Zeit im Bild

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zeit im Bild (Begriffsklärung) aufgeführt.
Seriendaten
Originaltitel Zeit im Bild
Zeit im Bild.svg
Produktionsland OsterreichÖsterreich Österreich
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1955
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge ca. 3-27 Minuten
Genre Nachrichten
Erstausstrahlung 23. November 1955 auf ORF

Die Zeit im Bild (ZIB) ist seit Herbst 1955 der Name für die national und international orientierten Nachrichtensendungen des ORF.

Geschichte[Bearbeiten]

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Die erste Zeit im Bild wurde Ende 1955 (etwa zwischen 23. November und 5. Dezember[1]) ausgestrahlt. Fernsehen wurde damals drei Tage in der Woche gesendet, ab 1. Jänner 1957 sechs Mal pro Woche. Die Sendung war nach dem Vorbild Nine O’Clock News der BBC von Beginn an als Sprechersendung konzipiert, bei der ein Nachrichtensprecher vor der Kamera die Meldungen liest; sie dauerte etwa 30 Minuten. Der Name „Zeit im Bild“ wurde bereits ab 1946 von einer bekannten Dresdner Zeitschrift verwendet und für Österreich vom Fernsehjournalisten und späteren ORF-Generalintendanten Thaddäus Podgorski übernommen und war nur als provisorischer Titel gedacht.[2]

Ab 3. Februar 1975 wurde die Nachrichtensendung im 1. Programm um 19:30 Uhr in Zeit im Bild 1 umbenannt und durch die Zeit im Bild 2 im 2. Programm ergänzt. Sie hatten abhängig vom Vorprogramm unterschiedliche Beginnzeiten und unterschiedliche Länge. Die ZIB 1 war von Anfang an als „Newsshow“ bzw. „Studiosendung“ konzipiert. Information wurde mit Unterhaltung vermischt, es mussten nicht alle Elemente der Berichterstattung enthalten sein und statt vieler kurzer Informationseinheiten strebte man eine längere und gründlichere Hintergrundberichterstattung an. Es gab einen Meldungsüberblick, und über das „Thema des Tages“ wurde dann ausführlicher berichtet. Bei der ZIB 2 waren nicht Sprecher, sondern Moderatoren zuständig, die für ihr Handeln weitgehend selbst verantwortlich waren. Zu der Zeit wurde auch die Bluescreen-Technik eingeführt.[3]

Ab 22. Oktober 1979 wurde die Zeit im Bild 1 in beiden Programmen ausgestrahlt. Die ZIB 2 wurde durch das Journal Zehn vor zehn (21:50 bis 22:20 Uhr) ersetzt. Dieses war nun eine konventionelle Spätabend-Nachrichtensendung mit Hintergrundcharakter - ohne Studioaktionen. Neben den aktuellen Meldungen wurden vor allem erläuternde und informative Hintergrundberichte angeboten. Gegenüber der ZIB 1 gab es mehr Raum für Filmberichte, Live-Interviews im Studio oder Schalt-Gespräche. Es wurden auch schon Teleprompter eingesetzt.[3]

1984 wurde ein Newsroom eingerichtet, in dem alle an der Produktion von Nachrichten beteiligten Personen in einem Raum versammelt waren, um eine bessere interne Kommunikation zu ermöglichen. Dem internationalen Trend folgend wurde auf reine Sprecher verzichtet, nur mehr professionelle Journalisten wurden als Moderatoren eingesetzt. Ab 26. März 1984 wurde Zehn vor zehn wieder in Zeit im Bild 2 umbenannt und der Sendetermin auf 21:15 Uhr (Montag bis Freitag) verlegt. Die Sendung wurde zugunsten einer erweiterten Kulturberichterstattung mit dem Kulturjournal um zehn Minuten auf 20 Minuten gekürzt. Beabsichtigt war vor allem, jene Neuigkeiten zu bringen, die in der ZIB 1 nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Robert Hochner wurde Chef der Sendung. Ab 28. September 1987 wurde der Beginn der ZIB 2 auf 22:00 Uhr verlegt.[3]

1990 wurde ein neues Konzept für die ZIB 2 entworfen: Die Sendung sollte eine ausgewogene Mischung aus Nachrichten, Hintergrundinformation und unterhaltenden Elementen sein. Besonderen Stellenwert bekamen Live-Elemente und der Studiocharakter wurde wieder eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale. Waren bis dahin alle Redaktionen zusammengelegt gewesen, so gab es jetzt für jede Sendung einen eigenen stellvertretenden Chefredakteur. Zum 1. Jänner 1991 wurde die ZIB 1 in Zeit im Bild, Ausgabe 19:30 und die ZIB 2 in Zeit im Bild, Ausgabe 22:00 umbenannt. Damit sollte verdeutlicht werden, dass es keine Bevorzugung oder Benachteiligung durch Wertungen wie 1 oder 2 mehr gibt.[3]

Von 1998 bis 2007 gab es eine dritte Redaktion für die tägliche Zeit im Bild 3 um Mitternacht.[3]

Der Newsroom von 1984 war auf zwei produzierte Nachrichtungssendungen pro Tag ausgerichtet. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurde 43 Stunden lang ununterbrochen berichtet. Im Jahr 2001 gab es insgesamt 120 ZIB-Sondersendungen. Am 2. Mai 2002 wurde ein neuer Newsroom in Betrieb genommen, der es logistisch und technisch erlaubt, bei erhöhter Ereignisdichte rund um die Uhr zu senden.[3]

War zuvor einige Zeit lang ein wöchentlich wechselndes Moderatorenpaar (m/w) eingesetzt worden, so kehrte man ab 14. Oktober 2002 wieder die Einzelmoderation zurück. Kurze Zeit gab es auch eine ZIB um 12:00 Uhr, diese wurde im Frühjahr 2002 aus Kostengründen wieder eingestellt.[3]

Grundstrukturierung vor 2007[Bearbeiten]

  • Die ZIB 1 wird täglich um 19:30 Uhr in ORF 1 und ORF 2 ausgestrahlt und ist die meistgesehene Nachrichtensendung in Österreich. Sie thematisiert aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland und bietet täglich eine Kulturberichterstattung.
  • Die ZIB 2 wird von Montag bis Freitag um 22 Uhr in ORF 2 und 3sat übertragen. Sie ist als Journalsendung konzipiert, bei der neben Nachrichten auch Hintergrundberichte, Diskussionen mit Studiogästen und Live-Schaltungen gezeigt werden. Am Wochenende wird statt der ZIB 2 eine "Spätausgabe der ZIB" mit einem ZIB 1-Moderator gesendet.
  • Die ZIB 3 wurde bis 2007 in ORF 2 um Mitternacht gesendet und war als Konkurrenz zu den Nachrichtenangeboten der Privatsender boulevardlastiger konzipiert. Häufiges Element der Sendung waren Streitgespräche zu aktuellen Themen. Nachfolger der ZIB 3 ist die ZIB 24, die auf ORF eins übertragen wird.
  • Zusätzlich strahlt ORF 2 noch weitere Kurznachrichtensendungen unter dem Namen ZIB um 9, 13 und 17 Uhr aus. Die Ausgaben um 9:00 und 13:00 Uhr werden auch von 3sat übertragen.
  • Seit 2004 strahlt ORF 1 im Nachmittags- und Abendprogramm Kurznachrichtensendungen unter dem Namen ZIB Flash (früher "newsflash") aus.
  • Eine Sondersendung wird meist unter dem Namen ZIB SPEZIAL zu bedeutenden österreichischen oder internationalen Ereignissen gesendet.
  • Zwischen 1985 und 1997 produzierte der ORF unter dem Titel Mini-ZiB auch eine Nachrichtensendung für Kinder. Diese wurde später durch Confetti News im Kinderprogramm ersetzt.

Umstrukturierung 2007[Bearbeiten]

2007 wurde das tägliche Nachrichtenangebot im ORF umstrukturiert und erweitert:

  • Die ZIB um 19:30 wird nur mehr in ORF 2 ausgestrahlt.
  • Umbenennung des newsflash in ZIB Flash, Ausgaben auch samstags und sonntags
  • ZIB 20, täglich 20 Uhr, ORF eins: Die neue ZIB 20 bietet in ORF eins in etwa sieben Minuten eine kompakte Tageszusammenfassung mit den wichtigsten Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Sport für die Zielgruppe 12 bis 49. Insgesamt werden oft nicht mehr als fünf Beiträge gezeigt. Konzipiert wurde diese Sendung in Konkurrenz zu den erfolgreichen ProSieben AustriaNews, zu denen in der Zeit davor viele, meist jüngere Zuschauer abgewandert waren.
  • ZIB 24, Montag bis Freitag 24 Uhr, ORF eins; das neue 20-minütige Mitternachtsmagazin in ORF eins ersetzt die bisherige „ZIB 3“ in ORF 2.
  • Seit (Mittwoch) dem 8. März 2009 haben die ZIB-Sendungen in ORF eins ein neues Design.

Seit 5. Juli 2004 ist die ZIB auch digital und unverschlüsselt europaweit über Astra auf ORF 2 Europe zu empfangen.

Umstruktierung 2014[Bearbeiten]

  • Stärke Konzentration auf Hintergründe zu tagesaktuellen Themen
  • Der Einsatz von (neuen) Grafikelementen, eventuell kombiniert mit Bildern vom Tagesgeschehen
  • Geplant ist auch das Einspielen neuer NASA-Satellitenbilder; generell soll das Design mit brillanteren Farben als bisher aufgefrischt werden
  • Die Signation soll dezent adaptiert werden
  • Da Marie-Claire Zimmermann im Oktober in Karenz geht, moderiert die Zeit im Bild ab Oktober Susanne Höggerl gemeinsam mit Tarek Leitner.
  • Außerdem sollen im Zuge dieser Neuerungen auch die Designs für die Sendungen Hohes Haus und Pressestunde überarbeitet werden

Neuer Informationsvorabend in ORF eins[Bearbeiten]

Seit 4. März 2013 präsentieren sich die ZIB-Sendungen nicht nur im ORF eins-Design, sondern auch aus einem neuen Studio. Zudem wurde der gesamte Vorabend in ORF eins neu gestaltet.

Neben den drei ZIB-Flash-Sendungen gibt es Montag bis Freitag um 19:45 Uhr das ZIB-Magazin, das abwechselnd von Christiane Wassertheurer und Gerhard Maier moderiert wird. Das ZIB-Magazin bringt – im Gegensatz zur ZIB 20 – Hintergrundberichte zu aktuellen Ereignissen. Bevor Lisa Gadenstätter oder Roman Rafreider in der ZIB 20 die aktuellen Informationen des Tages präsentiert, gibt es das ORF eins-Wetter mit Eser Ari-Akbaba oder Sigi Fink. Um 20:08 gibt es den ZIB-20-Sport, der die wichtigsten Sportereignisse kurz und bündig zusammenfasst. Um Mitternacht folgt die ZIB 24.

Im Februar 2014 wurde zum ersten Mal die Diskussionssendung ZIB 24 Talk ausgestrahlt.

ZIB Newsroom[Bearbeiten]

Seit der Programmreform des ORF am 10. April 2007 hat die Zeit im Bild mit ihren zahlreichen anderen Nachrichtenformaten ihr Studio komplett umgebaut. Kernelement ist der Tresen, hinter dem die Moderatoren sitzen. Die Studiodekoration besteht im Wesentlichen aus sechs Videowänden – also großen neben- und untereinander zusammengereihten Fernsehern, auf denen die Weltkugel bzw. Grafiken für Wetter etc. gezeigt werden. Bis zum 9. April 2007 wurde der Teil des Newsrooms umgebaut, der sich gegenüber dem im Fernsehen zu sehenden ZiB-Platz befand (vor der Reform waren dort die Kulissen für das „Weltjournal“ und „Thema“ bzw. „Report“ aufgebaut). Mit 10. April 2007 ging dann dieser neu gestaltete Bereich des Newsrooms auf Sendung. In der Übergangsphase vom 10. April 2007 bis zum 6. Jänner 2008 wurde der Newsroom auch auf der anderen Seite umgebaut, wo sich noch das alte ZiB-Studio befand, bis schließlich das heute zu sehende Sechseck entstand. Heute wird (vom Newsroom-Eingang aus gesehen) auf der rechten Seite immer die ZIB in ORF 2 produziert, auf der linken Seite wechseln sich die Sendungen heute mittag und heute österreich, das Volksgruppen-Magazin Heimat Fremde Heimat, das Hohe Haus sowie die Pressestunde und das Europastudio ab.

Aufgrund von Beschwerden seitens der Zuseher wurde der Weltkugel-Hintergrund ab dem 7. Jänner 2008 im neuen Sendebereich etwas abgeändert. Die Zuseher fühlten sich von Streifen, die von oben nach unten durch den Hintergrund gingen, gestört bzw. abgelenkt. Ab 8. April 2009 machten auch die ZIB-Sendungen in ORF eins mit.

ZIB-Moderatoren[Bearbeiten]

Derzeitige Moderatoren[Bearbeiten]

seit Moderator Sendung
2013 Eser Ari-Akbaba Wetter ORF eins
2012 Nadja Bernhard Zeit im Bild, ZIB 17.00 & Spät-ZIB
1998 Birgit Fenderl ZIB 9.00, ZIB 11.00 & ZIB 13.00
2013 Sigi Fink Wetter ORF eins
2006 Lisa Gadenstätter ZIB 20.00 & ZIB 24.00
2010 Stefan Gehrer ZIB 9.00, ZIB 11.00 & ZIB 13.00
2010 Rainer Hazivar Zeit im Bild, ZIB 17.00 & Spät-ZIB
2002 Susanne Höggerl ZIB 9.00, ZIB 11.00, ZIB 13.00, ZIB 17.00, Zeit im Bild & Spät-ZIB (ZIB 17.00, Zeit im Bild & Spät-ZIB ab Oktober)
1995 Christa Kummer Wetter
2001 Tarek Leitner Zeit im Bild, ZIB 17.00 & Spät-ZIB
1999 Lou Lorenz-Dittlbacher ZIB 2
2013 Gerhard Maier ZIB-Flash & ZIB-Magazin
1999 Roman Rafreider ZIB 20.00 & ZIB 24.00
2004 Marcus Wadsak Wetter
2002 Christiane Wassertheurer ZIB Flash & ZIB-Magazin
2002 Armin Wolf ZIB 2
2004 Marie-Claire Zimmermann Zeit im Bild, ZIB 17.00 & Spät-ZIB (ab Oktober 2014 in Karenz)

Ehemalige Moderatoren[Bearbeiten]

Ehemalige Wettermoderatoren[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Ehemalige Moderatoren[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Im März 2012 erhielten Redakteure der ZIB den Concordia-Preis für Pressefreiheit und den Deutschen Webvideopreis 2012 in zwei Kategorien. Anlass war ein Protestvideo gegen politische Einflussnahme im ORF auf Youtube.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Montag 5. Dezember 1955 – Erste Erwähnung in der Programmzeitschrift Radio Österreich Nr. 49/1955
    Mittwoch 23. bzw. Samstag 26. November 1955 – Info ORF-Historisches Archiv
  2. Teddy Podgorski bei Ludwig – Der Mann, der die ZiB erfand, wien.orf.at, September 2005
  3. a b c d e f g Geschichte der Fernsehfunknachrichten (PDF; 242 kB), 14. November 2003; von Geschichte Online, univie.ac.at
  4. Deutscher Web-Medienpreis für ORF-Protest im Kurier vom 28. März 2012, abgerufen am 1. April 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Mück: ZiB-Jahrbuch 2003.

Weblinks[Bearbeiten]