Weiden bei Rechnitz

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Weiden bei Rechnitz
kroat. Bandol
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weiden bei Rechnitzkroat. Bandol
Weiden bei Rechnitz (Österreich)
Weiden bei Rechnitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 39,81 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 16° 21′ OKoordinaten: 47° 18′ 9″ N, 16° 20′ 51″ O
Höhe: 330 m ü. A.
Einwohner: 829 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7463
Vorwahl: 03355
Gemeindekennziffer: 1 09 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weiden bei Rechnitz 64
7463 Weiden bei Rechnitz
Website: www.weiden-rechnitz.at
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Müller (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(15 Mitglieder)
9
4
2
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Weiden bei Rechnitz
kroat. Bandol im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Weiden bei Rechnitz im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weiden bei Rechnitz (kroatisch Bandol, ungarisch Bándol) ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich.

In der Gemeinde gibt es eine große Zahl an Angehörigen der burgenlandkroatischen Minderheit.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Die Gemeinde besteht aus den neun Katastralgemeinden Allersdorf, Allersgraben, Mönchmeierhof, Podgoria, Podler, Rauhriegel, Rumpersdorf, Weiden bei Rechnitz und Zuberbach.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname[2] Kroatischer Ortsname[3] Ortsname auf Romani[4]
Allersdorf im Burgenland Kulcsárfalu Ključarevci -
Allersgraben Sirokány Širokani -
Mönchmeierhof Barátmajor Marof -
Oberpodgoria Hármasfalu, Felsőpodgoria Podgorje -
Parapatitschberg Parapatics Parapatićev Brig -
Podler Polányfalva, Polanic Poljanci -
Rauhriegel Füsthegy Rorigljin -
Rumpersdorf Rumpód, Rumpót Rupišće Rupischa
Unterpodgoria Bosnákhegy, Alsópodgoria Bošnjakov Brig Telutno Podgori
Weiden bei Rechnitz Bándol Bandol Bandula
Zuberbach Szabar Sabara Sabara

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1535 brachte Franz Batthyány aus von türkischen Gebieten bedrohte Kroaten als Siedler in die Ortschaften Rauhriegel und Podler.[5]

1650 siedelte Graf Ádám I. Batthyány in Podler 14 vorwiegend kroatische Familien an und stattete sie mit Privilegien aus. Den Namen der Familien nach zu schließen dürften auch Deutsche und Ungarn unter den Siedlern gewesen sein.[6]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Bándoly verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Die Gemeinde gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1971 wurden die Gemeinden Allersdorf im Burgenland, Mönchmeierhof, Podgoria, Podler, Rauhriegel-Allersgraben, Rumpersdorf und Zuberbach mit Weiden bei Rechnitz zusammengelegt.

Ansiedlung der Walachen

Die durch die Türken ausgelöste Niederlage der Kroaten, auf dem Krbavafeld, im Jahr 1493, löste eine große Wanderbewegung aus. Nach der Niederlage sind die Kroaten den Raubzügen und Plünderungszügen der Türken ausgesetzt, dadurch wird die kroatische Auswanderung nach Westungarn und Niederösterreich ausgelöst. Die dort ansässigen Grundherren streben die Kroatenansiedlungen an, da ein großer Mangel an Arbeitskräften besteht, was die Bewirtschaftungen der Güter unmöglich macht.

Neben den Bauern machen sich auch kroatische Wanderhirten (deutsch: „Walachen“, kroatisch: „Vlahi“) auf den Weg nach Norden. Deren Ansiedlung in unserem Raum begann um das Jahr 1540, teils unter der Herrschaft „Rechnitz – Schlaining“ in Mönchmeierhof, Rauhriegel, Allersdorf, Allersgraben, Podler, Althodis, und teils unter der Herrschaft Rotenturm: Rumpersdorf, Podgoria, Unterpodgoria, Weiden bei Rechnitz, Parapatitschberg, Stefanshof, Spitzzicken. Die Walachen lebten vom spärlichen Ackerbau und von der Viehzucht. Die Walachen nahmen bei den Grundherren eine besondere Stellung ein, die sogenannten „Walachischen Freiheiten“, das heißt, weitgehende Befreiung von Abgaben an die Grundherrschaft und vom Robotdienst. Diese Sonderrechte ließen sich die Walachen von ihrer Grundherrschaft immer wieder erneut bestätigen. Es wurden ihnen aber auch Pflichten, wie Wachdienst, Polizeidienst sowie die Mithilfe bei Ausbesserungsarbeiten auf den Herrschaftssitzen auferlegt.

Weiden bei Rechnitz, ist das Zentrum der Politischen Gemeinde. Die Gründung erfolgte durch die Walachenansiedlung zwischen 1517 und 1547. Die den Weidner Walachen verliehenen Sonderrechte werden in einer Urkunde von 1549 von Peter II. Erdöly bestätigt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
56,65 %
(-6,99 %p)
25,35 %
(-11,01 %p)
18,01 %
(n. k.)
BLW
2007

2012


Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 1992–2012 Richard Omasits (ÖVP)
  • seit 2012 Wilhelm Müller (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weiden bei Rechnitz

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Keglevits (* 1961), Fußballspieler
  • Karl Zlatarits (1877–1970), Bergarbeiter und Politiker
  • Richard Omasits, Altbürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiden bei Rechnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  2. Ungarische Ortsnamen Sammlung aller ungarischen Ortsnamen in ehemaligen ungarischen Gebieten. Abgerufen am 24. November 2009.
  3. Kroatische Ortsnamen (Memento vom 1. April 2010 im Internet Archive) Sammlung aller kroatischen Ortsnamen im Burgenland. Abgerufen am 24. November 2009.
  4. Ortsnamen auf Romani (PDF; 806 kB) Stefanits, Günther, Mag. phil., Dr. phil.: Endonymische Minderheitennamen im Bundesland Burgenland, Österreich S. 43, abgerufen am 24. November 2009.
  5. Die Geschichte Neumarkts (abgerufen am 11. September 2010)
  6. Podler. Ansiedlung von Kroaten durch Adam Batthány im Jahre 1650, in Burgenländische Heimatblätter, Hrsg. Landesarchiv und Landesmuseum Burgenland, Eisenstadt 1949, S. 189f