Brendan Gleeson

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Brendan Gleeson (2014)
Brendan Gleeson (2005)

Brendan Gleeson (* 29. März 1955 in Dublin) ist ein irischer Schauspieler, der sich seit Mitte der 1990er-Jahre als international gefragter Charakterdarsteller etabliert hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleeson arbeitete in Irland als Lehrer für Englisch und Schauspiel an dem heute nicht mehr existierenden Catholic Belcamp College, bis er es auf Anraten seiner Ehefrau mit Mitte Dreißig als hauptberuflicher Schauspieler versuchte.[1] Zuvor hatte er bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren in Dublin und Umgebung in einigen Theaterproduktionen gearbeitet. Sein Filmdebüt machte er im Jahr 1990 mit einer kleinen Nebenrolle in dem Film Das Feld. In den folgenden Jahren absolvierte er einige Film- und Fernsehrollen, unter anderem als irischer Nationalheld Michael Collins in dem Fernsehfilm The Treaty, wofür er 1992 den irischen Fernsehpreis Jacob’s Award erhielt.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt Gleeson erstmals 1995 durch den mit fünf Oscars ausgezeichneten Film Braveheart, in dem er an der Seite von Mel Gibson eine wichtige Nebenrolle als Hamish Campbell innehatte. Seitdem ist er regelmäßig in aufwändigen Hollywoodfilmen zu sehen, dreht aber auch immer wieder in Europa. Gleeson spielte unter anderem in John Boormans Gangsterfilm Der General die Rolle des historischen Martin Cahill an der Seite von Jon Voight. In prägnanten Nebenrollen war er in bekannten Hollywood-Filmen wie A.I. – Künstliche Intelligenz (2001) von Steven Spielberg, Gangs of New York (2002) von Martin Scorsese oder Troja von Wolfgang Petersen zu sehen. Mit seiner Rolle in den Harry-Potter-Filmen ab Teil 4 (Harry Potter und der Feuerkelch) als schrulliger, aber gutmütiger Alastor „Mad-Eye“ Moody erschloss er sich auch jüngerem Publikum.

Während es bei seinen Hollywood-Auftritten meist bei Nebenrollen blieb, übernimmt Gleeson im europäischen Kino auch viele Hauptrollen. 2009 wurde er für die Hauptrolle eines Auftragskillers in Martin McDonaghs Schwarzer Komödie Brügge sehen… und sterben? (2008) gemeinsam mit seinem Co-Darsteller Colin Farrell für den Golden Globe Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical nominiert. Für seine Darstellung des Winston Churchill in dem Fernsehfilm Into the Storm erhielt Gleeson 2009 seinen ersten Emmy Award. Weitere Kino-Hauptrollen hatte er als mit dem Tod bedrohter Pfarrer in dem Drama Am Sonntag bist du tot (2014) und in der Hans-Fallada-Romanverfilmung Jeder stirbt für sich allein (2016) über Widerstand im Nationalsozialismus. 2016 erhielt er den Schauspielpreis Die Europa des Internationalen Filmfestivals Braunschweig. Im Jahr 2022 kam es nach Brügge sehen... und sterben zu einer zweiten Zusammenarbeit mit Colin Farrell und Martin McDonagh, bei dem Film The Banshees of Inisherin. Hierin spielt er einen alternden Musiker, der es in seinem Leben noch zu etwas bringen möchte, und deshalb seine Freundschaft mit der von Farrell gespielten, zweiten Hauptfigur aufkündigt.[2] Für diese Leistung wurde er im Jahr 2023 für den Oscar und Golden Globe Award nominiert.

Brendan Gleeson ist seit 1982 mit Mary Gleeson verheiratet und hat vier Söhne, darunter die Schauspieler Brian und Domhnall Gleeson. Das Paar lebt in Malahide.[3] Mit seinem Sohn Domhnall stand er für die Filme Kopfgeld – Perrier’s Bounty, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 und Am Sonntag bist du tot gemeinsam vor der Kamera.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Synchronstimme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl er häufig wechselnde Sprecher hat, wird er in seinen neueren Filmen hauptsächlich von Roland Hemmo synchronisiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar

British Academy Film Award / British Academy Television Award

Golden Globe Award

National Board of Review Award

Satellite Award

  • 2022: Nominierung als Bester Nebendarsteller (The Banshees of Inisherin)[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brendan Gleeson – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sandra Mallon: Brendan Gleeson says he was told he was 'too old and too fat' for Hollywood. 22. August 2022, abgerufen am 16. Januar 2023 (englisch).
  2. Colin Farrell doesn't have many 'true friends.' But Brendan Gleeson is one. 19. Oktober 2022, abgerufen am 16. Januar 2023 (amerikanisches Englisch).
  3. Sheila Langan: Brendan Gleeson: The Good, the Bad and the Funny. In: https://irishamerica.com/. Abgerufen am 27. Februar 2015.
  4. Am Sonntag bist du tot. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Am Sonntag bis du tot – Cast/Crew. Archiviert vom Original am 27. Februar 2015; abgerufen am 27. Februar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/amsonntagbistdutot.de
  5. https://www.hollywoodreporter.com/movies/movie-news/golden-globes-nominations-2023-list-nominees-1235279872/
  6. Clayton Davis und Jordan Moreau: 'Top Gun: Maverick' Named Best Picture by National Board of Review. In: Variety, 8. Dezember 2022.
  7. Erik Anderson: 'Top Gun: Maverick' leads International Press Academy’s 27th Satellite Awards nominations. In: awardswatch.com, 8. Dezember 2022.