Speicher AR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Speicher zu vermeiden.
Speicher
Wappen von Speicher
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Mittellandw
BFS-Nr.: 3023i1f3f4
Postleitzahl: 9042 (Speicher)
9037 (Speicherschwendi)
UN/LOCODE: CH SCR
Koordinaten: 751236 / 253279Koordinaten: 47° 24′ 47″ N, 9° 26′ 34″ O; CH1903: 751236 / 253279
Höhe: 936 m ü. M.
Fläche: 8.21 km²
Einwohner: 4227 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 515 Einw. pro km²
Website: www.speicher.ch
Speicher

Speicher

Karte
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk HinterlandBezirk VorderlandBühler ARGais ARSpeicher ARTeufen ARTrogen ARKarte von Speicher
Über dieses Bild
w

Speicher ist eine politische Gemeinde im Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Speicher liegt im Appenzellerland an der Bahnstrecke St. Gallen–Trogen der Appenzeller Bahnen, etwa sieben Kilometer südöstlich von St. Gallen und zwei Kilometer nordwestlich von Trogen.

Zur politischen Gemeinde Speicher gehört auch die Speicherschwendi, eine etwas tiefer gelegene Ortschaft.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1980 3484
2000 3853
2010 4027

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von 1923 aus 200 m Höhe von Walter Mittelholzer

Der Name Speicher entstand im Mittelalter, während der Hochblüte des Klosters St. Gallen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im 13. Jahrhundert als «Speycher». Damals diente die Dorfkirche in Speicher als Kornspeicher des Klosters. Zwischen den Appenzeller Bauern und dem Städtebund (inkl. der Stadt St. Gallen) fand unterhalb des Vögelinseggs am Loch 1403 die erste wichtige Schlacht der damit begonnenen Appenzellerkriege statt. Die zu allem entschlossenen Bauern konnten diese erste militärische Herausforderung für sich entscheiden; sie täuschten mit einem listigen Ablenkungsmanöver den Gegner. Das Schlacht-Denkmal, ein mahnender Appenzeller Bauer mit Morgenstern (erstellt im Jahre 1903) mit spähendem Blick Richtung der nahen Stadt thront auf der Krete der Vögelinsegg.

Bahnhof Speicher der Appenzeller Bahnen

Um die Schienen der Trogenerbahn (einer der steilsten Bahnen ohne Zahnrad) zu verlegen, wurde um 1900 ein grosses Stück Fels der Vögelinsegg weggesprengt. Die Bahn verbindet die mittelländischen Dörfer Speicher und Trogen mit St. Gallen und konnte 1903 (zum 500-jährigen Erinnerungsfreilichtspiel) fertiggestellt werden. 2004, weitere 100 Jahre später, kamen die ersten Niederflur-Pendelzüge zum Einsatz. 2006 wurde die Trogenerbahn mit den Appenzeller Bahnen fusioniert.

Im Anschluss an das Jubiläum 700 Jahre Speicher 2009 entstand die Idee, vorhandenes Wissen zu sammeln und sichern. Kern ist die digitale Plattform WikiSpeicher, auf der vor allem die so genannte oral history (Erzählte Geschichte) in Wort und Bild Erinnerungen, Ereignisse, Fakten oder auch Ideen festhält.[2][3]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Speicher befindet sich das Museum für Lebensgeschichten, ein kulturelles Projekt des Künstlers H.R. Fricker.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Speicher gibt es zwei Fussballclubs, den FC Speicher und den TSV.

Der FC Speicher stellt zwei Aktivmannschaften welche in der Saison 2015/2016 in der 4. und 5. Liga spielen. Ebenfalls verfügt der FC über eine Juniorenabteilung mit über 100 Spielern.

Der TSV spielt in der Firmenfussball-Meisterschaft mit. Er erreichte in der Saison 2015 den Meistertitel der Firmenfussball „Promotion“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bartholomäus Anhorn der Ältere (1566–1642), evangelisch-reformierter Pfarrer und Historiker in Graubünden und Appenzell, in Speicher lebend von 1623 bis 1641
  • Catharina Sturzenegger (1854–1929), Journalistin und Abgesandte des Roten Kreuzes, in Speicher geboren
  • Jakob Sprenger (1872–1952), Linguist, Repräsentant der Volapük-Bewegung, in Speicher geboren
  • Hans Krüsi (1920–1995), Maler (als Waisenkind in Speicher aufgewachsen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland. Birkhäuser Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 97.) S. 360–431.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Über WikiSpeicher
  3. WikiSpeicher im Radio SRF, 11. April 2015