Bernard Tomic

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Bernard Tomic Tennisspieler
Bernard Tomic
Bernard Tomic 2016 bei den French Open
Nation: AustralienAustralien Australien
Geburtstag: 21. Oktober 1992
Größe: 196 cm
Gewicht: 91 kg
1. Profisaison: 2008
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: John Tomic
Preisgeld: 3.992.165 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 143:124
Karrieretitel: 3
Höchste Platzierung: 17 (11. Januar 2016)
Aktuelle Platzierung: 22
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 11:35
Höchste Platzierung: 145 (5. August 2013)
Aktuelle Platzierung: 447
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 25. April 2016
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Bernard Tomic (* 21. Oktober 1992 in Stuttgart, Deutschland) ist ein australischer Tennisspieler. Er wohnt in Gold Coast, Australien. Als Junior gewann Tomic dreimal − als U12-, U14- sowie U16-Spieler − den Orange Bowl, eines der wichtigsten Juniorenturniere.[1] Dazu gewann er mit dem australischen Team den Davis Cup für Junioren.[2] Für besonderes Aufsehen sorgte er, als er sechzehnjährig − und damit so jung wie kein Spieler zuvor − ein Match bei den Australian Open 2009 gewann.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren wurde Tomic in Stuttgart, mit dreieinhalb Jahren verließ er mit seinen kroatischen Eltern Deutschland, um nach Australien zu ziehen.

Einzel-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tomic begann im Alter von sieben Jahren mit dem Tennissport. Als 13-jähriger Qualifikant siegte er bei seinem ersten Turnier, den U18-Canterbury-Meisterschaften, im Finale glatt in zwei Sätzen gegen Oh Dae-soung. Bis in den Sommer trat er bei weiteren Wettkämpfen an und gewann ein weiteres Turnier. Nachdem er bei der Ozeanischen Juniorenmeisterschaft erst im Viertelfinale ausgeschieden war, ging er auch bei der Asiatisch-/Ozeanischen Meisterschaft an den Start und erreichte sogar das Halbfinale, wo er seinem Landsmann Greg Jones unterlag.

Bei den Australian Open der Junioren im Januar 2007 gewann er ein Spiel durch Aufgabe seines bolivianischen Gegners, verlor in der zweiten Runde allerdings gegen den Franzosen Kevin Botti. Bei den Offenen Japanischen Meisterschaften im April des Jahres gelang ihm der Halbfinaleinzug. Die French Open der Junioren im Mai 2007 in Paris beendete er als Qualifikant ebenfalls in der zweiten Runde, als er gegen den an fünfzehn gesetzten Litauer Ričardas Berankis ausschied.[4] Einen Monat darauf holte Tomic an Nummer zwei gesetzt mit dem Sieg bei den Ozeanischen Juniorenmeisterschaften 2007 seinen ersten internationalen Titel. Während er bei den US Open 2007 wiederum als Qualifikant überraschend das Achtelfinale erreichte, schied er bei den Asien- und Ozeanienmeisterschaften der Senioren abermals vorzeitig aus. Zuvor half er mit mehreren Siegen seiner Mannschaft jedoch noch beim Gewinn des Junioren-Davis Cups 2007. Das Jahr 2008 begann Tomic mit dem Junioren-Sieg bei den Australian Open. Dabei gab er in sechs Partien drei Sätze ab und gewann das Finale gegen Yang Tsu-hua schließlich mit 4:6, 7:65, 6:0. Auch bei den weiteren Grand-Slam-Turnieren der Junioren schnitt der Australier erfolgreich ab, in Wimbledon schied er erst im Halbfinale aus.

Nachdem sich Tomic bei den Australian Open 2009 erstmals für ein Grand-Slam-Turnier der Erwachsenen qualifiziert hatte, traf er in der ersten Runde auf den Italiener Potito Starace, der als klarer Favorit in das Duell ging. Dennoch überraschte der Australier mit einem Sieg (7:6, 1:6, 7:6, 7:6), womit er zum jüngsten Matchgewinner der Australian Open wurde.[5] In der zweiten Runde traf er auf den Luxemburger Gilles Müller, gegen den er jedoch scheiterte, obwohl er noch den ersten Satz mit 6:3 gewonnen hatte.[6]

2010 startete Tomic, durch eine Wild Card, erneut bei den Australian Open. Nach einem glatten 6:3, 6:4, 6:4 über den Qualifikanten Guillaume Rufin, verlor er in Runde zwei knapp im fünften Satz gegen den an Nummer 14 gesetzten Marin Čilić.

2011 gelang ihm ebenfalls bei den Australian Open der Einzug in die dritte Runde des Turniers, wo er sich Rafael Nadal geschlagen geben musste. Nach den Australian Open spielte Tomic hauptsächlich Challenger mit wechselnden Erfolgen. Einen großen Sprung in der Rangliste nach vorne schaffte er in Wimbledon, wo er inklusive Qualifikation 7 Spiele in Serie gewann und erst im Viertelfinale am späteren Sieger und Nummer 1 der Welt Novak Đoković scheiterte. Damit war er der jüngste Spieler seit Boris Becker, der das Viertelfinale in Wimbledon erreichte. Unter anderem gelang ihm dabei ein Sieg gegen den Top 10-Spieler Robin Söderling. An diesen Erfolg konnte er im weiteren Verlauf der Saison nicht mehr anschließen. Mit Teilerfolgen bei den ATP-Turnieren in Tokyo und Shanghai arbeitete er sich aber bis auf Rang 41 der ATP-Rangliste vor.

2012 startete Tomic mit dem Einzug ins Halbfinale des Turniers von Brisbane. Dort unterlag er dem Briten Andy Murray mit 3:6, 2:6.

In der ersten Runde der Sony Open 2014 verlor Tomic sein erstes Spiel nach seiner Hüftoperation gegen den Finnen Jarkko Nieminen in 28 Minuten und 20 Sekunden. Das war die schnellste Niederlage in der Geschichte der ATP Tour.[7]

Doppel-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls 2006 bestritt Tomic sein erstes Turnier im Doppel, die Geschlossenen Ozeanischen Juniorenmeisterschaften auf Fidschi, bei denen er mit Mark Verryth schon in der ersten Runde ausschied. Kurz darauf gewann er mit zwei unterschiedlichen Doppelpartnern, Verryth und Brendan McKenzie, beide Partien beim Junioren-Davis Cup gegen Frankreich und Marokko. Noch im gleichen Jahr folgten einige weitere Turniere, bei denen der Australier allerdings jeweils frühzeitig scheiterte.

Zu Beginn des Jahres 2007 startete Tomic zusammen mit Partner Jared Easton bei den Australian Open der Junioren, wo sie bis ins Achtelfinale vorrückten und dort in drei Sätzen unterlagen. In den folgenden Turnieren siegte Tomic mit wechselnden Partnern zwar bei mehreren Spielen, erreichte aber nie das Halbfinale. Diese Serie wurde erst durchbrochen, als er bei den Asiatischen und Ozeanischen Meisterschaften 2007 mit Hiroki Moriya bis ins Finale vorrückte und Silber gewann. Bei den Australian Open 2008 der Junioren gelang zumindest der Viertelfinaleinzug, außerdem verloren Tomic/Reid äußerst knapp das Finale von Wimbledon 2008.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500
ATP World Tour 250 (3)
ATP-Titel nach Belag
Hartplatz (3)
Sand (0)
Rasen (0)

Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 12. Januar 2013 AustralienAustralien Sydney Hartplatz SudafrikaSüdafrika Kevin Anderson 6:3, 6:72, 6:3
2. 20. Juli 2014 KolumbienKolumbien Bogotá (1) Hartplatz KroatienKroatien Ivo Karlović 7:65, 3:6, 7:64
3. 26. Juli 2015 KolumbienKolumbien Bogotá (2) Hartplatz FrankreichFrankreich Adrian Mannarino 6:1, 3:6, 6:2

Finalteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 11. Januar 2014 AustralienAustralien Sydney Hartplatz ArgentinienArgentinien Juan Martín del Potro 3:6, 1:6
2. 28. Februar 2016 MexikoMexiko Acapulco Hartplatz OsterreichÖsterreich Dominic Thiem 6:76, 6:4, 3:6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bernard Tomic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 'Bernard Tomic, ein neuer Stern am Tennishimmel' - sportal.de Exklusiv-Interview. Abgerufen am 16. Juli 2016 (de-de).
  2. Tomic shows his class in his third Orange Bowl win. In: http://www.dailytelegraph.com.au/. The Daily Telegraph, 10. Dezember 2007, archiviert vom Original am 22. Januar 2009, abgerufen am 16. Juli 2016 (englisch).
  3. Australiens Hoffnung trägt Zahnspange. In: www.tagesspiegel.de. Abgerufen am 16. Juli 2016.
  4. Four Aussie juniors into third round (Memento vom 9. September 2008 im Internet Archive)
  5. By Simon Briggs in Melbourne: Bernard Tomic gives Australian public reason to shout in Melbourne. Abgerufen am 16. Juli 2016.
  6. Wunderknabe von Marathon-Mann gestoppt. In: tagesanzeiger.ch/. Abgerufen am 16. Juli 2016.
  7. Agencies: Jarkko Nieminen breaks Greg Rusedski's fastest win record in Miami. In: the Guardian. 21. März 2014, abgerufen am 16. Juli 2016.