Architekturtheorie

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Die Architekturtheorie widmet sich im Unterschied zur Ethnologie, Archäologie, Kunstgeschichte und Baugeschichte vornehmlich der Zeitgeschichte, den Architekten[1][2] und deren subjektiven Vorstellungen, Betrachtungen, Schriften und Auseinandersetzungen über das Phänomen Architektur, das in der Alten Welt als Baukunst[3] und in der Neuen Welt als Zivilisation verstanden worden ist.[4]

Theorie der Baukunst und Zivilisationskritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lewis Mumford wie Fritz Schumacher grenzten die Architektur deutlich von einer Immobilienwirtschaft ab: „Wenn man das Wort ‚Architektur‘ hört, können die verschiedensten Vorstellungen im Innern auftauchen. (…) In unserer Zeit ist das Bauen (...) Sache eines mechanisch arbeitenden Unternehmertums geworden. Diese Leistungen (…) bilden ein höchst wichtiges und interessantes Kapitel der Wirtschaftsgeschichte, nicht aber der Architekturgeschichte, wir dürfen sie im Folgenden ein für allemal ausscheiden.“ [5]

In seinem Vorwort als Herausgeber des ersten Heftes der Zeitschrift Architectura, Zeitschrift für Geschichte und Ästhetik der Baukunst beschrieb Leo Adler 1932 das Fehlen von Literatur ausschließlich zum Thema der Geschichte und Theorie der Baukunst. Die baugeschichtliche Forschung teilt sich demnach in die Bereiche primitives Bauen, Archäologie und Kunsthistorische Forschung in der Architektur.[6]

Alfons Leitl gründete 1947 die Zeitschrift Baukunst und Werkform mit Beitragen zur Architekturtheorie einer Nachkriegsmoderne von Egon Eiermann, Otto Bartning, Rudolf Schwarz, Hans Schwippert u.a., die in dieser Zeitschrift heftige architekturtheoretische Debatten (Bauhausdebatte, Düsseldorfer Architektenstreit) um die Ziele und Aufgaben des Wiederaufbaus und die Nachkriegsmoderne führten.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war Oswald Mathias Ungers, der an diese Debatten anknüpfte und das erste, internationale Symposium über Architekturtheorie in Deutschland vom 11. Bis 15. Dezember 1967 an der Architekturfakultät der Technischen Universität Berlin ausrichtete, und auf die Notwendigkeit verwies, dieses Fach künftig an deutschen Architekturhochschulen zu lehren. An dem Symposium nahmen unter anderem Friedrich Achtleitner, Reyner Banham, Peter Blake, Lucius Burkhardt und weitere namhafte Architekturtheoretiker teil.[7]

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Joedicke und Julius Posener begründeten die Architekturheorie als kleines Fach an deutschen Architekturhochschulen. Ihnen folgten Manfred Speidel, Winfried Nerdinger, Werner Durth, Thilo Hilpert und andere Architekten, die seitdem dieses Fach wie folgt verstanden, lehrten[8] und betrieben:

  1. als Bestätigen: Erzählen (Geschichte, Narrativ) von Lehrmeinungen, Selbstzeugnissen und Aussagen über die Architektur in Wort, Bild und Werken von Baumeistern und Architekten von der Antike bis in die Gegenwart [9]
  2. als Auseinandersetzen: Zeigen, Betrachten, Untersuchen, Verstehen, Vergleichen, Deuten, Klären, Beurteilen, Darstellen und Vermitteln von Sachverhalten, Ereignissen und Erscheinungen von Architektur im Alltag des Baugeschehens[10]
  3. als Vorstellen: Erkennen, Bewahren, Pflegen, Verantworten und Fortentwickeln der Architektur als ein Bauen und Bilden von Lebensweisen und -formen auf der Grundlage sozialer, technologischer, ökologischer, politischer und wirtschaftlicher Lebensbedingungen.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BDA Bund Deutscher Architekten: Stadtgestalten - Georg Heinrichs. In: Video Interview Georg Heinrichs. Bauwelt, 13.Oktober 2017, abgerufen am 11.Mai 2015 (deutsch).
  2. BDA - Bund Deutscher Architekten: Stadtgestalten - Hardt-Waltherr Hämer. Bauwelt, 27.Oktober 2015, abgerufen am 12.Mai 2017 (deutsch).
  3. Leo Adler: Vom Wesen der Baukunst, Die Baukunst als Ereignis und Erscheinung, Versuch einer Grundlegung der Architekturwissenschaft. Hrsg.: Martin Kieren. Gebr.Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-1881-7.
  4. Lewis Mumford: Vom Blockhaus zum Wolkenkratzer. Bruno Cassirer, Berlin 1925.
  5. Fritz Schumacher: Das Bauen als Kunst. In: Schumacher/Thiersch/Bühlmann/Michel (Hrsg.): Handbuch der Architektur, Vierter Teil: Entwerfen, Anlage und Einrichtung der Gebäude, 1.Halbband: Architektonische Komposition. J.M. Gebhardt, Leipzig 1926, S. 5.
  6. Leo Adler: Architectura, Zeitschrift für die Geschichte und Ästhetik der Baukunst. Leo Adler, 1932-1933, abgerufen am 8.Mai 2017 (deutsch).
  7. Jürgen Joedicke: Funktionen der Architekturtheorie. In: TU Berlin, Lehrstuhl für Entwerfen VI o.Prof. Dipl.Ing. O.M. Ungers (Hrsg.): Architekturtheorie, Internationaler Kongreß in der TU Berlin 11. bis 15.Dezember 1967. Heft Nr.14 bearbeitet von Jörg Pampe. Selbstverlag, Berlin Juni 1968, S. 132.
  8. Liste von Architektur-Theorie Definitionen an deutschsprachigen Universitäten. In: 23.September 2013. StadtInnenArchitektur, abgerufen am 9.Mai 2017 (deutsch).
  9. Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie.Von der Antike bis zur Gegenwart. Ch.Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64497-9.
  10. Thilo Hilpert: Century Of Modernity 1904 1920 1936 1952 1968 1984 2000 2016 Das Jahrhundert der Moderne, Architektur und Städtebau, Essays und Texte. Springer Vieweg, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-07042-7.
  11. Diverse: Mechanische Stadt? Junkers.Dessau. Hrsg.: Manfred Sundermann. Anhalt Edition Dessau, Dessau 2002, ISBN 3-936383-06-5.