Armin Wolf (Journalist)

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Armin Wolf (2008)

Armin Wolf (* 19. August 1966 in Innsbruck) ist ein österreichischer Journalist und Fernsehmoderator.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Karriere

Armin Wolf moderiert das tägliche Nachrichtenmagazin ZiB 2 im ORF-Fernsehen sowie (unregelmäßig) die „Pressestunde“. Er ist vor allem für seine politischen Live-Interviews bekannt, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Die FAZ nannte ihn Anfang 2008 „die österreichische Personalunion von Claus Kleber und Tom Buhrow[1].

Der Sohn eines Hausmeisters, Betriebsrats und Christgewerkschafters[2] und einer Lebensmittelverkäuferin absolvierte in Innsbruck eine kaufmännische Ausbildung an einer Handelsakademie. Dort unternahm er als Mitbegründer einer Schülerzeitung auch erste journalistische Gehversuche. Er war im Vorstand der Schülerunion und Mitglied der JVP, aus der er mit 18 Jahren allerdings austrat.[3]

Unmittelbar nach der Matura begann Wolf 1985 im Tiroler Landesstudio des ORF als freier Mitarbeiter in der Hörfunk-Redaktion. 1988 übersiedelte er nach Wien zum Radiosender Ö1, wo er sieben Jahre lang als außenpolitischer Journalist tätig war (unter anderem 1991/92 als USA-Korrespondent in Washington D. C.). 1995 wechselte er zum Fernsehen als „ZiB 2“-Redakteur, von 1998 bis 2001 war er Redaktionsleiter der „ZiB 3“, die er auch mitentwickelt hat.

Seit dem Sommer 2002 präsentiert Wolf die ZiB 2 (bis 2007 alternierend mit Ingrid Thurnher, seither mit Marie-Claire Zimmermann). Von 2002 bis 2005 moderierte er auch die Diskussionssendung „Offen gesagt“, 2005 leitete er die traditionellen „Sommergespräche“ mit den Vorsitzenden der Parlamentsparteien.

Sein nebenberufliches Studium der Politikwissenschaft (mit einer Kombination aus Soziologie, Pädagogik, Zeitgeschichte und Medienkunde als Nebenfach) beendete Wolf im Jahr 2000 an der Universität Wien mit einer Magisterarbeit über die mediale Inszenierung von Politik. 2005 promovierte er an der Universität Innsbruck mit einer Dissertation über prominente Quereinsteiger in der Politik, die unter dem Titel Image-Politik veröffentlicht wurde. Er ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den Universitäten Innsbruck und Wien und seit 2005 Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft.

Armin Wolf lebt mit seiner Frau Euke Frank, der Chefredakteurin der Zeitschrift Woman, und ihren beiden Kindern in Wien. Von 2001 bis 2004 war er mit der ORF-Moderatorin Birgit Fenderl verheiratet.

[Bearbeiten] Hochner-Preis-Rede 2006

Am 17. Mai 2006 erhielt Wolf den Robert-Hochner-Preis für die „Sommergespräche“ 2005. Bei der Preisverleihung in der Wiener Hofburg kritisierte er die ORF-Führung und den politischen Druck der damaligen ÖVP-geführten Regierungskoalition auf den ORF. Während die ÖVP-nahe ORF-Generaldirektorin Monika Lindner die Kritik entschieden zurückwies und Wolf „Selbstinszenierung“ vorwarf, erhielt er von zahlreichen Kollegen und auch außerhalb des ORF breite Unterstützung. Dass Lindner wenige Monate später als ORF-Chefin nicht wiederbestellt wurde, führten etliche Kommentatoren auf eine breite Protestbewegung (u. a. die Internet-Petition SOS-ORF) zurück, die durch Wolfs Rede (mit-)ausgelöst worden war. Entscheidender war jedoch eine neue politische Konstellation im ORF-Stiftungsrat: Kurz vor der anstehenden Nationalratswahl stimmten die BZÖ-nahen Stiftungsräte nicht mit ihrem Regierungspartner ÖVP sondern in einer "Regenbogen-Koalition" mit SPÖ, Grünen und FPÖ für Lindners Gegenkandidaten Alexander Wrabetz.

[Bearbeiten] Journalistischer Stil

Armin Wolf ist vor allem für seine Live-Interviews mit Politikern bekannt, in denen er „mit bissigem Witz und inquisitorischer Fragetechnik die Hohlheiten der Politik abklopft“.[4] Aufsehen erregte unter anderem ein ZIB2-Interview mit dem ehemaligen österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, das bis an den Rand des Abbruchs ging. Dem FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache wies er im Sommergespräch 2005 nach, die angeblich selbstverfasste Rezension seines Lieblingsbuches (Der Waldgang von Ernst Jünger) von einer rechtsextremen „Heimatseite“ im Internet kopiert zu haben.

Wolf wurde des Öfteren von Mitgliedern der aus ÖVP und FPÖ (bzw. BZÖ) bestehenden Bundesregierung Schüssel II kritisiert. Peter Westenthaler zählte Wolf zu den „altlinken Zellen“, die aus dem ORF zu beseitigen seien. Ihm wurde auch ein gespanntes Verhältnis zu Werner Mück, dem ehemaligen Chefredakteur des ORF, nachgesagt, der als ÖVP-nahe gilt.

Mit dem Einstieg in die Social-Network-Plattform Twitter am 13. Februar 2009 führt Wolf außerdem eine weitere neue Form des Journalismus in Österreich ein. Dort fordert er die Leser seines Mikro-Blogs auf, Fragen und Anregungen zu seinen Interviewpartnern in der ZIB2 zu stellen, womit er eine interaktivere Form des Journalismus erreichen möchte[5].

Mit einem Gastauftritt in der TV-Satire-Serie Die 4 da machte Wolf im März 2007 einen Ausflug in das Unterhaltungsgenre. In der Folge Der vierte Mann, die die österreichische Medienkonzentration aufs Korn nimmt, spielt er sich selbst.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

2004: Österreichischer Journalist des Jahres
2005: Concordia-Preis für Pressefreiheit
2006: Robert-Hochner-Preis
2006: Goldene Romy Beliebtester Moderator
2007: Prof. Claus Gatterer-Preis
2007: Goldene Romy Beliebtester Moderator
2008: Ehrenbürger der Universität Innsbruck [6]

[Bearbeiten] Bücher

2007: Image-Politik. Nomos-Verlag, Baden-Baden
2006: Promi-Politik. (Gem. mit Euke Frank) Czernin-Verlag, wien

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 1. 2008, S. 38
  2. Hoch hinaus - Artikel im Falter 11/2003 vom 12.03.2003
  3. Ich bin schlecht im Fürchten - Interview mit Armin Wolf im extradienst Ausgabe 21-22/04 vom 29.11.2004
  4. Süddeutsche Zeitung, 31. 1. 2008, S. 9
  5. "Wir haben alle einen Vogel!" aus der Wochenzeitung Falter. Heft: 27/2009 vom 1.Juli 2009; Stand: 2009-07-07.
  6. Pressemitteilung der Universität Innsbruck vom 23. Juni 2008

[Bearbeiten] Weblinks

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