Bardejov

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Bardejov
Wappen Karte
Wappen von Bardejov
Bardejov (Slowakei)
Bardejov
Bardejov
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Prešovský kraj
Okres: Bardejov
Region: Šariš
Fläche: 72,371 km²
Einwohner: 32.912 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 455 Einwohner je km²
Höhe: 277 m n.m.
Postleitzahl: 085 01
Telefonvorwahl: 0 54
Geographische Lage: 49° 18′ N, 21° 17′ OKoordinaten: 49° 17′ 42″ N, 21° 16′ 33″ O
Kfz-Kennzeichen: BJ
Kód obce: 519006
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 6 Stadtteile
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Boris Hanuščak
Adresse: Mestský úrad Bardejov
Radničné námestie 16
08501 Bardejov
Webpräsenz: www.bardejov.sk
Statistikinformation auf statistics.sk
Kirche St. Ägidius (14. Jahrhundert) und Rathaus von 1511

Bardejov (deutsch Bartfeld, ungarisch Bártfa, polnisch Bardiów, lateinisch Bartpha) ist eine Stadt in der Ostslowakei. Der Stadtkern gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Region Šariš (deutsch Scharosch) gelegene Stadt liegt am rechten Ufer des Flusses Topľa (Töpl) in den Niederen Beskiden und am Rand der Ondavská vrchovina nördlich etwa 38 km von Prešov und 77 km von Košice (Kaschau) entfernt. Die Grenze zu Polen befindet sich 20 km nördlich der Stadt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Volkszählung von 2001 waren von 33.247 Einwohnern 91,3 % Slowaken, 2,6 % Roma, 2,4 % Ruthenen, 1,4 % Ukrainer und andere. Die größte Konfession war mit 63,2 % die römisch-katholische, zum griechisch-katholischen Glauben bekannten sich 16,9 %, zum evangelischen 7,6 % und zum orthodoxen 4,3 % – konfessionslos waren 4,9 %.

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den folgenden Stadtteilen:

  • Bardejov
  • Bardejovská Nová Ves (1971 eingemeindet; deutsch Neudorf)
  • Bardejovská Zábava
  • Bardejovské Kúpele (deutsch Bad Bartfeld)
  • Dlhá Lúka (1971 eingemeindet; deutsch Langenau)
  • Miháľov (deutsch Michaelsberg)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Stadt entwickelte sich aus einer alten slawischen Siedlung, in die (wohl erst im 13. Jahrhundert) deutsche Siedler einzogen. Die Siedlung verwendete das Augsburger (Magdeburger?) Recht. Im Jahre 1241 wurde die Siedlung zum ersten Mal ausführlich erwähnt, dabei erfährt man, dass es hier ein Zisterzienserkloster und deutsche Siedler gab, und dass Bardejov bereits eine hochentwickelte Siedlung war. 1376 wurde sie zu einer königlichen Stadt und 1405 zu einer königlichen Freistadt erhoben. Ihre größte Blüte erreichte die Stadt im 15. Jahrhundert; danach folgte zwar ein wirtschaftlicher Rückgang, auf geistigem Gebiet aber folgte ein Aufschwung. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Bardejov Bestandteil der Pentapolitana. Bereits im 16. Jahrhundert kamen Slowaken auch in die höchsten Ämter der Stadt, und die Stadt wurde früh slowakisiert.

In seinem Brief vom 22. November 1559 aus Erlau an Ferdinand, den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, berichtet Antonius Verantius (Verancsics), Bischof von Erlau, dass sich der spätere Despot der Moldau, Jacobus Heraclides, bei ihm eingefunden und ihm über seine bisherigen Vorbereitungen zur Erlangung der Herrschaft im Woiwodat der Moldau berichtet habe. Dabei habe er auch in Bartfeld Station gemacht, wo ihm Verantius und Sigismundus Torda (in Eperies) empfohlen wurden.[1]

Im Holocaust wurden mindestens 931 jüdische Bewohner ermordet, die vor dem Krieg in Bardejov gelebt hatten und größtenteils deportiert wurden.[2] In der Stadt selbst wurden mindestens 38 Juden ermordet, darunter 31 verbliebene jüdische Bewohner.[3]

2017 wurde Bardejov der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[4][5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bardejov
Wappenbeschreibung: „Das Wappen ist geteilt; oben in Blau zwei gekreuzte goldene Hellebarden zwischen denen oberhalb eine goldene Krone und unterhalb eine goldene Lilie schweben; unten ist siebenmal in Rot und Silber geteilt.“[6]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1453 durch den böhmischen (und ungarischen) König Ladislaus (V.) verliehen.[7]

Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt weist bis heute typische Merkmale einer Siedlungsstadt der deutschen Ostkolonisation auf, wie z. B. die typische planmäßige Rechteckform des Marktplatzes. Sie beherbergt in ihrem vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern zahlreiche Kulturdenkmäler. Insbesondere sind die St. Aegidius-Kirche von 1247[8], der Gansaughof und das 1505 erbaute Rathaus[9] zu erwähnen. Bardejov gehört zu den malerischsten Städten der Slowakei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus auf dem Rathausplatz
Blick auf das „Untere Tor“ (Dolná brána)
Wehrturm an der Stadtmauer
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bardejov

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der HK Bardejov spielt seit 2016 in der 2. Liga, der dritten slowakischen Eishockeyspielklasse.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an keiner Europastraße. Vom Westen (Stará Ľubovňa) und Osten (Svidník) ist Bardejov über die Staatsstraße 77 zu erreichen, während aus Richtung Süden von Prešov aus kommt die Landesstraße 545. In der Stadt befindet sich der Endbahnhof der Lokalbahn von Prešov.

Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Košice (86 km).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bardejov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monumenta Hungariae Historica. 8. Band: 1559–1562. Magyar Történelmi Emlékek. Hrsg. von Verancsocs Antal, Összes Munkái. Eggenberger, Pest 1868, OCLC 257741162, Nr. XXXII, S. 104–105 (ungarisch, lateinisch).
  2. In Bardejov vor dem Krieg wohnhaft: 1.000 (abzgl. 69 Mehrfachnennungen [manuelle Auszählung]). In: Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Beta), abgerufen am 24. April 2017.
  3. In Bardejov ermordet: 40. (abzgl. 2 Mehrfachnennungen [manuelle Auszählung]). In: Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Beta), abgerufen am 24. April 2017.
  4. Die Reformationsstädte Europas. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 24. April 2017.
  5. a b Bardejov. In: r2017.org, abgerufen am 24. April 2017.
  6. Symboly mesta Bardejov. In: bardejov.sk, abgerufen am 24. April 2017 (slowakisch; mit Wappenvariante).
  7. Symboly mesta Bardejov. In: bardejov.sk, abgerufen am 24. April 2017 (slowakisch).
  8. Kirche des Hl. Ägidius – Bartfeld. In: travelguide.sk, abgerufen am 24. April 2017 (deutsch).
  9. Altes Rathaus Bartfeld. In: travelguide.sk, abgerufen am 24. April 2017 (deutsch).