Andrea Paluch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Andrea Paluch (* 14. Mai 1970 in Langenhagen[1]) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Paluch wuchs in Garbsen bei Hannover auf und besuchte bis 1989 das Geschwister-Scholl-Gymnasium Berenbostel. Anschließend studierte sie Literaturwissenschaft sowie Linguistik und Englische Philologie in Hannover, an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau und der Universität Hamburg. 1992/1993 folgte das Auslandsstudium "International Cultural Studies" an der Universität Roskilde in Dänemark.[2] Während des Studiums in Freiburg lernte sie Robert Habeck kennen und sie heirateten im Jahr 1996. Sie wohnte in Kopenhagen und nach dem Studium lebte sie im Jahr 2000 mehrere Monate in Svendborg und arbeitete dort mit einem Forschungsstipendium im Brecht-Haus.[3] 2000 promovierte sie an der Universität Hamburg zur Doktorin (Ph.D.) mit einer Dissertation zur zeitgenössischen britischen Lyrik, die Anfang 2002 unter dem Titel The Afterlives of the Poets als Monografie erschien. Im Jahr 2001 zog die Familie nach Großenwiehe bei Flensburg.

Sie debütierte als Autorin 2001 mit dem Jugendbuch Jagd auf den Wolf. Anschließend wurde sie als Schriftstellerin tätig und verfasste ab 2001 mit Robert Habeck mehrere Romane für Erwachsene und Jugendliche sowie das Schauspiel „Neunzehnachtzehn“ über den Kieler Matrosenaufstand im November 1918. Gemeinsam übersetzten sie englischsprachige Lyrik von Charles Reznikoff, Paul Auster, Roger McGough, Ted Hughes und William Butler Yeats ins Deutsche und schrieben Kinder- und Jugendbücher. Sie schrieben für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mehrere Radiogeschichten für die Hörfunksendung Ohrenbär.[4] Von 2007 bis 2010 verfasste sie eine wöchentliche Kolumne für den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag und wirkte als Lehrbeauftragte an der Europa-Universität Flensburg. Sie arbeitet als Musikerin, Journalistin, Dozentin, Lernberaterin und Schriftstellerin.[5]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Robert Habeck: Jagd auf den Wolf. Ab 10 Jahre. Bertelsmann, Gütersloh 2001, ISBN 978-3570126264.
  • The Afterlives of the Poets. (zugleich Doktorarbeit 2000, Universität Hamburg) Mattes Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-930978-48-2.
  • mit Robert Habeck: Hauke Haiens Tod. historischer Roman. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15976-8.
  • mit Robert Habeck: Der Schrei der Hyänen. historischer Roman. Piper, München 2004, ISBN 3-492-04611-8.
  • Faktor fünf. Megaherz. Schulbuch (1997). Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-12-676362-6.
  • mit Robert Habeck: Wolfsspuren. Kinderbuch. Omnibus, München 2005, ISBN 3-570-21447-8.
  • mit Robert Habeck: Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf. Roman. Piper, München 2005, ISBN 3-492-04706-8.
  • mit Robert Habeck: Zwei Wege in den Sommer. Roman. Patmos, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7941-8046-1.
  • mit Robert Habeck: Unter dem Gully liegt das Meer. Jugendbuch. Sauerländer, Düsseldorf 2007, ISBN 3-7941-8071-2.
  • mit Robert Habeck: Zwei Wege in den Sommer. Roman. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-7941-8046-1.
  • mit Robert Habeck, Frank Trende: 1918 – Revolution in Kiel (= Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte. Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte. Band 61). Boyens Buchverlag, Heide 2008, ISBN 978-3-8042-1264-0.
  • mit Robert Habeck: SommerGIG. Jugendbuch. Patmos, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-7941-7075-3.
  • mit Robert Habeck: Felix und Lea. Der Turm ohne Türen. Jugendbuch. Sauerländer, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-7941-6134-8.
  • mit Robert Habeck: Felix und Lea. Jagd auf den Falken. Jugendbuch. Sauerländer, Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-7941-6135-5.
  • mit Robert Habeck: Bevor du mit dem Teufel tanzt. Jugendbuch. Sauerländer, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-7941-7078-4.
  • Nichts ist alltäglich. Kolumnen von Andrea Paluch. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0427-3.
  • mit Robert Habeck: Wolfsnacht. Kinderbuch. Sauerländer, Mannheim 2011, ISBN 978-3-7941-6136-2.
  • Zwischen den Jahren. Roman. Ellert & Richter, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8319-0459-4.
  • Wundervolles Dorfleben. Anthologie. Boyens, Heide 2015, ISBN 978-3-8042-1422-4.
  • mit Robert Habeck: Ruf der Wölfe. Kinderbuch. Edel Kids Books, Hamburg 2019, ISBN 978-3-96129-092-5.
Übersetzungen
  • mit Robert Habeck: Roger McGough: Tigerträume. Gedichte. Mattes Verlag, Heidelberg 1997, ISBN 978-3-930978-32-8.
  • mit Robert Habeck: Ted Hughes: Birthday Letters. Gedichte. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3627000153.
  • mit Robert Habeck: William Butler Yeats: Ein Morgen grünes Gras. Gedichte. Luchterhand Literaturverlag, München 2000, ISBN 3-630-86982-3.
  • mit Robert Habeck: Paul Auster entdeckt Charles Reznikoff. Europa-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 978-3-203-84305-6.
  • Abigail Marshall, Ronald Dell Davis: Autismus verstehen und verändern. Am Leben teilnehmen mit dem Davis-Autismus-Ansatz. Ioannis Tzivanakis Verlag (ITV), Hamburg 2013, ISBN 978-3-940493-06-4.
Drehbücher
  • 2002: Die Schattenreiterin
  • 2008: Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf
Schauspiel
  • Neunzehnachtzehn – Adaption von 1918 – Revolution in Kiel → Wiederaufnahme 2019/2020[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen erhielten sie den Preis für Literarische Übersetzungen der Stadt Hamburg für die Jahre 1997 und 2000, im Jahr 2002 die Drehbuchförderung des Landes Schleswig-Holstein für das Drehbuch „Die Schattenreiterin/Hauke Haiens Tod“ und im Jahr 2004 das Stipendium des Brecht-Hauses in Svendborg. Im Dezember 2008 erhielten sie den Jugendbuchpreis Goldener Lufti für das Buch Unter dem Gully liegt das Meer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paluch, Andrea. Literaturhaus Schleswig-Holstein, abgerufen am 31. Juli 2019.
  2. Andrea Paluch. Goethe-Institut, abgerufen am 31. Juli 2019.
  3. Carlo Jolly: Andrea Paluch. Hannover, Roskilde, Flensburg – Stationen einer Grenzgängerin. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 10. Juni 2011, abgerufen am 13. September 2019.
  4. Ohrenbär – Radiogeschichten für kleine Leute. Rundfunk Berlin-Brandenburg, abgerufen am 31. Juli 2019.
  5. »Sprachkunst« – Lesung mit Andrea Paluch und Robert Habeck. Muthesius Kunsthochschule - Offener Campus, abgerufen am 8. Januar 2018.
  6. Neunzehnachtzehn – Wiederaufnahme 2019/2020. Theater Kiel, abgerufen am 31. Juli 2019.