Bahnstrecke Köthen–Aschersleben

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Köthen–Aschersleben
Streckennummer (DB): 6420
Kursbuchstrecke (DB): 334
Streckenlänge: 43,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Strecke – geradeaus
von Dessau
   
von Magdeburg
Bahnhof, Station
0,0 Köthen
Straßenbrücke
Bundesstraße 183
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, von links
nach Halle (Saale)
   
von Edderitz
Haltepunkt, Haltestelle
7,5 Frenz
Haltepunkt, Haltestelle
10,7 Biendorf
   
nach Gerlebogk
   
13,3 von Könnern
Bahnhof, Station
13,4 Baalberge
Haltepunkt, Haltestelle
17,6 Bernburg-Friedenshall (wird aufgelassen)
   
Bernburg-Roschwitz (in Planung)[1]
Bahnhof, Station
21,2 Bernburg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saale
   
22,5 nach Calbe (Saale)
Bahnhof ohne Personenverkehr
22,9 Bernburg-Waldau
Straßenbrücke
Bundesautobahn 14
Bahnhof, Station
28,2 Ilberstedt
   
Berlin–Blankenheim
   
von Schönebeck (Elbe)
   
von Berlin
Bahnhof, Station
31,9 Güsten
   
34,8 nach Blankenheim
Haltepunkt, Haltestelle
35,9 Giersleben
Haltepunkt, Haltestelle
39,7 Schierstedt
   
von Halle (Saale)
Bahnhof, Station
43,7 Aschersleben
Strecke – geradeaus
nach Halberstadt

Die Bahnstrecke Köthen–Aschersleben bildet eine Ost-West-Verbindung in Sachsen-Anhalt und verbindet mehrere größere Städte. Ihr östlicher Abschnitt zwischen Köthen und Bernburg gehört zu den ältesten Bahnstrecken Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste ernsthafte Planungen zum Bau der Strecke seitens des Herzogtums Anhalt gab es 1845. Zu dieser Zeit besaß Köthen bereits Bahnanbindungen in drei Himmelsrichtungen: über die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn nach Magdeburg und Halle (Saale) sowie über die Stammstrecke der Anhalter Bahn nach Dessau. 1845 wurde die Anhalt-Köthen-Bernburger Eisenbahn gegründet und bekam kurz darauf die Genehmigung für den Bau der Strecke Köthen-Bernburg.

Im darauf folgenden Jahr wurde die Strecke eröffnet. Damit besaß Köthen nun drei Bahnhöfe; in Bernburg wurde erst 1865 das noch heute genutzte Bahnhofsgebäude errichtet. Einziger Unterwegshalt war damals Biendorf. Zur Bahnhofseröffnung 1865 wurde auch das Teilstück Bernburg-Aschersleben dem Verkehr übergeben; zuvor war die Strecke 1863 von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft übernommen worden. 1879 übernahm der preußische Staat die Strecke. In den 1880er Jahren wuchs die Bedeutung Bernburgs als Industriestadt. Es wurden Anschlussgleise zu den Solvay-Werken und zu einem Salzbergwerk im Süden Bernburgs gebaut. In dieser Zeit wurde in Bernburg ein Bahnbetriebswerk eröffnet.

1889 wurde die Zweigstrecke nach Könnern eröffnet und gleichzeitig auch der Bahnhof in Baalberge, 1890 die Zweigstrecke nach Calbe (Saale). 1898/1899 bekam die Strecke ein zweites Gleis. Es gab 1908 Pläne für die Elektrifizierung der Strecke. Auf der Strecke wurden ab 1908 die ersten Akkumulatortriebwagen eingesetzt. Zwischen Köthen und Güsten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das zweite Gleis demontiert. Auf der Strecke verkehrten nach Kriegsende viele Züge mit Trümmerschutt in die südlich gelegenen Braunkohletagebaue. Erst 1952 entstand zwischen Köthen und Bernburg der Haltepunkt Frenz.

1962 erhielt der Abschnitt Aschersleben–Güsten das zweite Gleis wieder. 1964 wurde die Zweigstrecke von Biendorf nach Gerlebogk stillgelegt und demontiert. 1967 wurde der Bahnhof Baalberge umgebaut. Mit ihm entstand das heutige Anschlussgleis des Steinsalzbergwerkes. Gleichzeitig wurde auch der eingleisige Abschnitt Köthen-Bernburg wieder zweigleisig. Ebenfalls 1976 entstand das neue Bahnbetriebswerk Güsten (Bw Güsten) und übernahm schrittweise die Funktion des Bw Bernburg, das 1991 aufgelöst wurde. Anfang der 1990er Jahre wurde die Nebenstrecke nach Edderitz demontiert. 1992 plante die Deutsche Reichsbahn die Elektrifizierung der Strecke und einiger Anschlussstrecken. 1995 brannte die ehemalige Werkstatt in Bernburg nieder, im selben Jahr schloss das Bw Güsten. Seit etwa 2000 wurde die Strecke immer wieder modifiziert: in Güsten entstand ein Elektronisches Stellwerk. In den Jahren 2010 und 2011 wurde der Bahnhof Bernburg im Rahmen der Konjunkturprogramme der Bundesrepublik Deutschland modernisiert.

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Elbe-Saale-Bahn die Ausschreibung des Altmark-Börde-Anhalt-Netzes gewonnen hat, verkehren seit 2004 Dieseltriebwagen der Baureihe 642 (Siemens Desiro Classic) ausschließlich als Regionalbahn stündlich auf der Strecke. Zuvor wurde die Strecke von Baureihe 218 mit Silberlingen bedient sowie im von Ende 2003 bis Ende 2004 von Triebwagen der DB-Baureihe 628, teilweise als Regionalexpress. Zuvor hatten in den 1990ern 232 und V100 den Betrieb geprägt. Die Züge verkehren in Köthen weiter auf der Strecke bis Dessau. In der Regel wird in Einzeltraktion gefahren, nur im Berufsverkehr sind Doppeltraktionen anzutreffen. Im Abschnitt Güsten–Aschersleben verkehrt zusätzlich die Regionalbahn Magdeburg–Aschersleben, sowie zwischen Güsten und Schierstedt der Regionalexpress Magdeburg–Erfurt auf dieser Strecke. Ebenso wird die Strecke bei Bernburg von Regionalbahnen der Relation Bernburg–Calbe (Saale)-Ost (zweistündlich) mitbenutzt. Alle diese Leistungen werden ebenfalls von der Elbe-Saale-Bahn gefahren, der Regionalexpress meistens in Doppeltraktion. Zwischen Baalberge und Bernburg befährt auch zweistündlich der HEX der Transdev Sachsen-Anhalt die Strecke mit Dieseltriebwagen LINT 27, die bis Halle (Saale) verkehren.

Seit dem Fahrplanwechsel 2009 fahren die Züge den Haltepunkt Frenz nur noch zweistündlich an. Die Strecke wird stark im Güterverkehr genutzt, insbesondere die Anschlussgleise an Schwenk Zement, Solvay GmbH und K+S in Bernburg sorgen für regelmäßiges Güteraufkommen. Daher verkehren hier häufig Lokomotiven von DB Cargo, beispielsweise Reihen aus der Ludmilla- und der Gravita-Familie, aber auch privater Güterverkehrsanbieter. Hierbei waren in den letzten Jahren unter anderem CLR-228, verschiedene HVLE-Loks, die AVG-V90 und eine STRABAG-Nohab vor Zementklinkerzügen zu beobachten.

Wegen Problemen bei den Fahrzeugen der Baureihe 612 an der Neigetechnik musste auf der KBS 330 der Fahrplan angepasst werden, aus diesem Grund verkehrten im Jahr 2010 montags bis freitags ein RegionalExpress sowie ein HEX-Zug auf dieser Strecke. Beide Züge verkehrten dabei über die Güterumfahrung Köthen und hielten auch in Güsten und Bernburg.

Seit Dezember 2012 verkehrt tagsüber nur noch jeder zweite Zug direkt bis Aschersleben. Die restlichen Züge enden bereits in Güsten, so dass hier in die Regionalbahnen aus Magdeburg in Richtung Aschersleben umgestiegen werden muss.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Verlassen des Bahnhofs von Köthen unterquert man eine Brücke. Den Güterbahnhof Köthen lässt man links liegen. Weiter geht es am südlichen Stadtrand Köthens und anschließend durch eine fruchtbare Ebene zum Haltepunkt Frenz. Nach einigen Kilometern kommt Biendorf in Sicht mit der noch gut sichtbaren Ladestraße und einem verfallenden Güterschuppen. Der Bahnhof Biendorf ist zu einem Haltepunkt zurückgebaut. Der nächste Halt ist Baalberge, nachdem zuvor die Fuhne überquert und von Süden die Strecke von Könnern zur Strecke gestoßen ist. In Baalberge befindet sich der Anschluss zu den Kaliwerken der K+S in Bernburg und ein relativ großer Güterbahnhof. Man erreicht den Haltepunkt Friedenshall. Das früher ebenfalls angeschlossene Salzbergwerk existiert nicht mehr. Nun erreicht man Bernburg mit einer Vielzahl von Bahnübergängen, die meisten noch in der Bauart des Werks für Signal- und Sicherungstechnik Berlin. Im Bahnhof von Bernburg endet die Strecke von Könnern und beginnt die nach Calbe (Saale). Hier befindet sich auch der Gleisanschluss von Solvay in Bernburg mit mehreren Rangiergleisen. Kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof passiert man das Betriebsgelände der Solvay zur Rechten. Es folgt die Brücke über die Saale. Kurz hiernach bekommt die Strecke ein drittes Gleis für die Strecke nach Calbe (Saale), das noch einige Kilometer parallel läuft und dann scharf nach Nordosten abbiegt. An diesem Gleis befindet sich der Haltepunkt Bernburg-Waldau, der nur noch von Zügen der Relation nach Calbe (Saale) bedient wird. Nach dem Abzweig der Strecke nach Calbe (Saale) erreicht die Strecke die Überführung der A 14. Am östlichen Ortsrand von Ilberstedt befindet sich der Haltepunkt an einem alten Bergwerk. Hier verläuft die B 185 nahezu parallel zur Trasse. Kurz vor Güsten stößt zuerst die Trasse der hier unterbrochenen und demontierten Bahnstrecke Berlin–Blankenheim und dann die Strecke von Schönebeck (Elbe) auf die Strecke. Der Bahnhof Güsten ist auf drei Bahnsteige zurückgebaut. Westlich von Güsten verläuft die Strecke durch das Tal der Wipper und kurz vor dem Haltepunkt Giersleben verlässt die Kanonenbahn die Strecke wieder. Das Terrain ist nun deutlich hügeliger und nur wenig später wird der Halt in Schierstedt erreicht. Nun nähert man sich Aschersleben, das von Osten erreicht wird. Kurz vor dem Streckenende im Bahnhof Aschersleben trifft die Strecke auf die Strecke aus Halle (Saale).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Köthen–Aschersleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnstrecke Köthen–Aschersleben, Strecken-Nr. 6420. Plangenehmigung zum Vorhaben „Neubau Verkehrsstation Bernburg-Roschwitz“. Bahn-km 17,4+10 bis Bahn-km 18,7+07. Eisenbahnbundesamt, 17. November 2015, abgerufen am 4. Februar 2017 (PDF).