August Hardegger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfarrkirche Herz Jesu, Zürich-Oerlikon, 1891–1892
Pfarrkirche Liebfrauen, Zürich, 1892–1894
Wallfahrtskirche Mariahilf, Haslen 1897
Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, Bülach, 1900–1902
Innenansicht der Kirche Schlatt, 1911

August Hardegger (* 1. Oktober 1858 in St. Gallen; † 12. Januar 1927 in Luzern) war ein Schweizer Architekt der ab den 1880er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg eine Vielzahl von Kirchen in der Deutschschweiz plante und verwirklichte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hardegger absolvierte in St. Gallen das Gymnasium. Danach studierte er in Stuttgart zwei Jahre, vermutlich 1876 bis 1878, Architektur.[1] Nach Praktika bei verschiedenen Architekten in St. Gallen und Zürich, unter anderem bei Robert Weber, sowie Studienreisen nach Venedig, Rom und Florenz, liess er sich um 1880 in St. Gallen nieder. Dort führte er zusammen mit Wilhelm Hanauer und nach 1887 alleine ein Architekturbüro. 1912 zog er nach Disentis, wo er sich vermehrt auch der zeichnerischen Dokumentation und Inventarisation von Baudenkmälern widmete. 1917 schrieb er eine Dissertation über die Stiftskirche von St. Gallen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Architekt schuf er zahlreiche private und öffentliche Bauten; vor allem aber nahm er höchst erfolgreich an fast allen damaligen Wettbewerben im Bereich des katholischen Kirchenbaus teil, den er in der Zeit von 1880 bis 1910 – mit wenigen anderen wie Wilhelm Keller – beherrschte. Insgesamt schuf er so etwa 60 Kirchen- und Klosterbauten. In allen seinen Bauten blieb er dem Historismus verbunden. Im Kirchenbau verband er altchristliche, neugotische und neuromanische Formen mit fortschrittlichen neuen Raumformen, deren zentralisierende Tendenzen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirchenarchitektur im ausgehenden 19. Jahrhundert leisteten.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Frauen zu St. Katharina in St. Gallen. Huber, St. Gallen 1885.
  • Aus der Baugeschichte des Klosters St. Gallen. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 17. Jg. 1888, S. 7–22 (Digitalisat).
  • Altes und Neues aus der Stadt St. Gallen. In: Festschrift SIA Sektion St. Gallen. St. Gallen 1889.
  • Die Cisterzienserinnen zu Maggenau. Zollikofer, St. Gallen 1893.
  • St. Johann im Thurtal. Zollikofer, St. Gallen 1896.
  • Die alte Stiftskirche und die ehem. Klostergebäude in St. Gallen, ein Rekonstruktionsversuch. Dissertation, Zürich 1917.
  • August Hardegger, Salomon Schlatter und Traugott Schiess (Bearb.): Die Baudenkmäler der Stadt St. Gallen Fehr, St. Gallen 1922.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Meyer: August Hardegger – Architekt und Kunstschriftsteller. Fehr’sche Verlagsbuchhandlung, St. Gallen 1970.
  • Bernhard Anderes: August Hardegger. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. André Meyer: August Hardegger – Architekt und Kunstschriftsteller. Fehr’sche Verlagsbuchhandlung, St. Gallen 1970, S. 11.
  2. Kurze Geschichte unserer Pfarrei auf der Website der kath. Kirchgemeinde Rebstein.
  3. Gemäss Festschrift 100 Jahre Katholische Pfarrei Bülach 1882–1982.
  4. J. Huber: Kirchen und Pfarreien im Gaiserwald SG. Abtwil 2005.
  5. Hanspeter Betschart: 100 Jahre St. Martinskirche Olten.) Auf der Website der Pfarrei St. Martin Olten, abgerufen am 18. April 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Hardegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien