Alpine Skiweltmeisterschaft 1970

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ski Alpin

Alpine Skiweltmeisterschaft 1970

FIS.svg

Männer Frauen
Sieger
Abfahrt SchweizSchweiz Bernhard Russi SchweizSchweiz Annerösli Zryd
Riesenslalom OsterreichÖsterreich Karl Schranz KanadaKanada Betsy Clifford
Slalom FrankreichFrankreich Jean-Noël Augert FrankreichFrankreich Ingrid Lafforgue
Kombination Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Billy Kidd FrankreichFrankreich Michèle Jacot
21. Alpine Skiweltmeisterschaft
Ort: Gröden, Italien
Beginn: 7. Februar 1970
Ende: 15. Februar 1970
Länder:
Athleten:
Wettbewerbe:

Die 21. Alpine Skiweltmeisterschaft fand vom 7. bis 15. Februar 1970 in Gröden in Italien statt. Es war die einzige Weltmeisterschaft, deren Ergebnisse im Alpinen Skiweltcup eingerechnet wurden. Erfolgreichste Nation war Frankreich, die drei der acht Goldmedaillen gewinnen konnte sowie fünf Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.

Wahl des Austragungsortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim 26. FIS-Kongress in Beirut fiel am 19. Mai 1967 die Wahl auf Gröden, welches im zweiten Wahlgang mit 39 Stimmen die absolute Mehrheit erhalten hatte. Gegenkandidaten waren die Tiroler Kleinstadt Kitzbühel und Banff in Kanada gewesen, wobei den Erstgenannten nur drei Stimmen zuteil geworden sind. Die Kanadier bekamen in der Entscheidung 13 Stimmen.[1]
Von Seiten Österreich hatte vorerst auch St. Anton am Arlberg seine Kandidatur annonciert.[2]

Erwähnenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei der Eröffnungszeremonie am Abend des 7. Februar im Eisstadion von St. Ulrich war die österreichische Auswahl im Fernsehen ausgeblendet. Beim Einmarsch der Nationen schwenkte die Kamera auf die im Himmel zu sehenden Düsenjäger um, auch die Teams aus Finnland und Japan wurden nicht gezeigt. Und beim Abmarsch wurde wiederum umgeschaltet, als (nach der belgischen Auswahl) die Österreicher/innen ins Bild hätten kommen sollen.[3]
  • Einen Tag vor dem Startbewerb, dem Herrenslalom, wurde erneut (wie es seit 1962 üblich war) ein Qualifikationsslalom veranstaltet.
  • Beim Herrenslalom selbst kam kein Läufer des ÖSV in die Wertung. Mit nur mit drei Mann angetreten (nachdem Herbert Huber wegen eines Nervenzusammenbruches nicht starten konnte), schied das übrig gebliebene Trio durch Sturz oder Disqualifikation aus. Dadurch war bereits klar, dass die ÖSV-Starter keine Platzierung in der Alpinen Dreierkombination erreichen konnten.
    Die Medaillenentscheidung im genannten Slalom war außerdem äußerst knapp.
  • Einer der großen Mitfavoriten, Lokalmatador Gustav Thöni, blieb ohne Medaille: Im Slalom platzierte er sich auf Rang 4, im Riesenslalom schied er schon im ersten Durchgang aus.
  • Von den Weltmeistern und/oder Olympiasiegern 1968 war nur Olga Pall noch am Start – die übrigen drei (wegen der Tatsache, dass Jean-Claude Killy vierfacher Goldmedaillengewinner gewesen ist und auch Nancy Greene zwei Titel geholt hatte) hatten ihre Karriere allesamt 1968 beendet.
  • Mit Kombinationsgold durch Billy Kidd gewann erstmals ein US-Amerikaner eine Goldmedaille im alpinen Skisport. Für Australien war die Bronzemedaille in der Abfahrt durch Malcolm Milne die überhaupt erste Medaille bei alpinen Skiweltmeisterschaften und blieb es auch bis zur Goldmedaille von Zali Steggall im Slalom 1999.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 SUI Bernhard Russi 2:24,57 min
2 AUT Karl Cordin 2:24,79 min
3 AUS Malcolm Milne 2:25,09 min
4 AUT Karl Schranz 2:25,46 min
5 ITA Marcello Varallo 2:25,52 min
USA Billy Kidd 2:25,52 min
7 AUT Rudolf Sailer 2:26,12 min
8 FRA Jean-Luc Pinel 2:26,59 min
- - - -
12 SUI Edmund Bruggmann 2:27,16 min
14 SUI Jean-Daniel Dätwyler 2:27,47 min
16 FRG Hansjörg Schlager 2:27,92 min
17 AUT Heinrich Messner 2:28,39 min
24 SUI Andreas Sprecher 2:29,63 min
34 FRG Christian Neureuther 2:31,09 min
36 FRG Max Rieger 2:31,51 min
38 FRG Willy Lesch 2:31,65 min

Weltmeister 1968: Jean-Claude Killy (FRA) (Karriere beendet)
Datum: 15. Februar, 12:00 Uhr
Piste: Saslonch
Länge: 3750 m, Höhenunterschied: 830 m
Tore: 25

Am Start waren 91 Läufer, 82 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Stefano Anzi (ITA)
Wegen Verletzung nicht angetreten: Franz Vogler (FRG)

Es war dies ein so genanntes "Neuschneerennen", da es über Nacht geschneit hatte. Dadurch waren die vorderen Startnummern etwas benachteiligt und es war dies ein Mitgrund, dass Bernhard Russi mit der Nr. 15, der letzten Startnummer der Eliteläufer, gewann.

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Karl Schranz 4:19,19 min
2 AUT Werner Bleiner 4:19,58 min
3 SUI Dumeng Giovanoli 4:21,15 min
4 FRG Max Rieger 4:22,11 min
AUT Heinrich Messner 4:22,11 min
6 POL Andrzej Bachleda-Curuś 4:22,76 min
7 SUI Kurt Schnider 4:22,81 min
8 FRA Patrick Russel 4:22,97 min
- - - -
11 FRG Sepp Heckelmiller 4:24,59 min
SUI Jakob Tischhauser 4:24,59 min
13 AUT David Zwilling 4:25,01 min
14 SUI Edmund Bruggmann 4:25,15 min
17 FRG Christian Neureuther 4:26,32 min
18 FRG Hansjörg Schlager 4:26,53 min
50 LIE Willi Frommelt 4:43,16 min

Weltmeister 1968: Jean-Claude Killy (FRA) (Karriere beendet)
1. Lauf: 9. Februar, 12:00 Uhr
2. Lauf: 10. Februar, 12:00 Uhr[4]
Piste: „Ciampinoi“
Länge: 1490 m, Höhenunterschied: 447 m
Tore: 66 (1. Lauf), 68 (2. Lauf)

Am Start waren 99 Läufer, 85 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Jean-Noël Augert (FRA), Vladimir Sabich (USA), Gustav Thöni (ITA)

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Sportler
1 FRA Jean-Noël Augert 1:39,47 min
2 FRA Patrick Russel 1:39,51 min
3 USA Billy Kidd 1:39,53 min
4 ITA Gustav Thöni 1:40,23 min
5 FRA Alain Penz 1:40,54 min
6 SUI Dumeng Giovanoli 1:42,38 min
7 SUI Peter Frei 1:43,33 min
8 NOR Håkon Bjørge 1:43,59 min
- - - -
11 SUI Heini Hemmi 1:43,96 min
13 FRG Max Rieger 1:44,93 min
16 SUI Edmund Bruggmann 1:47,35 min

Weltmeister 1968: Jean-Claude Killy (FRA) (Karriere beendet)
Datum: 8. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „Ronc“
Länge: 575 m, Höhenunterschied: 197 m
Tore: 69

Am 7. Februar fand ein Qualifikationslauf statt, in dem sich in sechs Gruppen 120 Läufer für die 51 Startplätze des eigentlichen Rennens qualifizieren mussten. Am Ende klassierten sich 24 Läufer.

Ausgeschieden u. a.: Henri Bréchu (FRA), Heinrich Messner (AUT), Håkon Mjoen (NOR), Christian Neureuther (FRG), Harald Rofner (AUT), Vladimir Sabich (USA), Karl Schranz (AUT), Georg Sonnenberger (FRG)

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 USA Billy Kidd 21,25
2 FRA Patrick Russel 50,15
3 POL Andrzej Bachleda-Curuś 60,90
4 FRG Max Rieger 66,31
5 SUI Edmund Bruggmann 69,29
6 FRG Hansjörg Schlager 70,08
7 CAN Peter Duncan 72,48
8 ESP Aurelio García Oliver 91,81

Weltmeister 1968: Jean-Claude Killy (FRA) (Karriere beendet)
Am Start waren 51 Läufer, 30 von ihnen klassierten sich. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 SUI Annerösli Zryd 1:58,34 min
2 FRA Isabelle Mir 1:58,84 min
3 AUT Annemarie Moser-Pröll 2:00,43 min
4 CAN Judy Crawford 2:00,65 min
5 AUT Ingrid Gfölner 2:01,00 min
6 FRA Florence Steurer 2:01,25 min
7 FRG Margret Hafen 2:01,34 min
8 FRA Michèle Jacot 2:02,17 min
- - - -
12 SUI Edith Sprecher 2:03,24 min
13 AUT Olga Pall 2:03,31 min
18 FRG Christa Hintermaier 2:04,51 min
19 FRG Traudl Treichl 2:04,61 min
20 FRG Rosi Mittermaier 2:04,70 min
25 LIE Martha Bühler 2:06,20 min

Weltmeisterin 1968: Olga Pall (AUT)
Datum: 11. Februar, 12:00 Uhr
Piste: „Cir“
Länge: 2750 m, Höhenunterschied: 675 m
Tore: 31

Am Start waren 50 Läuferinnen, 43 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Wiltrud Drexel (AUT), Divina Galica (GBR), Françoise Macchi (FRA), Judy Nagel (USA)

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 CAN Betsy Clifford 1:20,46 min
2 FRA Ingrid Lafforgue 1:20,53 min
3 FRA Françoise Macchi 1:20,60 min
4 FRA Michèle Jacot 1:20,62 min
5 AUT Gertrud Gabl 1:20,85 min
6 USA Marilyn Cochran 1:21,17 min
7 GER Rosi Mittermaier 1:21,19 min
8 FRA Florence Steurer 1:21,30 min
- - - -
14 AUT Annemarie Moser-Pröll 1:22,56 min
15 AUT Bernadette Rauter 1:22,58 min
16 AUT Ingrid Gfölner 1:22,73 min
21 SUI Edith Sprecher 1:24,41 min
23 FRG Christa Hintermaier 1:25,62 min

Weltmeisterin 1968: Nancy Greene (CAN) (Karriere beendet)
Datum: 14. Februar, 12:00 Uhr
Piste: „Ciampinoi“
Länge: 1200 m, Höhenunterschied: 338 m
Tore: 48

Am Start waren 54 Läuferinnen, 49 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Annerösli Zryd (SUI), Traudl Treichl (FRG)

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 FRA Ingrid Lafforgue 1:40,44 min
2 USA Barbara Ann Cochran 1:42,15 min
3 FRA Michèle Jacot 1:42,20 min
4 AUT Gertrud Gabl 1:42,26 min
5 USA Judy Nagel 1:42,93 min
6 USA Marilyn Cochran 1:43,34 min
7 FRA Florence Steurer 1:43,35 min
8 CAN Betsy Clifford 1:45,78 min
9 AUT Bernadette Rauter 1:45,84 min
- - - -
15 FRG Rosi Mittermaier 1:49,12 min
16 FRG Christa Hintermaier 1:49,66 min
17 SUI Edith Sprecher 1:49,98 min
19 SUI Annerösli Zryd 1:50,27 min
21 AUT Annemarie Moser-Pröll 1:51,11 min

Weltmeisterin 1968: Marielle Goitschel (FRA) (Karriere beendet)
Datum: 13. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „Ronc“
Länge: 480 m, Höhenunterschied: 160 m
Tore: 59 (1. Lauf), 60 (2. Lauf)

Am Start waren 55 Läuferinnen, 34 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Kiki Cutter (USA), Wiltrud Drexel (AUT), Annie Famose (FRA), Margret Hafen (FRG), Traudl Treichl (FRG)

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte
1 FRA Michèle Jacot 30,31
2 FRA Florence Steurer 37,69
3 USA Marilyn Cochran 41,84
4 USA Barbara Ann Cochran 51,70
5 FRG Rosi Mittermaier 77,98
6 AUT Annemarie Moser-Pröll 78,36
7 GBR Gina Hathorn 84,73
8 NOR Karianne Christiansen 94,19
- - - -
10 SUI Edith Sprecher 101,31
13 FRG Christa Hintermaier 112,53

Weltmeisterin 1968: Nancy Greene (CAN) (Karriere beendet)
Am Start waren 50 Läuferinnen, 25 von ihnen klassierten sich. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 FrankreichFrankreich Frankreich 3 5 2 10
2 SchweizSchweiz Schweiz 2 1 3
3 OsterreichÖsterreich Österreich 1 2 1 4
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1 1 2 4
5 KanadaKanada Kanada 1 1
6 AustralienAustralien Australien 1 1
Polen 1944Polen Polen 1 1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Kitzbühel ohne WM». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. Mai 1967, S. 12.
  2. «St. Anton will die Skiweltmeisterschaften 1970». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 19. Jänner 1965, S. 12.
  3. «TV-Skandal in Gröden: Österreicher nicht gezeigt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. Februar 1970, S. 1.
  4. «Die heutigen Ereignisse im Grödner Tal». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 10. Februar 1970, S. 12.