Bahnhof Frankfurt (Main) Süd

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frankfurt (Main) Süd
Empfangsgebäude
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 9
Abkürzung FFS
IBNR 8002041
Kategorie 2
Eröffnung 15. November 1873
Webadresse www.bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Jugendstil
Architekten Armin Wegner
Lage
Stadt/Gemeinde Frankfurt am Main
Ort/Ortsteil Sachsenhausen
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 5′ 58″ N, 8° 41′ 10″ O50.0994448.686111Koordinaten: 50° 5′ 58″ N, 8° 41′ 10″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i11i16i16i18

Der Bahnhof Frankfurt (Main) Süd (umgangssprachlich: Frankfurter Südbahnhof) ist einer von vier Fernbahnhöfen in Frankfurt am Main. Im Gegensatz zum Hauptbahnhof ist er kein Kopfbahnhof, sondern ein Durchgangsbahnhof und zählt neun Gleise an fünf Bahnsteigen. Er ist Halt für Züge des Schienenpersonenfernverkehrs (Intercity-Express, InterCity, City Night Line), des Schienenpersonennahverkehrs (S-Bahn, Regional-Express, Stadt-Express und Regionalbahn) und des öffentlichen Personennahverkehrs (U-Bahn, Straßenbahn und Bus).

Umgebung[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt im südmainischen Stadtteil Sachsenhausen-Nord in einem großstädtisch geprägten Gründerzeitbezirk. Vom Bahnhofsvorplatz, dem Diesterwegplatz, verlaufen fünf Straßen sternförmig in die Umgebung: nach Südwesten und Nordosten die Hedderichstraße, nach Nordwesten die Diesterwegstraße zum Schweizer Platz, nach Norden die Stegstraße (zum Eisernern Steg) und nach Nordosten (zur Alten Brücke) die Brückenstraße. Auf dem Diesterwegplatz findet dienstags und freitags ein Wochenmarkt statt.

Einen Block westlich des Bahnhofs verläuft die Schweizer Straße, die Hauptachse des gründerzeitlichen Sachsenhausen. Unmittelbar nordöstlich des Bahnhofsvorplatzes, zwischen Hedderich- und Textorstraße, liegt das alte, 2003 geschlossene Straßenbahndepot Sachsenhausen, das mittlerweile entkernt und neu aufgebaut wurde. In den ehemaligen umgebauten Hallen haben eine große Supermarktkette und eine Außenstelle der Frankfurter Stadtbibliothek eine neue Bleibe gefunden.

Der Südausgang des Bahnhofs führt auf die Mörfelder Landstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Umgebung des ehemaligen Bebraer Bahnhofs, 1893

Der heutige Südbahnhof wurde am 15. November 1873 unter der Bezeichnung Bebraer Bahnhof eröffnet, gleichzeitig mit dem Offenbacher Hauptbahnhof. Die bis 1866 kurfürstlich-hessische, dann preußische Staatsbahn von Bebra in Nordhessen über Fulda und Hanau nach Frankfurt, die Bebraer Bahn, nahm an diesem Tage ihre neue südmainische Strecke zwischen Hanau und Frankfurt in Betrieb, wodurch Sachsenhausen und Offenbach direkten Anschluss an diese Strecke erhielten. Sie ist bis heute die wichtigste Schienenverbindung zwischen Frankfurt einerseits und Leipzig, Berlin, Hannover, Bremen und Hamburg andererseits. Zuvor mussten die Züge aus Bebra nordmainisch die Frankfurt-Hanauer Eisenbahn und die städtische Verbindungsbahn benutzen.

Der alte Bahnhof Frankfurt-Sachsenhausen an der Darmstädter Landstraße diente seit 1873 nur noch dem Pendelverkehr der Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn, für ihn bürgerte sich die Bezeichnung Lokalbahnhof ein.

1914 wurde das bis heute erhaltene Empfangsgebäude eröffnet. In seinen reduzierten Jugendstilformen ähnelt es etwas dem im gleichen Jahr eröffneten Bahnhof Frankfurt-Höchst. Als der unterirdische U-Bahn-Anschluss gebaut wurde (abgeschlossen 1984), wurde fast das gesamte Empfangsgebäude abgetragen und nach Ende der Tunnelarbeiten wiedererrichtet. Es beherbergt seitdem auch ein Bürgerhaus und Kulturzentrum. Die ursprünglich vorhandene eiserne Bahnsteighalle wurde Anfang der 1960er Jahre abgerissen.

Geplanter Ausbau[Bearbeiten]

Die S-Bahn Rhein-Main nutzt die beiden nördlichen Bahnsteige, der Regional- und Fernverkehr die drei südlichen Bahnsteige.
Ein ICE T auf dem Weg nach Frankfurt Flughafen

Im Zuge des Konzepts Frankfurt RheinMainplus soll die Kapazität des Bahnhofs mit verschiedenen Maßnahmen gesteigert werden.

So soll der Ostkopf für parallele Ein- und Ausfahrten von und zur nord- und südmainischen Strecke ertüchtigt und die Gleise 9 und 10 auf 750 m Nutzlänge ausgebaut und besser Richtung Frankfurt Stadion angebunden werden. Der entsprechende Bahnsteig soll für Mehrverkehre ausgebaut werden.

Zwischen dem Bahnhof und der Main-Neckar-Brücke ist darüber hinaus ein viergleisiger Ausbau mit Entmischung von Fern- und Regionalverkehr vorgesehen, wobei vom Rechts- auf Linksbetrieb umgestiegen werden soll, um so den Fahrtrichtungswechsel im Hauptbahnhof zu erleichtern.

Ferner soll die Main-Neckar-Bahn aus Richtung Darmstadt höhenfrei angebunden werden.[1]

Bedienung[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonenfernverkehr halten unter anderem die folgenden Intercity-Express- und Intercity-Linien am Südbahnhof:

Linie Linienverlauf Takt (min)
ICE 50 Dresden – Riesa – Leipzig – Naumburg (Saale) – Weimar – Erfurt – Gotha – Eisenach – Bad Hersfeld Fulda  – Frankfurt (Main) Süd Frankfurt (Main) Flughafen 120
IC 31 Kiel – Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln – Koblenz – Mainz – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt (Main) Süd Nürnberg – Passau einzelne Züge
IC 50 Ostseebad Binz – Bergen auf Rügen – Stralsund – Greifswald – Züssow – Anklam – Pasewalk – Prenzlau – Angermünde – Eberswalde – Bernau (b Berlin) – Berlin – Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Halle (Saale) – Naumburg (Saale) – Weimar – Erfurt – Gotha – Eisenach – Bad Hersfeld – Fulda – Frankfurt (Main) Süd – Frankfurt (Main) Flughafen ein Zugpaar
CNL Praha hl.n. – Dresden – Riesa – Leipzig – Erfurt – Frankfurt (Main) Süd  – Mannheim – Karlsruhe – Offenburg – Freiburg – Basel – Zürich ein Zugpaar
CNL Berlin – Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Halle (Saale) – Erfurt – Frankfurt (Main) Süd Mannheim – Karlsruhe – Offenburg – Freiburg – Basel – Zürich ein Zugpaar
EN Moskau Weißrussischer Bahnhof – Minsk – Brest – Warschau – Posen – Frankfurt (Oder) – Berlin  – Hannover – Fulda – Frankfurt (Main) Süd – Mannheim – Metz Ville – Paris Est ein Zugpaar
EN Wien Hbf Wien Meidling – St. Pölten Linz – Passau – Frankfurt (Main) Süd – Frankfurt (M) Flughafen – Mainz – Koblenz – Bonn – Köln – Düsseldorf ein Zugpaar

Linien
Flughafen Fernbahnhof Fern ICE 50 Fulda
Frankfurt Hbf Regional 50, 64
Frankfurt–Offenbach–Hanau
Offenbach Hbf
Frankfurt Hbf
Flughafen
Regional 55
Frankfurt–Maintal–Hanau
Offenbach Hbf
Frankfurt Ost

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr halten unter anderem die folgenden Regional-Express- und Regionalbahn-Linien am Südbahnhof:

Linie Linienverlauf Takt
RE 50 Frankfurt (Main) Hbf – Frankfurt (Main) Süd – Offenbach (Main) Hbf – Hanau Hbf – Fulda 60 min
RE 55 Frankfurt (Main) Hbf / Frankfurt Flughafen Regionalbf – Frankfurt (Main) Süd – Offenbach (Main) Hbf / Maintal Ost – Hanau Hbf – Aschaffenburg Hbf – Würzburg Hbf (– Nürnberg Hbf) 60 min
RE 64 Frankfurt (Main) Hbf – Frankfurt (Main) Süd – Offenbach (Main) Hbf – Hanau Hbf – Babenhausen (Hess) – Groß-Umstadt Wiebelsbach (– Erbach (Odenw)) 120 min
RB 55 Frankfurt (Main) Hbf – Frankfurt (Main) Süd – Maintal Ost – Hanau Hbf – Aschaffenburg Hbf 60 min
SE 50 Frankfurt (Main) Hbf – Frankfurt (Main) Süd – Offenbach (Main) Hbf – Hanau Hbf – Langenselbold – Gelnhausen – Wächtersbach (– Bad Soden-Salmünster) 60 min
S3 Bad Soden (Taunus) – Frankfurt Hbf (tief) – Frankfurt (Main) Süd – Langen (Hess) – Darmstadt Hbf 30 min
S4 Kronberg (Taunus) – Frankfurt Hbf (tief) – Frankfurt (Main) Süd – Langen (Hess) (– Darmstadt Hbf) 30 min
S5 Friedrichsdorf (Taunus) – Bad Homburg – Frankfurt Hbf (tief) – Frankfurt (Main) Süd 15 min
S6 Friedberg (Hess) – Groß Karben – Bad Vilbel – Frankfurt Hbf (tief) – Frankfurt (Main) Süd 15 min
S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Lokalbahnhof
← Bad Soden (Taunus)
S3 Stresemannallee
Darmstadt Hbf →
Lokalbahnhof
← Kronberg (Taunus)
S4 Stresemannallee
Langen →
Lokalbahnhof
← Friedrichsdorf (Taunus)
S5 Endstation
Lokalbahnhof
← Friedberg (Hessen)
S6 Endstation

Nahverkehr[Bearbeiten]

Linie 16 am Südbahnhof

Eine besonders wichtige Rolle spielt der Südbahnhof für den öffentlichen Personennahverkehr.

An der Schnittstelle zwischen Innenstadt und südlichem Vorortbereich gelegen, kreuzen sich hier neben den erwähnten Regionalzügen die Linien S3 bis S6 der S-Bahn Rhein-Main, die U-Bahnen der A-Strecke (Linien U1 bis U3 und U8), die Straßenbahnlinien 14, 15, 16, 19 und der Ebbelwei-Expreß.

Die Linie 19 startet am Südbahnhof, sowie zahlreiche Stadt- und Regionalbuslinien, die vor allem ins südliche Umland und zum Frankfurter Flughafen führen. Einige Busse halten am Südausgang in der Mörfelder Landstraße.

U-Bahn[Bearbeiten]

Gleisplan
BSicon utCONTg.svgBSicon utCONTg.svg
vom Schweizer Platz U1U2U3U8
BSicon utABZg2.svgBSicon utABZg3.svg
BSicon utABZg+1.svgBSicon utABZg+4.svg
BSicon utSTR+BSl.svgBSicon utSTR+BSr.svg
Südbahnhof U1U2U3U8
BSicon utBS2+l.svgBSicon utBS2c14.svgBSicon utBS2+r.svg
BSicon utkABZgl.svgBSicon .svgBSicon utkABZgr.svg
BSicon utkABZgl.svgBSicon utKRX.svgBSicon utkABZgr.svg
BSicon utkABZg+l.svgBSicon utABZ+14.svgBSicon utkABZg+r.svg
BSicon utSTR.svgBSicon utSTR.svgBSicon utSTR.svg
Wendeanlage
BSicon utENDEe.svgBSicon utENDEe.svgBSicon utENDEe.svg
Wände des U-Bahnhofs mit historischen Bildern, unter anderem des alten Empfangsgebäudes

Am U-Bahnhof Südbahnhof endet die Frankfurter A-Strecke. Deshalb gibt es vor dem Bahnhof eine Überleitstelle und hinter dem Bahnhof eine dreigleisige, ca. 200 Meter lange Wendeanlage, die aus drei einzelnen Tunnelröhren besteht.

Der Bahnhof selber hat zwei Streckengleise und einen Mittelbahnsteig.

Alle 2-5 Minuten gibt es Anschluss an die Linien U1, U2, U3 und U8 Richtung Ginnheim, Heddernheim, Oberursel, Riedberg und Bad Homburg.

U-Bahn Frankfurt
Vorherige Station Linie Nächste Station
Schweizer Platz
← Ginnheim
U1 Endstation
Schweizer Platz
← Bad Homburg-Gonzenheim
U2 Endstation
Schweizer Platz
← Oberursel-Hohemark
U3 Endstation
Schweizer Platz
← Riedberg
U8 Endstation

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Frankfurt (Main) Süd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Bahn AG: Frankfurt RheinMainplus. Das Projekt. Der Eisenbahnknoten. Die Schieneninfrastruktur. (Status 2009). 32-seitige Broschüre mit Stand von Juni 2009, (PDF-Datei, 1,63 MB), S. 13.