Axel Stoll

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Axel Stoll (* 30. Oktober 1948 in Berlin;[1]28. Juli 2014 ebenda) war ein deutscher Verschwörungstheoretiker der rechtsextrem-esoterischen Szene. In seinen Werken kombinierte Stoll Pseudowissenschaft und verschiedene Verschwörungstheorien vor allem im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus. Bekanntheit erlangte er durch veröffentlichte Aufzeichnungen seiner Vorträge auf YouTube sowie durch verschiedene Interviews.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Stoll wurde im Berliner Bezirk Pankow geboren. Er war Diplom-Geologe und wurde am 16. Oktober 1984 mit der Arbeit Zur Rhythmizität/Zyklizität und Korrelation des höheren Saxon der westlichen Altmark am Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) der Akademie der Wissenschaften der DDR, Forschungsbereich Geo- und Kosmoswissenschaften, zum Dr. rer. nat. promoviert.[2] Die Dissertationsschrift wurde von Gerhard Katzung betreut und war bis 1988 als vertrauliche Verschlusssache eingestuft, da er sich mit der Geologie des Grenzgebietes auseinandergesetzt hat.[3][4]

Stoll wurde am 28. Juli 2014 tot in seiner Wohnung aufgefunden.[5]

Öffentliches Auftreten und Verschwörungstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Aufmerksamkeit erlangte Stoll, nachdem ein Videomitschnitt einer seiner Vorträge auf der Videoplattform YouTube hochgeladen wurde und sich aufgrund von Stolls ungewollt komischem Auftreten zu einem Internet-Phänomen entwickelte. Die auf YouTube eingestellten Videos stammen vom sogenannten Neuschwabenlandtreffen, einem 2002 gegründeten Stammtisch rechtsextremer Verschwörungstheoretiker, Geschichtsrevisionisten und Antisemiten. Gründer des Neuschwabenlandtreffens neben Stoll waren Karl-Wilhelm Schneider und Peter Schmidt, der selbst als Referent zu diversen Themen auftritt.[6]

Sein wohl bekanntester Auftritt außerhalb des Internets fand in einer Folge der amerikanischen Fernsehsendung UFO Hunters statt, die 2010 auf dem History Channel ausgestrahlt wurde und sich unter anderem mit Stolls Verschwörungstheorien und Aussagen rund um angebliche UFOs, sogenannte Flugscheiben, zur Zeit des Nationalsozialismus beschäftigte.

Einen kurzen Einblick in seine öffentlichen Auftritte findet man auf der DVD Die Mondverschwörung (2011) von Thomas Frickel; die Zusatz-DVD beinhaltet weiteres Interviewmaterial.

2013 interviewte die Regisseurin Mo Asumang Stoll im Rahmen ihres Dokumentarfilms Die Arier. Stoll führt in dem Gespräch aus, dass er vermutet, die sogenannten Arier seien Mitglieder einer hochentwickelten außerirdischen Zivilisation, deren Ursprung im Planetensystem Aldebaran liege. Zudem führte er aus, dass transmedial mit den Ariern im fernen Planetensystem kommuniziert werden kann, dazu reiche bereits langes und glattes Haupthaar von Frauen aus, das als Sender und Empfänger dienen könne. Auch griff Stoll in dem Interview auf seine Theorie der Erde als Strafplanet zurück.[7]

Am 28. Juli 2015, dem ersten Todestag Stolls, erschien der Dokumentarfilm Ein Interview mit Dr. Axel Stoll – Der Film, in dem das Interview mit Sebastian Bartoschek und Alexander Waschkau, versehen mit zahlreichen Einspielern von Ausführungen verschiedener Experten enthalten ist.[8]

Wiederkehrende Elemente von Stolls Ausführungen waren die technologische Überlegenheit des Dritten Reiches und die Verbreitung vermeintlicher naturwissenschaftlicher Wahrheiten.[9] Im Bereich der Naturwissenschaften und Technik vertrat er teilweise exotische oder veraltete Positionen. Beispielsweise nahm er an, die Erde sei hohl und in der inneren Hohlwelt würden verschiedene Wesenheiten leben.[10] Er glaubte, es habe während des Dritten Reiches ein deutsches Weltraumprogramm mit Reichsflugscheiben gegeben, in dessen Rahmen unter anderem eine Expedition mit Nikola Tesla zum Pluto stattgefunden habe. Stoll ging ferner von der Existenz freier Energie (eine angeblich unerschöpflich zu Verfügung stehende Energieform) aus.[11]

Stoll war Anhänger verschiedener mehr oder weniger bekannter Verschwörungstheorien. So war er etwa der Auffassung, dass spätestens 1945/46 die reichsdeutsche Besiedlung des Mondes vollzogen war. In diesem Zusammenhang diskutierte er sowohl Begegnungen der Apollo-11-Astronauten mit den Mondbewohnern, als auch die Möglichkeit, dass die amerikanische Mondlandung nie stattgefunden habe (siehe Verschwörungstheorien zur Mondlandung).[12] Stolls Äußerungen umfassten auch AIDS-Leugnung[13] und Geschichtsrevisionismus, insbesondere die Relativierung des Holocaust.[14] Des Weiteren vertrat er antisemitische Verschwörungstheorien, beispielsweise zum Erdbeben im Indischen Ozean 2004.[15]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Stoll schrieb eine Vielzahl an Büchern, die sich hauptsächlich mit seinen Theorien rund um Kriegstechnologie und Physik beschäftigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stoll, Zur Rhytmizität/Zyklizität und Korrelation des höheren Saxon der westlichen Altmark, Berlin, Akad. der Wiss. der DDR, Diss. A, 1984, Bl. 1.
  2. Stolls Dissertation in der Deutschen Nationalbibliothek.
  3. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 26
  4. Stempel auf Bl. 1 des Exemplars der Dissertation in der Bibliothek der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Signatur Diss. 2522.
  5. Sebastian Bartoschek: Doktor Axel Stoll ist tot. 30. Juli 2014, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  6. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 7, 202
  7. Axel Stoll in Mo Asumangs Dokumentationsfilm Die Arier
  8. Ein Interview mit Dr. Stoll – Der Film (kostenpflichtig mit Paywall)
  9. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 8
  10. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 59
  11. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 92
  12. Stoll: Hochtechnologie im Dritten Reich. 2004, S. 137 f.
  13. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 124
  14. Bartoschek, Waschkau, Waschkau: Muss man wissen!. 4. Auflage, 2014, S. 156
  15. Bericht des ARD-Magazins "Panorama", 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]