Bernstein (Burgenland)

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Marktgemeinde
Bernstein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bernstein
Bernstein (Burgenland) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 38,99 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 16° 15′ OKoordinaten: 47° 24′ 18″ N, 16° 15′ 20″ O
Höhe: 619 m ü. A.
Einwohner: 2.079 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 53 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2852, 7434
Vorwahl: 03354
Gemeindekennziffer: 1 09 02
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 68
7434 Bernstein
Website: www.bernstein.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Renate Habetler (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(23 Mitglieder)
14
8
1
14 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Bernstein im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenlandLage der Gemeinde Bernstein (Burgenland) im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Südansicht von Bernstein mit der Burg links im Hintergrund
Südansicht von Bernstein mit der Burg links im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bernstein (ungarisch Borostyánkő, Romani Boroschtschaja)[1] ist eine Marktgemeinde mit 2.079 Einwohnern im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Die Ortschaft ist vor allem durch seine Burg und den dort zu findenden grünen Edelserpentin bekannt.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes leitet sich von der Bernsteinstraße ab, von der ein Seitenarm als Via Magna im Tauchental vorbeiführte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland auf 619 Meter Seehöhe. Das Wahrzeichen von Bernstein ist die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Burg Bernstein; sie ist die höchstgelegene Burg des Burgenlandes.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden und gliedert sich in fünf gleichnamige Ortschaften:

Deutsch Ungarisch Romani Fläche in ha[2] Einw.[3]
Bernstein Borostyánkő Borosch­tschaja 1725,39 931
Dreihütten Háromsátor - 0271,66 112
Redlschlag Újvörösvágás - 0721,09 351
Rettenbach Mencsér - 0577,82 287
Stuben Edeháza Schtumo 0602,92 398

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1971 wurden die Gemeinden Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben mit Bernstein zusammengelegt.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

zwei der sieben Nachbargemeinden liegen im niederösterreichischen Bezirk Wiener Neustadt-Land (WB), eine weitere im Bezirk Oberpullendorf (OP).

Hochneukirchen-Gschaidt (WB) Kirchschlag in der Buckligen Welt (WB)
Oberschützen Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Pilgersdorf (OP)
Mariasdorf Stadtschlaining Unterkohlstätten

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen für Bernstein
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,0 4,0 8,2 13,6 18,6 21,4 23,8 23,3 18,5 13,1 6,6 2,5 Ø 13
Min. Temperatur (°C) −3,8 −2,7 0,7 5,0 9,7 12,6 14,8 14,7 10,8 6,3 1,1 −2,8 Ø 5,6
Temperatur (°C) −2,0 −0,8 3,2 8,1 13,3 16,0 18,3 17,9 13,5 8,8 3,2 −0,9 Ø 8,3
Luftfeuchtigkeit (%) 71,1 61,8 57,9 52,7 55,7 58,0 55,1 56,5 61,0 66,6 73,7 74,8 Ø 62,1
T
e
m
p
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2,0
−3,8
4,0
−2,7
8,2
0,7
13,6
5,0
18,6
9,7
21,4
12,6
23,8
14,8
23,3
14,7
18,5
10,8
13,1
6,3
6,6
1,1
2,5
−2,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernstein (rechts unten) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Das Gebiet von und um Bernstein war Jahrhunderte vor Christi Geburt von keltischen Stämmen bewohnt. Im Bereich von Bernstein befinden sich etwa 40 norisch-pannonische Hügelgräber des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. (Ried Bienenhiate, Braunriegel, Hohentann-Langleiten, Hirschwiese, Kreuzriegel, Lange Risten, Pechgraben, Siebenhölzer).

Erstmals wurde der Ort 1388 als Dorf unter der Burg Porostyan gelegen urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde Bergbau betrieben. Zuerst wurde nur Eisen gefördert, ab dem 16. Jahrhundert ebenso Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und sogar Gold. Das Wappen von Bernstein stammt aus dieser Zeit; es zeigt einen Hauerbrunnen (Förderschacht) mit zwei Bergknappen. Anfang des 19. Jahrhunderts fand der Bergbau vorerst ein Ende.

Bernstein ist der Fundort des hell- bis dunkelgrünen Edelserpentins, einer besonders reinen Varietät, der hier zu Schmuck und anderen Kunstgegenständen verarbeitet wird. Der Holzdrechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz entdeckten 1860, dass sich der in den Adern des gemeinen Serpentinits eingeschlossene Edelserpentin – nach der Mohsschen Härteskala weist dieser eine Härte von etwa 2,5 bis 3,5 auf – leicht bearbeiten lässt. Daraus entwickelte sich in der folgenden Zeit ein neues Handwerk, dessen Tradition bis zur Gegenwart erhalten blieb. Für die Gewinnung von einem Kubikmeter Edelserpentin müssen etwa 2000 Kubikmeter gemeinen Serpentinits, der im Straßenbau und in der Kunststeinindustrie Verwendung findet, abgebaut werden.

Wie das gesamte Burgenland gehörte der Ort bis 1921 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen und im Herbst 1921 in das neu gegründete Bundesland Burgenland eingegliedert.

Marktgemeinde ist Bernstein seit 1973 (durch „VO 5“ erfolgte Weiterverleihung, Marktrecht seit 1602).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche
Katholische Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bernstein
  • Burg Bernstein: im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt
  • evangelische Pfarrkirche
  • katholische Pfarrkirche
  • Felsenmuseum
  • Edelserpentinschleifereien
  • Madonnenschlössl (Trutzschlössl): Das Madonnenschlössl ist ein um die Jahrhundertwende erbautes Gebäude, welches inmitten eines Parks liegt. Von hier aus hat man eine gute Aussicht. Das Erdgeschoß ist aus Serpentin gemauert. Die beiden Obergeschoße sind durch eine Holzbalkenkonstruktion getrennt, welche aufwendige Schnitzereien zeigt. Auf dem Dach befinden sich zwei Wasserspeier.[5]
  • Pranger
  • norisch-pannonische Hügelgräber mit Schaugrab[6]
  • Planetenwanderweg[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,05 %
(−1,41 %p)
35,19 %
(+9,78 %p)
4,94 %
(−11,20 %p)
2,82 %
(n. k. %p)
2017

2022


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 23 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[7] 2017[8] 2012[9] 2007[10] 2002[11] 1997[11]
St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M.
SPÖ 890 57,05 14 902 58,46 14 956 59,49 14 896 53,56 12 977 58,71 14 968 62,82 15
ÖVP 549 35,19 8 392 25,41 6 529 32,92 8 704 42,08 10 633 38,04 9 492 31,93 7
FPÖ 77 4,94 1 249 16,14 3 122 7,59 1 73 4,36 1 54 3,25 81 5,26 1
KLART 44 2,82 0
Wahl­berechtigte 2103 2066 2146 2169 2184 2068
Wahl­beteiligung 79,36 % 83,79 % 82,71 % 82,85 % 84,89 % 86,07 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Renate Habetler (SPÖ). Sie trat Ende 2011 die Nachfolge von Robert Marth (SPÖ) an, der seit 2002 das Amt innehatte. Nachdem sich Marth bei der Bürgermeisterdirektwahl 2007 it 50,64 % gegen Franz Kummer (ÖVP) durchsetzte,[10] wurde vom Gemeinderat Habetler zur Nachfolgerin gewählt. Bei der Wahl 2012 gewann sie im ersten Wahlgang mit 66,20 %. Markus Zettl (ÖVP) kam auf 28,37 % und Karl Kager (FPÖ) auf 5,43 %.[9]

Bei der Bürgermeisterwahl am 1. Oktober 2017 setzte sich Habetler erneut mit 62,10 % durch. Für die ÖVP trat neuerlich Markus Zettl (21,59 %), für die FPÖ Herbert Adelmann an, der 16,31 % erreichte.[8] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Gerhard Böhm (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[12]

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeisterin Renate Habetler (SPÖ) und Vizebürgermeister Gerhard Böhm (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Wilhelm Böhm (SPÖ), Alexander Laschober (SPÖ), Gerald Derkits (ÖVP), Adolf Fürst (ÖVP) und Karl Kager (FPÖ) dem Gemeindevorstand an.[12]

Zum Umweltgemeinderat wurde Thomas Baldauf (SPÖ) gewählt.[12]

Zu Ortsvorstehern wurden Wilhelm Böhm (SPÖ, für Redlschlag), Petra Katona (SPÖ, für Dreihütten), Gerhard Böhm (SPÖ, für Rettenbach) und Alexander Laschober (SPÖ, für Stuben) ernannt.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Bernstein im Burgenland COA.jpg

Die Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In Blau über schwarzem Fels ein silberner Hauerbrunnen, begleitet von zwei silbernen Knappen. Es stellt den seinerzeitigen Bergbau dar.“[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eric W. Gritsch (1931–2012), amerikanischer lutherischer Theologe und Autor, aufgewachsen in Bernstein

Bilderbogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bernstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 78.
  2. Stand 31. Dezember 2020, Quelle: Regionalinformation, bev.gv.at (1.273 KB); abgerufen am 10. Jänner 2021
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  4. Statistik Austria: „Auflösungen bzw. Vereinigungen von Gemeinden ab 1945“
  5. Ausflugsziele - Marktgemeinde Bernstein. Abgerufen am 23. Oktober 2020.
  6. a b Website der Marktgemeinde Bernstein; abgerufen am 1. Mai 2017.
  7. Gemeinderatswahlen 2022-10-02. Land Burgenland, abgerufen am 12. Oktober 2022.
  8. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2017; abgerufen am 5. Jänner 2018
  9. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2012; abgerufen am 5. Jänner 2018
  10. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2007; abgerufen am 5. Jänner 2018
  11. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2002; abgerufen am 5. Jänner 2018
  12. a b c d Marktgemeinde Bernstein: Gemeindeverwaltung; abgerufen am 5. Jänner 2017
  13. Wappen - Marktgemeinde Bernstein. Abgerufen am 23. Oktober 2020.