Schillingsfürst

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schillingsfürst
Schillingsfürst
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schillingsfürst hervorgehoben
Koordinaten: 49° 17′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Schillingsfürst
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 27,52 km²
Einwohner: 2739 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91583
Vorwahl: 09868
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 198
Stadtgliederung: 21 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Anton-Roth-Weg 9
91583 Schillingsfürst
Webpräsenz: www.schillingsfuerst.de
Bürgermeister: Michael Trzybinski (FWG)
Lage der Stadt Schillingsfürst im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Die evangelische Kirche St. Kilian
Die katholische Kirche Kreuzerhöhung (ehemaliges Kloster Schillingsfürst)
Schillingsfürst im Sommer 2015

Schillingsfürst ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schillingsfürst.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schillingsfürst liegt im Naturpark Frankenhöhe. Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gebsattel, Buch am Wald, Leutershausen, Dombühl, Wörnitz und Diebach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schillingsfürst hat 21 Stadtteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist erstmals in einer Wildbannurkunde von Kaiser Otto III. für den Bischof Heinrich von Würzburg, ausgestellt am 1. Mai 1000, als „Xillingesfirst“ als Grenzpunkt zehn genannt. Ab Grenzpunkt neun Breitenbrunnen in dieser Urkunde bildet die Altstraße die Grenze des Wildbannbezirks: auf dem Höhenrücken Xillingesfirst oberhalb von Leipoldsberg gelegen, bis zum Grenzpunkt Perenwarda (wo dieser Punkt sich befand ist nicht lokalisierbar, es könnte sich hierbei um eine Befestigungsanlage oder eine Wildwarte handeln). [3] [4]
Bereits 1300 war Schillingsfürst im Besitz des Hauses Hohenlohe. Nach die Schillingsfürster Linie ausgestorben war, übernahm um 1300 die verwandte, ebenfalls zum Uradel zählende Hohenlohe-Familie die Burg und das dazu gehörige Dorf Frankenheim, das sich unterhalb der Burg befand und aus dem sich die heutige Stadt entwickelte. [5] 1316 wurde die Burg von Ludwig dem Bayern zerstört. Seit 1500 war Schillingsfürst dem Fränkischen Reichskreis bzw. der Fränkischen Grafenbank zugeordnet. Die wiederaufgebaute Burg wurde im Bauernkrieg 1525 niedergebrannt. Die zum dritten Mal erbaute Burg wurde 1632 im Dreißigjährigen Krieg wiederum zerstört. Am 21. Mai 1744 erhob Kaiser Karl VII. Reichsgraf Philipp Ernst von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Reichsgraf Karl Philipp von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein für ihre Personen und Nachkommen zu Reichsfürsten. Ihre Landesteile wurde erst am 14. August 1757 durch Kaiser Franz I. zum Reichsfürstentum erhoben. Unter Fürst Karl Albrecht erfuhr Schillingsfürst 1753–1793 eine erste wesentliche Erweiterung durch planmäßige Siedlungspolitik. Auf die Zuwanderung von Handwerkern und Fahrenden seit 1758 wird auch das von sozial schlechter gestellten Bürgern zum Teil noch heute gesprochene Schillingsfürster Jenische zurückgeführt.[6] Es stellt jedoch keine lokale Besonderheit dar, sondern entspricht in seinem Wortschatz allgemein dem auch schon wesentlich früher im süd- und südwestdeutschen Sprachraum verbreiteten Rotwelsch.[7] 1792 wurde ein Jägerregiment aufgestellt, die Keimzelle der späteren französischen Fremdenlegion. Zwischen 1500 und 1806 war Hohenlohe (vertreten durch Hohenlohe-Neuenstein) ein Teil des Fränkischen Reichskreises, somit auch Schillingsfürst.
Die benachbarte Markgrafschaft Ansbach ging 1792 aus der Hand des letzten Markgrafen Karl Alexander in preußischen Besitz über. Seine Resignation im Jahr 1791 zu Gunsten des preußischen Königs Friedrich Wilhelms II. brachte eine massive Störung im politischen Gleichgewicht des Reichskreises. Freiherr Karl August von Hardenberg nahm als bevollmächtigter Minister die Ansbacher und Bayreuther Stimme im Kreiskonvent wahr. Der Konvent tage zur damaligen Zeit aufgrund der Gefahr, die von den französischen Revolutionärsheeren ausging, permanent. Die aggressive Gebietspolitik Preußens in Franken war ebenfalls Thema, vor allem für die kleineren Kreisstände. Der dirigierende Minister Karl August Freiherr von Hardenberg versuchte durch Aufkäufe von Herrschaften das Gebiet zu arrondieren, was aber nur teilweise gelang. Er erhöhte den Druck auf die reichsritterschaftlichen Gebiete durch herrschaftliche Eingriffe und militärische Aktionen, die größtenteils den Reichsrecht zuwider standen. Außer Protesten und Klagen in Wien und den dortigen Bescheiden, bis hin zu Exekutionsbeschlüssen, war jedoch nichts zu erlangen, geschweige denn diese Exekutionsbeschlüsse durchzusetzen. So wurden fast alle Akten des Archivs und der Registratur des Kantons Altmühl am 22. November 1796 überfallmäßig durch eine Regierungskommission aus Ansbach beschlagnahmt und nach Ansbach geschafft, um den reichsritterlichen Herren wichtige Dokument für die Prozessführung zu entziehen. Hier wurden ebenfalls Soldaten eingesetzt. Dem waren zuvor schon preußische Patentanschläge in den an Ansbach-Bayreuth angrenzenden ritterlichen Herrschaften und Reichsstädten im Februar und März 1792 vorausgegangen. [8] Dem kam man in Schillingsfürst zuvor, denn es wurde mit einem umfassenden Landesvergleich die bestehenden verworrenen nachbarschaftlichen Verhältnisse neu geregelt. Im Vorfeld wurden sogar Untertanen ausgetauscht und 1804 eine neue und wesentlich schlüssigere Landesgrenze über 26 Kilometer Länge mit ca. 100 neuen, repräsentativen Grenzsteinen festgelegt, wovon 75 als Originale heute noch stehen. [9] Für die "kleineren Herrschaftsgebiete" bahnten sich durch den Friedenskongress von Rastatt bereits die weitreichenden Folgen an (Aufteilung von Territorien zwischen Bayern und Preußen), die dann durch den, vom 25. Februar 1803 in Regensburg verabschiedeten und mit der kaiserlichen Ratifikation am 27. April 1803 in Kraft getretenen, Reichsdeputationshauptschluss Wirklichkeit wurden: die fränkischen Bistümer Würzburg und Bamberg wurden bayrisch. Das Hochstift Eichstätt wurde als Entschädigungsmasse dem Großherzogtum Toskana zugewiesen, bis es im Jahr 1805 ebenfalls an Bayern fiel. Am 15. Dezember 1805 ging das Fürstentum Ansbach im Tausch gegen das Kurfürstentum Hannover an Frankreich und 1806 an das Königreich Bayern. Durch die am 12. Juli 1806 in Paris geschlossene Rheinbundakte kam die Reichsstadt Nürnberg an Bayern und verlor damit die Reichsunmittelbarkeit. Die Niederlegung der Reichskrone am 6. August 1806 durch Kaiser Franz brachte die Auflösung des Reiches und der alten Reichsverfassung. [10] [11] Das Schillingsfürster Land blieb von diesen Umwälzungen zunächst verschont, bis mit der Bildung der Königreiche Bayern und Württemberg auch das Fürstentum Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst mediatisiert wurde. [12] Die Besitzungen um die Exclave Schillingsfürst kamen zu Bayern, die Fürsten wurden Reichsräte der Krone Bayern. 1818 erhielt der Markt durch das Gemeindeedikt in Bayern wesentliche Eigenrechte, das standesherrliche Fürstlich Hohenlohe'sche Herrschaftsgericht Schillingsfürst bestand aber bis zur Aufhebung während der Revolution 1848. Am 4. November 1959 wurden dem damaligen Markt Schillingsfürst die Stadtrechte verliehen.[13]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Stilzendorf eingegliedert.[14] Am 1. Januar 1977 kam Faulenberg hinzu.[15]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Schillingsfürst hat 14 Mitglieder ohne den Bürgermeister.

SPD CSU FWG FDP Gesamt
2002 2 6 5 1 14 Sitze
2008 2 7 4 1 14 Sitze
2014 3 6 5 - 14 Sitze


Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt durch drei Spitzen in Rot und Silber; oben ein silberner, unten ein schwarzer hersehender Löwe (Leopard) mit eingeschlagenem Schweif.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt pflegt seit 1989 eine Partnerschaft mit der Stadt Chamberet im Gebiet Limousin in Frankreich.[16][17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunnenhausmuseum - mit historischer Ochsentretanlage
  • Ludwig-Dörfler-Galerie
  • Museum der französischen Fremdenlegion[18]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Schillingsfürst

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schillingsfürst ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schillingsfürst liegt an der Romantischen Straße und zudem unweit der Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle 109 – Wörnitz). Im Jahre 1905 wurde Schillingsfürst eine Spitzkehre an der Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl. Der Personenverkehr wurde im Jahre 1971 auf dem Streckenabschnitt südlich von Rothenburg, somit auch in Schillingsfürst, eingestellt. Seither wird der öffentliche Personennahverkehr mit Regionalbuslinien abgewickelt, die in das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) eingebunden sind.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Schillingsfürst wurde am 1. Oktober 1873 vom damaligen königlichen Notar Albrecht Höfer und weiteren 43 Bürgern gegründet. Im Jahr 1939 wurde die Feuerwehr Landessieger beim ersten Leistungskampf der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns.


Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120213/193459&attr=OBJ&val=1361
  3. http://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358)
  4. http://www.geschichte.burgbernheim.de/OttoIII_Mai.HTM Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung
  5. http://www.urlaub-bayern-ferien.de/franken/schillingsfuerst.htm
  6. Edith Nierhaus-Knaus: Geheimsprache in Franken – Das Schillingsfürster Jenisch. Verlag J. P. Peter, Rothenburg ob der Tauber 1973
  7. Siegmund A. Wolf: Rezension zu Edith Nierhaus-Knaus, in: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 44,2 (1977)', S. 177–179.
  8. Michael Puchta Mediatisierung »mit Haut und Haar, Leib und Leben«: Die Unterwerfung der Reichsritter durch Ansbach-Bayreuth (1792–1798) Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2012; 813 Seiten ISBN 978-3-525-36078-1
  9. http://www.nordbayern.de/region/rothenburg-o-d-t/schillingsfurst-letzte-grenzstein-kopie-wird-aufgestellt-1.4632547 Bericht zur Ergänzung der Grenzsteine
  10. Claus Grimm ‘‘Reichsstädte in Franken‘‘ Band 15,1, Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur, Herausgeber: Bayerische Staatskanzlei 1987; Peter Fleischmann V. Das Ende des fränkischen Kreises Seiten 121-123
  11. Rudolf Endes Zur Geschichte des fränkischen Reichskreises in Würzburger Diözesangeschichtsblätter 29, 1969; Seiten 168-183
  12. Bayerische Deklaration vom 19. März 1807 über die künftigen Verhältnisse der der königlichen Souveränität unterworfenen Fürsten, Grafen und Herrn zu den verschiedenen Zweigen der Staatsgewalt
  13. Mitteilungsblatt der Stadt Schillingsfürst, 45. Jg., Nr. 52/52, S. 1.
  14. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 562.
  15. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  16. Informationen auf den Seiten des Partnerschaftsvereins
  17. Informationen auf der Homepage der Stadt Schillingsfürst
  18. Museum der französischen Fremdenlegion in Schillingsfürst

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schillingsfürst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien