Bruno Kahl

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Bruno Guntram Wilhelm Kahl (* 12. Juli 1962 in Essen) ist ein deutscher Jurist. Er ist Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Ausbildung und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahl erlangte im Jahr 1981 die allgemeine Hochschulreife am Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel, Im gleichen Jahr wurde er zum Wehrdienst in die Bundeswehr eingezogen, den er bis 1983 ableistete. Im Anschluss studierte Kahl von 1983 bis 1988 Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Universität Lausanne. Studienbegleitend absolvierte er eine journalistische Ausbildung an der Katholischen Journalistenschule ifp in München. Nach seiner ersten juristischen Prüfung folgte von 1991 bis 1994 das Rechtsreferendariat in Bonn, Speyer und Sydney. 1994 folgte seine zweite Staatsprüfung beim Oberlandesgericht Köln. 2008 wurde er in Bonn zum Dr. iur. promoviert.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer ersten beruflichen Station bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) war Kahl 1995 bis 1996 Referent im Bundeskanzleramt. 1996 bis 2005 war er bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion tätig, wo er dem Fraktionsvorsitzenden, Wolfgang Schäuble, in verschiedenen Funktionen zuarbeitete.

Im ersten Kabinett Merkels wurde Kahl 2005 Leiter des Ministerbüros und Sprecher von Bundesminister Wolfgang Schäuble im Bundesministerium des Innern (BMI). Von 2006 bis 2009 war er Leiter des Leitungsstabes im BMI. 2008 wurde er in Bonn zum Dr. iur. promoviert. 2010 folgte er Schäuble zum Bundesministerium der Finanzen (BMF) und wurde ebenfalls Leiter des Leitungsstabes dieses Ministeriums. Seit 2011 war er als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung VIII (Privatisierungen, Beteiligungen und Bundesimmobilien) im BMF.

Am 27. April 2016 wurde Bruno Kahl von der Bundesregierung (Kabinett Merkel III), als Nachfolger Gerhard Schindlers, zum Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes berufen.[1] Seine Dienstzeit begann am 1. Juli 2016.[2] Sein Nachfolger im BMF wurde Johannes Schmalzl.[3]

Kahl ist Oberst der Reserve.[4] Er gilt als enger Vertrauter Schäubles, Mann der leisen Töne, verschwiegen, loyal und fleißig. Vor seiner Berufung zum BND-Präsidenten hatte Kahl keine Berührungspunkte mit nachrichtendienstlicher Arbeit. Seine Ernennung galt als Überraschung.[5]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahl ist der Sohn des Diplom-Physikers Bernhard Kahl sowie der Diplom-Bibliothekarin Ute Kahl, geborene Schoenitz und hat zwei jüngere Geschwister. Er ist seit 2008 verwitwet und er hat zwei Kinder.[6]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Statt einen Partner für die europäische Sicherheit haben wir in Russland eher eine potenzielle Gefahr. Der weltpolitische Akteur Russland ist zurück, er wird ein unbequemer Nachbar bleiben.“[7]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europäische Union: Bundesstaat – Staatenbund – Staatenverbund? Zum Urteil des BVerfG vom 12. Oktober 1993. In: Der Staat. Band 33, 1994, S. 241 ff.
  • Elemente katholischen Denkens in säkularer Staatslehre zum Frühwerk Carl Schmitts. Berlin 2008 (359 S., Dissertation).
  • mit Nils Ole Oermann (Hrsg.): Der fröhliche Sisyphos – für Wolfgang Schäuble. Herder, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 2012, ISBN 978-3-451-30663-1.
  • Der Große Vaterländische Betrieb – Warum die Treuhand eine Erfolgsgeschichte wurde? In: Otto Depenheuer, Karl-Heinz Paqué (Hrsg.): Einheit – Eigentum – Effizienz: Bilanz der Treuhandanstalt. Gedächtnisschrift zum 20. Todestag von Dr. Detlev Karsten Rohwedder. Springer, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-33114-5, S. 95–97.
  • mit Andreas Kerst: Öffentliche Unternehmen. In: Werner Gatzer, Tilmann Schweisfurth (Hrsg.): Öffentliche Finanzwirtschaft in der Staatspraxis. BWV Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-8305-3325-2, S. 613–642.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierung bestätigt Wechsel an der BND-Spitze. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. April 2016, abgerufen am 14. November 2019.
  2. Auslandsgeheimdienst: Bruno Kahl übernimmt Chefposten beim BND. In: Spiegel Online. 1. Juli 2016, abgerufen am 14. November 2019.
  3. Arnold Rieger: Ex-Regierungspräsident geht nach Berlin: Schmalzl hat neuen Job bei Schäuble. In: Stuttgarter Zeitung. 14. Juli 2016, abgerufen am 14. November 2019.
  4. Bruno Kahl. In: Munzinger-Archiv. 27. September 2016, abgerufen am 15. Dezember 2019.
  5. Jörg Diehl, Matthias Gebauer, Martin Knobbe, Christian Reiermann, Michael Sauga, Jörg Schindler, Fidelius Schmid: Innere Sicherheit – Ohne Knautschzone. In: Der Spiegel. Nr. 18, 2016, S. 20–22 (online).
  6. Geheimdienst vor Führungswechsel – BND-Chef Schindler wird abgelöst. In: n-tv. 26. April 2016, abgerufen am 14. November 2019.
  7. Ben Knight: Gleichgewicht des Schreckens: „Nicht die Rote Armee“ – Debatte um Russland-Rede des BND-Chefs. In: Deutsche Welle. 16. November 2017, abgerufen am 23. November 2017.