Dussnang

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Dussnang
Wappen von Dussnang
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilenw
Politische Gemeinde: Fischingeni2w1
Postleitzahl: 8374
Koordinaten: 714999 / 254528Koordinaten: 47° 25′ 53″ N, 8° 57′ 47″ O; CH1903: 714999 / 254528
Höhe: 593 m ü. M.
Karte
Dussnang (Schweiz)
Dussnang
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1972

Dussnang bildet mit Oberwangen und Vogelsang das Zentrum der politischen Gemeinde Fischingen im Bezirk Münchwilen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die heutige politische Gemeinde entstand 1972 aus der Fusion von Au, Dussnang, Fischingen, Oberwangen und Tannegg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Rotes, achtspeichiges Rad auf weissem Grund.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im oberen Murgtal, am niederschlagsreichen, stark bewaldeten Nordfuss des Hörnli.

Bevölkerung und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert sicherte hauptsächlich die Landwirtschaft die Existenz der Bevölkerung. Im 19. Jahrhundert kamen Heimweberei und -stickerei dazu. 1886 wurde eine landwirtschaftliche und 1895 eine Viehzucht-Genossenschaft gegründet. Das 1891 eröffnete Kneipp-Kurhaus wurde 1974–82 umfassend modernisiert.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1970
Einwohner 342 504 547
Reformierte Kreuzkirche
Burgruine Tannegg, um 1240 erbaut
Kapelle St. Martin, Oberwangen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dussnang wird als Tuzzinwang 754 erstmals in der Henauer Urkunde des Rothpaldus an das Kloster St. Gallen erwähnt. 996–999 wurden Güter, Kirche und Zehnten dem bischöflich-konstanzer Eigenkloster Petershausen bei Konstanz übertragen.

Die Herren von Dussnang waren im 13. Jahrhundert Ministralen der Toggenburger, die im Dienste der Fürstabtei St. Gallen standen. Um 1240 wurde durch den Konstanzer Bischof Heinrich von Tanne (von 1233 bis 1248 im Amt) die Burg Tannegg errichtet. Die Burg und eine kleine Stadtanlage wurden als Machtzentrum des Konstanzer Bischofs im Hinterthurgau gebaut. Das Städtchen wurde 1407 durch die Appenzeller zerstört. Der Hauptturm der Festung stand bis 1837. Dann wurde er abgetragen und die Steine beim Brückenbau verwendet.

1244 inkorporierte das Kloster Fischingen die vermutlich seit dem Frühmittelalter bestehende Dussnanger Pfarrei. Die Niedergerichtsbarkeit über das Dorf gehörte dem Bistum Konstanz, das im Besitze des nach der Burg Tannegg benannten Amtes Tannegg war. Dieses wurde im Jahre 1693 gesamthaft an das Kloster Fischingen verkauft. Die Gerichtsbarkeit des Tanneggeramtes existierte bis 1798. Im 18. Jahrhundert hiess Dussnang noch Tusslingen. Im 19. Jahrhundert gab es in Dussnang lediglich 14 Häuser. Erst mit der Gründung des Kneipp-Kurhauses im Jahre 1890 fand eine grössere Entwicklung statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine Tannegg befindet sich auf 725 m ü. M. auf dem östlichen Tanneggergrat. Die Reste der Burg (s. o.) wurden 1997 archäologisch erforscht und restauriert.

Die im 11./12. Jahrhundert erbaute Kreuzkirche wurde 1523 erweitert und dem Heiligen Kreuz geweiht. Die ursprünglich katholische Kirche wurde ab 1542 paritätisch benutzt. Seit dem Bau der katholischen Marienkirche im Jahre 1890 (erster Beton-Kirchenbau der Schweiz) wird sie nur noch von der evangelischen Kirchgemeinde genutzt.

Die Kapelle St. Martin auf einem Hügel in Oberwangen wurde im 10. Jahrhundert erbaut und 1693 und 1727 von Johann und Jakob Grubenmann durch einen Kuppelbau erweitert. Sie besitzt eine Hund-Orgel (nach dem Orgelbauer Joseph Hund) aus dem Jahre 1811.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dussnang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benno Schildknecht: Die Kirchen von Dussnang und Oberwangen TG. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 417). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987, ISBN 3-85782-417-4.