kewevkapaya-Dialekte einen starken Apache-Akzent und der Tonto (Dilzhę́’é)-Dialekt (sowie zwei Idiome des Dialekts der San Carlos Apache) einen starken Yavapai-Akzent und weisen daher im Gegensatz zu den anderen Varianten des Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') eine markante und für andere Apache eigenartig klingende Sprachmelodie auf, die häufig auch als „Singsang“ bezeichnet wird.

Heute sprechen von ca. 1.500 Yavapai noch ca. 100 bis 150 meist ältere Stammesangehörige ihre Muttersprache (Golla 2007)[2] sowie ca. 1.000 Stammesangehörige der Tonto Apache den Tonto oder Dilzhę́’é-Dialekt (Stand: 2007)[3], wobei das Northern Tonto-Idiom in zwei mit Yavapai geteilten Reservationen gesprochen wird (der Yavapai-Apache Nation Indian Reservation (vormals Camp Verde) und Yavapai-Prescott Indian Reservation) und das Southern Tonto-Idiom in der Tonto Apache Reservation sowie in der ebenfalls mit Yavapai geteilten Fort McDowell Indian Reservation und in zwei von anderen Stämmen der Westlichen Apache dominierten Reservationen (der San Carlos Apache und Fort Apache Indian Reservation). Obwohl es ebenfalls Nachfahren von Nördlichen Tonto-Apache in der San Carlos und Fort Apache Indian Reservationen gibt, gibt es heute keine Sprecher des Northern Tonto-Idioms unter ihnen. Ältere Stammesangehörige der Yavapai und Tonto Apache sind zweisprachig.

Namensgebung[Bearbeiten]

Kulturell sowie oftmals auch sprachlich haben die verschiedenen Gruppen der Yavapai jeweils viel von den jeweils benachbarten Stämmen übernommen – so dass die Yavapai von Spaniern/Mexikanern sowie später Amerikanern fälschlicherweise oftmals als Untergruppen dieser Stämme betrachtet wurden.

Die Ɖo:lkabaya/Tolkepaya („Westliche Yavapai“) wurden, da sie enge kulturelle sowie sprachliche Kontakte und Bindungen mit Quechan (Yuma), Mohave (Mojave) und Cocopa entlang des Colorado River unterhielten oft als Yuma-Apache oder Apache-Yuma bezeichnet. Auch die Hualapai (Walapai) sowie Havasupai wurden als Yuma-Apache (Apache-Yuma) bezeichnet.

Die Wi:pukba/Wipukepaya („Nordöstliche Yavapai“) wurden meist als Mohave-Apache (Apache-Mojave), manchmal auch einfach als Tonto Apache bezeichnet, da sie meist mit Gruppen der süd-athapaskischen Nördlichen Tonto Apache biliguale Gruppen bildeten.

Die Guwevkabaya/Kwevkepaya („Südöstliche Yavapai“) lebten ebenfalls oftmals gemeinsam mit Gruppen der süd-athapaskischen Südlichen Tonto Apache und San Carlos Apache in bilingualen Gruppen, da sie neben der Sprache zudem auch viel Kultur der Apache übernommen hatten, wurden sie einfach als Tonto Apache bezeichnet.

Die Yavbe'/Yavapé („Nordwestliche Yavapai“ oder „Zentrale Yavapai“) werden oft auch als echte/wirkliche Yavapai bezeichnet, da sie kulturell von benachbarten Völkern fast nicht beeinflusst waren – und meist nur Kontakte zu anderen Yavapai unterhielten.

Eine weitere Gruppe der Yavapai waren die Mađqwadabaya/Matakwadapaya („Wüsten-Volk“), die vermutlich sich bei den Mohave (Mojave) und Quechan (Yuma) ansiedelten und heute nicht mehr als eigenständige Gruppe existieren, jedoch führen mehrere Mohave und Quechan-Familien ihre Wurzeln auf Mađqwadabaya-Yavapai zurück.

Oftmals werden innerhalb der Nördlichen Pai (Yavapai, Hualapai und Havasupai) die Hualapai (Walapai) und Havasupai als Nordöstliche Pai von den südlich lebenden Yavapai unterschieden; seit der erzwungenen Ansiedlung in zwei Reservationen - der Hualapai Indian Reservation im Westen sowie der Havasupai Indian Reservation im Osten des ursprünglich gemeinsamen Stammesgebiets - werden die Hualapai (Walapai) als Westliche Pai und die Havasupai als Östliche Pai bezeichnet.

Herkunft und Bedeutung des Namens Yavapai[Bearbeiten]

Die Bedeutung und Herkunft des Namens Yavapai ist unklar und umstritten, möglicherweise stammt er von zwei Yavapai-Wörtern ab: Enyaleva („Sonne“) und Paya/Pai („Volk“), was in etwa („Volk der Sonne, d.h. Volk im Osten“) bedeutet; die Guwevkabaya/Kwevkepaya („Südöstliche Yavapai“) behaupten der Name leite sich von Yawepe ab („Crooked Mouth People“ - „Volk mit schiefem, d.h. grimmigen Mund“) (Handbook of American Indians, Hodge, 1907, 1910) oder („beleidigtes, eingeschnapptes Volk“), d.h. „Volk, das sich nicht mit anderen Völkern versteht“(Gifford 1936).[4]

Benachbarte ebenfalls Yuma-sprachige Völker hatten alle ähnliche Bezeichnungen für die Yavapai: die westlich am Colorado River lebenden Mohave nannten sie Enyaéva-pai und die Quechan (Yuma) Yav'apai, die südlich lebenden Maricopa ebenfalls Yavˀi pay und die nördlich lebenden Hualapai (Walapai) und Havapai als N'avpeˀ / N'avpeˀe, was alles in etwa („Volk der (aufgehenden) Sonne, d.h. Volk im Osten“) bedeutet.

Die Yavapai hingegen nannten die zwar verwandten, jedoch feindlichen, Hualapai und Havasupai Matávĕkĕ-Paya/Täbkĕpáya („Volk im Norden“, lt. Corbusier) oder Páxuádo ameti („Volk weit flussabwärts“, lt. Gatschet)[5], diese wiederum bezeichneten die Yavapai einfach Ji'wha' („Der Feind“) - zudem war die größte und südlichste Großgruppe (Unterstamm) der Hualapai auch als Yavapai Fighters bekannt.

Sie selbst bezeichneten sich je nach Dialekt wie viele indigene Völker einfach als Pai, Paya, Paia, Pa'a, Báy oder Ba:' („das Volk“).

Historische und weitere Bezeichnungen[Bearbeiten]

Die Hopi hingegen nannten alle Nördlichen Pai (Yavapai, Hualapai und Havasupai) Co'on / Coconino („Wood Killers“), wobei der Name sich auf die Art und Weise bezieht, wie diese die Äste von den Bäumen mittels Äxten abschlugen. Die feindlichen Navajo übernahmen diese Benennung und bezeichneten die Havasupai als Góóhníinii; jedoch könnte die Navajo-Bezeichnung für die Havasupai die gleiche Etymologie haben, wie Koun'Nde / Go'hn („wildes, raubeiniges Volk“) der Westlichen Apache, die so die Yavapai und deren Tonto-Apache-Verwandten bezeichneten.

Die unter den Raubzügen der verbündeten Yavapai und Westlichen Apache leidenden O'Odham (Oberen Pima) nannten alle Nördlichen Pai sowie die Apache und Opata einfach Ohp oder O'Ob („Feinde“).

Die ersten spanischen Entdecker unterschieden drei Yavapai-Gruppen; die „Nordöstlichen Yavapai“ wurden als Cruzados bezeichnet, da sie Schilf-Kreuze auf der Stirn trugen, die an einer Locke befestigt waren; die „Südöstlichen Yavapai“ wurden hingegen als Nijoras und die „Westlichen Yavapai“ als Tejunas bezeichnet.

Weitere übliche Bezeichnungen der Spanier (und Mexikaner) für Yavapai sowie für die mit ihnen teilweise verwandten und verbündeten Westlichen Apache sind Garroteros („Keulenmänner“, nach der bei den Apache beliebten Kampftechnik mit Kriegskeulen) oder Gileños/Apaches de Gila (ein Sammelbegriff für alle Apache sowie nicht-Apache Gruppen die westlich des Rio Grande (im Südosten Arizonas und Westen New Mexikos) sowie entlang des Gila River oder der Gila Mountains lebten; einige der sog. Gila Apaches gehörten jedoch der Bedonkohe Band sowie der Copper Mines-Lokalgruppe der Chihenne Band der Chiricahua Apache an; nach 1722 bezeichneten die Spanier jedoch mit Gileños nur noch die heutigen White Mountain Apache sowie die Akimel O'Odham (Pima) als „Gileños“).

Da später die Amerikaner jedoch den Begriff Gileños oder Gila Apaches wiederum auf fast alle Apache-Gruppen westlich des Rio Grande erweiterten, wurden unter diesem Sammelbegriff auch die mit Yavapai verwandten Tonto Apache sowie die Pinaleño/Pinal Apache und Arivaipa/Aravaipa Bands der San Carlos Apache zusammengefasst; die Yavapai wurden daher oftmals auch einfach als Yabipais Gileños bezeichnet.

Später jedoch wurden alle Yavapai durch Spanier, Mexikaner und Amerikaner meist als Mohave Apache (Apache-Mojave), Yuma-Apache (Apache-Yuma), Yavapai-Apache, Tonto Apache oder einfach als Apache bezeichnet,[6] da im Norden Mexikos sowie im Südwesten der USA das Wort Apache oft zur Bezeichnung für „feindliche, kriegerische, räuberische Indianer“ gebraucht wurde, ohne sprachliche, ethnische und kulturelle Differenzierung (auch Mohave (Mojhave) und sogar Comanche wurden vormals als Apache bezeichnet). In historischer Fachliteratur und in Abenteuerromanen (wie bei Karl May: Nijjorras Apatschen) sind diese irreführenden Bezeichnungen immer noch gebräuchlich; jedoch ist die Herkunft der heute allgemein gebräuchliche Stammesbezeichnung Apache für alle Stämme und Gruppen der Südlichen Athapasken - außer den Navajo - unsicher und umstritten.

Herkunft des Namens Apache[Bearbeiten]

Die heute meist akzeptierte Lehrmeinung ist, dass das Wort aus dem Shiwi'ma stammt, der Sprache der Zuni (A:shiwi), einem Pueblo-Volk, das die feindlichen aus dem Norden in den Südwesten vordringenden Südlichen Athapasken - insbesondere die Navajo - als A:bachu / ʔa·paču (Singular: Bachu / Paču - „Feind, Fremder“) bezeichneten. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die feindlichen Quechan (Yuma) die verbündeten Yavapai und Apache als E-patch („Kämpfende Männer“ oder „Jene, die kämpfen“) oder auf Grund der typischen Kriegsbemalung der Yavapai als Apatieh („Waschbär“) bezeichneten. Jedoch könnte sich die Bezeichnung auch aus zwei Wörtern der Yavapai - deren Sprache, wie die der Quechan zu den Cochimí-Yuma-Sprachen zählt - abstammen: ʔpačə („Feind“) oder Abaja („Das Volk“), der Eigenbezeichnung der Guwevkabaya/Kwevkepaya oder Südöstlichen Yavapai der Fort McDowell Reservation.

Die erste bekannte schriftliche Erwähnung der Stammesbezeichnung Apache in Spanisch erfolgte durch Juan de Oñate im Jahr 1598; daher ist die Herkunft aus der Sprache der Zuñi und Yavapai weiterhin umstritten, da Oñate den Namen kannte und niederschreiben ließ, bevor er während der Zweite Oñate-Espedition im Jahr 1604 erstmals diese beiden Völker kennenlernte.

Eine weitere - jedoch wenig überzeugende - Herkunft könnte direkt aus dem Spanischen kommen: mapache („Waschbär“) oder apachurrar („zerschmettern, zerquetschen“), was sich auf die bei den Apache beliebte Kampftechnik mit Kriegskeulen beziehen könnte.

Zunächst bezeichneten die Spanier mit "Apachu de Nabajo" (Navajo) in den 1620er Südliche Athapasken in der Chama-Region östlich des San Juan River; seit den 1640er begannen sie jedoch zwischen den eigentlichen Navajo und den restlichen Apache zu unterscheiden; so dass bald der Zusatz “de Nabajo” fallen gelassen wurde und “Apache” zur Bezeichnung der sich nicht zu den Navajo (Diné) entwickelnden Südlichen Athapasken wurde.

Herkunft des Namens Tonto[Bearbeiten]

Da - wie oben bereits angemerkt - die Wi:pukba/Wipukepaya („Nordöstliche Yavapai“) und die Guwevkabaya/Kwevkepaya („Südöstliche Yavapai“) zusammen mit den verwandten Nördlichen und Südlichen Tonto Apache als auch mit den Arivaipa/Aravaipa und Pinaleño/Pinal Apache Bands der San Carlos Apache der Westlichen Apache meist zweisprachig waren und sowohl Westliches Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') als auch Yavapai (Hochland Yuma/Nördliches Pai) sprachen, hat ihr Dialekt - je nach ihrer Muttersprache - einen starken hörbaren Apache-Akzent (oder Yavapai-Akzent) und weist daher im Gegensatz zu den anderen Varianten des Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') eine markante und für andere Apache eigenartig klingende Sprachmelodie auf, die häufig auch als „Singsang“ bezeichnet wird. Daher wurden diese Yavapai zusammen mit ihren Tonto Apache und San Carlos Apache-Verwandten von anderen Westlichen Apache als Dilzhę́’é (wörtlich: „Volk mit hohen, hellen Stimmen“) bezeichnet. Die feindlichen Navajo (Diné) bezeichneten ebenfalls beide - Yavapai und Tonto Apache - als Dilzhʼíʼ dinéʼiʼ und unterschieden sie somit ausdrücklich von den übrigen Westlichen Apache, die sie Dziłghą́ʼiʼ („Volk der Berggipfel“) nannten.

Vermutlich wegen ihres jeweils starken Akzents wurden die Yavapai (ebenfalls zweisprachig sprachen sie ihre "Muttersprache" mit einem starken Apache-Akzent sowie das Westliche Apache mit einem Yavapai-Akzent), Tonto Apache und San Carlos Apache sowohl von den Chiricahua Apache als Ben-et-dine oder binii?e'dine als auch von den mit diesen sprachlich-kulturell eng verwandten Mescalero Apache als Bini' Adinii oder Bínii édinénde („Volk ohne Verstand“’, d.h. „wildes oder verrücktes Volk“ oder „Jene, die man nicht versteht“)[7] bezeichnet.

Da die meisten Lokalgruppen der Yavapai genau wie ihre Tonto Apache-Verwandten im Vergleich zu den halbnomadisch lebenden Westlichen Apache wenig bis gar keinen Ackerbau betrieben, sondern meist als Jäger und Sammler in unzugänglichen und von den meisten Handelsrouten abgelegenen Gebieten lebten, wurden Tonto Apache sowie Yavapai von diesen auch als Koun'Nde oder Go'hn („wildes, raubeiniges Volk“) bezeichnet. Die Spanier (und später Amerikaner) übernahmen wahrscheinlich diese Bezeichnung und nannten die beiden verbündeten Stämme (Tonto Apache und Yavapai) daher Tonto („dumm, wild“).

Die Tonto Apache und San Carlos Apache bezeichneten sich genauso wie die anderen Westlichen Apache weder als Apache noch als Tonto sondern einfach als Indee, Ndee, Nndee oder Innee (Nnēē) („Volk“). Jedoch wurde die Bezeichnung Dilzhę́’é keineswegs als respektlos oder erniedrigend seitens der Tonto Apache und San Carlos Apache empfunden, sie bezeichneten sich selbst oftmals als Dilzhę́’é, um sich von anderen Westlichen Apache abzugrenzen; ein Grund hierfür könnte sein, dass es auch eine andere Erklärung für die Bedeutung der Bezeichnung gibt, die wörtlich etwa „schnell-füßig oder trittsicher“ bedeutet. Auch die Westlichen Apache empfanden keineswegs die Chiricahua-Mescalero-Namensgebung als entwürdigend oder herabsetzend und bezeichneten sich selbst ebenfalls als Ben-et-dine („Volk ohne Verstand“).

Wohngebiet[Bearbeiten]

Ihr Stammesgebiet im westlichen und südlichen Zentral-Arizona umfasste einst ca. 51.800 km² und reichte bis zum Bill Williams River und dessen Nebenflüssen Big Sandy River und Santa Maria River inklusive der Bill Williams Mountains im Norden (teilweise nördlich dieser Flüsse - jedoch wurden diese Gebiete auch von den Hualapai beansprucht), im Nordosten bis in die San Francisco Peaks, sowie entlang des Agua Fria River ostwärts inklusive des Verde Valleys entlang der Nebenflüsse des Verde Rivers bis ins westliche Tonto Basin im Osten, sowie von den Mazatzal Mountains und der Sierra Ancha südwärts über die Superstition Mountains, Pinaleno Mountains, Dripping Springs Mountains, Santa Teresa Mountains und Mescal Mountains zwischen Salt River und Gila River im Südosten, im Südwesten bis in die Castle Dome Mountains nahe Wickenburg und dem Zusammenfluss des Gila River und Colorado River sowie im Westen bis zum Colorado River. Im Norden lebten die feindlichen Hualapai (Walapai) und Havasupai, im Nordosten, Osten sowie im Südosten die verwandten und verbündeten Tonto Apache und San Carlos Apache der Westlichen Apache, im Süden und Südwesten die feindlichen Maricopa, Akimel O'Odham und Tohono O'Odham sowie im Westen die ebenfalls oftmals verbündeten Quechan (Yuma), Mohave und Chemehuevi sowie die feindlichen Halchidhoma.

Gruppen der Yavapai[Bearbeiten]

Man darf sich die Yavapai nicht als einen Stamm vorstellen, sondern vielmehr als vier, zwar kulturell, sprachlich und ethnisch verwandte, aber politisch autonome Gruppen, die sich zudem niemals als Yavapai bezeichneten oder als Einheit begriffen. Diese vier Gruppen gingen aus geographischen, historischen, kulturellen sowie verwandtschaftlichen Gründen verschiedene Bündnisse mit benachbarten Stämmen ein, ohne Rücksichtnahme auf die Belange der benachbarten Yavapai-Gruppen. Diese Gruppen unterteilten sich wiederum in verschiedene Lokalgruppen/Banden und diese wiederum in verschiedene Clans.

Die Yavapai unterteilen sich in vier Gruppen:

Ɖo:lkabaya/Tolkepaya oder Westliche Yavapai (auch: Tulkepaia, früher meist Yuma-Apache oder Apache-Yuma genannt, da sie enge kulturelle sowie sprachliche Kontakte und Bindungen mit Quechan (Yuma), Mohave (Mojave) und Cocopa entlang des Colorado River unterhielten; sie lebten im westlichen und südwestlichen Stammesgebiet der Yavapai und somit zugleich im trockensten und für Ackerbau am wenigsten geeigneten Teil desselben, betrieben trotzdem am intensivsten von allen Gruppen Ackerbau, im Westen grenzte ihr Gebiet an den Colorado River und umfasste das Berge und das Flussgebiet des Hassayampa River (in Yavapai: Hasaya:mvo oder Hasayamcho: - „das Wasser versickert“), im Norden des Bill Williams Rivers, des Big Sandy Rivers und Santa Maria Rivers sowie die Bill Williams Mountains und Santa Maria Mountains und reichte im Süden bis zum Gila River im heutigen Südwesten und Westen von Arizona)

  • Wiltaaykapaya / Hakeheelapaya (auch Wiltaikapaya - „Volk von den zwei Bergen beiderseits von Salome (in Yavapai: Wiltaika)“) und Hakehelapa („Volk der Harquahala Mountains (in Yavapai: Hakehela)“), lebten in den Harquahala Mountains (in Yavapai: Aha:quahala - „das Wasser hier befindet sich hoch oben (in den Bergen)“ oder Hakehela - „fließendes Wasser“) sowie den Harcuvar Mountains (in Yavapai: Ahakuwa - „Cottonwood-Baumstamm“)[8][9] beiderseits vom CPD Salome (in Yavapai: Wiltaika), zudem in den kleineren Bergketten namens Little Harquahala Mountains, Granite Wash Mountains, im Tal der Gemeinde Kirkland mit den sie umgebenden Weaver Mountains und Date Creek Mountains, im Gebiet des CPD Peeples Valley sowie entlang des Upper Hassayampa Creek nahe Wickenburg und der Region rund um das heutige Hillside.
  • Ha'k ahwađbaya / Mađqwadabaya (auch: Matakwarapa - „Volk entlang des roten Wassers/Flusses d.h. des Colorado River“), betrieben Ackerbau entlang des Colorado River in der Gegend rund um die heutigen Geisterstädte La Paz und Castle Dome in den Castle Dome Mountains
  • Hakupakapaya / Hnyoqapaya (auch: Hakupakapa / Inyokapa, bewohnten die Berge nördlich der heutigen Gemeinde Congress nahe der Kleinstadt Wickenburg)

Yavbe'/Yavapé oder Nordwestliche Yavapai, Zentrale Yavapai (früher meist Mohave-Apache oder Apache-Mojave genannt, oft auch als echte Yavapai bezeichnet, da sie kulturell von benachbarten Völkern fast nicht beeinflusst waren, lebten im Gebiet rund um Prescott (in Yavapai: ʼWi:kwatha Ksikʼita), dem Prescott Valley ostwärts bis zu Jerome in den Black Hills of Yavapai County einschließlich von Mingus Mountain (in Yavapai: Hwa:lkyañaña) sowie den südwestlich liegenden Bradshaw Mountains (in Yavapai: Wi:kañacha) bis zum südlich der Berge liegenden Williamson (früher: Williamson Valley genannt) sowie wiederum ostwärts inklusive des Black Canyon (in Yavapai: Ahaytikutoba) im heutigen Agua Fria National Monument)

  • Yavapé (beanspruchten das Flussgebiet sowie die Berge im Upper Verde Valley (in Vavapai: Matkʼamvaha) inklusive des Montezuma Castle National Monument mit dem für die Yavapai als mythologischer Geburtsort ihres Volkes betrachteten Montezuma Well (in Yavapai: ʼHakthkyayva oder Ahagaskiaywa)[10] nahe der Stadt Camp Verde (in Yavapai: ʼMatthi:wa; in Westlichem Apache: Gambúdih))
    • Hwaalkyanyanyepaya / Walkeyanyanyepa („Volk vom Mingus Mountain (in Yavapai: Hwa:lkyañaña)“, bewohnten die Mesa rund um die heutige Gemeinde Jerome in den Black Hills of Yavapai County zwischen Sedona und Prescott)
  • Mathaupapaya (bewohnten die Bradshaw Mountains von Prescott südwärts bis zur einstigen Minenstadt Crown King und der jetzigen Geisterstadt Bumble Bee)
    • Wiikvteepaya / Wikutepa („Volk vom Granite Mountain (in Yavapai: ʼWi:kvte:wa)“, dem höchsten Gipfel der Sierra Prieta, daher oftmals Granite Peak Band oder Granite Mountain Band genannt, lebten in der Sierra Prieta einschließlich der im Südosten sich anschließenden nördlichen Bradshaw Mountains zwischen der Gemeinde Skull Valley (in Yavapai: Pa:qwawa Kyo) im Westen und Prescott im Osten sowie der ca. 24 km nordöstlich liegenden gleichnamigen Gemeinde im Chino Valley, heute sind große Gebiete Teil des Prescott National Forest)
    • Wiikenyachapaya / Wikenichapa („Volk der Bradshaw Mountains (in Yavapai: Wi:kañacha)“, lebten in den südlichen Bradshaw Mountains (in Yavapai: Wi:kañacha - „rauhe schwarze Bergkette von Felsen“, früher: Silver Mountain Range) im Gebiet der einstigen Minenstadt Crown King, der jetzigen Geisterstadt Bumble Bee sowie der CPD Black Canyon City, daher oftmals Black Mountain Band oder Crown King Band genannt, im Südwesten bis ins Gebiet rund um Wickenburg sowie östlich der Bradshaw Mountains entlang des Middle Agua Fria River)[11]

Wi:pukba/Wipukepaya oder Nordöstliche Yavapai (auch: Wipuhk’a’bah, Wipukyipaya, Wipukepa - „Volk vom Fuß des roten Felsens“, lebten im Upper und Middle Verde River Valley (in Yavapai: Matkʼamvaha) sowie im sog. Red Rock Country rund um Sedona (in Yavapai: Wipuk), im Oak Creek Canyon im Coconino National Forest, entlang des Fossil Creek (in Yavapai: Hakhavsuwa oder Vialnyucha) und des Verde River (in Yavapai: Haka'he:la - „fließendes Wasser“) bis zur heutigen CPD Rio Verde (nahe der heutigen Fort McDowell Yavapai Nation) nordöstlich von Scottsdale im Norden Zentral-Arizonas, bildeten oftmals mit Bands der Nördlichen Tonto Apache zweisprachige Gruppen, daher früher meist als Mohave-Apache (Apache-Mojave) oder einfach als Tonto Apache bezeichnet)

  • Matkitwawipa („Volk des Verde River Valley (in Yavapai: Matkʼamvaha)“, bildeten mit der Fossil Creek Band der Nördlichen Tonto Apache eine zweisprachige Gruppe, wohnten im Upper Verde Valley (in Yavapai: Matkʼamvaha), entlang des East Verde River, Fossil Creek (in Yavapai: Hakhavsuwa oder Vialnyucha)[12], Clear Creek südwärts bis in die Desert Foothills rund um den Black Mountain in der Sonora-Wüste im Gebiet der Kleinstädte Carefree und Cave Creek entlang des gleichnamigen Cave Creeks)
  • Wiipukepaya / Wipukepa („Volk vom Fuß des roten Felsens, d.h. des Red Rock Country“, bildeten jeweils mit der Bald Mountain Band und der Oak Creek Band der Nördlichen Tonto Apache zweisprachige Gruppen, wohnten im Red Rock Country rund um Sedona (in Yavapai: Wipuk), pflanzten Mais entlang sowie im Oak Creek Canyon und sammelten Mesquite im Middle Verde Valley)

Guwevkabaya/Kwevkepaya oder Südöstliche Yavapai, Südliche Yavapai („Südliches Volk“, lebten in den Bradshaw Mountains (in Yavapai: Wi:kañacha - „rauhe schwarze Bergkette von Felsen“, früher: Silver Mountain Range), im Lower Verde River Valley (in Yavapai: Matkʼamvaha), das Tonto Basin, die Mazatzal Mountains einschließlich der Four Peaks (in Yavapai: Wi:kchsawa oder Wigidjassa) südwärts über den Salt River bis zu den Superstition Mountains (in Yavapai: Wi:kchsawa oder Wigidjisawa, früher auch als Sierra de la Espuma bekannt), den Dripping Springs Mountains, die südlichen und westlichen Pinaleño/Pinal Mountains (in Yavapai: Walkame - „Kiefern-Berge“), bildeten oftmals mit Bands der Südlichen Tonto Apache und den Pinaleño/Pinal Apache und Arivaipa/Aravaipa Bands der San Carlos Apache, einer weiteren Stammesgruppe der Westliche Apache zweisprachige Gruppen, daher meist einfach als Tonto Apache bezeichnet)

  • Hwaalkamvepaya / Walkamepa („Volk der Walkame, d.h. der Pinaleño/Pinal Mountains“, lebten von Phoenix ca. 100 km ostwärts entlang des südlichen U.S. Highway 60 bis ins Gebiet rund um Globe-Miami[13] im Cobre Valley am Fuß der Pinaleño/Pinal Mountains im Nordosten bis nach Superior (in Westlichem Apache: Yooʼ Łigai) im Tonto National Forest im Südosten, bildeten oft mit der Pinaleño/Pinal Apache Band der San Carlos Apache zweisprachige Gruppen)
    • Hwaalkamvepaya / Walkamepa (auch eigentliche/wahre Hwaalkamvepaya/Walkamepa genannt, lebten in den namensgebenden Bergen)
    • Ilihasitumapa (lebten in den nördlichen Pinaleño/Pinal Mountains)
  • Wiikchasapaya / Wikedjasapa („Volk der McDowell Mountains (in Yavapai: Wi:kajasa)“, den für die Yavapai heiligen Bergen, lebten entlang des historischen Apache Trail (heute Teil der Arizona State Route 88) sowie entlang des Salt River von Phoenix (in Yavapai: Wathinka oder Wakatehe; Westliches Apache: Fiinigis) im Westen bis nach Miami im Osten sowie nordostwärts bis zum Theodore Roosevelt Lake und Dam und entlang des Tonto Creek inklusive des heutigen Tonto National Monument)
    • Amahiyukpa (lebten in den Bergen westlich des Verde River, nördlich von Lime Creek, auch bekannt als die McDowell Mountains (in Yavapai: Wi:kajasa) ca. 32 km nordöstlich von Phoenix)
    • Atachiopa (wohnten in den Bergen westlich der einstigen Minen- und heutigen Geisterstadt namens Cherry, Yavapai County, im Agua Fria River Valley zwischen den heutigen Städten Dewey-Humboldt und Camp Verde; innerhalb von Camp Verde befindet sich heute ca. 90% der Reservation der heutigen Yavapai-Apache Nation)
    • Hakayopa (bewohnten die Gegend rund um die Gemeinde Sunflower Valley, die Mazatzal Mountains südlich des höchsten Gipfels, Mazatzal Peak (2.409 m), sowie im Osten in der Gegend rund um das einstige Fort Camp Reno im westlichen Tonto Basin (auch Pleasant Valley genannt), bildeten mit der Mazatzal Band der Südlichen Tonto Apache eine zweisprachige Gruppe)
    • Hichapulvapa (bewohnten die Mazatzal Mountains südwärts vom East Verde River und westlich vom North Peak zum Mazatzal Peak, bildeten mit der Mazatzal Band der Südlichen Tonto Apache eine zweisprachige Gruppe)

Sowohl die Hwaalkamvepaya/Walkamepa als auch die Wiikchasapaya/Wikedjasapa der Guwevkabaya|Kwevkepaya waren mehrere gleichnamige Clans vertreten, die sich meistens überlappende Territorien teilten:

  • Iiwilkamepa (lebten in den Superstition Mountains (in Yavapai: Wi:kchsawa oder Wigidjisawa) und Pinaleño/Pinal Mountains)
  • Matkawatapa (zweisprachige Yavapai-Apache-Gruppe, die lt. Überlieferung aus Mischehen der Walkamepa mit Angehörigen der Dilzhę́’é Klein-Gruppe aus der Sierra Ancha, der bedeutendsten Klein-Gruppe der Südlichen Tonto Apache, hervorging)
  • Onalkeopa (lebten in den Mazatzal Mountains zwischen den Territorien der Hichapulvapa und Yelyuchopa, zogen jedoch später südwärts in die Gebiete der Walkamepa)
  • Yelyuchopa (lebten in den Mazatzal Mountains zwischen den Territorien der Hakayopa und Hichapulvapa)

Laut Überlieferung der Yavapai existierte noch eine fünfte Gruppe, die Mađqwadabaya/Matakwadapaya („Wüsten-Volk“), die mit den Fluss-Yuma der Mohave und Quechan zusammen lebten und in diesen aufgingen. Noch heute leiten manche Familien unter den Mohave und Quechan ihre Herkunft von den Matakwadapaya her.

Geschichte[Bearbeiten]

Verhältnis zu den Apache[Bearbeiten]

Zwei Gruppen der Yavapai in Zentral-Arizona - die Wi:pukba/Wipukepa („Nordöstliche Yavapai“) sowie die Guwevkabaya/Kwevkepaya („Südöstliche Yavapai“) - lebten in direkter Nachbarschaft zu den Tonto Apache und den Pinaleño/Pinal Apache und Arivaipa/Aravaipa Bands der San Carlos Apache-Gruppe der Westlichen Apache, wobei die Apache Bands meist östlich und die Yavapai Bands westlich des Verde River lebten.

Die Gebiete der Wi:pukba/Wipukepa überlappten/überschnitten sich in den San Francisco Peaks, entlang des Oberen Verde River, im Oak Creek Canyon und entlang des Fossil Creek mit denen der Nördlichen Tonto Apache Bands und wurden daher von beiden gemeinsam genutzt. Ebenso teilten sich die Guwevkabaya/Kwevkepayadie Stammesgebiete östlich des Verde River, entlang des Fossil Creek, East Verde River, Salt River sowie in den Superstition Mountains, der Sierra Ancha, den Bradshaw Mountains und Mazatzal Mountains mit Südlichen Tonto Apache Bands sowie in den Dripping Springs Mountains und den westlichen Pinaleno Mountains mit der Pinaleño/Pinal Apache Band und in den Dripping Springs Mountains sowie in den Santa Teresa Mountains mit der Arivaipa/Aravaipa Band.

Diese Yavapai-Gruppen bildeten mit den benachbarten Tonto und San Carlos Apache gemischte Yavapai-Apache-Bands und lebten in gemeinsamen Siedlungen (rancherias), und konnten nur schwer von Außenstehenden (Spaniern, Mexikanern sowie Amerikanern) voneinander unterschieden werden, da die Wi:pukba/Wipukepa und Guwevkabaya/Kwevkepaya außer den Raub- und Kriegszügen auch andere kulturelle Züge der Apache übernommen hatten (teilweise matrilokale Clans, Kleidungsstil sowie Korbflechtarbeiten). Meist waren zudem diese gemischten Bands zweisprachig - und sprachen somit sowohl Yavapai als auch Westliches Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati'), jeweils jedoch mit einem starken hörbaren Akzent. Die gemischten Yavapai-Apache-Bands sowie deren Häuptlinge und Anführer hatten sowohl einen Yavapai als auch einen Apache-Namen, z. B. war eine gemischte, zweisprachige Band in der Sierra Ancha bei den Guwevkabaya/Kwevkepaya als Matkawatapa bekannt und bei den Südlichen Tonto Apache jedoch als Dilzhę́’é, deren berühmtester Anführer war bei den Weißen meist unter seinem Apache-Namen als Delshay/Delacha bekannt, jedoch kannten seine Yavapai-Stammesgenossen ihn als Wah-poo-eta/Wapotehe.

Da die Tonto Apache, San Carlos Apache sowie die Wi:pukba/Wipukepa matrilokal und matrilinear organisiert waren (der Mann zog zur Familie seiner Frau, die Familie leitete ihre Abstammung seitens der Linie der Frau her), entschied die „Muttersprache“, welche Stammeszugehörigkeit die Person hatte, sprich ob sie sich als Apache oder Yavapai betrachtete. Auf Grund ihrer verwandtschaftlichen und kulturellen Nähe zu den Apache, konnten Außenstehende sie oftmals nur auf Grund ihrer Sprache voneinander unterscheiden, daher wurden diese gemischten Yavapai-Apache Bands historisch einfach als Tonto Apache (kurz: Tonto) bezeichnet; hatte man erkannt, dass manche dieser Bands nicht Apache sondern Yavapai sprachen, nannte man sie einfach Apache Mohave (Apache Mojave) oder Yavapai Apache, um sie von den echten Tonto Apache zu unterscheiden. Zudem wurden die Ɖo:lkabaya/Tolkepaya („Westliche Yavapai“) sowie die Hualapai (Walapai) und Havasupai als Yuma-Apache (Apache-Yuma) bezeichnet. Oftmals kann daher in historischen Berichten und Quellen - wenn dort von Tonto Apache oder Tonto berichtet wird - nicht eindeutig die Stammeszugehörigkeit zu den Yavapai oder Apache geklärt werden.

Diese gemischten Yavapai-Apache-Bands verbündeten sich oftmals mit anderen Gruppen der Westlichen Apache, um gemeinsame Raub- bzw. Kriegszüge gegen ihre indianischen Feinde, besonders den Oberen Pima, Opata, Tarahumara und Unteren Pima sowie gegen die mit diesen verbündeten Spanier, Mexikaner und später Amerikaner zu unternehmen.

Obwohl die Guwevkabaya/Kwevkepaya und die Wi:pukba/Wipukepaya mit den Tonto Apache und den Pinaleño/Pinal Apache und Arivaipa/Aravaipa Bands der San Carlos-Apache durch Mischehen familiär verbunden und gemischte zweisprachige Yavapai-Apache-Bands bildeten, unterhielten sie ambivalente Beziehungen zu den Cibecue Apache und White Mountain Apache-Gruppen der Westlichen Apache, mit denen sie weder gemeinsame Stammesgebiete teilten noch untereinander heirateten (sehr selten). Genauso oft wie die Yavapai sich mit diesen beiden Westlichen Apache-Gruppen für gemeinsame Raub- bzw. Kriegszüge verbündeten, ebenso oft überfielen sie diese, um Vorratsgüter, Pferde, Frauen und Kinder zu rauben.

Laut Überlieferung der Yavapai lebten diese - insbesondere die Guwevkabaya/Kwevkepaya, Wi:pukba/Wipukepaya und Yavbe'/Yavapé - früher in Frieden und Freundschaft mit den Oberen Pima und nutzten gemeinsam Gebiete und bestellten zusammen Felder entlang des Gila River und Salt River. Dann seien die Apache erschienen und hätten die Pima entlang des Gila River überfallen und viele getötet. Die Pima hielten die Apache fälschlicherweise jedoch für Yavapai, und trotz des Versuchs Letzterer, den Irrtum aufzuklären, wurden beide Völker erbitterte Feinde - und die Yavapai schließlich Verbündete der Apache.

Verhältnis zu benachbarten Stämmen[Bearbeiten]

Aus ihren Überlieferungen geht hervor, dass sie einst gemeinsamen mit den nun als Nordöstlichen Pai bezeichneten Walapai und Havasupai ein Volk bildeten, aber durch interne Streitigkeiten kam es zur Spaltung. Seit dieser Zeit werden die Nordöstlichen Pai von allen Yavapai als Feinde betrachtet und insbesondere durch die südlich und westlich direkt angrenzend lebenden Yavbe'/Yavapé („Nordwestliche Yavapai“, „Zentrale Yavapai“) und Ɖo:lkabaya/Tolkepaya („Westliche Yavapai“) erbittert bekämpft. Bei diesen Kämpfen, die wegen der bekannten gemeinsamen Herkunft und Sprache (die für Beleidigungen und Beschimpfungen im Kampf benutzt wurde) besonders erbittert waren, kam es sogar manchmal zu rituellen Kannibalismus (wenigstens auf der Seite der Nordöstlichen Pai).

Die verschiedenen Stämme im Südwesten waren bereits in vorspanischer Zeit in verschiedene lose Verteidigungs- und Stammesbündnisse organisiert - besonders um sich gegen die als furchtlose Krieger bekannten Fluss-Yuma und Apache behaupten zu können; hierbei dominierte in historischer Zeit die Quechan (Yuma)-Allianz den Colorado River und die Maricopa-Pima-Allianz das Gebiet des Gila River und Salt River.

So hatten sich die Maricopa und die Akimel O'Odham (Pima) und verschiedene O'Odham (Pima Alto)-Gruppen zur sog. Maricopa-Pima-Allianz zusammen geschlossen - um gegen die kriegerischen Übergriffe der feindlichen Quechan (Yuma)-Allianz der Quechan, Mohave, und zeitweise der Cocopa im Westen sowie gegen die Raub-und Kriegszüge der Westliche Apache und Chiricahua Apache im Osten und Norden sich besser verteidigen zu können.

Diese Stammes-Allianzen hatten meist zudem Einfluss auf oder Unterstützung durch benachbarte Stämme, die oftmals sprachlich, ethnisch oder kulturell diesen nahe standen - so schlossen sich der Maricopa-Pima-Allianz die ebenfalls sprachlich-kulturell zu den Fluss-Yuma zählenden und vom Colorado vor der Quechan (Yuma)-Allianz geflohenen Halchidhoma, Kavelchadom (Kaveltcadom), Halyikwamai und Kohuana (Cajuenche) sowie manche südkalifornische Stammesgruppen und später auch die Cocopa an.

Die Quechan (Yuma)-Allianz wurde oftmals von den Chemehuevi der Südlichen Paiute sowie von den Ɖo:lkabaya/Tolkepaya und Yavbe'/Yavapé unterstützt, da die Ɖo:lkabaya/Tolkepaya teilweise ihre Gebiete entlang des Colorado River mit den dort ansässigen Quechan und Mohave teilten sowie oftmals die Chemehuevi im Stammesgebiet der beiden Yavapai-Gruppen jagten; zudem umfasste die Allianz die Kumeyaay (Tipai-Ipai oder Diegueño), weitere kalifornische Stämme sowie die Küsten-Chumash. Dies machte diese Yavapai-Gruppen automatisch zu Feinden der Maricopa-Pima-Allianz.

Manchmal unternahmen jeweils alle Stämme dieser Allianzen zusammen Kriegszüge gegen einen gemeinsamen Feind, dies verstärkt jedoch noch in spanischer und später mexikanischer Zeit.

Den Kriegszügen der Fluss-Yuma der Quechan (Yuma)-Allianz schlossen sich sogar manchmal zweisprachige Wi:pukba/Wipukepaya und Guwevkabaya/Kwevkepaya sowie die mit ihnen verwandten Tonto Apache und Bands der San Carlos Apache an, da diese jede Gelegenheit nutzten, Stämme der Maricopa-Pima-Allianz zu berauben und zu bekriegen.

Vordringen der Spanier und Mexikaner[Bearbeiten]

Vermutlich stießen 1583 die ersten spanischen Konquistadoren auf die Yavapai. Später folgten weitere Spanier, im Jahre 1604 zum Beispiel Juan de Oñate. Der Kontakt zu den Spaniern war jedoch sehr spärlich und die Yavapai verstanden es, außerhalb der Reichweite von Kirche und spanischer Krone zu bleiben.

Als die Spanier mit ihrer besseren Organisation, größeren Ressourcen sowie besseren Waffen, den Pima Alto (Obere Pima) und Maricopa Schutz gegen ihre Feinde boten, wurde die einst regional begrenzte Maricopa-Pima-Allianz in eine große indianisch-spanische Allianz eingebunden; der nun die ehemals den Pima feindlich gesinnten Opata angehörten, sowie verwandte Gruppen der Pima Bajo (Untere Pima) und Tepehuan sowie im Norden und Osten die Pueblo, die nun die spanischen und indianischen Siedlungen gegenüber der Apacheria verteidigen sollten. Später (ab 1786) wurden die Ute und deren Jicarilla-Apache-Verbündete sowie die Navajo (Diné) als auch die besonders kriegerischen und mächtigen Comanche teils durch militärische Gewalt, teils durch ökonomischen Druck (oder Vergünstigungen) überzeugt, sich gegen die Apache und deren Verbündete (zu denen ja auch die Yavapai gehörten) zu wenden und teilweise gemeinsame militärische Unternehmungen mit den Spaniern gegen diese zu unternehmen.

In diesen ständigen Auseinandersetzungen gegen die Apache, Yavapai und den Quechan (Yuma)-Allianz bewährten sich die sonst friedlichen Maricopa und Pima als harte und ausdauernde Krieger und stellten sich den Spaniern, Mexikanern und später den Amerikanern gerne als Scouts und Krieger zur Verfügung.

Konflikte mit Spaniern und Amerikanern[Bearbeiten]

Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die meist in abgelegenen Gebieten lebenden Yavapai die verstärkte Präsenz der vordringenden Amerikaner sowie de US-Armee zu spüren, in den 1860er Jahren wurden ihre Stammesgebiete regelrecht von amerikanischen Goldsuchern und Bergleuten überschwemmt. Dies führte zu erheblichen Spannungen zwischen Yavapai und Weißen, wobei die Yavapai oft Opfer von Massakern und Vergeltungsschlägen seitens der US-Armee sowie von Bürgermilizen wurden - da sie fälschlicherweise damals mit den Apache verwechselt wurden und daher für deren Überfälle und Raubzüge büßen mussten (jedoch unternahmen sie nun auch Kriegszüge - die ihrerseits wiederum den Apache zugeschrieben wurden).

Erste ernsthafte Konflikte und Kämpfe mit Einheiten der US-Armee erfolgten im sog. Hualapai-Krieg oder Walapai-Krieg (18651870), der nach Ermordung des Hualapai-Häuptlings Anasa ausbrach, woraufhin die Hualapai (Walapai) Boten zu den Havasupai sowie zu ihren einstigen Feinden - den Yavapai-Tonto-Apache-Bands - sandten, um sich deren Hilfe im Kampf gegen die Amerikaner zu sichern. Insgesamt gab es ca. 250 Hualapai-Krieger sowie eine unbekannte Anzahl von Yavapai und Tonto Apache, die gegen Hunderte von United States Army Truppen sowie Milizen kämpften.

Bedeutendste Führer während dieser Zeit waren die zu den zweisprachigen Guwevkabaya/Kwevkepaya-Apache Bands zählenden: Wah-poo-eta (Apache-Name: Delacha/Delshe, Anführer der mit ca. 750 Mitglieder größten und kriegerischsten Band, meist Guwevkabaya sowie einige der Mazatzal Band der Südlichen Tonto Apache), Eschetlepan (auch Chalipun, Cha-Thle-Pah, Anführer von ca. 300 meist Wikedjasapa-Guwevkabaya sowie einigen Semi-Bands der Südlichen Tonto Apache), Delshay (Yavapai-Name: Wah-poo-eta oder Wapotehe, Anführer von ca. 200 der Matkawatapa-Lokalgruppe der Walkamepa-Guwevkabaya und Dilzhę́’é Semi-Band der Südlichen Tonto Apache, wurde nach der Ermordung 1869 Wah-poo-etas der erfolgreichste und hartnäckigste Anführer der verbündeten Yavapai und Tonto Apache), Ashcavotil (Apache-Name: Escavotil, Anführer einer ca. 200 Krieger umfassenden Guwevkabaya-Pinaleño Apache Band, nach Wah-poo-eta der kriegerischste Anführer in Zentral-Arizona), Oshkolte (Apache-Name: Hascalté oder Has-Kay-Ah-Yol-Tel, Anführer einer ca. 70 Kriegern, 20 Frauen und 20 Kindern zählenden größtenteils Südliche Tonto Apache und einige Guwevkabaya, enger Verbündeter von Ashcavotil und Wah-poo-eta) sowie einige kleinere Führer wie Piyahgonte (Anführer von ca. 75 Wikedjasapa-Guwevkabaya sowie Südlicher Tonto Apache, man machte ihn für die meisten Überfälle und Verwüstungen im Gebiet rund um Prescott verantwortlich) sowie Skiitlanoyah (Yavapai-Name: Skitlavisyah, Anführer von ca. 80 Guwevkabaya-Tonto Apache). Unter den mit diesen verbündeten Tonto Apache waren insbesondere die Häuptlinge Chuntz, Chan-deisi (von der US-Armee John Daisy genannt) und Cochinay bekannt und gefürchtet.

Als im sog. Camp Grant Massacre im Morgengrauen des 28. April 1871 (andere Quellen: 30.April 1871) William S. Oury und Jesús Maria Elias (die alle Überfälle und Verwüstungen im Süden Arizonas den ca. 500 friedlich im Camp Grant unter dem angeblichen Schutz der US-Armee angesiedelten Arivaipa/Arivaipa unter Häuptling Eskiminzin sowie Pinaleño/Pinal Apache unter Häuptling Capitán Chiquito zuschrieben) zusammen mit ihrem alten Verbündeten Francisco Galerita, Häuptling der Tohono O'odham der Mission San Xavier del Bac, das wehrlose und ahnungslose Lager der Apache überfielen, wurden während des sich daran anschließenden Massakers 144 Apache von den Tohono O'Odham getötet und verstümmelt (bis auf acht waren es alles Frauen und Kinder) und 29 Kinder als Sklaven durch die Tohono O'Odham und Mexikaner nach Mexiko verkauft. Nach dem Massaker flüchteten die überlebenden Arivaipa/Aravaipa und Pinaleño/Pinal Apache Bands nordwärts ins Tonto Basin zu den mit ihnen verwandten und verbündeten Tonto Apache und Yavapai.

Der nun ausbrechende sog. Yavapai-Krieg oder Tonto-Krieg (1871 bis 1875) wurde von den verbündeten Guwevkabaya/Kwevkepaya, Wi:pukba/Wipukepaya, Tonto Apache und San Carlos Apache sowie Teilen der Yavbe'/Yavapé erbittert gegen die US-Armee, Bürgermilizen, deren indianische Verbündete sowie Goldsucher, Bergleuten und Siedlern geführt. Es kam während der oftmals mehrmonatigen Kampagnen der US-Armee gegen die verbündeten Stämme zu blutigen, mehrstündigen (manchmal mehrtätigen) Kämpfen, Hinterhalten sowie zu grausamen Massakern.

Die indianischen Kämpfer nutzten hierbei die sog. "Hit and Run"-Taktik des Guerillakriegs, d. h. Überfälle, Hinterhalte und Angriffe auf die Versorgungslinien der US-Armee sowie gezielte, "nadelstichartige" militärische Aktionen, die die US-Amerikaner zermürben sollten. Hierbei kam ihnen ihre traditionelle Organisation in unabhängigen Lokalgruppen und Banden zugute, da diese kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten bildeten, die sich durch hohe Mobilität und Flexibilität auszeichneten. Zudem kannten sie jedes Versteck und Wasserloch oder einen möglichen Platz für einen Hinterhalt in ihrem Land und operiert meist aus den Bergen heraus, welche optimales Rückzugsgebiet bildeten, in die sie sich nach Überfällen sofort wieder zurückzogen. Die Krieger konnten hierdurch dem militärisch überlegenen Gegner ausweichen. Ihr Erfolg war davon abhängig, ob es ihnen gelang, die Entscheidung darüber zu behalten, an welchem Ort, zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die militärische Konfrontation mit der US-Armee stattfand und diese aus ihrem Wohngebiet und der Siedlungen mit ihrem Frauen und Kindern fernzuhalten.

Die Kämpfe erreichten während George Crook's Tonto Basin Campaign (1872 - 1873) ihren Höhepunkt, die US-Armee rückte mit Hilfe ortskundiger Hualapai und insbesondere von Apache-Scouts immer tiefer in die Verstecke der Bands vor, so dass diese immer öfter vor anrückenden Armee-Einheiten oder den Scouts zusammen mit Frauen und Kindern fliehen mussten - die aufgegebenen Siedlungen, bestellten Felder und zurückgelassenen Vorräte wurden durch die US-Armee niedergebrannt und zerstört, um die Indianer auszuhungern. In dieser Kampagne erlitten die Stämme mehrere entscheidende Niederlagen: am 28.Dezember 1872 wurde während der Battle of Salt River Canyon (besser bekannt als Skeleton Cave Massacre) eine Tonto-Apache-Guwevkabaya/Kwevkepaya Band unter Häuptling Nanni-Chaddi mit ca. 110 Kriegern von 130 Soldaten des 5. Kavallerieregiments unter Captain William H. Brown sowie 30 Apache-Scouts aufgespürt und im anschließenden Gefecht wurden 75 Krieger, Frauen und Kindern (einschließlich Nanni-Chaddis) getötet, 15 weitere Tonto-Apache-Guwevkabaya/Kwevkepaya lagen im Sterben, nur 18 Frauen und 6 Kinder überlebten und wurden nach Camp Verde gebracht. Nur einige Wochen später erfolgte am 27.März 1873 mit der Battle of Turret Peak ein weiterer Rückschlag, als eine US-Einheit und Apache-Scouts unter dem Kommando von Captain George M. Randall eine Siedlung der Guwevkabaya/Kwevkepaya-Tonto-Apache unter Häuptling Delshay/Wapotehe am Turret Peak (nahe dem heutigen Cordes Junction), einer Yavapai-Hochburg, überraschte; diese waren so überrascht, dass sich viele vom Berg in den Tod stürzten, manche kämpften kurz, bevor sie getötet wurden oder sich ergaben. Insgesamt wurden 57 Indianer getötet sowie mehrere schwer verwundet; diese Attacke war für die verbündeten Bands demoralisierend, so dass hierauf zwei Wochen später am 06.April 1873 viele der feindlichen Yavapai und Tonto Apache - unter ihnen auch der bedeutende Häuptling Eschetlepan/Chalipun mit 300 seiner Guwevkabaya/Kwevkepaya-Südliche-Tonto-Apache Band - sowie San Carlos Apache sich Crook in Camp Verde ergaben.

Im Frühjahr 1873 hatten somit die meisten verbündeten Yavapai und Apache ihren Widerstand aufgegeben und sich in den Reservationen niedergelassen; obwohl die meisten Bands nun friedlich waren, traten jedoch immer wieder Spannungen sowie Tumulte innerhalb sowie rund um die Reservate auf, die verschiedene Ursachen hatten: schlechte oder zu wenige Rationen (und somit verbreiteten Hunger), Unstimmigkeiten zwischen dem Militär sowie der Zivilverwaltung über die Administration der Reservationen, u.a. Im Winter 1873/1874 entwickelte sich daher eine schwere Krise, die erneut zu Gewaltausbrüchen führte und in der Ermordung von Leutnant Jacob Almy am 27.Mai 1873 gipfelte. Während dieser Kämpfe wurden die Guwevkabaya-Apache Bands der Häuptlinge Ashcavotil, Oshkolte/Has-Kay-Ah-Yol-Tel, Natatotel/Natokel sowie des Tonto Apache Naqui-Naquis aufgespürt und entweder gefangen genommen oder getötet - alle genannten Häuptlinge wurden dabei bis Juni 1873 getötet.

Die bereits immer unzufriedenen Anführer, die stets auch für Unruhe auf der Reservation sorgten, flohen nach der Ermordung Almys in die Berge; Delshay, Chuntz, Cochinay und Chan-deisi bekämpften aus ihren Stützpunkten erfolgreich nochmals die US-Armee unter Crook, der ein Kopfgeld auf die Häuptlinge aussetzte. Im Frühjahr begann die Kampagne gegen diese letzten Widerstand leistenden Yavapai und Tonto Apache, die feindlichen Bands konnten jedoch nur erfolgreich durch Hilfe von Yavapai, Apache und Hualapai-Scouts aufgespürt und aufgerieben werden - bis Juli 1874 hatten entweder alle sich ergeben oder waren getötet. Die abgeschlagenen Köpfe von sieben Häuptlingen - darunter von Delshay/Wapotehe, Chuntz, Chan-deisi und Cochinay - wurden als Trophäe sowie als Beweis ihres Todes mehrere Tage auf den Paradeplätzen der Reservationen und Armeeposten zur Schau gestellt (somit verhielten sich die zivilisierten Amerikaner nicht besser als die in ihren Augen wilden, unziviliserten Indianer und Naturvölker, die oftmals die Kopfjagd betrieben).

Ansiedlung auf Reservationen[Bearbeiten]

Da die verbündeten Bands der Yavapai und Apache (man muss hierbei bedenken, dass die kämpfenden Yavapai und Apache keine Berufssoldaten oder Scouts waren, die ihre Familien in Sicherheit wussten sowie über eine geregelte Truppenversorgung verfügten) während der sog. Hualapai- und Yavapai-Kriege dauernd Attacken auf ihre Kriegstrupps sowie auf ihre Siedlungen (mit ihren dort versteckten Frauen, Kindern und Alten) seitens der US-Armee und deren verbündeten indianischen Scouts (meist Nordöstliche Pai sowie Westliche Apache, als auch Maricopa, Obere Pima sowie Navajo) ausgesetzt waren, befanden sich die Bands immer auf der Flucht. Für die flüchtenden Bands wurde es durch die immer weiter in ihr Siedlungsgebiet sowie ihre letzten Bastionen vordringenden Soldaten, Siedler, Milizen sowie Scouts immer schwieriger, genügend Nahrungsvorräte sowie Kleidungsstücke für den harten Winter zu organisieren - Felder konnten nicht bestellt oder abgeerntet werden, das Sammeln und Jagen war ebenfalls nur unter erhöhtem Risiko möglich und es fehlten einfach die Zeit, die nötigen Kleidungsstücke zu fertigen sowie Nahrungsdepots für den Winter anzulegen. Zudem zerstörte die US-Armee systematisch alle Siedlungen, Felder und Nahrungsdepots, verschleppte die dort sich versteckt haltenden Familien und erschoss teilweise die wenigen Pferde der Krieger. Bereits geschwächt durch die andauernden Kämpfe und Flucht sowie den ausbrechenden Hunger im Winter, kamen durch nun auftretende Krankheiten zusätzlich ca. ein Drittel der verbündeten Yavapai-Apache-Bands um.

Yavapai-Apache-Exodus Day[Bearbeiten]

Durch die Konzentrationspolitik seitens der US-Armee wurden 1871 die Wi:pukba/Wipukepaya der Yavapai und Tonto Apache (Dilzhe’e Apache) zwangsweise auf die 900 km² umfassende Camp Verde Reservation entlang des Verde River nahe des Camp Verde Armeeposten (in der Nähe des heutigen Ortes Cottonwood, Arizona) interniert, während der ersten drei Jahre (1871 - 1873) starben auf Grund von schlechtem Wasser und mangelhafter Versorgung mit gesundem und ausreichendem Essen viele Kinder und Alte; als jedoch die Bands erfolgreich Bewässerungssysteme (einschließlich eines ca. 8 km langen Grabens) errichteten, funktionierte dies so gut, dass es nun möglich war, eine ausreichende Ernte einzufahren, um relativ autark zu sein. Unternehmer, die mit der Regierung zusammen arbeiteten, um die Versorgung der Reservationen sicherzustellen, sahen sich hierdurch in ihrer Existenz bedroht, und verlangten, die Reservation aufzulösen. Daher und um den letzten Widerstandsgeist der Stämme zu brechen, wurden am 27. Februar 1875 unter dem Kommando des arroganten Commissioner Levi Edwin Dudley ca. 1.476 Wi:pukba/Wipukepaya und Tonto Apache (Dilzhe’e Apache) zusammen mit Yavbe'/Yavapé von Prescott sowie Guwevkabaya/Kwevkepaya von der Fort McDowell Reservation[14] sowie Ɖo:lkabaya/Tolkepaya, einschließlich Kinder, Alten und Kranken, gezwungen, zu Fuß in die ca. 300 km südöstlich liegende San Carlos Apache Indian Reservation zu ziehen; statt über die längere und sichere Packwagenstraße, mussten sie - um Zeit zu sparen - bei äußerst schlechtem Wetter die zwar kürzere Strecke, aber mit Hochwasser führenden Flüssen , Bergpässen, teils schneebedeckten Bergen und durch enge Canyons besonders beschwerliche Route nehmen. Während des Marsches kam es auf Grund der Strapazen, des Hungers sowie der bereits vorher existierenden Feindseligkeiten zu gewaltsamen und teilweise tödlichen Spannungen zwischen Ɖo:lkabaya/Tolkepaya, Yavbe'/Yavapé und Guwevkabaya/Kwevkepaya auf der einen Seite und Guwevkabaya/Kwevkepaya, Wi:pukba/Wipukepaya und deren Tonto Apache (Dilzhe’e Apache)-Verwandten auf der anderen Seite. In San Carlos kamen nach zwei Wochen 1.361 Yavapai und Tonto Apache an, da unterwegs 25 Babys geboren wurden, waren ca. 140 Indianer - meist Ältere, Frauen und Kinder - in Schnee und Kälte umgekommen (andere Quellen nennen ca. 65 Indianer). Noch heute wird an dieses Ereignis jedes Jahr mit dem Yavapai-Apache Exodus Day gedacht.[15][16] Die verschiedenen Yavapai Bands und Tonto Apache waren auf der San Carlos Indian Reservation nicht nur erstmals mit anderen teilweise feindlich gesinnten Yavapai interniert, sondern auch mit nicht verwandten und ebenfalls meist feindlichen Gruppen der Westlichen Apache und Chiricahua Apache; zudem hatten insbesondere Scouts der Westlichen Apache, der Nordöstlichen Pai (Hualapai und Havasupai) sowie (in geringerem Umfang) der Maricopa-Pima-Allianz entscheidend zum Aufspüren der feindlichen Bands und somit zum Sieg der US-Armee beigetragen.

San Carlos Apache Indian Reservation[Bearbeiten]

Während ihrer Internierung in San Carlos stellten die Yavapai sich oftmals als Scouts für die US-Armee gegen feindliche Chiricahua Apache und Westliche Apache in den 1880er zur Verfügung; sie beteiligten sich auch 1886 am Feldzug gegen Geronimo und den letzten freien Chiricahua Apache.

In San Carlos begannen die Yavapais und Tonto Apache von Neuem, Felder anzulegen und erwarben Rinder; jedoch zerstörten Fluten ihre Dämme und benachbarte Rancher, Farmer und Bergleute besetzten, das ihnen zugewiesene Land - anderes Land bekamen sie von den hier bereits siedelnden Westlichen Apache nicht, da diese selbst mit den dürftigen Böden der San Carlos Reservation ums Überleben kämpfen mussten. Die Yavapai baten immer wieder offizielle Stellen, in ihre Heimat zurück kehren zu dürfen und sich dort in Reservaten anzusiedeln.

Die ersten die San Carlos verließen waren die Ɖo:lkabaya/Tolkepaya, die sich im Gebiet rund um La Paz und Wickenburg als Tagelöhner oder als Lohnarbeiter verdingten oder sich auf der meist von Mohave (Mohaje) bewohnten Colorado River Indian Reservation sowie der von Quechan (Yuma) bewohnten Fort Yuma Indian Reservation ansiedelten - bis heute haben sie keine eigene Reservation und sind offiziell seitens der US-Bundesregierung auch nicht als Stamm anerkannt (sog. federally recognized tribe).

Etablierung eigener Reservationen[Bearbeiten]

Insgesamt 25 Jahre waren die Yavapai und Tonto Apache zwangsweise in San Carlos interniert, jedoch hatten bis 1900 bereits die meisten die ungeliebte Reservation verlassen, um in ihre alte Heimat zurück zu gelangen. Manche kehrten ins Verde River Valley zurück, einige nach Fort McDowell und Fort Whipple (nahe Prescott).

1890 wurde es den nur noch ca. 200 zählenden Guwevkabaya/Kwevkepaya sowie einigen Südlichen Tonto Apache offiziell erlaubt, sich bei Fort McDowell anzusiedeln, im Jahr 1903 wurde die heute ca. 100 km² große Fort McDowell Indian Reservation errichtet. Da der Verde River die Reservation durchfließt, versuchten die Yavapai erneut Ackerbau zu betreiben, jedoch mussten sie um ihre Wasserrechte kämpfen - anstatt Gelder zur Verbesserung der Bewässerungsdämme sowie Hochwasserschutzmaßnahmen zu gewährleisten, wollte die US-Regierung die Yavapai nochmals umsiedeln - diesmal zu ihren traditionellen Feinden der Maricopa-Pima-Allianz auf die Salt River Pima Reservation. Dank des Einsatzes von Carlos Montezuma durften sie bleiben, jedoch konnten sie sich nur wenig Geld und Wasserrechte sichern. Später wurde Rinderhaltung und Lohnarbeit auf sowie außerhalb der Reservation wichtig; zwischen den 1950er und 1960er verhinderten sie erfolgreich den Orme Dam, der größtenteils die Reservation überflutet hätte - und verzichteten auf 33$ Millionen Entschädigungsgelder.

Die Nördlichen Tonto Apache sowie die Wi:pukba/Wipukepaya und einige wenige Yavbe'/Yavapé siedelten nahe Camp Verde in der 1910 etablierten Camp Verde Reservation, die ursprünglich ca. 40 acres (ca. 0,16 km²) große Reservation wurde im folgenden Jahrzehnt mit der ca. 248 acres (ca. 1,00 km²) großen Middle Verde Indian Reservation im Jahr 1937 zur heutigen, ca. 665 acres (ca. 2,70 km²) umfassenden Yavapai-Apache Nation Indian Reservation zusammengelegt, und besteht aus vier nicht zusammenhängenden Siedlungen im Verde Valley im östlichen Yavapai County – Clarkdale, Middle Verde, Rimrock sowie dem Verwaltungssitz und Hauptort Camp Verde, der mit 576 acres (ca. 2,33 km²) fast 90 % des Reservats umfasst. Auf Grund der schlechten Böden sowie der Kleinheit des Reservats, mussten die meisten Stammesmitglieder bis zur Etablierung des Tourismus in den nahen Kupferminen arbeiten. Die Reservation wird heute jedoch mehrheitlich durch Sprache sowie Kultur der Tonto Apache als der Yavapai geprägt.[17]

Die Yavbe'/Yavapé sowie einige Nördliche Tonto Apache hatten sich bei Fort Whipple nördlich von Prescott angesiedelt, 1935 wurde die heutige Yavapai-Prescott Indian Reservation auf dem Grund des früheren Fort Whipple Military Reserve errichtet, umfasste ursprünglich nur 75 acres (ca. 0,3 km²), zu denen 1956 nochmals 1.320 acres (ca. 5,3 km²) hinzugefügt wurden. Die Yavapai betreiben heute zwei Casinos, das Bucky's Casino und Yavapai Casino.

Lebensweise und Kultur[Bearbeiten]

Anders als ihre Yuma sprechenden Verwandten am Colorado River führten die meisten Yavapai ein halbnomadisches Dasein und lebten von der Jagd, vom Sammeln essbarer wilder Pflanzen und ergänzt durch kleine Ackerbaupflanzungen (Kürbisse, Wassermelonen, Mais, etc.). Dabei wurden diese kargen Ackerbauflächen nicht umsorgt und gehegt, sondern man überließ diese sich allein und kam erst zur Erntezeit zurück. Gerade im westlichen Gebiet der Yavapai, dem Territorium verschiedener kleiner Tolkepaya-Gruppen, mit den kärgsten Böden, den höchsten Temperaturen, wenig Regen und Flüssen (Bill Williams, Hassayampa), die teilweise ganz im Wüstenboden versiegten, wurde am meisten Ackerbau betrieben. Und dies, obwohl für Ackerbau, der auf jährliche Überschwemmungen angewiesen war, die Flüsse extrem unzuverlässig über die Ufer traten oder überhaupt Wasser führten. Im Gegensatz zu Yavapé, Wipukepa und Kwevkepaya, die wildreichere sowie pflanzenreichere und durch mehr Quellen und Flüsse durchzogene Bergketten bewohnten, waren die Tolkepaya auf den überaus unsicheren und mit harter Arbeit verbundenen Ackerbau zum Überleben angewiesen. In manchen Jahren, wenn die Fluten und Überschwemmungen ausblieben, wanderten die Tolkepaya in die Tiefebenen am Zusammenfluss des Colorado mit dem Gila River, Gebiete die die Yuma kontrollierten, und betrieben dort Ackerbau. Die Yuma erlaubten den Tolkepaya in ihrem Gebiet Pflanzungen anzulegen, und gingen im Gegenzug in den Bergketten der Tolkepaya Wild jagen und sammelten Wildpflanzen und Schleifsteine.

Sollte die Jagd, das Sammeln sowie die Ernte nicht zum Überleben reichen, handelten die Yavapai mit den Hopi, Diné sowie den Mohave und Quechan, um Mais, Bohnen, Melonen und andere überschüssige Lebensmittel zu erhalten. Die Yavapai boten Körbe, Agave und verschiedene Tierfelle im Tausch an. Navajo- und Hopi-Decken waren besonders begehrt. Im Gegensatz zu Tolkepaya und Yavapé, ergänzten die Kwevkepaya, Wipukepa und ihre Apachen-Verbündete ihre Versorgung im Notfall nicht nur mit Handel sondern auch mit Raubzügen gegen Pima, Tohono O'Odham und Opata sowie später Spaniern und Mexikanern.

Daher wohnten die Yavapai meistens in Höhlen, tief in den Bergen und auf den Berggipfeln, in Hütten aus Zweigen, die den Wickiups der Apachen ähnelten. Diese rancherias waren gut versteckt vor etwaigen Feinden und konnten zudem gut verteidigt werden.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Heute gibt es drei federal recognized Tribes der Yavapai mit jeweils eigenen Reservaten, andere Yavapai-Gruppen leben zudem in mehreren anderen Reservaten in Arizona. Mit Ausnahme des Fort-McDowell-Reservats, in dem es bewässertes Farmland gibt, sind die Ressourcen extrem eingeschränkt. Heute leben viele von Farmarbeit, Viehzucht und Lohnarbeit. Sehr schöne in Wulsttechnik geflochtene Körbe, die in Material, Muster, Form und Technik denen der Westlichen Apachen identisch sind, werden gelegentlich noch hergestellt.

Yavapai-Prescott Indian Tribe[Bearbeiten]

The Yavapai-Prescott flag

Die Yavapai-Prescott Indian Reservation nahe Prescott wurde 1935 auf dem Grund des früheren Fort Whipple Military Reserve[18] errichtet, umfasste ursprünglich nur 75 acres (ca. 0,3 km²), zu denen 1956 nochmals 1.320 acres (ca. 5,3 km²) hinzugefügt wurden. Ihrem Man, Sam Jimulla, dem ersten Häuptling des Yavapai-Prescott Indian Tribe, folgend, wurde Viola Jimulla der erste weibliche Häuptling eines nordamerikanischen Stammes (1940–1966). Die Yavapai betreiben heute zwei Casinos, das Bucky's Casino und Yavapai Casino.[19] Der Census des Jahres 2000 ergab eine Reservatsbevölkerung von 182 Personen, von denen 117 ausschließlich indianischer Abstammung waren.[20] Heute gibt es 159 Stammesmitglieder.[21]

Yavapai-Apache Nation[Bearbeiten]

Nachdem 1871 die Yavapai und Dilzhe’e Apache (Tonto Apache) gezwungen wurden, in die ca. 900 km² umfassende Camp Verde Reservation entlang des Verde River nahe Camp Verde zu ziehen, starben während der ersten drei Jahre (1871–1873) viele Kinder und Alte auf Grund von schlechtem Wasser und mangelhafter Versorgung mit gesundem und ausreichendem Essen. Als die Yavapai und Dilzhe’e Apache Bewässerungssysteme (einschließlich eines ca. 8 km langen Grabens) errichteten, funktionierte dies so gut, dass es nun möglich war, eine ausreichende Ernte einzufahren, um relativ autark zu sein. Aber beauftragte Unternehmer, die mit der Regierung zusammen arbeiteten, um die Versorgung der Reservationen sicherzustellen, sahen sich hierdurch in ihrer Existenz bedroht, und verlangten, die Reservation aufzulösen. Daraufhin wurden am 27. Februar 1875 1.476 Indianer gezwungen, über schneebedeckte Berge und zugefrorene Flüsse ca. 290 km nach Süden in die San Carlos Apache Indian Reservation zu ziehen, wobei viele Ältere, Frauen und Kinder in Schnee und Kälte umkamen. Während des Marsches kam es auf Grund des Hungers und der Strapazen zu gewaltsamen Spannungen zwischen Tolkepaya, Yavapé und Wipukepa auf der einen Seite und den Dilzhe’e Apache und deren Kwevkepaya und Wipukepa-Verbündeten andererseits. In San Carlos kamen nach zwei Wochen 1.361 Yavapai-Tonto an, da unterwegs 25 Babys geboren wurden, waren ca. 140 umgekommen.[22]

In den frühen 1900er kehrten die Yavapai und Dilzhe’e Apache in ihre alte Heimat zurück, und 1910 wurde die ca. 40 acres (ca. 0,16 km²) große Camp Verde Indian Reservation eröffnet, zudem im folgenden Jahrzehnt die separate ca. 248 acres (ca. 1,00 km²) große Middle Verde Indian Reservation. Diese zwei wurden 1937 zur heutigen, ca. 665 acres (ca. 2,70 km²) umfassenden, Yavapai-Apache Nation Indian Reservation zusammengelegt, und besteht aus vier nicht zusammenhängenden Siedlungen im Verde Valley im östlichen Yavapai CountyClarkdale, Middle Verde, Rimrock sowie Camp Verde, den Verwaltungssitz und Hauptort, der mit 576 acres (ca. 2,33 km²) fast 90 % des Reservats umfasst. Der Census des Jahres 2000 ergab eine Reservatsbevölkerung von 743 Personen, von denen 512 in Camp Verde, 218 in Clarkdale und nur 13 in der nicht inkorporierten Siedlung Lake Montezuma lebten.[23]

Die Basis der Einkünfte der Yavapai-Apache Nation bildet das Cliff Castle Casino[24] sowie der Tourismus, dank vieler erhaltener historischer Stätten, wie Slide Rock State Park, Sedona Red Rock Country, Tuzigoot National Monument und Montezuma Castle National Monument. Die Yavapai-Apache Nation ist ein Zusammenschluss von zwei historisch unterschiedlichen Stämmen, welche beide am Oberen Verde River lebten. Die Dilzhe'e Apache, nutzten das Land im Nordosten, Osten und Süden, während die Wipukepa oder Nordöstliche Yavapai[25] und Yavapé´oder Nordwestliche Yavapai im Nordwesten, Westen und Süden wohnten. Ihre Gebiete überlappten entlang des Oberen Verde River, wo sie oft in bilingualen Gruppen zusammen lebten. Die Yavapai-Apache Nation bildet zudem einen der fünf Apache-Stämme Arizonas. Heute überwiegt die Apache-Kultur.[26]

Fort McDowell Yavapai Nation[Bearbeiten]

Das Reservat der Fort McDowell Yavapai Nation, ca. 56 km nordöstlich von Phoenix im Maricopa County, wurde durch Theodore Roosevelt 1903 errichtet und umfasste ursprünglich 40 sqm (ca. 103 km²), jedoch versuchte das Office of Indian Affairs 1910 die Bewohner umzusiedeln, um das Gebiet und die Wasserrechte für Außenstehende zu öffnen – jedoch vergebens. Die Reservation umfasst zurzeit 24.680 acres (ca. 100 km²), und wird von ca. 600 der insgesamt 950 Stammesmitglieder bewohnt.

Die Fort McDowell Yavapai Nation hat mehrere touristische Unternehmen, einschließlich des Fort McDowell Casino, Fort McDowell Adventures (a Western-themed outdoor venue), Eagle’s Nest RV Park, WeKoPa Golf Club, Fort McDowell Farms, Yavapai Materials, Radisson Poco Diablo Resort in Sedona sowie des Radisson Fort McDowell Resort and Conference Center.[27]

Fort McDowell ist zudem der Geburtsort von einem der ersten Vorkämpfer für die indigenen Menschenrechte, Dr. Carlos Montezuma (Wassaja) (1866–1923). Als Kind wurde Wassaja von Akimel O'Odham geraubt und an einen italienischen Fotografen verkauft, der ihn in Chicago in Medizin unterrichtete, und schließlich schloss er das Medizinstudium als Doktor ab. Später kämpfte Wassaja, besser bekannt als Dr. Carlos Montezuma, für die Rechte der Native Americans, für das Recht, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden. Er wurde auch eine der führenden Persönlichkeiten, die die Yavapai unterstützten, ihre Stammesgebiete wieder zu erlangen, und starb auf der Reservation an Tuberkulose.[28]

Die Kwevikopaya (auch Kwevkepaya) oder Südöstlichen Yavapai der Fort McDowell Reservation nennen sich Abaja - ‘Das Volk’, daher vermuten einige Anthropologen und Linguisten, dass der Name Apache für die verschiedenen athapaskisch-sprachigen Apachen sich von der Eigenbezeichnung der Kwevkepaya herleitet. Die Fort McDowell Yavapai Nation besteht aus zwei verschiedenen Stämmen, den Kwevikopaya Yavapai und den Dilzhe'e Apache oder Tonto Apache, welche oftmals untereinander heirateten, bilinguale Gruppen bildeten und Verbündete gegen feindliche Stämme und Siedler waren. Die Fort McDowell Yavapai Nation bildet genauso wie die Yavapai-Apache Nation einen der fünf Apache-Stämme Arizonas.[29]

Demografie[Bearbeiten]

Die Yavapai zählten vor ihrer Unterwerfung durch die Amerikaner und bevor sie durch Krankheiten dezimiert wurden niemals über 2.500 Mitglieder. James Mooney schätzte die Yavapai auf 600 Angehörige im Jahr 1680. Für das Jahr 1873 werden etwa 1.000 Stammesmitglieder angegeben, während man 1903 von etwa 500 bis 600, im Jahr 1906 von 520 Yavapai berichtete. 1910 gab es laut Indian Office 549 und 1923 von 708 Angehörige. Der US-Zensus von 2000 zählte 879 Yavapai. 1990 sprachen noch 163 ihre traditionelle Stammessprache.

Anführer der Yavapai[Bearbeiten]

Tonto-Führer (bilinguale Kwevkepaya-Tonto Apache oder Kwevkepaya-Pinaleño Apache-Führer)

  • Delshay (Delshe, Delchea, Delacha - ‘Big Rump’ - ‘Großes Hinterteil’, ‘Großer Allerwertester’, in Yavapai Wah-poo-eta oder Wapotehe genannt, ca. * 1835; Kwevkepaya-Tonto-Apache-Führer, seine gemischte und zweisprachige ca. 200 Mitglieder umfassende Bande, bestehend aus der Matkawatapa-Lokalgruppe der Walkamepa-Kwevkepaya und Südlichen Tonto-Apache, lebte in der Sierra Ancha westwärts bis zum Tonto Creek und ostwärts bis zum Cherry Creek, waren jedoch auch oft in den Mazatzal Mountains westlich ihres Stammesgebietes zu finden, war 1873 an der Ermordung von Leutnant Jacob Almy in San Carlos beteiligt und floh danach zusammen mit den Häuptlingen Chuntz, Cochinay und Chan-deisi in die Berge, wurde der erfolgreichste und hartnäckigste Anführer der verbündeten Yavapai und Tonto-Apache, am 29. Juli 1874 wurde seine Gruppe von Apache-Scouts unter Tonto Apache (oder White Mountain Apache?)-Häuptling Desalin gestellt und Delshay getötet, sein abgeschlagener Kopf wurde als Trophäe zusammen mit 76 gefangenen Kwevkepaya-Tonto nach Camp McDowell gebracht, nicht mit Wah-poo-eta zu verwechseln)
  • Wah-poo-eta (Wapotehe, Wapooita - ‘Big Rump’ - ‘Großes Hinterteil’, ‘Großer Allerwertester’, in Apache Delacha oder Delshe genannt, *?; Kwevkepaya-Tonto-Apache-Führer, seine ca. 750 Mitglieder umfassende zweisprachige Bande, größtenteils Kwevkepaya sowie Mazatzal-Gruppe der Südlichen Tonto Apache, war als die größte sowie die kriegerischts Gruppe bekannt und lebte meist in den südlichen Mazatzal Mountains, jedoch ist wenig über Wah-poo-eta bekannt, da er sich weigerte mit den Amerikanern zu verhandeln, nach mehreren erfolgreichen Raub- und Kriegszügen wurde er am 15. August 1869 durch 44 feindliche Maricopa und Akimel O'Odham unter dem Maricopa-Kriegshäuptling Juan Chivaria in Castle Creek Canyon getötet, nicht mit Delshay zu verwechseln)
  • Eschetlepan (Chalipun, Cha-Thle-Pah, Choltepun, von der US-Armee Charlie Pan genannt, Kwevkepaya-Tonto-Apache-Führer, gehörte selbst der Mazatzal-Gruppe der Südlichen Tonto Apache an, seine Apache-Anhänger gehörten dieser sowie vier der sechs Klein-Gruppen der Südlichen Tonto Apache an, seine Bande von ca. 100 Mitgliedern bestand jedoch größtenteils aus Wikedjasapa-Kwevkepaya und lebte südwestlich von Green Valley und südlich des East Verde River, ca. 17 km östlich des Verde River bis in die nördlichen Ausläufer der Mazatzal Mountains, daher konnten sie leicht Raubzüge in die Gebiete rund um Prescott und Wickenburg unternehmen)
  • Ashcavotil (Ascavotil, in Apache Escavotil, Kwevkepaya-Pinaleño-Apache-Führer, seine zweisprachige Gruppe mit ca. 200 Kriegern lebte östlich von Cherry Creek südwärts entlang beiderseits des Salt River und in den Pinaleno Mountains, nach Wah-poo-eta war er der kriegerischste Anführer in Zentral-Arizona, schwer bewaffnet und gut mit Munition von Apache der Fort Goodwin-Reservation versorgt, überfielen und kämpften seine Krieger bis weit nach Süden indianische und weiße Siedlungen bis nach Tucson, Sacaton und Camp Grant)
  • Oshkolte (Hascalté, Has-Kay-Ah-Yol-Tel, Tonto Apache-Kwevkepaya-Führer, seine zweisprachige Bande bestand aus ca. 70 Kriegern, 20 Frauen und 20 Kindern, größtenteils Südliche Tonto Apache und einige Kwevkepaya, lebte beiderseits des Tonto Creek nordwärts bis zum East Verde River und südlich bis zum Salt River sowie östlich der Four Peaks in den Mazatzal Mountains, seine Krieger waren gut bewaffnet, enger Verbündeter von Ashcavotil und Wah-poo-eta, von denen er in der Versorgung mit Munition abhängig war; † getötet März 1873)
  • Nanni-Chaddi (Tonto Apache-Kwevkepaya-Führer, *?; unternahm viele Raubzüge gegen Siedlungen der Akimel O'Odham sowie der Weißen entlang des Salt und Gila River, wurde am 28. Dezember 1872 im Skeleton Cave Massacre (auch Battle of Salt River Canyon genannt) zusammen mit 75 Männern, Frauen und Kindern von 130 Soldaten des 5. Kavallerieregiments unter Captain William H. Brown sowie 30 indianischen Scouts getötet, 15 weitere Tonto lagen im Sterben, nur 18 Frauen und 6 Kinder überlebten als Gefangene)
  • Skiitlanoyah (auch Skitianoyah, in Yavapai Skitlavisyah, Kwevkepaya-Tonto-Apache-Führer, seine zweisprachige Bande von ca. 80 Mitgliedern lebte nördlich von Delshay's Bande, zwischen dem Mittleren East Verde River und dem Oberen Tonto Creek nordwärts bis zum Mogollon Rim)
  • Piyahgonte (Pi-yah-gon-te, Yavapai-Tonto-Apache-Führer der 1860er- und 1870er, seine zweisprachige Bande mit ca. 75 Mitgliedern lebte beiderseits des Oberen East Verde River nordwärts bis zum Mogollon Rim, man machte ihn für die meisten Überfälle und Verwüstungen im Gebiet rund um Prescott verantwortlich)
  • Natatotel (Natokel oder Notokel, Kwevkepaya-Tonto-Apache-Führer; † getötet Juni 1873)

Kwevkepaya-Führer

  • Pawchine
  • Sygollah (Saygully, zusammen mit Eskiminzin, dem Häuptling der Arivaipa Apache – einem gebürtigen Pinaleño Apache, die enge familiäre Kontakte zu den Wipukepa hatten –, begleitete er John Clum nach Washington)[30]
  • Sekwalakawala

Wipukepa-Führer

  • Motha (“Fog: Mist”, Führer einer Gruppe im Oak Creek Canyon, später zum “Head Chief” (Oberhäuptling) der sog. Verde Indians – Tolkepaya, Yavapé, Wipukepa, Kwevkepaya und Tonto Apache – auf der Rio Verde Reservation, ernannt)
  • Paquala (“Tall Man”)
  • Tecoomthaya (führte seine ca. 200 Bandenmitglieder im Sommer 1872 in den äußersten Norden des Wipukepa-Territoriums um der US-Armee zu entkommen und versteckten sich in den Bill Williams Mountains, hier hofften sie Munition sowie Gewehre von den benachbarten Havasupai und Südlichen Paiute im Tausch gegen Wildleder zu bekommen. Durch Hilfe von Pai Scouts wurden sie von der US-Armee aufgespürt und ohne Warnung oder der Möglichkeit zu kapitulieren, angegriffen. Zwar konnten die meisten Wipukepa entkommen, jedoch verbrannten die Soldaten ihre ganzen Lebensmittel, Vorräte, Hütten und Kleider, so dass die Wipukepa den kommenden Winter hungernd, frierend und fliehend zubrachten und schließlich nur noch in Lumpen und fast verhungert aufgaben)
  • Wehabesuwa (Führer einer Gruppe im Bloody Basin)

Yavapé-Führer

  • Hoseckrua (getötet † Januar 1864 als Soldaten vom Fort Whipple seine Siedlung attackierten und 28 Yavapé, einschließlich Hoseckrua, töteten)
  • Coquannathacka (“Grean Leaf” - ‘Grünes Blatt’, Führer einer Gruppe in den Bradshaw Mountains und Mingus Mountain)
  • Makwa (“Quail's Topknot” - ‘Wachtel-Haarknoten’, Führer einer Gruppe in den Bradshaw Mountains und Granite Mountains)

Tolkepaya-Führer

  • Quashackama (auch Quacanthewya)
  • Ohatchecama (auch Ochecama, Ochicama, Ahoochy Kahmah, A-wha-che-ka-ma - “Striking the Enemy with the Fist” oder einfach “Striking Enemy”, Führer im ersten Skull Valley Massacre)
  • Chawmasecha (“Looking Over” - ‘Jener, der den Überblick behält’)
  • Chemewalasela
  • Pakota (Pocati - ‘Großer, bedeutender Mann’, von den Weißen José Coffe genannt, reiste zusammen mit Häuptling Takodawa als Führsprecher der Tolkepaya 1872 nach Washington, D.C., um Präsident Ulysses S. Grant zu treffen)
  • Takodawa (später Washington Charley genannt, begleitete Häuptling Pakota nach Washington im Jahr 1872)

Literatur[Bearbeiten]

Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol. 9, 1979 ISBN 0-16-004577-0
Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol.10, 1983 ISBN 0-16-004579-7
  • Tom Bathi: Southwestern Indian Tribes, KC Publications, Las Vegas 1997. ISBN 0-88714-097-1
  • Timothy Braatz: Surviving Conquest: A History of the Yavapai Peoples, University of Nebraska Press, Lincoln, ISBN 978-0-8032-2242-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeffrey P. Shepherd: We Are an Indian Nation: A History of the Hualapai People, University of Arizona Press (April 2010), Seite 229, ISBN 978-0816529049
  2. Ethnologue - Languages of the World - Havasupai-Walapai-Yavapai
  3. Tonto Apache and its position within Apachean
  4. Yavapai
  5. Access Genealogy - Walapai Indians
  6. THE SKELETON CAVE MASSACRE - THE APACHES AND YAVAPAI, CRUCIAL DIFFERENCES BETWEN THEM
  7. Etymology - Also, What About 'Tonto'?
  8. die engl. Benennungen für die zwei Bergketten leiten sich jedoch von einer Fluss-Yuma-Sprache, dem Mohave (Mohaje) oder Hamakhav der Mohave (Aha Makhav oder Pipa Aha Makav) ab: Harquahala - „fließendes Wasser oder immer Wasser“ und Harcuvar - „Cottonwood-Wasser“
  9. Brian McGinty: The Oatman Massacre: A Tale of Desert Captivity and Survival, ISBN 978-0806137704, University of Oklahoma Press, 2006, Seite 215
  10. Southwestern Peoples Notes
  11. People of the Desert, Canyons and Pines (PDF; 10,6 MB)
  12. Photo Gallery - Oral History of the Yavapai
  13. die beiden ehemaligen Goldgräberstädte Globe (Westliches Apache: Bésh Baa Gowąh - „Ort des Gold-Metalls“) und Miami (Westliches Apache: Goshtłʼish Tú) liegen nahe der heutigen San Carlos Apache Indian Reservation
  14. Indian Country - Exodus Day Commemorates Removal, Restoration of Two People
  15. Worcester: Die Apachen, Adler des Südwestens, S.177 ff
  16. Yavapai-Apache Exodus Day'
  17. Yavapai
  18. The Yavapai – Fierce Warriors of the Colorado River
  19. Bucky's and Yavapai Casinos
  20. United States Census Bureau – Yavapai-Prescott Reservation
  21. Yavapai Prescott Indian Tribe (YPIT)
  22. Timothy Braatz: Surviving Conquest: A History of the Yavapai Peoples, University of Nebraska Press, 2007, ISBN 978-0-8032-2242-7, Seiten 175–176
  23. United States Census Bureau – Yavapai-Apache Nation
  24. Cliff Castle Casino
  25. ITCA – Yavapai-Apache Nation
  26. Yavapai-Apache Nation – Yavapai & Apache Culture
  27. Fort McDowell Resort Destination
  28. ITCA Fort McDowell Yavapai Nation
  29. Fort McDowell Yavapai Nation – About Us
  30. Yavapai – The Chameleon People

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Yavapai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien