Adnet

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Adnet
Wappen Österreichkarte
Wappen von Adnet
Adnet (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Fläche: 30,01 km²
Koordinaten: 47° 42′ N, 13° 8′ OKoordinaten: 47° 41′ 48″ N, 13° 7′ 49″ O
Höhe: 484 m ü. A.
Einwohner: 3.675 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5421
Vorwahl: 06245
Gemeindekennziffer: 5 02 02
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Adnet 18
5421 Adnet
Website: www.adnet.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Auer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(21 Mitglieder)
14
6
1
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Adnet im Bezirk Hallein
AbtenauAdnetAnnaberg-LungötzBad VigaunGolling an der SalzachHalleinKrisplKuchlOberalmPuch bei HalleinRußbach am Paß GschüttSankt KolomanScheffau am TennengebirgeLage der Gemeinde Adnet im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Adnet
Adnet
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Adnet, im Salzburger Dialekt Ådnet [ˈɔːdnɛt], ist eine Gemeinde mit 3675 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Salzburger Land im Bezirk Hallein in Österreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Umgebung von Hallein im Tennengau im Salzburger Land. Die Adneter Talung am unteren Almbach wird dabei vom Bergrücken des Adneter Riedls vom Salzachtal abgetrennt. Der höchste Punkt in der Gemeinde liegt unter der Jägernase (ein Berghang des Schlenkens) mit ca. 1501 m ü. A.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[1]):

  • Adnet (1523)
  • Riedl (131)
  • Spumberg (238)
  • Waidach (895)
  • Wimberg (894)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Adnet I, Spumberg und Wimberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puch bei Hallein Ebenau (Bez. Sbg.-Umgebung) Faistenau (Bez. Sbg.-Umgebung)
Oberalm Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Krispl
Hallein Bad Vigaun

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensherkunft aus dem keltischen (Atanate, Atanat, Attnat). Der Name bedeutet Sumpf (am Wasser gelegen). Die erste Erwähnung von Adnet erfolgte 741 in der Übergabeurkunde des bayrischen Herzogs Odilo an die Maximilianszelle in Bischofshofen.[2]

1758 wurde die erste Schule im Mesnerhaus eröffnet. 1856 wurde Adnet eine eigenständige Pfarre. 1890 kam es zu einem großen Brand in Adnet, bei dem die Kirche, 6 Häuser und 14 Nebengebäude vernichtet wurden. Es wurde ein Schaden von 100.000 Gulden verursacht. Obwohl die barocke Einrichtung der Kirche nicht komplett zerstört war, entschloss man sich, die Kirche komplett im neugotischen Stil wiederaufzubauen.[2]

1909–1914 wurde das Wiestalkraftwerk in Adnet gebaut. Dadurch entstanden viele neue Arbeitsplätze und Adnet wurde an das Stromnetz angeschlossen. Nach 1945 wurde Adnet zu einer Wohngemeinde und die Anzahl der Einwohner verdoppelte sich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adneter Marmor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmormuseum Adnet

Wie das Gemeindewappen zeigt, liegt die besondere Bedeutung dieses Ortes im Vorkommen des Adneter Marmors. Bereits in der Römerzeit Salzburgs ist dieser Naturstein in Mosaiken und an Bruchstücken von Bauwerken nachzuweisen. Das „rote Gold“, wie dieser meist rote, polierfähige Kalkstein bezeichnet wird, hatte vor allem in der Hochgotik europaweite Berühmtheit erlangt. Beinahe jede Kirche entlang der Wasserwege, ausgehend von der Salzach, wurde mit einem Taufbecken aus Adneter Scheckmarmor ausgestattet.[3] Von den über 40 bedeutenderen Steinbrüchen sind einige auch heute noch in Betrieb, vor allem im Wimbergbruch, im Lienbacherbruch, im Eisenmannbruch und im Großen Tropfbruch wird Adneter Marmor mit modernen Abbautechniken gewonnen. Interessierte Besucher können im Marmormuseum Adnet und bei einer Wanderung durch die Adneter Steinbrüche, über den Marmorweg, Wissenswertes erleben.

  • Adneter Marmor: Einer der kunsthistorisch bedeutendsten Natursteine Europas. Die Adneter Marmore sind die Träger der gesamten gotischen Österreichisch-bayrischen Grabmalplastik.[4]
  • Adneter Steinbrüche: Diese liegen unmittelbar neben dem Dorf Adnet. Sie haben kulturhistorisch europaweite Bedeutung. Erdgeschichtlich betrachtet ist die Darstellbarkeit der Trias-Jura-Grenze eine geologische Besonderheit.
  • Marmormuseum Adnet: Das Museum wurde 1992 gegründet und zeigt eine Ausstellung in den Schauräumen (ca. 100 m²) und im Museumsgarten. Schwerpunkte des Museums sind: Marmorgewinnung, Marmortypen und Fossilien aus Adnet, Bearbeitung und Verwendung bei Bauwerken und Denkmälern seit der Römerzeit.
  • Marmorweg Adnet: Vom Museums Verein Adnet werden Führungen durch das Steinbruchgebiet angeboten, diese werden über das Marmormuseum organisiert.
  • Schmiedemuseum: Liegt am Marmorweg beim Schmiedebuch und gehört zum Marmormuseum Adnet.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Adnet
  • Katholische Pfarrkirche Adnet Hll. Stephanus und Laurentius: Ein spätgotischer Kirchenbau von einem Friedhof umgeben.
  • Strubklamm-Kraftwerk: Das Kraftwerk wurde mit der Werkssiedlung 1923/1924 erbaut.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steinskulpturen in Adnet. - Kunst im öffentlichen Raum: Im Ort verstreut, sind an besonderen Plätzen Steinskulpturen aufgestellt, entstanden bei Adneter-Marmor-Steinsymposien und organisiert vom Bildhauer Peter Wiener.
  • Die Figur Hochrad-Fahrer an der Straßengabelung bei Höhenwarth schuf 1969 der Künstler Max Rieder (1909–2000).[5]
  • Das Denkmal Friedenstaube wurde in Erinnerung an die Flugzeugbesatzung eines im Zweiten Weltkrieg abgestürzten Bombers der Royal Air Force errichtet.[6]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adneter Moos, ein Naturjuwel
Adnetfelder vom Wimberg aus gesehen
Der vom Almbach durchflossene Wiestalstausee
  • Adneter Moos: Der geschützte Landschaftsteil Adneter Moos repräsentiert den letzten großen Rest ehemals ausgedehnter offener Feuchtlandschaften im Bereich des Salzachtales. 2013 wurden rund 17 Hektar Streuwiesen und 6,5 Hektar Streifenpflugaufforstungen als ökologisch wertvolles Feuchtgebiet wiederhergestellt und ein Naturerlebnisweg mit Aussichtsturm angelegt. Um den Mooscharakter wieder herzustellen, wurden in Zusammenarbeit mit den Bauern die verbuschten Streuwiesen wieder in Magerwiesen umgewandelt, damit konnten gefährdete Tier- und Pflanzenarten gezielt gefördert werden.
  • Adnetfelder: Auf dem eiszeitlichen Schotterplateau von Adnet bilden ca. 9 Hektar Kulturland eine einzigartige zusammenhängende Heckenlandschaft, die einen wichtigen Schutzraum für verschiedenste Tierarten darstellt. Ein großer Teil der Adnetfelder ist derzeit (Stand 2021) akut von einem Bauvorhaben einer ansässigen Firma bedroht; dadurch würde nicht nur ein wichtiger Natur- und Kulturraum verloren gehen, sondern auch ein nahegelegenes Erholungsgebiet der Adneterinnen und Adneter. Die Ruhe und freie Aussicht der unmittelbar angrenzenden Bewohner der Siedlung zwischen Gassner und Schneitl würde trotz der Abschottung der Produktionshalle mittels eines Erdwalls und einer Baumreihe stark eingeschränkt werden.
  • Wiestalstausee: Der Stausee befindet sich am Schnittpunkt der drei Gemeindegrenzen von Ebenau, Puch bei Hallein und Adnet und wird auch als Badesee geschätzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schiffer Plastics Processing Austria – ein Firmensitz von M+C Schiffer, Neustadt (Wied) bei Köln – produziert Mehrkomponenten-Spritzgussteile insbesondere Zahnbürsten für den Weltmarkt.[7][8]
  • Firma Schlotterer: produziert außenliegenden Sonnenschutz im Ortsteil Seefeldmühle. Fa. Schlotterer ist Teil des IFN-Konzerns und ein Schwesterunternehmen zu Internorm. Der Bau eines dritten Werk auf den Adneter Feldern ist geplant, das Land Salzburg hat im Juli 2022 beschieden, dass dafür keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist.[9] Die Bürgerinitiative "Rettet die Adnetfelder" versucht mit der Sammlung von Unterschriften ein Bürgerbegehren gegen den Bau einzuleiten.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Kindergarten und einer Volksschule gibt es in Adnet auch eine Mittelschule.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 21 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1892–1894 Mathias Leis
  • 1895–1896 Georg Herbst
  • 1897–1897 Georg Brunauer
  • 1898–1900 Georg Herbst
  • 1901–1903 Ferdinand Siller
  • 1904–1906 Josef Lienbacher
  • 1907–1909 Josef Auer
  • 1910–1912 Rupert Deiusl
  • 1913–1919 Josef Lienbacher
  • 1919–1922 Rupert Deisl
  • 1922–1925 Josef Auer
  • 1925–1928 Rupert Deisl
  • 1928–1931 Josef Brunauer
  • 1931–1938 Mathias Höllweger
  • 1938–1945 Josef Siller
  • 1945–1946 Anton Walkner
  • 1946–1948 Rupert Brunauer
  • 1948–1954 Rupert Brunnauer
  • 1954–1959 Gottfried Rettenbacher
  • 1959–1979 Anton Gruber
  • 1979–1979 Thomas Eibl
  • 1979–1992 Helmut Schmidt (SPÖ)[15]
  • 1992–2008 Erwin Brunauer (ÖVP)[16]
  • seit 2008 Wolfgang Auer (ÖVP)[17][18]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde wurde 1973 verliehen: In goldenem Schild zwischen drei rotmarmornen Rundsteinen ein rotbewehrter schwarzer Löwe, in der Rechten einen schwarzen Steinmetzhammer an rotem Stiel haltend.[20]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Kretschmer: Heimatbuch Adnet. Adnet 1986.
  • Alois Kieslinger: Die nutzbaren Gesteine Salzburgs. Verlag Das Bergland-Buch, Salzburg/Stuttgart 1964 (Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Ergänzungsband 4).
  • Katrin Hauer, Christian F. Uhlir: Adneter Marmor. Entstehung, Material, Abbau, Geschichte und seine Bedeutung als Kulturerbe. Verlag Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8423-8152-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Adnet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. a b Gemeindechronik. Gemeinde Adnet, abgerufen am 11. Dezember 2021 (österreichisches Deutsch).
  3. Franz Kretschmer: Heimatbuch Adnet. Adnet 1986. S. 48.
  4. Alois Kieslinger: Die nutzbaren Gesteine Salzburgs. Verlag Das Bergland-Buch, Salzburg/Stuttgart 1964 (Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Ergänzungsband 4) S. 148.
  5. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Salzburg 1986. Adnet, Figur Hochrad-Fahrer, S. 9.
  6. Friedenstaube
  7. https://salzburg.orf.at/stories/3077975/
  8. https://www.mcschiffer.at/#ueberuns
  9. Schlotterer-Erweiterung: Keine UVP nötig, orf.at, 12. Juli 2022, abgerufen 15. September 2022.
  10. Schlotterer-Streit: Bürgerbegehren ungültig, orf.at, 15. September 2022, abgerufen 15. September 2022.
  11. Einrichtungen. Gemeinde Adnet, abgerufen am 11. Dezember 2021 (österreichisches Deutsch).
  12. Wahlergebnisse 2009. Land Salzburg, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  13. Wahlergebnisse 2014. Land Salzburg, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  14. Gemeindewahlen 2019. (PDF) Land Salzburg, S. 80, abgerufen am 9. Januar 2021.
  15. Helmut Schmidt (Bürgermeister). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  16. Wolfgang Auer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  17. Wolfgang Auer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  18. Bürgermeister historisch. Gemeinde Adnet, abgerufen am 9. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  19. 1991. Gemeinde Adnet, abgerufen am 9. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  20. Gemeindechronik Gemeinde Adnet. Abgerufen am 9. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).