Achenheim

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Achenheim
Wappen von Achenheim
Achenheim (Frankreich)
Achenheim
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Strasbourg-Campagne
Kanton Mundolsheim
Gemeindeverband Les Châteaux.
Koordinaten 48° 35′ N, 7° 38′ O48.5811111111117.6269444444444157Koordinaten: 48° 35′ N, 7° 38′ O
Höhe 143–191 m
Fläche 6,03 km²
Einwohner 2.043 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 339 Einw./km²
Postleitzahl 67204
INSEE-Code

Mairie Achenheim

Achenheim ist eine Gemeinde mit 2043 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Kanton Mundolsheim in der Region Elsass (Département Bas-Rhin) in Frankreich. Sie ist Mitglied des Gemeindeverbands Communauté de communes les Châteaux.

Geografie[Bearbeiten]

Der Breuschkanal an der südlichen Einfahrt von Achenheim (Blick nach Osten, Richtung Straßburg)

Die Gemeinde liegt an der D 45 zwischen Breuschwickersheim und Oberschaeffolsheim und an der D 222 zwischen Ittenheim und Holtzheim. Im Süden wird der Ort durch den Breuschkanal (franz. Canal de la Bruche) begrenzt. Auf der rechten Seite des Kanals (West/Ost-Richtung) befindet sich der 21 km lange Radweg (piste cyclable), der Straßburg und Molsheim verbindet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Durch archäologische Funde belegt, scheint Achenheim von der Altsteinzeit bis in die römische Epoche hinein ununterbrochen besiedelt gewesen zu sein.

Vermutlich gehörte Achenheim 736 (teilweise) zum Besitz des Klosters Murbach. 884 hatte auch die Abtei Honau Besitz zu Achenheim, 910 das Straßburger Domkapitel. Einen Dinghof zu Achenheim schenkte Bischof Wilhelm I. von Straßburg am Anfang des 11. Jahrhunderts der Abtei Eschau, die ihn noch im 14. Jahrhundert besaß: Weisthum von 1362. Später kam er ans Straßburger Domkapitel. Das Marschalkthum und das Schultheißenamt zu Achenheim waren gleichfalls im Besitz des Klosters Eschau. Es scheint sie als Lehen vergeben zu haben. 1533 wurden sie von Bischof Wilhelm als dem Administrator von Eschau der Familie Rechburger zu Lehen gegeben, nach deren Aussterben 1651 an die von Gail, die sie bis zur Revolution besaßen. Einen anderen Hof nebst Kirche, Patronat und Zehnten zu Achenheim schenkte Bischof Heinrich 1249 der Abtei Hohenforst, die ihn jedoch 1345 und 1390 an das Straßburger Thomaskapitel verkaufte.

Das Dorf selbst war ursprünglich im Besitz des Bistums Straßburg. Doch scheint es schon früh verlehnt worden zu sein. In der Mitte des 14. Jahrhunderts ist es als Bischöflich-Straßburger Lehen im Besitz der Herren von Hohenstein. Diese verzichteten nach wiederholten Verpfändungen (1448 an Claus Bitsch von Straßburg, 1485 an Adolf von Colmar, 1487 an die Wurmser von Schäffolsheim) 1493 auf die eine Hälfte des Dorfes, mit der nun die Wurmser vom Bischof belehnt wurden. 1515 verkauften die von Hohenstein auch die zweite Hälfte, als deren Mitbesitzer 1476 die Georgen von Straßburg genannt werden, an den Bischof, und auch diese Hälfte kam später in den Lehnsbesitz der Wurmser von Schäffolsheim. Da diese zur unterelsässischen Reichsritterschaft gehörten, wurde Achenheim reichsritterschaftlich. 1647 kam es durch Erbschaft an die von Wildenstein, später (1717) an die von Wangen, die es bis zur Revolution besaßen.

Im Dezember 1261 ist Achenheim von den Straßburgern verbrannt worden. 1315 lagerte Kaiser Ludwig der Bayer bei Achenheim. 1389 wurde das Dorf im pfälzischen Krieg verbrannt.

Zwei Ministerialengeschlechter führen ihren Namen von Achenheim: Zum einen ein Straßburger Geschlecht, 1295 zuerst erwähnt, 1450 ausgestorben, zum anderen ein dem Landadel angehöriges Geschlecht, 1256 zuerst erwähnt, 1506 erloschen.

Turm der Kirche St. Georg

Kirchlich gehörte Achenheim zum Landkapitel Molsheim und besaß vor der Reformation ein dem Thomaskapitel inkorporiertes Rektorat, ein Primissariat und eine Kaplanei. Um 1530 hatte Achenheim die Reformation angenommen, im Januar 1618 wurde jedoch das Dorf durch Georg Wurmser von Schäffolsheim wieder katholisch. Zur Pfarrei gehörten die Filialen Hangenbieten und Breuschwickersheim. Das Patronatsrecht besaß das Thomaskapitel.

Namensentwicklung[Bearbeiten]

  • 735: Hachinheim
  • 884: Hakinheim
  • seit 910 (deut., franz.): Achenheim
  • mundartlich: Achene

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[2]
1793 1800 1806 1821 1831 1836 1841 1846 1851 1856 1861 1866
665 541 541 633 824 875 842 891 884 846 797 824
1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1921 1926 1931
803 829 870 925 974 986 964 921 886 857 921 968
1936 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
975 878 1002 1131 1207 1535 1717 2072 2183 2224 2043


Demography Achenheim.svg

Besonderheiten[Bearbeiten]

Das Motto von Achenheim, Une terre qui construit l'histoire, bezieht sich auf die Wernert'sche erdhistorische Schichtenzuordnung.

Die Lössgruben von Achenheim wurden im 20. Jahrhundert von dem Paläontologen Paul Wernert (1889–1972) erforscht, der anhand dieser Arbeiten die Quartärstratigraphie im Elsass (Geologie und Fauna) dokumentierte. Ihm zu Ehren trägt die örtliche Schule seit 1979 den Namen Collège Paul Wernert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Les Véloroutes et Voies Vertes de France: Voie Verte du canal de la Bruche (franz.); mit Karte
  2. cassini.ehess.fr

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Reichsland Elsass-Lothringen. Bd. 2 und 3, 1. Auflage. Stat. Bur. d. Minist. f. Elsass-Lothr., Verlag H. Mündel, Strassburg 1901–1903, S. 6.
  • Verzeichnis der Gemeinden und Kreise im Elsass. 3. Auflage. Stat. Amt f. das Elsass, Strassburger Druckerei u. Verlagsanstalt, 1941, S. 58.
  • W. Scheuermann: Archäolog. Funde in Achenheim. In: Antiquitätenzeitung. 1899, Nr. 23.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Achenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien