1208

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Staatsoberhäupter · Nekrolog

1208
Der Mord an Philipp von Schwaben; Darstellung aus dem 13. Jahrhunderts
Der deutsche König Philipp von Schwaben
wird durch Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach ermordet.
Statue Ottos IV. am Rathausturm Köln
Otto IV. wird einstimmig zum römisch-deutschen König gewählt.
Denkmal für die Schlacht bei der Kirche von Kungslena, aufgestellt 1894
In der Schlacht bei Lena
siegt Erik Knutsson
über Schwedens König Sverker II.
1208 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 656/657 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1200/01
Buddhistische Zeitrechnung 1751/52 (südlicher Buddhismus); 1750/51 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 65. (66.) Zyklus

Jahr des Erde-Drachen 龙辰 (am Beginn des Jahres Feuer-Hase 丁卯)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 570/571 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 586/587
Islamischer Kalender 604/605 (Jahreswechsel 15./16. Juli)
Jüdischer Kalender 4968/69 (12./13. September)
Koptischer Kalender 924/925
Malayalam-Kalender 383/384
Seleukidische Ära Babylon: 1518/19 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1519/20 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1246
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1264/65 (Jahreswechsel April)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiliges Römisches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp von Schwaben gewinnt in zunehmendem Maße die Oberhand im Deutschen Thronstreit, während sich immer mehr Reichsfürsten von seinem Widersacher Otto von Braunschweig abwenden. Auch Papst Innozenz III. sieht sich zu einem Ausgleich mit dem Staufer gezwungen und tritt in Verhandlungen mit Philipp ein. Im Mai plant Philipp einen weiteren entscheidenden Feldzug gegen den Welfen Otto und seine verbliebenen Anhänger.

Pfalzgraf Otto von Wittelsbach erschlägt Philipp von Schwaben. Miniatur aus der Sächsischen Weltchronik, Norddeutschland, erstes Viertel des 14. Jahrhunderts
  • 21. Juni: Philipp unterbricht die Kriegsvorbereitungen, um in Bamberg an der Hochzeit seiner Nichte Beatrix von Burgund und des Herzogs Otto VII. von Meranien teilzunehmen. Nach der Trauung durch Bischof Ekbert von Andechs-Meranien zieht sich Philipp in seine privaten Gemächer in der Alten Hofhaltung zurück. Dort wird er vom bayerischen Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach ermordet, wahrscheinlich als Vergeltung für die Lösung der Verlobung mit Philipps Tochter Kunigunde von Staufen.
  • Philipps Witwe, die schwangere Königin Irene, flüchtet auf die Burg Hohenstaufen und erleidet eine Fehlgeburt, an deren Folgen sie am 27. August verstirbt. Sie hinterlässt vier Töchter im Alter von drei bis zehn Jahren. Mit Philipps Neffen Friedrich, der sich im Königreich Sizilien befindet, gibt es somit nur noch einen männlichen Staufer.
  • Für Otto von Braunschweig, der mit dem Anschlag wahrscheinlich nichts zu tun hat, ist damit der Weg zur Herrschaft im Heiligen Römischen Reich frei. Bisherige Gegner des Welfen wie der Halberstädter Bischof Konrad oder der Magdeburger Erzbischof Albrecht II. treten ab Juli zu Otto über.
  • 22. September: Die Fürsten Sachsens und Thüringens, bisher überzeugte Anhänger Philipps, sprechen sich einhellig für Otto IV. aus.
  • 11. November: Otto IV. wird in Frankfurt einstimmig zum König gewählt. Als Symbol der Aussöhnung mit der Partei der Staufer wird Philipps zehnjährige Tochter Beatrix von Schwaben mit Otto verlobt. Der neue König spricht die Reichsacht über Otto von Wittelsbach aus und lässt den Attentäter gnadenlos verfolgen. Der Bamberger Bischof Ekbert und Markgraf Heinrich IV. von Istrien, die der Mitverschwörung verdächtigt werden, verlieren ihre Ämter, Lehen und Einkünfte.
Die Urkunde Ottos IV. über die erbliche Belehnung Herzog Ludwigs I. mit Bayern
  • 15. November: König Otto bestätigt dem Wittelsbacher Ludwig sein Lehen als Herzog von Bayern und belehnt ihn zusätzlich mit mehreren der freigewordenen Lehen. Bis zum Ende des Jahres wird Otto mit Hilfe ähnlicher Gunsterweise von praktisch allen Reichsfürsten anerkannt.

Königreich Sizilien/Krone Aragón[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skandinavien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenhierarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochmeisterwappen Heinrichs von Tunna
  • Heinrich von Tunna tritt eine Pilgerreise ins Heilige Land an. In Palästina tritt er dem Deutschen Orden bei und wird noch im gleichen Jahr als Nachfolger des zurückgetretenen Otto von Kerpen zum Hochmeister gewählt.
  • Franz von Assisi trägt fortan in buchstabengetreuer Erfüllung des Evangeliums nur noch eine Kutte aus grobem Stoff und einen Strick, keine Schuhe, keine Tasche und meidet jeden Besitz.
  • Das kroatische Kloster Topusko wird gegründet.

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren um 1208[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Todesdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthäus III., Graf von Beaumont-sur-Oise und Valois
  • Ranieri Dandolo, Vizedoge und Flottenkommandant der Republik Venedig
  • Leon Sgouros, autonomer byzantinischer Herrscher in Griechenland, Archon von Nauplia

Gestorben um 1208[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1208 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien