Ayahuasca

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Dieser Artikel befasst sich mit dem halluzinogenen Getränk Ayahuasca. Für die gleichnamige Liane siehe Banisteriopsis caapi.
Ayahuasca-Zubereitung

Ayahuasca, Yagé [jaˈhe], Yajé [jaˈhe], Natem, Cipó, Daime oder Hoasca sind Namen für einen psychedelisch wirkenden Pflanzensud aus der Liane Banisteriopsis caapi und N,N-Dimethyltryptamin-haltigen Blättern des Kaffeestrauchgewächses Psychotria viridis. In manchen Fällen ist mit der Bezeichnung Ayahuasca auch nur die Liane Banisteriopsis caapi gemeint. Der Sud enthält Harman-Alkaloide, die als Monoaminooxidase-Hemmer wirken und so den Abbau des Halluzinogens N,N-Dimethyltryptamin (DMT) verlangsamen. Die Angehörigen diverser Amazonas-Ethnien gebrauchen Ayahuasca in rituellen religiösen Zeremonien, um sich in einen Trance-Zustand zu versetzen. Der Gebrauch ist im amazonischen Brasilien, Bolivien, Peru, im Orinocodelta von Venezuela bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet.[1][2] Zudem sind im 20. Jahrhundert in Brasilien diverse Ayahuasca-Religionen entstanden, darunter União do Vegetal, Barquinha und Santo Daime, die in den Städten von der Mittelschicht frequentiert werden und inzwischen auch international präsent sind.[3][4] Der religiöse Gebrauch ist nicht nur in Brasilien rechtlich garantiert, er wurde auch am 21. Februar 2006 in den USA durch eine Entscheidung des Supreme Court infolge des Prozesses „Gonzales v. O Centro Espirita Beneficente Uniao do Vegetal“ legalisiert.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zubereitung von Ayahuasca in der Napo-Region von Ecuador
Aufkochen des Ayahuasca in der Napo-Region von Ecuador
Fertiges Gebräu

Ayahuasca ist, je nach Zubereitung, ein faulig-bitter oder süßlich schmeckendes Getränk. Die Farbe ist üblicherweise bräunlich, was sich aber durch beigemischte Zutaten verändern kann. Der Trank ist ein wässriger Auszug aus der Liane Banisteriopsis caapi unter Zugabe von DMT-haltigen Pflanzen. Typische pflanzliche Beimischungen sind Psychotria viridis (Chacruna), Psychotria carthagenensis und Diplopterys cabrerana (Chaliponga).[2]

Chemische Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende chemische Inhaltsstoffe lassen sich in Ayahuasca, je nach Beimischung, in unterschiedlichen Mengenanteilen finden: Dimethyltryptamin, 5-MeO-DMT, Harmin, Harmalin, Tetrahydroharmin, Bufotenin, N-Methyltryptamin, Harmalol, Harmol, 2-Methyl-1,2,3,4-tetrahydro-β-carbolin (2-MTHBC), DMT-NO, d4-5-MeO-DMT, Harmin-N-oxid, Harminamid, Harminsäure, Harminsäuremethylester, Harmalinsäure, 6-Methoxytryptamin, Banistenosid A, Banistenosid B, Acetylnorharmin, Ketotetrahydronorharmin, Tetrahydronorharmin, Shihunin und Dihydroshihunin.[6][7][8][1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebrauch im kulturellen Kontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die indigenen Völker des Amazonasbeckens und Mestizos ("Mischlinge") gebrauchen Ayahuasca in rituellen und religiösen Zeremonien, um in einen qualitativ veränderten Wachbewußtseinszustand zu geraten. Sie glauben unter anderem, dadurch Geister und Ahnen zu treffen, in die Zukunft zu blicken oder Lösungen und Heilwege für Krankheiten und psychosoziale Konfliktlagen zu finden. Ayahuasca wird dafür häufig von Curanderos, Ayahuasceros oder Vegetalistas (Heilkundige in traditioneller Amazonas- oder Andenmedizin) für die Heilung von Krankheiten benutzt. Der Gebrauch ist von den Anden und der Pazifikküste bis weit hinein nach Brasilien verbreitet und von Kolumbien über Ecuador und Peru bis nach Argentinien.[1] Für die Schamanen ist die Wirkung des Tranks nicht auf einen Wirkstoff zurückzuführen, sondern auf die Pflanzenseelen, die sich den Menschen unter Ayahuasca-Einfluss als Lehrmeister offenbaren.[1]

In verschiedenen aus Brasilien stammenden Religionen wird das Entheogen Ayahuasca als Sakrament in Ritualen eingenommen. Hierzu gehören als größte Gemeinden die União do Vegetal und Santo Daime sowie die kleinere Barquinha. Durch das Trinken des Tees, gesungene Gebete und gemeinschaftliche rituelle Tänze wird ein qualitativ veränderter Wachbewußtseinszustand erzeugt, der die Wahrnehmung der spirituellen Realität ermöglichen soll.

Neuartiger Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Phänomen Ayahuasca unterliegt seit dem Ende der 1990er Jahre einer globalisierenden Entwicklung. Einige berühmte Persönlichkeiten, wie beispielsweise der Popsänger Sting in seiner Biografie und in Fernsehinterviews, berichten öffentlich über ihre persönlich-biografischen und spirituellen Ayahuascaerfahrungen. Es entwickelte sich ein westlicher Ayahuascatourismus, wodurch im oberen Amazonasgebiet, vorwiegend in Peru, florierende "Heilungszentren" entstehen, die meist US-amerikanischen Besitzern gehören und lokale mestizische Schamanen in Honorartätigkeit bezahlen oder anstellen. Die Angebote richten sich nicht selten an die Erwartungen des westlichen Publikums an eine vermeintliche Authentizität indianisch-schamanischer Spiritualität und Weisheit. Dabei kommt es für das ausländische Publikum oft zu einer nicht erkennbaren folkloristischen Retraditionalisierung, die nicht die heutige authentische Realität mestizischer Volksmedizin widerspiegelt. Westliche neoschamanische und patchworkreligiöse Elemente werden mit mestizischem Animismus und Schamanismus und ostasiatischen Versatzstücken aus Buddhismus und Yoga vermischt, um den Erwartungen des westlichen Ethnotherapie-Publikums gerecht zu werden.

Ebenso ist jedoch auch die Globalisierung von Ayahuasca in die andere Richtung zu verzeichnen, so dass sich in Nordamerika und Europa heutzutage mehr und mehr Ayahuascaangebote finden lassen, teilweise durch südamerikanische Schamanen, die dort Seminare und Retreats anbieten, teilweise durch westliche Neoschamanen, westliche alternative Psychotherapeuten und Ayahuasca-Kirchen, bzw. deren globalisierte Ableger.

Psychotherapeutische und medizinische Potentiale, Risiken und pharmakologische Wirkeigenschaften von Ayahuasca werden seit Mitte der 1990-Jahre auch mit modernen wissenschaftlichen Methoden erforscht, um den Gebrauch aus dem traditionellen schamanischen Kontext zu lösen und für ganz bestimmte Störungsbilder wie beispielsweise chronische posttraumatische Belastungsstörung, Abhängigkeitserkrankungen und therapieresistente Depressionen innerhalb der westlichen Psychotherapie nutzbar zu machen. Führende Forschungen auf diesem Gebiet kommen meist aus Brasilien, USA, Kanada und Spanien. Wichtige Forschungsorganisationen sind MAPS[9] und die Beckley Foundation.[10] In Südamerika gibt es niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und Therapieeinrichtungen, die mit Schamanen kooperieren und Ayahuascaerfahrungen als integrativen Bestandteil ihrer Psychotherapien anbieten oder vermitteln, beispielsweise das vom französischen Arzt Jacques Mabit gegründete Therapiezentrum Takiwasi[11][12][13] aus Tarapoto (Peru), das seit 1992 westliche Langzeitentwöhnungstherapie bei Abhängigkeitserkrankungen in Kombination mit traditioneller Amazonasmedizin und Ayahuasca anbietet.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herstellung von Ayahuasca werden hauptsächlich folgende Pflanzen verwendet:[2][7]

sowie:

  • Chacruna (Psychotria viridis) oder
  • Chaliponga (Diplopterys cabrerana), in denen DMT enthalten ist.

Die verwendeten Pflanzen und Wurzeln werden bis zu drei Tage zu einem Sud ausgekocht.

Bei den Siona im kolumbianischen Amazonasgebiet wurden achtzehn verschiedene Yagé-Arten untersucht, von denen elf nach verschiedenen Tieren benannt sind. Banisteriopsis caapi wird von den Sikuani als Juipa bezeichnet. Eine Art davon heißt Sisipi-Juipa (Yagé-Kolibri), da Kolibris den Nektar aus seinen Blüten trinken. Das Tigri-Husaca heißt so, weil Jaguare angeblich oft seine Blätter fressen. Auch die Anaconda soll sich vom Yagé ernähren, bei dessen Konsum man ihr wiederum begegne.

Aus den Samen der Pflanze Anadenanthera peregrina, auch Dopa oder Yopo genannt, wird ein Schnupfpulver hergestellt, das man inhaliert, wenn man zuvor die geröstete Wurzel von Banisteriopsis caapi gekaut hat. Die durch westlichen Drogentourismus bekannte Rezeptur aus den oben genannten zwei Bestandteilen scheint in Bezug auf das Yagé zu kurz gegriffen, da das komplexe schamanische Stammeswissen der verschiedenen Amazonasvölker für unterschiedliche Zwecke ganz verschiedene Rezepte und Zubereitungsriten kennt. Es können zahlreiche andere Pflanzen wie Brugmansia suaveolens oder Brugmansia candida hinzugefügt werden, um bestimmte Wirkungen zu verstärken oder zu vermindern.

Bedeutung des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Ayahuasca oder Yajé stammt aus der indigenen Sprache Quechua und bedeutet übersetzt „Liane der Geister/Toten“ oder „Ranke der Seelen“/„Seelenranke“. Alternative Bezeichnungen sind Liana del Muerto (spanisch), Natem (Shuar/Achuar), Mii (Huaorani), Iyaona (Zapara), Caapí oder Dapa.

Wirkung im Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung variiert durch die Art der Banisteriopsis-Liane und der beigemischten Pflanzen. Typischerweise stellen sich nach dem Konsum des bitteren Gebräus psychedelische Zustände ein.[14][15] Der Bewegungsapparat bleibt meist kontrolliert, jedoch kann die bewusste Motorik eingeschränkt sein. Ayahuasca bewirkt unter anderem Visionen und eine subjektive Erweiterung des Bewusstseins sowie ein verschärftes Gehör. Die therapeutische Breite von üblichem DMT-haltigem Ayahuasca wird auf 20,7 geschätzt .[14]

Für das Auftreten einer Abhängigkeit durch Einnahme von Ayahuasca gibt es keine Hinweise.[14] Deshalb wurde der Pflanzensud 2006 in Brasilien aus der Liste halluzinogener Drogen gestrichen. Bei langjährigen Ayahuasca-Trinkern im religiösen Kontext haben Wissenschaftler im Gegenteil ein anderes Phänomen festgestellt: eine stabilere Persönlichkeit, ein besseres Gedächtnis und eine bessere Integration ins gesellschaftliche Umfeld als bei der Kontrollgruppe.[16][17][18] Diese Studien untermauerten die Freigabe von Ayahuasca für den religiösen Gebrauch sowohl in Brasilien als auch den USA.[19][20]

Nebenwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte und häufige akute Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbrüche, die subjektiv oft als reinigend empfunden werden. Es kann zu einer verminderten Kontrolle der Motorik kommen sowie zu Gleichgewichtsstörungen und Schwindel. Angstzustände und vorübergehende psychotische Zustände können bei unsachgemäßer Anwendung ausgelöst werden. Dem Gebrauch von Ayahuasca liegt eine gewisse Unsicherheit in den Ergebnissen zu Grunde. Die Reaktionen während Ayahuasca-Zeremonien rangierten zwischen dem tiefen Zustand der Ruhe und gequältem Schreien um Vergebung.[14][21][22] In Kombination mit Medikamenten und Drogen kann auf Grund der Monoaminooxidase-hemmenden Wirkung von Ayahuasca Lebensgefahr bestehen.[23]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1851 wurde die Liane im brasilianischen Dschungel vom britischen Botaniker Richard Spruce identifiziert und erforscht. Zwei Jahre später wies er in seiner Veröffentlichung Notes Of A Botanist On The Amazon And The Andes auf die halluzinogene Wirkung der Pflanze hin, schob diese allerdings auf beigemischte Zusätze. Diese Einschätzung von Spruce ist zutreffend, da die halluzinogene Wirkung von Ayahuasca aus dem DMT von Psychotria viridis und nicht aus der Liane resultiert.
  • 1966 wurden die Pflanzenteile genauer untersucht, und die stark psychoaktiv wirkenden Alkaloide Harmin, Harmalin, Tetrahydroharmin sowie DMT als Verursacher des veränderten Bewusstseinszustands erkannt.
  • 1986 liess sich Loren S. Miller die für die Herstellung von Ayahuasca benötigte Lianenart Banisteriopsis caapi patentieren (US-Patentnummer: US PP5,751 P).[24] Er behauptet hierzu, der Entdecker der Pflanze zu sein.
  • 1986 autorisierte die brasilianische Betäubungsmittel-Behörde CONFEN (Conselho Federal de Entorpecentes) über die Resolutionen 6 und 7 die religiöse Nutzung von Ayahuasca, nachdem der Pflanzensud zwischen 1985 und 1986 verboten war.[25]
  • 2001 trat das Patent wieder in Kraft, was viele Proteste auslöste und als Beispiel für die Ausbeutung indigener Kulturen gilt. Völkerrechtlich ist das Patent unwirksam.
  • 2006 erfolgte die Entscheidung des Supreme Court der USA: Ayahuasca wurde für den rituellen religiösen Gebrauch freigegeben.[26]
  • 2006 strich die brasilianische Drogenpolitik-Behörde CONAD (Conselho Nacional de Políticas sobre Drogas) Ayahuasca nach 18-jähriger Untersuchungszeit endgültig von der Liste halluzinogener Drogen.[27]
  • 2008 erhielt Ayahuasca in Peru mit der Resolución Directoral Nacional No.836/INC den Status eines nationalen Kulturerbes.[28]
  • 2011 fanden zum 50. Jahrestag der Gründung einer der brasilianischen Ayahuasca-Religionen, Uniao do Vegetal, am 22. Juli 1961 im brasilianischen Parlament[29][30] sowie in den Landtagen mehrerer Bundesstaaten Sondersitzungen zur Ehrung der Religion statt. In einigen Bundesstaaten wurde der 22. Juli als neuer gesetzlicher Feiertag („Tag des Friedens“) eingeführt.[31]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg führte einen Forschungsbereich Ayahuasca / Santo Daime, im Rahmen dessen im Mai 2008 die dreitägige Konferenz The globalization of Ayahuasca – An Amazonian psychoactive and its users stattfand.[32][33]

Gegenwärtig (Stand 2017) ist jedoch keine nennenswerte universitäre Forschungsaktivität aus Deutschland zu verzeichnen. Jedoch gibt es eine sehr aktive Forschungsgemeinde in Brasilien, den USA, Kanada und Spanien. Seit dem Ende der 90er-Jahre gibt es einen Boom an Veröffentlichungen von Forschungsartikeln, wie in der Forschungsdatenbank PubMed unter dem Stichwort Ayahuasca zu ersehen ist.

Rechtsstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Pflanzensud Ayahuasca enthaltenen Wirkstoffe DMT und 5-MeO-DMT sind in der Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt und sind somit nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel. Der Umgang ohne Erlaubnis ist strafbar.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Ayahuasca enthaltene Chemikalie N,N-Dimethyltryptamin ist im Verzeichnis d (verbotene Substanzen) des Anhangs 5 BetmVV-EDI (SR 812.121.11) aufgeführt und fällt somit gemäß Art. 3 Abs. 2 lit. d BetmKV (SR 812.121.1) unter das schweizerische Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121). Das Obergericht des Kantons Zürich hat mit Beschluss vom 24. Januar 2014 die Rechtmäßigkeit der Einziehung und Vernichtung von Ayahuasca bestätigt (ZR 113 (2014) Nr. 7, S. 23ff.).

Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brasilien darf Ayahuasca ausschließlich für den religiösen Gebrauch verwendet werden. Der Pflanzensud darf nicht zu kommerziellen Zwecken hergestellt oder verkauft werden. Der Gebrauch ist über die Bundesbehörde CONAD geregelt.[34]

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Ayahuasca in den USA nach wie vor zu den regelungsbedürftigen Substanzen zählt, wurde vom Obersten Gerichtshof am 21. Februar 2006 zugunsten der freien Religionsausübung entschieden.

Schia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Fatwa des Großajatollah Sayyid Sadeq Rohani befindet Halluzinogene wie Ayahuasca als halāl und gestattet Schiiten den Gebrauch dieser unter Aufsicht von qualifizierten Experten.[35]

Konvention über psychotrope Substanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weder die Pflanzen, die zu Ayahuasca verarbeitet werden (Psychotria viridis, Banisteriopsis caapi, etc.), noch das Getränk selber unterliegen der Konvention über psychotrope Substanzen von 1971.[36] Eine Auffassung, die vom United Nations International Narcotics Control Board geteilt wird. Die jeweilige nationale Rechtsprechung hingegen kann unterschiedlicher Auffassung sein.

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D. J. McKenna: Clinical investigations of the therapeutic potential of ayahuasca: rationale and regulatory challenges. In: Pharmacology & therapeutics. Band 102, Nummer 2, Mai 2004, S. 111–129, doi:10.1016/j.pharmthera.2004.03.002, PMID 15163593 (Review).
  • R. S. Gable: Risk assessment of ritual use of oral dimethyltryptamine (DMT) and harmala alkaloids. In: Addiction. Band 102, Nummer 1, Januar 2007, S. 24–34, doi:10.1111/j.1360-0443.2006.01652.x, PMID 17207120 (Review).
  • P. C. Barbosa, S. Mizumoto, M. P. Bogenschutz, R. J. Strassman: Health status of ayahuasca users. In: Drug testing and analysis. Band 4, Nummer 7–8, 2012 Jul-Aug, S. 601–609, doi:10.1002/dta.1383, PMID 22761152 (Review).
  • M. Winkelman: Psychedelics as medicines for substance abuse rehabilitation: evaluating treatments with LSD, Peyote, Ibogaine and Ayahuasca. In: Current drug abuse reviews. Band 7, Nummer 2, 2014, S. 101–116, PMID 25563446 (Review).
  • J. Soler, M. Elices, A. Franquesa, S. Barker, P. Friedlander, A. Feilding, J. C. Pascual, J. Riba: Exploring the therapeutic potential of Ayahuasca: acute intake increases mindfulness-related capacities. In: Psychopharmacology. November 2015, doi:10.1007/s00213-015-4162-0, PMID 26612618.
  • E. Frecska, P. Bokor, M. Winkelman: The Therapeutic Potentials of Ayahuasca: Possible Effects against Various Diseases of Civilization. In: Frontiers in pharmacology. Band 7, 2016, S. 35, doi:10.3389/fphar.2016.00035, PMID 26973523, PMC 4773875 (freier Volltext) (Review).
  • R. G. dos Santos, F. L. Osorio u. a.: Antidepressive, anxiolytic, and antiaddictive effects of ayahuasca, psilocybin and lysergic acid diethylamide (LSD): a systematic review of clinical trials published in the last 25 years. In: Therapeutic Advances in Psychopharmacology. 2016, doi:10.1177/2045125316638008 (Review).
  • E. Domínguez-Clavé, J. Soler, M. Elices, J. C. Pascual, E. Álvarez, M. de la Fuente Revenga, P. Friedlander, A. Feilding, J. Riba: Ayahuasca: Pharmacology, neuroscience and therapeutic potential. In: Brain research bulletin. März 2016, doi:10.1016/j.brainresbull.2016.03.002, PMID 26976063 (Review).

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beatriz Caiuby Labate & Clancy Cavnar [Hrsg.]: The Therapeutic Use of Ayahuasca. Springer, 2014. ISBN 978-3-642-40425-2 [Print]; ISBN 978-3-642-40426-9 [eBook]
  • Alan Shoemaker: Ayahuasca Medicine: The Shamanic World of Amazonian Sacred Plant Healing. Park Street Press 2014. ISBN 978-1-62055-193-6
  • Stephan V. Beyer: Singing to the Plants: A Guide to Mestizo Shamanism in the Upper Amazon, University of New Mexico Press, 2009, ISBN 978-0-8263-4729-9 – Englischsprachiges umfassendes Überblickswerk über oberamazonischen Ayahuasca-Schamanismus. Phänomenologie, pharmakologische Forschungen, neue Formen wie spiritueller Tourismus und Globalisierung wird auch behandelt.
  • Arno Adelaars, Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling: Ayahuasca – Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien, 2006. ISBN 978-3-03800-270-3
  • Carsten Balzer: Wege zum Heil, die Barquinha. Eine ethnologische Studie zu Transformation und Heilung in den Ayahuasca-Ritualen einer brasilianischen Religion, 2003, ISBN 3-88559-083-2
  • Jeremy Narby: Die kosmische Schlange, 2001, ISBN 3-608-93518-5 – Ein Bericht eines Anthropologen, der unter anderem die Erfahrungen mit dieser Pflanze beschreibt.
  • Ulrich Meyerratken, Nathalie Salem: Daime – Brasiliens Kult der heilenden Kraftpflanzen. München, Droemer Knaur 1998. ISBN 3-426-76165-3
  • Ralph Metzner, PhD (Hrsg.): Ayahuasca – Hallucinogens, Consciousness, and the Spirit of Nature. Thunder’s Mouth Press, 1999. ISBN 1-56025-160-3
  • Govert Derix: Ayahuasca, eine Kritik der psychedelischen Vernunft. Philosophisches Abenteuer am Amazonas, 2004, Nachtschatten-Verlag, ISBN 3-03788-127-5 – Derix trank Ayahuasca erstmals 1990, reiste in entlegene Gebiete des brasilianischen Urwalds und interviewte viele Ayahuasqueiros, Meister und Schüler.
  • Frank Pfitzner: Amazonische Heilkunde in der Behandlung der Drogensucht. Eine explorative Studie, 2008, VDM-Verlag, ISBN 978-3-639-00291-1 – Der Psychologe Pfitzner untersuchte für mehrere Jahre das Therapiekonzept der Entzugs- und Entwöhnungsklinik "Takiwasi" in Tarapoto (Peru), die mit traditioneller schamanischer amazonischer Pflanzenmedizin im therapeutische Rahmen einer Gruppentherapie und therapeutischen Gemeinschaft Suchtmittelabhängigkeit behandelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ayahuasca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Dagmar Eigner, Dieter Scholz: Ayahuasca – Liane der Geister. In: Pharmazie in Unserer Zeit. 14, 1985, S. 65–76, doi:10.1002/pauz.19850140302.
  2. a b c Dennis J. McKenna, G.H.N. Towers, et al.: Monoamine oxidase inhibitors in South American hallucinogenic plants: Tryptamine and β-carboline constituents of Ayahuasca. In: Journal of Ethnopharmacology. 10, 1984, S. 195–223, doi:10.1016/0378-8741(84)90003-5.
  3. Göttlich einen im Tee. In: Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 26 vom 2. Juli 1999, S. 14–21.
  4. Beatriz Caiuby Labate: The Internationalization of Ayahuasca. LIT Verlag Münster, 2011, ISBN 978-3-643-90148-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Christian Wernicke: Religionsfreiheit – Glaubens-Droge. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 15. Juni 2015.
  6. E. H. McIlhenny, K. E. Pipkin, L. J. Standish, H. A. Wechkin, R. Strassman, S. A. Barker: Direct analysis of psychoactive tryptamine and harmala alkaloids in the Amazonian botanical medicine ayahuasca by liquid chromatography-electrospray ionization-tandem mass spectrometry. In: Journal of chromatography. A. Band 1216, Nummer 51, Dezember 2009, S. 8960–8968, ISSN 1873-3778. doi:10.1016/j.chroma.2009.10.088. PMID 19926090.
  7. a b Y. H. Wang, V. Samoylenko, B. L. Tekwani, I. A. Khan, L. S. Miller, N. D. Chaurasiya, M. M. Rahman, L. M. Tripathi, S. I. Khan, V. C. Joshi, F. T. Wigger, I. Muhammad: Composition, standardization and chemical profiling of Banisteriopsis caapi, a plant for the treatment of neurodegenerative disorders relevant to Parkinson's disease. In: Journal of ethnopharmacology. Band 128, Nummer 3, April 2010, S. 662–671, ISSN 1872-7573. doi:10.1016/j.jep.2010.02.013. PMID 20219660. PMC 2878139 (freier Volltext).
  8. R. Hänsel, K. Keller, H. Rimpler, G. Schneider (Hrsg.): Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis: Band 4: "Drogen A-D", S. 458, Springer 1992, ISBN 3-540-52688-9 doi:10.1007/978-3-642-58087-1_2
  9. [1]
  10. [2]
  11. [Pfitzner: 2008]
  12. Ulrike Fokken: Die Liane des Todes.
  13. [3].
  14. a b c d R. S. Gable: Risk assessment of ritual use of oral dimethyltryptamine (DMT) and harmala alkaloids. In: Addiction. Band 102, Nummer 1, Januar 2007, S. 24–34, doi:10.1111/j.1360-0443.2006.01652.x, PMID 17207120 (Review).
  15. J. Riba: Human Pharmacology of Ayahuasca: Subjective and Cardiovascular Effects, Monoamine Metabolite Excretion, and Pharmacokinetics. In: Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics. 306, 2003, S. 73, doi:10.1124/jpet.103.049882.
  16. P. C. Barbosa, S. Mizumoto, M. P. Bogenschutz, R. J. Strassman: Health status of ayahuasca users. In: Drug testing and analysis. Band 4, Nummer 7–8, 2012 Jul-Aug, S. 601–609, doi:10.1002/dta.1383, PMID 22761152 (Review).
  17. E. Frecska, P. Bokor, M. Winkelman: The Therapeutic Potentials of Ayahuasca: Possible Effects against Various Diseases of Civilization. In: Frontiers in pharmacology. Band 7, 2016, S. 35, doi:10.3389/fphar.2016.00035, PMID 26973523, PMC 4773875 (freier Volltext) (Review).
  18. Rafael G. dos Santos, Flávia L. Osório u. a.: Antidepressive and anxiolytic effects of ayahuasca: a systematic literature review of animal and human studies. In: Revista Brasileira de Psiquiatria. 38, 2016, S. 65, doi:10.1590/1516-4446-2015-1701.
  19. C. S. Grob, D. J. McKenna, J. C. Callaway, G. S. Brito, E. S. Neves, G. Oberlaender, O. L. Saide, E. Labigalini, C. Tacla, C. T. Miranda, R. J. Strassman, K. B. Boone: Human psychopharmacology of hoasca, a plant hallucinogen used in ritual context in Brazil. In: The Journal of nervous and mental disease. Band 184, Nummer 2, Februar 1996, S. 86–94, PMID 8596116.
  20. R. G. Santos, J. Landeira-Fernandez, R. J. Strassman, V. Motta, A. P. Cruz: Effects of ayahuasca on psychometric measures of anxiety, panic-like and hopelessness in Santo Daime members. In: Journal of ethnopharmacology. Band 112, Nummer 3, Juli 2007, S. 507–513, doi:10.1016/j.jep.2007.04.012, PMID 17532158.
  21. Lovetree I. M.: Liquid plum’r for the soul. In: Metzner R., editor. Ayahuasca: Human Consciousness and the Spirits of Nature. New York: Thunder’s Mouth Press; 1993, p. 116–123.
  22. Paulo Cesar Ribeiro Barbosa, Joel Sales Giglio, Paulo Dalgalarrondo: Altered States of Consciousness and Short-Term Psychological After-Effects Induced by the First Time Ritual Use of Ayahuasca in an Urban Context in Brazil. In: Journal of Psychoactive Drugs. 37, 2005, S. 193, doi:10.1080/02791072.2005.10399801.
  23. R. G. dos Santos: A critical evaluation of reports associating ayahuasca with life-threatening adverse reactions. In: Journal of psychoactive drugs. Band 45, Nummer 2, 2013 Apr–Jun, S. 179–188, doi:10.1080/02791072.2013.785846, PMID 23909005 (Review).
  24. Banisteriopsis caapi (cv) `Da Vine`. The United States Patent and Trademark Office (USPTO). Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  25. CONFEN: Resolução No. 6 vom 4. Februar 1986. Originaltext dokumentiert auf der Website der Anthropologie Bia Labate, abgerufen am 12. Juni 2015.
  26. 546 U.S.(2006) Opinion of the Court. Vollständige Urteilsbegründung, abgerufen am 12. Juni 2015.
  27. Abschlussbericht der multidisziplinären Arbeitsgruppe des CONAD. Abgerufen am 12. Juni 2015.
  28. Resolution No.836/INC vom 24. Juni 2008. Website des peruanischen Kultusministeriums, abgerufen am 12. Juni 2015.
  29. Sessão Solene Câmara dos Depútados 50 anos da UDV auf YouTube, vom 11. Juli 2011
  30. UDV 50 anos - Sessão na Câmara Federal - reportagem TV Juruá/SBT (Programa Juruá Notícias) auf YouTube, vom 14. Juli 2011
  31. Veröffentlichung im Bundesanzeiger des Staats Pará. Abgerufen am 12. Juni 2015.
  32. Kulturwissenschaftlicher Sonderforschungsbereich Ritualdynamik: Home.
  33. Forschungsbereich Ayahuasca des Universitätsklinikums Heidelberg
  34. http://www.obid.senad.gov.br/portais/CONAD/conteudo/index.php?id_conteudo=11633&rastro=Ayahuasca+
  35. Iceers: An Iranian mystic makes the Grand Ayatollah Rohani approve the use of ayahuasca. In: news.iceers.org. 1. Februar 2014, abgerufen am 15. Juni 2015 (englisch).
  36. JPEG-Datei. In: erowid.org. Abgerufen am 22. März 2016.
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