Bruno Kahl

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Bruno Guntram Wilhelm Kahl (* 12. Juli 1962 in Essen) ist ein deutscher Beamter und Verwaltungsjurist. Seit dem 1. Juli 2016 ist er Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahl wurde als älterer von zwei Kindern des Dipl.-Physikers Bernhard Kahl und der Dipl.-Bibliothekarin Ute Kahl, geb Schoenitz, in Essen geboren. Nach dem Abitur 1981 am Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel und Wehrdienst von 1981 bis 1983, studierte Kahl von 1983 bis 1988 Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Lausanne. Studienbegleitend absolvierte er eine journalistische Ausbildung beim bischöflichen Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. in München. Nach seinem Ersten Juristischen Staatsexamen folgte von 1991 bis 1994 eine Referendarzeit in Bonn, Speyer und Sydney. 1994 folgte sein Zweites Juristisches Staatsexamen beim Oberlandesgericht Köln. Nach einer ersten beruflichen Station bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände war er 1995 bis 1996 Referent im Bundeskanzleramt. 1996 bis 2005 war er an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion abgeordnet, wo er dem Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble in verschiedenen Funktionen zuarbeitete. Seither gilt er als enger Vertrauter Schäubles.[1]

In der ersten Regierung Merkels wurde Kahl 2005 Leiter des Ministerbüros und Sprecher von Bundesminister Wolfgang Schäuble im Bundesministerium des Innern (BMI). Von 2006 bis 2009 war er Leiter des Leitungsstabes im BMI. 2008 wurde er in Bonn zum Dr. iur. promoviert.[2] 2010 folgte er Schäuble zum Bundesministerium der Finanzen (BMF) und wurde ebenfalls Leiter des Leitungsstabes dieses Ministeriums. Seit 2011 war er als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung VIII (Privatisierungen, Beteiligungen und Bundesimmobilien) im BMF.[1] Kahl ist Oberstleutnant d. R. der Bundeswehr.[3]

Am 27. April 2016 wurde Bruno Kahl von der Bundesregierung (Kabinett Merkel III) zum Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes berufen.[4] Seine Dienstzeit begann am 1. Juli 2016; er folgt Gerhard Schindler nach.[5] Sein Nachfolger im BMF wurde Johannes Schmalzl.[6]

Kahl ist seit 2008 verwitwet, er hat zwei Töchter (* 1997 und * 1999).[7]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Statt einen Partner für die europäische Sicherheit haben wir in Russland eher eine potenzielle Gefahr. Der weltpolitische Akteur Russland ist zurück, er wird ein unbequemer Nachbar bleiben.“[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europäische Union: Bundesstaat – Staatenbund - Staatenverbund? Zum Urteil des BVerfG vom 12. Oktober 1993. In: Der Staat, Band 33, 1994, S. 241 ff.
  • Bruno Kahl: Elemente katholischen Denkens in säkularer Staatslehre zum Frühwerk Carl Schmitts, Dissertation, Berlin, 2007
  • Bruno Kahl et al. (Hrsg.): Der fröhliche Sisyphos – für Wolfgang Schäuble. Herder 2012, ISBN 978-3-45130663-1.
  • Der Große Vaterländische Betrieb – Warum die Treuhand eine Erfolgsgeschichte wurde? In: Otto Depenheuer, Karl-Heinz Paqué (Hrsg.): Einheit – Eigentum – Effizienz: Bilanz der Treuhandanstalt. Gedächtnisschrift zum 20. Todestag von Dr. Detlev Karsten Rohwedder. Springer-Verlag, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-64233114-5, S. 95–97.
  • mit Andreas Kerst: Öffentliche Unternehmen. In: Werner Gatzer, Tilmann Schweisfurth (Hrsg.): Öffentliche Finanzwirtschaft in der Staatspraxis, BWV Verlag, Berlin, 2015 ISBN 978-3-83053325-2, S. 613–642.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Otto Depenheuer, Karl-Heinz Paqué (Hrsg.): Einheit – Eigentum – Effizienz: Bilanz der Treuhandanstalt. Gedächtnisschrift zum 20. Todestag von Dr. Detlev Karsten Rohwedder. Springer-Verlag, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-64233114-5, S. 210.
  2. Thema der Dissertation: Elemente katholischen Denkens in säkularer Staatslehre zum Frühwerk Carl Schmitts. Universität Bonn, 2008
  3. Der Spiegel Nr. 18 vom 30. April 2016: Ohne Knautschzone.
  4. Regierung bestätigt Wechsel an der BND-Spitze. FAZ.net, 27. April 2016.
  5. spiegel.de 1. Juli 2016
  6. Schmalzl hat neuen Job bei Schäuble. Abgerufen am 24. Juli 2016.
  7. Geheimdienst vor Führungswechsel – BND-Chef Schindler wird abgelöst. n-tv, 26. April 2016.
  8. Deutsche Welle (www.dw.com): "Nicht die Rote Armee" - Debatte um Russland-Rede des BND-Chefs | Meine Oma, das Regime und ich: Deutschland | DW | 16.11.2017. Abgerufen am 23. November 2017.