Okarben

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Koordinaten: 50° 15′ 6″ N, 8° 45′ 22″ O

Okarben
Stadt Karben
Wappen von Okarben
Höhe: 115 m ü. NHN
Fläche: 6,85 km² [LAGIS]
Einwohner: 3259 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 476 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 61184
Vorwahl: 06039
Evangelische Pfarrkirche, Okarben

Okarben ist ein Stadtteil von Karben im Wetteraukreis in Hessen. Der Stadtteil hat eine Fläche von 685 Hektar. Der größte Teil des Ortsteils ist zwischen der Main-Weser-Bahn und dem rechten Ufer der Nidda gelegen und von den übrigen Stadtteilen durch hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Flächen getrennt. Das Ortsbild wird jenseits des durch Fachwerkhäuser und gründerzeitliche Wohngebäude geprägten Ortskerns hauptsächlich durch Einfamilienhäuser der 1950er bis 1970er Jahre bestimmt. Westlich der S-Bahn Linie und der B3 liegt ein nach 1960 entstandenes Wohngebiet am Straßberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der frühen nachchristlichen Zeit unterhielt die römische Armee an der Stelle des späteren Ortes ein Großkastell mit einer Gesamtlänge der Außenfront von 984 m, das helfen sollte, die Grenze zum Siedlungsgebiet der Chatten zu sichern. Es war besetzt mit einer Ala miliaria, einer 1000 Mann starken Reiterabteilung. Zur Regierungszeit von Kaiser Domitian wurde das Kastell als Teil der Limes Befestigungslinie im Taunusvorland errichtet. Unter Severus Alexander muss es aufgegeben worden sein. In unmittelbarer Nähe zum Kastell war ein Dorf entstanden, das auch nach der Aufgabe der Festung weiter bestand.[2]

Okarben wurde erstmals 1229 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit hieß der Ort Akarben. Im Deutschen Reich gehörte das Dorf zum Freigericht Kaichen, das im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft der Burggrafschaft Friedberg kam. Mit diesem fiel es 1806 an Hessen-Darmstadt. Am 1. Juli 1970 bildete die bis dahin selbständige Gemeinde Okarben zusammen mit vier weiteren Gemeinden die neue Stadt Karben.[3] Okarben verfügt über eine Grundschule, die Grundschule am Römerbad und beheimatet das Berufsbildungswerk Südhessen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Juni 1955 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In blauem Schild von silbernem Wellenband geteilt, oben zwei und unten eine goldene Garbe.“[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Hauptverkehrsströme an Okarben auf der Bundesstraße 3 vorbeigeleitet wurden, konnte der gesamte Ortsbereich in den 1990er Jahren verkehrsberuhigt werden. Derzeit wird der Ausbau der B 3 zwischen Nieder-Wöllstadt und Kloppenheim geplant. Die Planung sieht vor, diese neue B 3 dann mitten durch die Stadt und in einem engen Bogen westlich um das Wohngebiet am Straßberg herumzuführen.

1894 wurde ein Bahnhof an der Main-Weser-Bahn errichtet. Der Stadtteil verfügt heute über einen S-Bahn-Haltepunkt, der von der Linie S6 nach Friedberg (Hessen) sowie Frankfurt am Main bedient wird. Diese Bahnlinie soll jetzt von 2 auf 4 Gleise erweitert werden, um durch Entflechtung von der S-Bahn den Güterzugverkehr steigern zu können. Hohe Schallschutzwände müssten dann mitten durch den Ort gebaut werden. Okarben wird damit der am meisten vom Verkehr beeinträchtigte Stadtteil von Karben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirtschaftsdaten der Stadt Karben. S. 7 (PDF), abgerufen im Juli 2016.
  2. Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Kassel 1959, S. 67 ff.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 359.
  4. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1955 Amtsblatt Nr. 26 Seite 640