Akris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Akris AG
Logo
Rechtsform AG[1]
Gründung 1922
Sitz St. Gallen
Leitung Albert Kriemler, Peter Kriemler
Mitarbeiter etwa 550
Branche Mode
Website www.akris.ch

Akris ist ein 1922 in St. Gallen gegründetes Schweizer Modeunternehmen, welches international für seine hochwertige Damenbekleidung und Accessoires aus mongolischem Rosshaar bekannt ist. Erkennungszeichen der Marke sind aus dem „A“ abgeleitete trapezförmige Gestaltungselemente, etwa bei den Schließen von Taschen und Gürteln. Neben Doubleface verwendet Akris auch im eigenen Haus und mit örtlichen Partnern entwickelte innovative St. Galler Stickerei und digitale Fotoprints. [2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde von Alice Kriemler-Schoch, von deren Initialen sich der Name des Unternehmens ableitet, in St. Gallen gegründet. Es expandierte unter der Leitung ihres Sohns Max Kriemler und dessen Frau Ute Kriemler-Winkhaus. 1980 übernahm deren Sohn Albert Kriemler die kreative Leitung, sein jüngerer Bruder Peter Kriemler ist seit 1987 verantwortlich für die Geschäftsführung.[4]

Akris ist Mitglied der Fédération française de la couture, du prêt-à-porter des couturiers et des créateurs de mode und beschäftigt allein in der Schweiz etwa 400 Mitarbeiter. Das fast vollständig vertikal integrierte Modehaus hat eigene Geschäfte in Boston, New York, Dallas, Bal Harbour, Paris, Monte Carlo, London, Tokio, Seoul, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Wien und München. Website des Unternehmens

Als privat gehaltene Firma veröffentlicht Akris keine Umsatz- und Ertragszahlen. Der Umsatz wird zu je etwa 30 Prozent in Europa und Asien und zu 40 Prozent in den USA generiert.[5] Der Wert des Unternehmens wird auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt.[6] Das Unternehmen produziert in Mendrisio im Kanton Tessin; Cocktail- und Abendkleider werden in Ateliers in Zürich angefertigt. Charakteristisch für den Stil sind «klare Linien und eine schnörkellose Formensprache» [7].

Die von Albert Kriemler entworfenen Kollektionen sind häufig inspiriert von modernen und zeitgenössischen Künstlern wie Giorgio Morandi, Ian Hamilton Finlay, Franz Kline, Thomas Ruff und von Architekten wie Adolf Loos, Josef Maria Olbrich, Herzog & de Meuron, Sou Fujimoto, Tatiana Bilbao, Roberto Burle Marx, Luis Barrágan. Sie sind charakterisiert durch „klare Linien, präzise Schnitte, exquisite Stoffe und immer aufs Neue delikate Farben. Aufreizend schlicht auf den ersten Blick, beeindrucken seine Entwürfe durch perfekte Proportionen“.[8] [9]

„Ein höchsten Ansprüchen genügender Funktionalismus, wie wir ihn von moderner Architektur und Design kennen, hat seine Arbeit am nachdrücklichsten beeinflusst“, schreibt die amerikanische Kuratorin Valerie Steele über die Ästhetik von Albert Kriemler.[10] Dieser Stil repräsentiert Momente „futuristischer Verwegenheit und von klassischer Raffinesse“ und kultiviert die „kalkulierte Spannung zwischen strengen geometrischen Formen und dem Fluss der edlen Materialien“.[11]

Zu den Kundinnen von Akris gehören führende Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft, darunter Fürstin Charlène von Monaco, die Sängerinnen Alicia Keys und Shakira, die Schauspielerinnen Angelina Jolie, Nicole Kidman und Susan Sarandon, die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard und die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice sowie Yahoo-CEO Marissa Mayer. [12] Anzüge von Akris können durchaus für 4000 US-Dollar verkauft werden.[6]

Bei der Verleihung des Star Award durch die Fashion Group International (FIG) an Albert Kriemler 2010 in New York hielt Stefano Tonchi, Chefredakteur des Modemagazins „W“ die Laudatio. [13]

Die für die Schweizer Wirtschaft zuständige Bundesrätin Doris Leuthard bezeichnete in ihrer Rede zum 90-jährigen Bestehen des Modehauses 2012 in Paris die Kollektionen von Albert Kriemler als „Botschafter weltweit für die Schweiz“, sie stünden für „Kreativität und Innovation“. [14]

Das Textilmuseum in St. Gallen zeigte 2007 die Ausstellung «Akris – International beachtete Mode aus St. Gallen». Albert Kriemler entwarf mehr als 60 Kostüme für John Neumeiers Ballett Josephs Legende, das 2008 in Hamburg aufgeführt wurde.[15][16]

Das Bayerische Nationalmuseum München nahm 2013 die erste Rosshaartasche von Akris, die „Ai Bag“, in die Ausstellung „Taschen – Eine europäische Kulturgeschichte vom 16. bis 21. Jahrhundert“ auf. [17]

2014 feierte Akris 10 Jahre bei der Paris Fashion Week mit einer Kollektion in Zusammenarbeit mit dem deutschen Künstler Thomas Ruff. Albert Kriemler wählte sieben fotografische Motive aus dem Oeuvre Ruffs, die vor allem die Drucke in der Kollektion inspirieren.

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigte diese Akris Kollektion im Herbst desselben Jahres in den Räumen der dort stattfindenden Werkschau des Künstlers. [18]

Die Ausstellung „Women Fashion Power“ im Design Museum London widmete sich von Oktober 2014 bis März 2015 einem Thema, das für Albert Kriemlers kreative Arbeit zentral ist: Die Rolle der Mode für Frauen in herausgehobenen Positionen. I.D. Fürstin Charlène von Monaco wählte drei ihrer Akris-Kleider aus, die in der Ausstellung gezeigt werden.[19] [20]   Die Zusammenarbeit mit Choreograf John Neumeier wurde 2014 fortgesetzt.  Albert Kriemler entwarf die Kostüme für die umjubelte Inszenierung von ’Verklungene Feste’ und ’Josephs Legende’ an der Wiener Staatsoper.[21] [22]

Seit 2015 ist Akris auch in China präsent, mit drei Boutiquen in den Citic Square und Times Square Malls, sowie in den Einkaufsarkaden des Peace Hotel in Shanghai.[23]

Im Herbst 2015 arbeitete Albert Kriemler zum ersten Mal für eine Kollektion direkt mit einem Architekten zusammen. Sou Fujimoto aus Tokio hatte im Jahr 2013 als bis dahin jüngster Architekt den Pavillon der Serpentine Gallery in London gestaltet. Im Grand Palais in Paris wurde für das Akris Défilé Frühjahr/Sommer 2016 Fujimotos „Haus N“ nachgebaut. Im Frühjahr 2016 verlieh das Londoner Design- und Architekturmagazin Wallpaper Albert Kriemler den „Design Award 2016 Best Alliance“ für die beste Kollaboration des Jahres.[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Website der Akris AG
  • Peter Bäldle, Will hier jemand Mode? Süddeutsche Zeitung, München, vom 26. Juni 2011: [1]
  • Vanessa Friedman, A Swiss house on the roll, Financial Times How to spend it/A Passion for Fashion, London vom 20. September 2008: [2]
  • J.J. Martin, Albert Kriemler Expands Akris's Global Footprint, 19. November 2015: [3]
  • Valerie Steele,The Discreet Modernist, W Magazine, New York: [4]
  • Christina Binkley, Akris Captures The Season In: Wall Street Journal, New York vom 6. März 2011: [5]
  • Lisa Armstrong, Akris Spring/Summer 2012, The Telegraph, London 2. Oktober 2011: [6]
  • Christina Hubbeling, Stiller Star aus St. Gallen, NZZ Zürich, 18. März 2012: [7]
  • Stefanie Schütte, Rather Relaxed, dpa Hamburg, 3. Oktober 2012: [8]
  • Notizen zum Modeunternehmen Akris
  • Sarah Rüegger: Mädchen als Industriematerial. In: Tages-Anzeiger vom 10. Dezember 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Akris AG. Handelsregister des Kantons St. Gallen, abgerufen am 7. Mai 2014.
  2. Cult Fashion House Akris. September 2010. Abgerufen am 6. April 2014.
  3. http://madame.lefigaro.fr/defiles/akris/automne-hiver-2014-2015/pret-porter-0/825998/compte-rendu
  4. Valerie Steele: Akris. Assouline, 2012
  5. Akris: Sponsoring von Politikern wäre zu heikel. Handelszeitung. Abgerufen am 26. Juni 2009.
  6. a b Fashion Sense. www.washingtonpost.com. Abgerufen am 25. Juni 2009.
  7. Die Modernen - Akris In: Elle online
  8. Peter Bäldle, Will hier jemand Mode? Süddeutsche Zeitung, München, 26. Juni 2011: Online
  9. J.J. Martin, Albert Kriemler Expands Akris's Global Footprint, 19. November 2015: Online
  10. Valerie Steele,The Discreet Modernist, W Magazine, New York; Online
  11. Daniel Binswanger, Tages-Anzeiger, Das Magazin, 46/2008
  12. http://www.akris.ch/en/akris-insider
  13. http://www.fashionwiredaily.com/first_word/media/article.weml?id=3387
  14. Wo die Fürstin glücklich ist. Schweizer Illustrierte. 8. Oktober 2012. Abgerufen am 6. April 2014.
  15. Akris tanzt auf Hamburger Bühne In: Bolero, Ausgabe 09/2008 Modemagazin Seite 64
  16. Repertoire des Hamburg-Balletts
  17. Akris lud nach München ins Bayerisches Nationalmuseum
  18. Yvonne Forster, Mit Akris ins Weltall, Tagblatt, 4. März 2014: Online
  19. Harper’s BAZAAR UK, Working Wardrobe: Akris x Design Museum Capsule Collection: Online
  20. Dan Howarth, Zaha Hadid „pretty much chose herself“ to design Women Fashion Power exhibition, dezeen magazine, 28. Oktober 2014: Online
  21. Edisa Shahini, Akris opens a new Boutique in Vienna & Designs the Ballet Costumes, Disi Couture, 7. Februar 2015: Online
  22. Woman's Wear Daily, Akris Sets Expanded Vienna Boutique: Online
  23. Unternehmer Zeitung, Akris erobert China, 25. August 2015: Online
  24. J.J. Martin, The Wall Street Journal Magazine Best Alliance, Wallpaper Magazine, 14. Januar 2016: Online