French Open

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Roland Garros
International Tennis Federation
Austragungsort Paris
Frankreich Frankreich
Erste Austragung 1891
Kategorie Grand Slam
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Sand
Auslosung Herren: 128E/128Q/64D
Damen: 128E/96Q/64D
Mixed: 32 Paarungen
Preisgeld 42.700.000 
Center Court 15.225 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 25. März 2019

Die French Open (offiziell Tournoi de Roland Garros, Roland-Garros-Turnier) sind das zweite Tennisturnier der Grand-Slam-Turniere und finden seit 1891 jedes Jahr zwischen Mitte Mai und Anfang Juni im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement in Paris statt. Das Turnier und die Tennisanlage ist nach dem Luftfahrtpionier Roland Garros (1888–1918) benannt.

Die French Open sind das einzige Sandplatzturnier der Grand-Slam-Serie und stellen eine besondere Herausforderung für die Spieler dar, da das Spiel auf Roter Asche wesentlich langsamer als beispielsweise auf Hartplatzbelägen ist. Dies hat zur Folge, dass die Matches im Durchschnitt länger dauern als Spiele bei anderen Grand-Slam-Turnieren.

Die meisten Einzeltitel konnten der Spanier Rafael Nadal (13 Siege) und die US-Amerikanerin Chris Evert (7 Siege) erringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste „Championnat de France international de Tennis“ (die internationalen Tennis-Meisterschaften Frankreichs) fand 1891 in Paris statt. Der erste Sieger im Herren-Einzel war der Brite H. Briggs. Die Damen durften erstmals im Jahr 1897 antreten. Bis 1925 war der Turnier-Start ausschließlich französischen und einer sehr beschränkten Anzahl ausgewählter ausländischer Athleten vorbehalten. In diesen ersten Jahrzehnten wurde noch auf Rasen gespielt und der Austragungsort wechselte zwischen dem „Racing Club de France“ und dem „Stade Français“. 1928 wurde im Zuge einer bevorstehenden Davis-Cup-Auseinandersetzung nahe Porte d'Auteuil ein neues Tennis-Stadion errichtet. Es wurde nach dem in Frankreich als Held des Ersten Weltkrieges verehrten Kampfflieger Roland Garros benannt. Als Untergrund wählte man nun erstmals jenen Belag, der bis heute als das bestimmende Markenzeichen der French Open gilt, dem Turnier seinen spezifischen Reiz verleiht und ganz besondere Herausforderungen an den Spieler stellt: terre battue – die langsame „Rote Asche“ aus zermahlenen Ziegelsteinen, die den Spieler zu einem geduldigen Spielaufbau zwingt und Netzangriffe erschwert. Das Stade Roland Garros wurde am 19. Mai 1928 mit einem Damen-Länderkampf eröffnet.

Anfangs war das Turnier – ebenso wie die Olympischen Spiele – ausschließlich den Amateuren vorbehalten. Seit 1968, dem Beginn der sogenannten „Open Era“, der Geschichte der „Offenen Meisterschaften“, sind alle Spieler startberechtigt. Im Jahre 2000 gewann mit Mary Pierce die letzte Französin die French Open. Seit 2006 beginnen die French Open bereits am Sonntag. Die Anzahl der Spiele an diesem Sonntag wurde von zunächst 16 (2006) auf 24 (2007) und schließlich auf 32 (2008) gesteigert.

2010 wurden die French Open das erste Mal in 3D übertragen und waren auch an öffentlichen Plätzen dreidimensional zu sehen. Das Turnier war damit das erste Sportereignis, dessen Public Viewing in 3D stattfand.[1]

Das Turnier 2020 wurde am 17. März wegen der COVID-19-Pandemie in Frankreich vom 24. Mai bis 7. Juni in den Herbst des Jahres auf den 20. September bis 4. Oktober verschoben.[2] Im April wurde das Turnier um eine weitere Woche verschoben. Vom 27. September bis zum 11. Oktober wurde in Paris bei teilweise kühlen Temperaturen und Regen gespielt.[3] Die Veranstaltung konnte planmäßig durchgeführt und die Finanzierung des Turniers durch die Fernsehgelder gesichert werden, wenngleich die Preisgelder für die Spieler deutlich reduziert wurden.[4]

Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Center Court in Paris ist nach Philippe Chatrier (1926–2000) benannt, zwei weitere Plätze tragen die Namen der französischen Spielerinnen Suzanne Lenglen (1899–1938) und Simonne Mathieu (1908–1980). Aufgrund der deutlich geringeren Kapazität der Anlage, die im Vergleich zu anderen Grand-Slam-Turnieren nicht einmal halb so groß ist und auch eine deutlich geringere Zuschauerkapazität aufweist, wurde immer wieder ein Umzug der French Open diskutiert. Ausbaupläne stießen jedoch auf Widerstand der Anwohner und Umweltschützer.[5]

Im Jahr 2011 wurde beschlossen, am traditionellen Ort zu bleiben und dort unter anderem ein neues Stadion entlang der historischen Gewächshäuser zu errichten. Das Projekt wurde schließlich 2018 trotz zahlreicher Proteste begonnen. Der Court Philippe-Chatrier wurde umfassend saniert, bekam ein ausfahrbares Dach und neue Sitze. Der Court Simonne Mathieu wurde neu im Jardin des Serres d’Auteuil gebaut und besitzt eine Kapazität von 5.000 Plätzen, Court No. 1 wurde abgerissen.[6]

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordsieger Rafael Nadal bei den French Open 2011

Männer:

Frauen:

Jüngste Einzel-Sieger:

Älteste Einzel-Sieger:

Gewinner aus dem deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neun Deutsche, sieben Schweizer und ein Österreicher konnten die French Open bisher gewinnen:

Sieger Wettbewerb Anzahl
Siege
Jahre
Norddeutscher Bund Christian Winzer Herrendoppel 1 1895 (mit Frankreich André Vacherot)
Deutsches Reich Cilly Aussem Dameneinzel
Mixed
1
1
1931
1930 (mit Vereinigte Staaten 48 Bill Tilden)
Deutsches Reich NS Gottfried von Cramm Herreneinzel
Herrendoppel
2
1
1934, 1936
1937 (mit Deutsches Reich NS Henner Henkel)
Schweiz Lolette Payot Mixed 1 1935 (mit Frankreich Marcel Bernard)
Deutsches Reich NS Hilde Sperling Dameneinzel 3 1935, 1936, 1937
Deutsches Reich NS Henner Henkel Herreneinzel
Herrendoppel
1
1
1937
1937 (mit Deutsches Reich NS Gottfried von Cramm)
Schweiz Heinz Günthardt Herrendoppel
Mixed
1
1
1981 (mit Ungarn 1957 Balázs Taróczy)
1985 (mit Vereinigte Staaten Martina Navrátilová)
Deutschland Steffi Graf Dameneinzel 6 1987, 1988, 1993, 1995, 1996, 1999
Schweiz Jakob Hlasek
Schweiz Marc Rosset
Herrendoppel 1 1992
Osterreich Thomas Muster Herreneinzel 1 1995
Schweiz Martina Hingis Damendoppel

Mixed
2

1
1998 (mit Tschechien Jana Novotná)
2000 (mit FrankreichFrankreich Mary Pierce)
2016 (mit Indien Leander Paes)
Schweiz Roger Federer Herreneinzel 1 2009
Deutschland Anna-Lena Grönefeld Mixed 1 2014 (mit Niederlande Jean-Julien Rojer)
Schweiz Stan Wawrinka Herreneinzel 1 2015
Deutschland Kevin Krawietz
Deutschland Andreas Mies
Herrendoppel 2 2019, 2020

Alle Sieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisgelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde das Turnier 2020 erstmals auf Ende September verlegt und der Gesamtwert der Preisgelder lag mit 38 Millionen Euro erstmals unter dem des Vorjahres.[8] Von 2010 bis 2019 verdoppelte sich bei den Herren- und Dameneinzel das Preisgeld für den Turniersieg auf jeweils 2,3 Mio. Euro, für die erste Runde gab es 2019 mit 46.000 Euro etwas mehr als das Dreifache gegenüber 2010.[9]

Auch 2021 fiel das Preisgeld gegenüber dem Vorjahr. Mit insgesamt 34.367.215 € lag es fast 10 % unter den 38.000.000 € von 2020.[10]

Jahr Sieg Finale Halbfinale Viertelfinale Achtelfinale 3. Runde 2. Runde 1. Runde
2010 1.120.000 € 0560.000 € 280.000 € 140.000 € 070.000 € 042.000 € 025.000 € 015.000 €
2011 1.200.000 € 0600.000 € 300.000 € 150.000 € 075.000 € 042.000 € 025.000 € 015.000 €
2012 1.250.000 € 0625.000 € 310.000 € 155.000 € 080.000 € 047.000 € 028.000 € 018.000 €
2013 1.500.000 € 0750.000 € 375.000 € 190.000 € 100.000 € 060.000 € 035.000 € 021.000 €
2014 1.650.000 € 0825.000 € 412.500 € 220.000 € 125.000 € 072.000 € 042.000 € 024.000 €
2015 1.800.000 € 0900.000 € 450.000 € 250.000 € 145.000 € 085.000 € 050.000 € 027.000 €
2016 2.000.000 € 1.000.000 € 500.000 € 294.000 € 173.000 € 102.000 € 060.000 € 030.000 €
2017 2.100.000 € 1.060.000 € 530.000 € 340.000 € 200.000 € 118.000 € 070.000 € 035.000 €
2018 2.200.000 € 1.120.000 € 560.500 € 380.000 € 222.000 € 130.000 € 079.000 € 040.000 €
2019 2.300.000 € 1.180.000 € 590.000 € 415.000 € 243.000 € 143.000 € 087.000 € 046.000 €
2020 1.600.000 € 0800.000 € 425.250 € 283.500 € 189.000 € 126.000 € 084.000 € 060.000 €
2021 1.400.000 € 0750.000 € 375.000 € 255.000 € 170.000 € 113.000 € 084.000 € 060.000 €

Zuschauerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 besuchten 480.500 Zuschauer die Anlage, was einen neuen Rekord darstellte. 2017 besuchten 471.274 Menschen die French Open.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: French Open – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „French Open in 3D bei Eurosport“ (Quotenmeter.de am 15. April 2010)
  2. Roland-Garros 2020: from 20th Sep to 4th Oct. In: rolandgarros.com. 17. März 2020, abgerufen am 18. März 2020 (englisch).
  3. Franziska Brülls: Neuer Termin: French Open um eine Woche verschoben. In: tennismagazin.de. 24. April 2020, abgerufen am 25. April 2020.
  4. Rishi Karthikeyan: Totally Disproportionate”: French Open 2020 Reports Massive Drop in Revenue. essentiallysports.com, 9. Oktober 2020, abgerufen am 12. Oktober 2020 (englisch).
  5. „French Open flirten mit Micky Maus“
  6. Die French Open im Umbruch - Dank «Facelifting»: Roland Garros erstrahlt in neuem Glanz. 25. Mai 2019, abgerufen am 21. Januar 2022.
  7. Adrian Ruch: Eine Träne für die Stierkampfarena. In: bernerzeitung.ch. Berner Zeitung, 7. Juni 2017, abgerufen am 27. September 2020.
  8. Preisgeld French Open 2020: Tennis-Grand-Slam-Turnier, Tennis, auf: vermoegenmagazin.de, vom 25. September 2020, abgerufen am 6. Oktober 2020
  9. Preisgeld French Open 2018: Das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, Tennis, auf: vermoegenmagazin.de, vom 28. Mai 2018, abgerufen am 3. Juni 2018
  10. perfect-tennis.com: Prizemoney 2021
  11. French Open 2018: Fakten-Check zum Klassiker von Roland Garros, auf: eurosport.de, vom 26. Mai 2018, abgerufen am 10. Juni 2018

Koordinaten: 48° 50′ 49,8″ N, 2° 14′ 57,2″ O